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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.07.1933
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- 1933-07-18
- Erscheinungsdatum
- 18.07.1933
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X- 184, 18. Juli 1833. Redaktioneller Teil BScl-nilatt s. d.Dtlchn.Buchh-nt-l. Nun «erlangt man nach dem Führer. Wird Adolf Hitler der Führer sein, der auch da den rechten Weg weist? Er weist ihn, er hat ihn längst gewiesen. Es ist der Weg der Revolution, auf den er uns weist auch in diesen Bereichen. Dle totale Umordnung kann hier einzig Ordnung schaffen. Zerbrechen müssen Vorurteile, soll das Volk befähigt werden, wieder selbst zu urteilen. Zerbrechen muß der Standesdünkel, der den Schlichteren das Schlechtere und den »Besseren« das »Bessere« zuwies. Gebrochen werden muß der Bann, der aus Eigennutz ver bannte, was gemeinhin nützlich wäre. Gebrochen jeder Eigensinn, der nicht wurzelt im Gemeinsinn. Ausgerottet sei der Geist, der die deutsche Seele schändet! Durch »Schwarze Listen« allein läßt sich der Geist des Volkes nicht erneuern. Das Blut will sprechen, der Instinkt, die unver fälschtere Natur, die nicht «erkünstelt ist durch »Künste«, das Kind im Volke, dessen Ahnung noch nicht durch »Wissenschaft« zerstört ist: der Lesehunger junger Schichten, der noch genau weiß, was erwtll: Brot des Lebens auch im Geiste. Elementar wie bas Bedürfnis lebt im Volke irgendwo noch der Hunger nach dem Rechten. Der Wahn vom »Publikum« zer- schließ. Von unten her, vom Volke her, will wieder Geist in Deutsch land werben. Vom Blut her, von der Erbe her, von der Mutter Erde her, die nie ganz den Instinkt verlor, will wieder neues Leben werden. Dle Wucht der Jugend, der Natur, stürmt an auf all die Unnatur, die sich als »Kultur» bemäntelt. Das Elementim Volk bricht los; alle Bücherscheiterhaufen, sie verkündigten nichts anderes! Unbändig —sagt nicht »ungebändigt«! — unbändig räumt das deutsche Blut aus mit all dem Widergeist. Ein Bauer, der gesund geblieben, fühlt heute sicherer, führt euch sicherer als der verfaulte Dekadent, der flennt; Kulturen gingen unter. Die Magd, dasmlltterlicheWetb, in dem die Ahnungen noch sprechen aus den Regungen des Bluts, fühlt und führt euch sicherer als das mondäne Luxnstierchen, das ohne Stefan Zweig nicht leben mag. Der Aufbruch des Natürlichen, des Artgemäßen, Bolks- gemäßen, unverbildet, unverkllnstelt, unverfälscht Natürlichen, das ln Aböls Hitler aufstand, garantiert »ns die Kultur, jene unverlogenere, die mehr fein wird als Verbildung. Wir wollen in dis Schule gehen bei den Einfältigen des Volkes. Wir wollen unser Recht auf Vielfalt wieder richten an der Einfalt. Wir wollen unfern Bildungsstolz prüfen an den Unverbildeten. Wir wollen unsere Differenziertheit einmal ganz bescheiden messen an der Wucht der Elemente. Opfern, ausopfern auch da, das, was weg muß, ruhig opsern laßt uns lernen von den Männern, die uns vorgekämpft seit Jahren I Opfern, aufopfern auch da, laßt uns lernen von den Männern, die uns vorgelebt auch dal Denn so heillos es auch aussieht, auch im Schrifttum haben Männer fahre- und jahrzehntelang still das schlimmste abgewendet. Es gibt gesunde Büchereien. Es gibt gesunde Buchberatung. Es gibt