Nr. 227. Leipzig, Mittwoch den 28, September 1932. gg. Jahrgang. st^ir-cigen-Teil Ein Leipziger Kollege schreibt: „. . . . Ich habe das Buch Sonntag vom Nachmittags-Kaffee bis zum Abend ohne Unterbrechung mit der größten Spannung gelesen. Man steht ja völlig unter dem Bann der eindrucksvollen, spannenden Darstellung." «. Wo»»«: Nero Historischer Roman. Leinen RM 4.80 So und nicht anders muß Nero, dieser Komödiant und Teufel unter den Cäsaren, gewesen sein, so das entnervte Rom, so das Ringen der Geister in jenen Tagen des jungen Christentums. Wie anders hätte sich Neros Leben abgespielt, wäre er nicht auf den Platz der höchsten Macht berufen worden. Er genoß das ungewöhnlich prunkvolle Leben bis zur Neige. Indessen seine Mutter Agrippina gelüstete es, größeren Einfluß auf die Geschicke der Welk zu gewinnen. Es kommt zu Konflikten, und nun folgt Verbrechen auf Verbrechen. Britannicus endete durch Gift. Neros Geliebte Koppäa Sabina strebte nach der höchsten Macht an seiner Seite, doch versperrten ihr Neros Mutter und Gattin den Weg. So mußten beide dahin; Agrippina siel den Mördern des Kaisers zum Opfer, Oktavia — Neros Gattin — ereilte das gleiche Schicksal. Immer schlimmer trieb es der Kaiser: den Brand Roms sollten die Christen verschuldet haben, und namenlose Marter verhängte er über sie. Mit wilden Tieren mußten sie kämpfen, oder sie erlitten den Flammentod am Kreuz, eine Straße lebender Fackeln, durch die Nero auf einein Viergespann fuhr. Es kam zu Verschwörungen, deren Nero zu nächst durch schwerste Strafen noch Herr wurde. Aber im Jahre 6^ ereilte ihn das Schicksal. Nero mußte fliehen, vom Senat geächtet. Am g. Juni 68 ließ er sich töten, da es ihm selbst an Mut fehlte. — Das alles schildert uns Walkow in seinem Roman, ein erschütterndes Zeitgemälde. Neben Nero treten aber auch treffliche Figuren auf, so vor allem die vornehme Römerin Flavia, die sich, durch eine Predigt des Petrus in den Katakomben ergriffen, zum Christentum wendet. ^ Verlag von Martin Warneck ^ Berlin W p VSrserrblatI f. b. Deutschen Buchhandel. SS. Jahrgang. 665