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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.01.1932
- Strukturtyp
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- 1932-01-16
- Erscheinungsdatum
- 16.01.1932
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- Deutsch
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X- 13, 16. Januar 1932. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. Dtschn Buchhandel. die Käuferzahl zurückgegangen ist. Die freien Sonntage haben teilweise gar keinen Einfluß gehabt. Doch ist die Lage in dieserHin- ficht sehr verschieden. In der Kleinstadt mit ländlicher Umgebung zumal spielt der Sonntagsverkauf doch eine Rolle. Nicht unbe achtlich ist, daß viele Berichterstatter, die sich im übrigen auf fast das ganze Vereinsgebiet verteilen, einen stärkeren Rückgang bei den Verkäufen in Rechnung melden als bei den Barverkäufen. Allerdings sind es gerade die Kunden mit größeren Einkäufen, die dabei ausgeblieben find. Für die Rentabilität ebenso vorteil haft erscheint, daß fast alle Berichte hervorheben können, der Anteil des vom Lager Verkauften sei wesentlich größer gewesen als in den letzten Jahren. Das hing zum Teil damit zusammen, daß die Zahl der Neuigkeiten geringer war, die zudem überwie gend eher herausgekommen waren als sonst. Augenscheinlich war auch die Propaganda bescheidener gewesen, oder das Publi kum war kritischer geworden. Jedenfalls spielte die Empfehlung des Sortimenters wieder eine größere Rolle. Sie konnte natur gemäß das Lager vor allem bevorzugen. Freilich hat die Preis verwirrung und die Mode der billigen Ausgaben den Absatz der älteren Literatur mit ihren anders kalkulierten Preisen nicht gerade erleichtert. Brauchte so auch weniger bestellt zu wer den. so wird doch durchweg das tadellose Funktionieren des Be- stellgeschästs stark anerkannt. Insbesondere der Verkehr über Leipzig arbeitete zu allgemeinster Zufriedenheit. Davon hat nicht zuletzt die Kleinstadt Vorteil. Der Sortimenter dort kann nicht ohne weiteres das reichhaltige Lager halten, das wünschens wert sein könnte. Ein zuverlässiges Bestellwesen setzt ihn dann aber doch in die Lage, alle Wünsche seiner Kundschaft zu be friedigen. Das kommt dem Buchhandel im ganzen zu gute. Im Anschluß daran seien noch ein Paar Bemerkungen be kannt gegeben, die uns von befreundeter verlegerischer Seite schon vor Weihnachten zugegangen sind. Es heißt da u. a.: Wen» demnächst die Bilanz des Weihnachtsgeschäfts gezogen wirb, dürste sich der Buchhandel auch mit der Frage befassen müssen, inwieweit die durch den Ahsatzrückgang seit Jahresmitte ausgelösten Preisstürze das Weihnachtsgeschäft günstig ober un günstig beeinflußt haben. Dabei wird man zunächst zu der Fest stellung kommen, daß wie Im gesamten Einzelhandel die monate langen Erörterungen über die Notwendigkeit von Preissenkungen als Voraussetzung von Gehalts- und Lohnsenkungen, einer ge steigerten Aufnahmefähigkeit des JnlandmarkteS und einer er höhten Exportfähigkeit das Publikum ganz allgemein zu einer Zurückhaltung bestimmten, die durch den nicht sehr flüssigen Geld markt allein nicht erklärt werden kann. Der Buchhandel dürfte darüber hinaus eine besondere Veranlassung haben, sich mit dem Einfluß der Käuferpsychoiogie auf seine» Absatz auSeinanderzu- sctzen. In den Herbst, also die Zeit, da im Buchgewerbe die Masse der Jahresproduktion auf den Markt kommt, fielen in diesem Jahr in unvorhergesehenem Ausmaß Preisstürze führender Ver lagshäuser und ganzer Verlagsgruppen, die den Sortimentsbuch handel auf der einen Seite zu größter Zurückhaltung besonders gegenüber der Neuproduktion veranlaßtcn und ihn andererseits zur Aufnahme stark herabgesetzter älterer Produktion anreiztcn, deren Verbilligung dem Wunsch der betreffenden Berlagsanstaiten entsprang, eingefrorene Lagerbestände um sehen Preis In den ver treibenden Buchhandel zu »verlagern«. Feststehen dürfte heute schon als Tatsache, baß di« auf den Markt geworfenen eingefrorenen Bestände der Neuproduktion den Weg ins Publikum in einem Ausmaß versperrten, das es zweiselhast macht, ob der Verlag aus