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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.03.1935
- Strukturtyp
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- 1935-03-14
- Erscheinungsdatum
- 14.03.1935
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- Deutsch
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X- 62, 14. März 1935. Fertige Bücher. Börsenblatt f. d.Dtschn.Buchhandel. 1173 lxlationalsoiialistilclic Dichtung Inkalt: vekenntnis / klnkükrung / Verlucke epilcker Sestaltung / Vi-amatilcke formen / Die l.yrik ves -Aufdrucks / klamenverreicknis / l.iteraturverreicknis KK11.- Vilanr der neuen Vickiung Die 8rage nach dem» was bis zur Stunde als dichterische Verarbeitung der nationalsozialistischen Welt vorliegt, mußte zu diesem Zeitpunkt einmal gestellt werden, ihre Antwort versucht werden; eine Besinnung auf den Weg tat not, der vom Erwachen der Nation im politisch-seelischen Be zirk herüberführt in die Umgestaltung aller völkischen Lebcns- des wiedererstandenen Volkes, wie sie sich vor unseren Augen im wachsenden Maße vollzieht. Zwei Voraussetzungen mußte derjenige erfüllen, der sich mit dem in 8rage stehenden Thema befaßte: er mußte alter Nationalsozialist sein, der mit d^r Haltung und unverlier baren seelischen Substanz der Rampfzeit wie mit dem un trüglichen Gefühl für das in der Bewegung durchgebrochene entscheidende Neue erfüllt ist; und er mußte ein Rritiker sein, der um das Wesen künstlerisch-gültiger Gestaltung weiß, der aus einem inneren Verhältnis zu großer Runst die Maße gefunden hat, an denen sich Gedachtes von Gemachtem, Ursprüngliches von Abgeleitetem, Erreichtes von bloß Er strebtem scheidet. Langenbucher erfüllt diese Voraussetzungen derart, daß sein vorliegendes Bändchen ein ausgezeichneter Wegweiser durch die 8ülle des im Bannkreis der Bewegung Geschriebenen geworden ist. Das Wichtigste in der Augenblickslage unseres Schrifttums geradezu Wesentliche und Entscheidende der Schrift, ist das, was im Bekenntnis- und Einführungskapitel an Grund sätzlichem gesagt ist. In einer bisher nirgends vorsind- baren Einheit durchdringen sich hier nationalsozialiftiscbe Grundhaltung und künstlerisches Gewissen. Der Verfasser distanziert alle heutige Schrifttumskritik von der gestrigen nicht, indem er, was gelegentlich bruchstückweise und zu wenig tiefdringend geschah, die Stellung der liberalen Rritik in ihren zeitgeistgeborenen Schwächen beleuchtet, sondern indem er selber die positiven Leitsätze umkreist, die Richtung aufbauerischer nationalsozialistischer Rritik sind und sein werden. Eindeutig wird hier das so oft zu hörende Ge schwätz der Gestrigen beiseitegeschoben, „es se» ja noch nichts da"; das geschieht aber nicht, indem diese oder jene Er scheinung des nationalsozialistischen Schrifttums zum Genius hinaufgelobt wird; es geschieht vielmehr aus der klaren Besinnung auf die Grundtatsache, daß Dichtung nicht Pro jektion vom Zeiterlebcn in die Sterne, sondern Gestaltung, Darbietung von Zeiterleben an die Zeit selber zu deren seelischer Rräftigung und innerer Läuterung ,st; und daß der Dichter dem Volke wieder in Verdichtung zurückzugeben hat, was er mit seinem Blut von ihm erbalten. So sieht der Nationalsozialist geistiges Schaffen an; so werden Werke belanglos, die in großem ästhetischen Ge wand tlnherschreiren und hinter ihm doch nur konjunktur gezeugte Phrase und im Rönnerischen versteckte seelische Fragwürdigkeit und Nichtigkeit verbergen; so werden ihm Werke wichtig und bedeutsam, die den Anspruch des Blei benden nicht erheben können und wollen, und die doch dem lesenden Volksgenossen Halt und 8reude des Tages, Aus druck seiner eigenen Erlebnisse, Erinnerung seines Rampfes und das Erwachen Deutschlands sind. Solche Sicht aber versperrt nicht die andere auf den künst lerischen Rang, auf den Grad, in dem der zeirentnommene Stoff zu einer Gestaltung gekommen ist, die dem Werk und übcrgcgcnwärtige Dauer verbürgt. Die so gewon nenen Wertstaffcln durchdringen sich mit den erstgenannten und schaffen damit Maßstäbe, denen ich richtungweisende Bedeutung für zukünftige theoretische und praktische schrift- tumskritische Arbeit zusprcchen möchte. Langenbucher wählt als allgemeines Auswablprinzip den Stoff der Werke, der dem Motivkreis der Bewegung im weitesten Sinne entnommen sein muß. Dieser Grundsatz bedeutet nicht Bekenntnis zum behandelten Stoff als zu dem für „nationalsozialistisch" zu nennendes Schrifttum ent scheidenden Rritcrium; er entspringt vielmehr äußerer Rück sicht auf den zur Verfügung stehenden Raum und der Ein sicht in die Tatsache, daß die Ummünzung der national- sozialistisch-politischen Wertcrobcrungen ins Geistige noch in vollem Vollzug und deshalb noch wohl kaum umfassend darstellbar ist. In dem so klar umrissenen Rahmen haben jene eingangs verkündeten Grundsätze Gelegenheit, sich auf ihre praktische Brauchbarkeit prüfen zu lassen. Sie bedürfen dieser Probe kaum noch, hat sic doch Langenbucher in vielen „V. B.-Auf« sätzen" der Rampfzeit und anderen Arbeiten schon bewährt. Und doch bewähren sie sieb überzeugend und neu: in zwei wichtigen Abschnitten (das dramatische Schrifttum wird nur im Vorbeigehen nach einigen wenigen Seiten beleuchtet) wird die epische und lyrische Produktion gesichtet; und der Leser, der die Reibe der behandelten Werke durchschreitet, nimmt das Bewußtsein mit, verläßlich geführt zu sein und zu wissen, zu welchen Werken er zu greifen bat. Eine ganze Schicht von Machwerken kommt überhaupt nicht zur Nen nung und wird damit als unter der Schwelle liegend ge kennzeichnet, bei der die Würdigung nach den leitenden Gesichtspunkten des Eingangs erst beginnen kann. In ge schickten, treffenden, gelegentlich vom Raummangel etwas zu arg beschnittenen Rcnnzeichnungen. die nichts verbergen, aber auch nichts zerschlagen werden; die Leistungen der jungen Lyrik in ihrer besonderen Möglichkeit schon heute gültiger 8ormung gewürdigt, wobei sich hier besonders die Zücht barkeit der Wertungsweise zeigt. Namens- und Duchver- zeichnis runden das wertvolle Werkchen, das bescheiden nur Einführung und Übersicht sein will und doch ein Wegweiser nicht nur durch die Breite der Produktion sondern auch an die Tiefe ist, in der sich das gewaltige Ereignis der national sozialistischen Revolution im künstlerischen Bereich des Schrifttums umschaffend und Großes verheißend auswirkt. Völkischer Beobachter, L3./24. -r. Z4. U Wir verweilen auf bangenbuebers „Volkkakte Dichtung der 2eit" ^ Bunker und Vünnkaupt Verlas / lZerlin ISS'
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