und gab in allem Jrrsal Kämpfer für das deutsche Buchs Kämpfer für ein deutsches Schrifttum. Heute mehr als je zuvor tritt nach Adols Hitlers Willen die Persönlichkeit in Rechte, die ihr Vorrechte bestritten. Der Charakter hat die Führung. Nicht vom Objekt her orientiert, nein, durch Charakter legitimiert, führen die Persönlichkeiten, deren Wesen Autorität ist. Sie werden jeden Zweifel schlichten, jeden Sonderfall erläutern. Selbstzucht setzt sie in den Stand, frei in Frei heit zu entscheiden. Treue setzt sie in den Stand, als Gefolgsleute des Führers seinem Geiste nachzufolgen. In ihm ist Volk. Er ist das Volk. So wirb der Weg, den wir thm folgen, geradenwegs zum Volke führen. tSV Jahre N. G. Elwert'fche Unioersitäts- und Verlagsbuchhandlung in Marburg. Der Gründer der hochangesehenen Firma, der Gießener Buch- hänblersfohn Johann Christian Krieger, hatte bereits 1779 dortselbst eine eigene Buchhandlung unter der Bezeichnung I. C. Krieger d. Jüngere. Veranlaßt durch Marburger Professoren, die mit der Leitung der Bayrhofserschen Nnloersltätsbuchhandlung unzufrieden waren, bewarb er sich darum, ebenfalls ein Privileg als Universi- tätsbuchhändler zu bekommen, das er unterm 18. Juli 1783 erhielt. Seine Firma lautete bis 1897 Neue Akademische Buchhandlung. Von 1787 verlegte Krieger auch unter seinem Namen. 1788 erwarb er die ehemals Mllller'sche Universitätsdruckerei, da ihm der Besitz einer solchen für den Fall von Bayrhosfers Tobe vorgeschrieben wor den war. Er war auch 1829—87 Herausgeber eines »Wochenblatts für Buchhändler, Antiquare, Musik- und Dtsplltenhändler», das als eine Art Vorläufer des Börsenblattes bezeichnet werden kann. Am 31. Dezember 1828 starb Johann Christian Krieger. »Große, uner müdliche Tätigkeit in seinem Geschäft, vielseitige Umsicht, Empfäng- llchkeit für neue, oft mit Schwierigkeiten verbundene Unternehmungen und Einrichtungen, Vorliebe für immer größere Ausdehnung seiner Wirksamkeit« rühmte sein Freund Wilhelm Justi dem Dahinge gangenen nach. Nach Kriegers Tode führte seine Witwe, eine ge borene Kempf, den Betrieb 1828 und 27 weiter, bis er auf seinen Neffen Carl Kempf überging. Schon am 6. August 1817 hatte Krieger darum gebeten, daß Stuck, plril. Christian Carl Kempf zu seinem Nachfolger in den Privilegien bestimmt werden möchte. Es wurde auch bestätigt, daß Kempf nach Kriegers Tode die Privilegien erhalten solle. Jedoch beanspruchte 1828 Bayrhosfers Sohn Stelle und Be soldung des Universitäts-Druckers, während Kempf unter Berufung auf das Protokoll von 1817 seine Ernennung zum Universitäts- Buchhändler und -Drucker beantragte. Endlich erhielt er neben Bayr- hosser und Garthe das Privileg, mußte aber aus Steuerfreiheit und Besoldung verzichten. Unter seiner Leitung erschienen von 1827 bis 1829 allein 58 Verlagswerke. Am 1. Januar 1831 verkaufte er das Geschäft nebst Druckerei, Antiquariat und Grundstücken an Roa Gottfried Elwert aus Reutlingen, der schon drei Jahre zu seinen Mitarbeitern zählte. Dieser gab der Firma den noch heute geführten Namen. Eiwert wurde am 18. September 1897 als Sohn eines Reutlinger Buch druckers geboren und hatte Lateinschule und Druckerlehre hinter sich. 182S/28 erlernte er den Buchhandel bei Rapp in Cannstatt und war bann bei Nast in Ludwigsburg