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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.03.1935
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1935-03-19
- Erscheinungsdatum
- 19.03.1935
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- Deutsch
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66, 19. März 1935. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. b.Dtschn. Buchbandel. daß öer Erwerb nicht alsbald verbraucht, sondern auch jetzt noch vor handen sei, kann nicht zugestimmt werden. Diese Ansicht findet im Gesetz keine Stütze und ist auch wegen ihrer praktischen Auswirkung nicht haltbar: denn eine Glaubhaftmachung dahin, daß der Schuldner erworbenes Vermögen nicht verbraucht habe, sondern noch besitze, wird in aller Regel einem Gläubiger nicht möglich sein. Nur dann, wenn die Umstände ohne weiteres für einen alsbaldigen Verbrauch sprechen, wenn also z. B. der Neuerwevb des Schuldners nur in Einkünften besteht, die er den Umständen nach zu seinem Lebensunterhalt ge braucht haben wird, wird man vom Gläubiger eine Glaubhaftmachung für die Fortdauer des Besitzes an Neuerwer'b verlangen müssen. Es darf auch nicht übersehen werden, daß unter »Vermögen« im Sinne des § 903 ZPO. nicht nur das zu verstehen ist, was nach dem Sprachgebrauch des täglichen Lebens darunter verstanden wirL, nämlich ein gewisser Vorrat von Gütern; es fällt vielmehr darunter jedes Vermögensstück, das einer Vollstreckung unterliegt, mag auch sein Wert nicht hoch sein. Es genügt also z. B., daß ein Schuldner Kleidungsstücke erwirbt, die für seinen Bedarf nicht unentbehrlich sind. Bei gebesserter Lebenshaltung des Schuldners spricht eine Ver mutung dafür, daß dies der Fall ist. Es kann von einem Gläubiger nicht verlangt werden, daß er im einzelnen glaubhaft macht, daß der Schuldner bestimmte Gegenstände erworben habe; will man das Anwendungsgebiet des § 903 ZPO. nicht in einem dem praktischen Bedürfnis widersprechenden Maß einengen, so muß man es für aus reichend halten, wenn Umstände glaubhaft gemacht sind, die nach allgemeiner Lebenserfahrung den Schluß zulassen, daß der Schuldner wahrscheinlich in den Besitz von pfändbaren Vermögensstücken ge langt ist. Zehn Jahre Deutsche Akademie Die Deutsche Mademi« in München feierte am IS. und IN. März ihr zehnjähriges Bestehen. Zu der Feier waren u.a. erschienen: Reichs statthalter von Epp, der bayerische Ministerpräsident, Vertreter des Reichsheeres, der Behörden, der Akademie für deutsches Recht, der Deutschen Dichterakademie und der Reichsrundfunkgesellschaft. NeichSstatlhalter Ritter von Epp gab in seiner Glückwunsch ansprache einen historischen Überblick, in dem er die Bedeutung der Akademie und ihre Arbeit hervorhob. Er versetzte die Anwesenden zurück in das Jahr 1825, in dem die Ersüllungspolilik auf einen Höhepunkt gelangt war und das Volk jedes Vertrauen in sich selbst verloren hatte. Daran mutz man sich erinnern, erklärte der Rcichs- statthalter, um zu begreifen, was damals dazu gehörte, zuversichtlich an eine Besserung zu glauben. Es gab kein anderes Mittel, als sich auf das geistige Gebiet zu begeben, um wenigstens das, festzuhalten, was festzuhaltcn war: Die Hochachtung vor der deutschen Gcistes- leistung. Es bleibt ein Verdienst jener Gelehrten und jener Männer aus Wirtschaft und Industrie, die zusammcntratcn, um dieses Gut zu schützen und zu einer Neugeburt des Volkes beizutragen. Die Voraussetzung freilich war, baß ein Mann erstand, ein Geist, der die Massen des Volkes wieder in eine Sinnesrichtung hincinzuspannen vermochte und den Mut hatte, eine der früheren Politik absolut ent gegengesetzte einzuschlagen. Ritter von Epp erinnerte daran, daß die erstarkende deutsche Konkurrenz aus dem Weltmarkt neue Gegner auf den Plan gerufen habe, datz sich daraus die Tätigkeit der Deut schen Akademie etwas verschoben habe, datz aber ihre Fülle von Auf gaben nicht geringer geworden sei. Die Deutsche Akademie ist ein Schrittmacher des Friedens, wie ihn der Führer anstrebe auf der Basis der Glcichachiung, Gleichberechtigung und des anerkannten Rechts aus Selbstbehauptung. Nachdem Präsident Haushofer dem Neichsstalthalter für seine ausgezeichneten Ausführungen gedankt hatte, gab Ministerpräsident Siebcrt in einer Ansprache seiner Freude über die Fülle geistiger Leistungen der Deutschen Akademie Ausdruck. Wenn die Deutsche Aka demie seit zehn Jahren mit großem Erfolg dafür wirke, datz auch jenseits der Grenzen deutsche Sprache, deutsche Literatur und deutsche Kunst ihre Anerkennung fänden, daß junge Akademiker des Auslands unsere Hochschulen besuchten, so machte sich damit die Deutsche Aka demie in ganz besonderer