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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.02.1933
- Strukturtyp
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- 1933-02-24
- Erscheinungsdatum
- 24.02.1933
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- Deutsch
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X! 47, 24. Februar 1833. Redaktioneller Teil. Börsenblatt s. i>. DtschnBuchhandel. Die Hauptsache aber diirfte wohl die V e r st ä n- digung des Lokalforti ments über Progranim und Verteilung der verschiedensten Schaufen ster sein, das zu verengern und zu erweitern ist, je nach der Größe des Platzes. Die Einigkeit führt zum Ziel, und sollten ein mal mehrere Firmen den gleichen Schaufenstertyp für sich bean spruchen wollen mit aller Dringlichkeit, dann müßte aus Gründen des einheitlichen Planes der Vielseitigkeit schließlich auch einmal das Glückslos entscheiden. Diese Vielgestaltigkeit der Sonder fenster in einer Stadt müßte dann auch vor allen Dingen in der Lokalpresse von einem flotten Lokalberichterstatter zum Gegen stände einer geistig-heiteren Plauderei gemacht werden, und ein solcher Artikel müßte einen jeden Leser förmlich anreizen, einen »geistigen« Spaziergang durch die Straßen seiner geliebten Vater stadt zu machen. Otto Schramm. An neuen P r e s s e a r t i k e l n liegen bis jetzt vor: Zum Tag des Buches. Kurze Vorgeschichte. (W. M. Sch.) CH. Reinke, Das Buch — unsere geistige Heimat! Karl Blanck, Volk und Buch. Eine Betrachtung zum Buch tag 1933. Paul Fechter, Nahrhafte Bücher. Jan Thorbecke, Zwischen Arbeit und Stille. Ludwig Finckh, Weltentdeckung im Buch. Julius Bab, Vierfaches Werk der Bücher. Andere folgen. Heute drucken wir zwei Artikel ab, und zwar: Zum Tag des Buches. Kurze Vorgeschichte. In welcher Sprache zuerst vom Buchtag die Rede war, kann und soll heute nicht ermittelt werden. Tie Forderung danach tauchte fast gleichzeitig in allen europäischen Ländern aus. Sicher waren seine Wegbereiter die Wünsche der Dichter, denen die technisierte, aus Äußerlichkeiten und leichtes Vergnügen eingestellte Zeit am wenigsten hold war. Ihre persönliche Not und die Sorge mn das geistige und sittliche Schicksal des Volkes — nicht nur einzelner Schichten - gaben Anlaß, staatliche und andere amtliche Stellen immer wieder aufzufordern, durch öffentliche allgemeine Hinweise, durch festliche oder volkstümliche Mahnungen, Vorträge und Feiern für das ge schriebene und gedruckte Wort einzutreten. Bei uns waren es Buchhändler, Bibliothekare, Volksbildner, die unter den Patronaten städtischer Behörden schon während der Fahre 1922—25 in ihren Gemeinden, später in ganzen Landschaften Buch tage und -Wochen veranstalteten und an die öffentliche Meinung appellierten. Nicht mn Buchgeschäftstage ging cs. Die mit ihrer Lebensarbeit dem Buch Verbundenen standen zusammen, mn die alten Freunde zu vereinen und dem Buch neue Freunde zu werben. In Deutschland blieb es ein paar Fahre bei diesen regionalen 130 Feiern, bis die erste spanische »k'esta ckel l>ibrc>« Wirtlichkeit wurde. Das Ziel, im ganzen deutschen Sprachgebiet an einem Tag ge meinsam sich zum Buch zu bekennen und sich zu erinnern, was wir dem Buch verdanken, wurde erst 1929 erfüllt. Das nahende Goethe jahr bestimmte schließlich auch das genaue Datum des ersten Buch tages; Goethes Todestag, der 22. März, wurde dazu ausersehen. Mit wechselnden Negierungen mußte deswegen verhandelt werden: die ersten offiziellen Feiern im Reichstag und im alten Herrenhaus sahen darum auch die Vertreter des Reiches und der Länder und aller großen Organisationen. In allen Städten fand man sich außer dem zusammen, um möglichst nach eigenem Programm den Tag zu begehen. In Madrid und Barcelona hatte man den spanischen Buchtag iu Anlehnung an die Cervantes-Feiern schon 1926 zwar auf eine sehr akademische Weise begangen, aber schon ein Fahr später war die »?68ta« den Ansprüchen des Volkes gemäß pittoresk. Buchlotterien und Ausverkäufe fanden unter freiem Himmel statt. In anderen Ländern, so in Italien, trat als belebendes Moment für die Volks stimmung neben die Propagandaparole für das nationale Buch die Kampsparole gegen das fremde Buch hinzu. In Ungarn war Ziel, Massen und ungarisches Buch einander zu nähern. Bulgarien ver band den Erinnerungstag seiner kulturellen Selbständigkeit mit Buchfeiern. Hier beteiligten sich auf Veranlassung des Skates alle Schulen daran. Die Tschechoslowakei, Holland traten mit ihren Plänen später auf. Frankreich beging, stark zentralisiert in der Landes hauptstadt, vor zwei Fahren zum ersten Male »I^a journee ciu lüvre«. Jedes Land offenbarte in diesen, teilweise von »oben her« stark beein flußten Buchtagsfeiern eigenen Stil, den auf seine Bedingtheiten zu untersuchen eine reizvolle Aufgabe späterer Darstellung sein soll. Nach dem ersten deutschen Buchtag gründeten die großen Schrist- stellerorganisationen, die Verbände der Presse und des Buchhandels das »Arbeitsamt des Deutschen Schrifttums«. Hier flössen alle Be richte über die Buchtagsfeiern zusammen und natürlich späterhin auch alle Wünsche. In Anbetracht der großen deutschen Buchproduktion mußten in Deutschland bestimmte Themen zum Buchtag gestellt werden. Niemals zielten sie auf eine Politisierung der Massen, wie wir es etwa am italienischen Buchtag nach der Art seiner Inszenie rung und Kampsparole beobachten können. Der 22. März 1930 stand durch die Beteiligung der Jugendorganisationen unter der Devise »Jugend und Buch«, 1931 lenkte das Thema »Frau und Buch« den Blick auf das Buchschaffen der Frauen, auf die Bücher über Frauen und auf die Mittleraufgabe, welche die Frauen von jeher in ihrer Stellung zum Buche erfüllen. Keineswegs handelt cs sich also beim »Tag des Buches« um eine Reklameunternehmung, die mit »Weißen Wochen« und Blumentagen zu verwechseln märe. Das Protektorat der jeweiligen Innenminister bürgte dafür, daß nicht Christentum gepredigt und Kattun gemeint wurde. »Volk und Buch«, die Devise des diesjährigen Buchtagcs, stellt jeden einzelnen Deutschen, jede Gruppe, jede Vereinigung dies seits und jenseits der politischen Grenzen vor die Aufgabe, sich der eigenen Beziehungen zum Buch, zum geistigen Gut der Nation be wußt zu werden. Der Buchtag aber selbst findet mit dieser Devise im fünften Fahr die beste Bestätigung. W. M. Sch.
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