und bei Sauerländer in Frankfurt tätig. Die ersten Jahre nach der Übernahme des Kriegerschen Ge schäftes waren sorgenvoll, das Sortiment war klein, die Berlags- unternehmen nicht sehr günstig. In einer Unzahl von Monographien, deren Absatzkreis beschränkt blieb, war sein Kapital festgelegt. Er war ein vornehm gesinnter, ideal veranlagter Verleger, der manches Werk annahm, nur um dem Verfasser seine Laufbahn zu eröffnen. Dagegen schlugen Vangerows Pandekten und Vilmars Geschichte der deutschen Nationalliteratur vorzüglich ein. Im Jahre 1855 erhielt Elwert auch Leihbibliothekskonzession. Ein ausgezeichneter Buch händler mit großen Literaturkenntnissen ging mit ihm am 8. No vember 1873 dahin. Er war kinderlos, seine Frau war ihm zwei Jahre früher vorangegangcn. Seine Nachfolger wurden sein Nesse Wilhelm Braun und dessen Schwager Karl Theile, letzterer starb bereits 1878. Wilhelm Braun wurde am 29. Mai 1842 in Reut lingen als Sohn des »Papierers« Christian Braun geboren, der mit Magdalena Elwert, Noa Gottfried Elwerts einziger Schwester, ver heiratet war. Nach Absolvierung der Reutlinger Lateinschule kam er 1858 zu Onkel Elwert in dle Lehre und bildete sich später in Breslau, Prag, Tübingen, Hanau und Heidelberg weiter aus. 1871 trat er in das Geschäft feines Onkels als Gehilfe ein, der schon da mals die Absicht hatte, es ihm zu übertragen. Dem Sortiment und Verlag wurde eine Antiquarlatsabteilung ungegliedert und es gelang Wilhelm Braun oftmals, bedeutende Bibliotheken zu erwerben. Es folgte die Schaffung einer Kunsthandlung und auch räumlich wurde das Unternehmen mehrfach erweitert. Am 13. August 1913 erlag Wilhelm Braun im 72. Lebensjahr einer Lungenentzündung. Sein Sohn, Herr Gottlieb Gustav Emil Braun, der nunmehrige Inhaber, geb. am 3. Juli 1875 zu Marburg, leinte nach abge schlossener Gymnasialzett zwei Jahre in Kassel in der Hofbuchhand lung Theodor Kay und war später außer im väterlichen Geschäft bet Hinrichs in Leipzig tätig. 1999 wurde er Prokurist, 1997 Mitbesitzer der Firma, dte 1913 aus ihn überging. Vor der Reichstagswahl 1929 wurde ihm das größte Schaufenster eingerammt, da es sllr eine nationale Wahl Propaganda gemacht hatte. Im gleichen Jahre hatte Herr Braun die besondere Freude einer eingehenden Unterhaltung mit Generalfeldmarschall von Hindenburg in Hannover, und 1922 führte ihn eine Reise in die Berge mit dem heutigen Reichskanzler Adols Hitler in München zusammen; gelegentlich des Deutschen Tages 1924 konnte er auch General Lubendorfs in seinem Hause begrüßen. Seine Musikliebe führte zu regen Beziehungen zur Meininger Hof kapelle, über dreißig Jahre besorgte er die Geschäfte des Konzert vereins seiner Heimatstadt. Herzog Georg von Sachsen-Meiningen ernannte ihn zum Hosbuchhändler, und Großherzog Ernst Ludwig von Hessen zum Hofverlagsbuchhändler. Seitens der Universität Marburg wurden die Leistungen der altangesehencn Firma am 89. Mai 1927 durch die Verleihung der Würde eines Ehrensenators an ihren Besitzer anerkannt. Seit mehr als einem Jahrzehnt steht Herrn Braun sein Schwiegersohn Herr Arthur Koch zur Seite. Aus Anlaß des Jubiläums veröffentlichte die Firma gleichzeitig mit dem Jubiläumskatalog eine Festschrift. S27
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