Weise um die deutsche Weltgeltung verdient. Präsident Prof. Haushofer sprach dann über die kultur politischen Ziele der Deutschen Akademie. Damit, datz der Wcrde- gcdanke der Deutschen Akademie vor zehn Jahren zuerst aus der brennenden Not der kulturpolitischen Abwehr aufsprang, waren es zu erst kulturpolitische Ziele, die sich riesengroß ausrichtcten: Abwehr einer Raun,Verstümmelung, Lebenswillensschwächung ohnegleichen. Die Deutsche Akademie hat sich auf vielen Arbeitsfeldern gleichen Schrittes mit der Bewegung vorgearbeitet, auf kulturpolitischem Bereich, wo jene die Machtcrneuerung vorantrug. Als letzte Ziele bezeichnete Pro fessor Haushofer die volle Wiedergcltung, bas Ehrenrecht und die Gleichberechtigung des deutschen Volkes, nicht nur in Europa, sondern auf Erden sür die Wiebereroberung unserer kulturpolitischen Geltung im Kampf ums Dasein in der Welt. Der stellvertretende Präsident der Deutschen Akademie, Pros, vr. A. O. Mcyer, berichtete über die fruchtbare Tätigkeit der wissen schaftlichen Abteilung, die u. a. beschloß, den Ausschuß einzusetzcn, der den grotzen Plan einer allscitigen Geschichte der deutschen Sprache prüfen und vorbereiten soll. Als Dienst am deutschen Volk im Geist der neuen Zeit und des neuen Deutschland fasse die wissenschaftliche ebenso wie die praktische Abteilung der Deutschen Akademie ihre Arbeit auf. Rach Erledigung des geschäftlichen Teils sprachen noch der Dichter Erwin Guido K o l b c n h e y e r, dann Gchcimrat Loidinger für die Bayerische Akademie der Wissenschaften und für die Reichsstelle zur Förderung des deutsche» Schrifttums Herr von Nibbentrop ihre Glück wünsche aus. Am Sonnabendabend schloß sich eine Feierstunde im Konzert saal des Bayerischen Hofes an. Die Weihcstunde war umrahmt von Darbietungen des Orchesters der Münchner Philharmonie. Von den Reichsministern Rudolf Heß und Freiherr von Neurath, die durch die historische Kabinettsitzung in Berlin am Erscheinen ver hindert waren, wurden ein Telegramm bz-w. die beabsichtige Ansprache verlesen. Die Bücherbesprechungen in der englischen Presse In der englischen Presse, besonders in den grotzen Londoner Tages- und Sonniagszeitungen, nehmen Bücherbesprechungen be kanntlich vielfach einen wichtigeren Platz ein als in deutschen Zei tungen. Alle größeren englischen Blätter haben ihren eigenen Schrift leiter slir die häufig täglich erscheinende besondere Blichcrseite oder sie haben einen Mitarbeiter von Ruf für diese Aufgabe fest an gestellt. Bei den Londoner Großzeitungen wirkt eine Reihe litera risch bcstbekanntcr Persönlichkeiten als Buchkritlkcr und die Massen- blätter besonders legen aus Konkurrcnzgrllnbcn größtes Gewicht auf das Engagement eines literarisch bekannten Schriftstellers als Buchkritlkcr und nicht selten schon versuchten sie sich im Konkurrenz kampf untereinander einen bekannten Buchkritiker wcgzuschnappen. Trotz dieser besonderen Wertschätzung der Buchbesprechung bei den englischen Zeitungen hören aber doch nie die Klagen wegen Unzu länglichkeiten im BcsprcchungSwcscn auf. Die elf Bcsprcchnngs- grundsätzc, die Gcosfrcy Grcgson, der Buchkritikcr der Londoner »Morning Post» neulich in der Zeitschrift »Bookseller» aufstellte, verdiene» deshalb besondere Beachtung. Sic sind auch für die Ver hältnisse im deutschen Bcsprechungswcsen durchaus interessant und aktuell. Gregson wünscht sür die Gestaltung von Blichcrseiien ln den englische» Zeitungen: 230 1. Aus der gewaltigen Überproduktion von Büchern, mit der uns die Verlage alljährlich erfreuen, sollten nach sorgfältiger Aus wahl viel weniger Werke als bisher in den Ankündigungen genannt werden. Besonders gilt dies für Romane, Novellen und Biographien. 2. Die Buchkritlkcr sollten viel klarer im Ausdruck und weniger konventionell ln ihren Gebankcngängen sein. 8. Unpersönliche Haltung und Schreibweise, solange sie nicht langweilig wird, sollte allen Buchkritikern, besonders jenen, die immer mit der eigenen Person und eigenen Kenntnissen glänzen wollen, zur Pflicht gemacht werden. 4. Alle unangebrachte Höflichkeit in Buchbesprechungen sollte verschwinden. Bemerkenswert schlechte Bücher brauchen nicht igno riert zu werden, sondern sollen herausgcgriffen und verdammt werden. 5. Es sollten nicht so viele Buchbesprechungen namentlich ge zeichnet werden. ES gibt Schriftsteller, deren Namen an der Spitze einer Buchbesprechung zum Lesen anregcn; aber cs gibt auch Namen, die zum Umblättcrn der Blichcrseite veranlassen. 8. Die besten, solideste» und ernsthaftesten Bücher jeder Art, von der Philosophie bis zur Politik, sollten gebührend bevorrechtigt be handelt werden.
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