M 221, 21, September 1932. Künftig erscheinende Bücher. v-rlmN-U I. d.DNch»v»chband-l. 387S Feind verrotteten Mönchswesens, dieser Mensch voller Widersprüche und Rätsel ist der Held von Strobls unerhört buntem, auswühlenden, fast unerträglich spannenden Roman. Allzu nüchterne Forschung hak die Legenden um Goyas Leben zerstören wollen. Aber in Legenden birgt sich innere Wahrheit und Strobl greift mit dem Recht des Dichters aus sie zurück. Er läßt Goya selbst erzählen: „Die seltsamsten Dinge, die mir im Lause meines wahrlich an Seltsamkeiten nicht armen Lebens begegnet sind — seinen Kamps mit der grausamsten, un erbittlichsten, geheimnisvollen Widersacherin, dem Löwengesicht." Seinen Kampf aus Leben und Tod, in dem Goya alles Glück seines Lebens ein- büßk: seine Kinder, seine Freundschaft, seine Liebe und aus dem nur eines unzer- stört hervorgehk: seine Künstlerschafk. Als Hintergrund dieses von Abenteuern, Rätseln und Geheimnissen erschütterten Geschehens ein Flammenvorhang: Das im Freiheitskampf gegen Frank reich lodernde Spanien. Auch das Spanien unserer Tage zuckt in dem Beben des Fanatismus, dessen seine Seele fähig ist. Wir erkennen wieder Gegen wart im Spiegel der Vergangenheit, Gegenwart auch im ruchlosen Spiel Frankreichs mit dem Recht und der Freiheit eines Volkes. In diesem Buche ragt das Begreifliche ins Reich des Unbegreiflichen, Schatten und Finsternisse des Okkulten überfallen die raumzeitlich geordnete Welt, die Wirklichkeit ringt mit Gespenstern und Fraßen, die aus Träumen gestiegen scheinen. Goya schrieb als Motto vor die grotesken Blätter seiner Eaprichos: „Auch dem Vernünftigen zeigt der Traum Ungeheuerlich keiten". Mük Recht durste der Dichter dieselben Worte seinem Buch voran stellen, das von derselben Dämonin erfüllt ist wie Goyas Leben und Schassen. So erzählt es nicht bloß, es gestaltet Goyas Werk noch einmal durch das Mittel des Wortes. ^ös/c^/.- c/os 6eso6e^eo //r se//re/- e/e-Zsom- -te//, //r t/e/- ss/'/re/- so öAe/-coö///^e/?t/ so c//s s/io^aM voo A/aVe/n se/As/. -r- -ss-n-ss- BdrseuLlatt f. d. Deutschen Buchhandel, öv. Aahrgauc». 536