dem Erlös ans den eingesrorenen Beständen den Verlust an der Neuproduktion zu decken vermag. Einzelnen Verlagen mag das gelingen: für den Verlagsbuchhandel als Ganzes aber dürfte sich ein Verlust ergeben, der die Produktionsfählgkeit für das nächste Jahr stark einschränkt. Wer sich die Mühe macht, der Aus wirkung der Preistaktik und der heutigen Absatzformen des Buch handels auf den Laien nachzugehen, wird fcststellcn müssen, daß der Laie nunmehr seglichcn Maßstab für normale und berech tigte Buchprcisc verloren hat. Da dem Laien notwendig die Ein sicht In die unterschiedlichen Maßstäbe der Preisbildung fehlen muß, ist sein Mißtrauen gegen die Undurchsichtigkeit der Preis bildung mehr als verständlich. Der Buchhandel hat meines Er achtens die Käuferpsychoiogie so wenig in die Rechnung seiner Vertricbsmaßnahmen eingestellt, wie bei der Banken- und Spar kassensperre dieses Sommers mit der selbstverständlichen Aus lösung des Strumpssparens des kleinen Sparers gerechnet wurde. Der Schreiber dieses Briefes gab -dann noch an Beispielen einen Überblick, wie sich die »Zerstörung der vernünftigen Preis vorstellungen- allmählich entwickelt hat. Auf diese Einzelheiten soll nicht weiter eingegangen werden. Er schloß mit Aus drücken schwerster Sorge wegen der Folgen, die er glaubt be fürchten zu müssen, und mit Klagen darüber, daß vielfach Un überlegtheit einen Schaden angerichtet habe, der nicht wieder gut zu machen sei. Man wird ihm in weitem Umfang recht geben müssen. Erfreulicherweise beweisen die Weihnachtsberichte aber doch, daß die Lage nicht gar so gefährlich sein kann. Immer hin ist eins zweifelsohne richtig: verschärft durch den Notverord- uungseingriff, hat der Buchmarkt im ganzen in dieser schweren Zeit Erschütterungen erfahren, die auch die Organisation vor schwierigste Aufgaben stellen. Es gilt, nunmehr wieder Ordnung zu schassen und das feste Gefüge, auf das der Buchhandel stolz sein konnte, wiederhcrzustellen. Dafür ist Besonnenheit und Ruhe erste Voraussetzung, EiLiIuntini, llrnnoo: Vicencks tff libri e cki outori. Nsiianck- u. 8. Oesolüna. 16". I^irs 12. Der jüngere, äußerst rührige Verlag R. E. Eeschina, Mailand, hat sich an den Verfasser gewandt, den Vorsitzenden des Nationalen Fascistischen Verlegerverbanöes und um die Erlaubnis ersucht, seine Reden, Aufsätze usw. zu sammeln und unter obigem Titel (»Von Michern und Autoren«) herauszugeben. Es Ist ein Dokument von der vielseitigen Tätigkeit des Verfassers, der sein Talent als Or ganisator verschiedener Buchausstellungen im In- und Ausland und als gewandter Vorkämpfer für die Interessen des Buches bewiesen hat. Der erste Teil enthält Allgemeines über Kultur und Buch, immer in besonderer Beziehung zum Fascismus, über die Verbreitung des italienischen Buches im In- und Ausland, im Volk, in der Schule, seine Bedeutung und Herstellung. Hieran anschließend beleuchtet der Verfasser verschiedene Probleme, so die vom Staat herausge gebenen Schulbücher, die Beziehungen der Bibliotheken zum Staat usw. Weiter enthält das Buch Reden und Aufsätze über die Ent wicklung des italienischen Verlagsbuchhanöels, über die Verbreitung des italienischen Buches im Ausland und über Ausstellungen in Buenos Aires, New Dort und S. Irancisco. Ein kurzer Anhang bietet Preisvergleiche und zeigt die oft großzügigen Werbemaß nahmen italienischer Verleger um Absatzgebiete im Ausland. Wenn auch viele Angaben der zum Teil schon früher veröffentlichten Auf sätze inzwischen überholt sind, so enthält das Buch doch manche interessanten Hinweise sowohl für den Buchhändler als auch für den Laien, dem Ciarlantini in zusammengefaßter Iorm Freud und Leid des Verlegers in Italien vor Augen führt. Richard Kupfer. Kodier, ^rbdur: ^0?ek Kollier-stidlloxfgpllie. Vsrreioknis aller VerökkevtliekunZen unck dauptsäeklickev Würdigun gen. verlin-6runevvalcl 1931: vr. Waltker kotksekild. XXXII, IM 5. gr. 8" Wr. 8.—. »Josef Köhler war der einzige Universaljurist der Zeit«, so heißt es in der im Jahre 1920 erschienenen Würdigung Josef Köhlers von Nabel. Und die Wichtigkeit dieses höchsten Lobes erweist dieses Buch, das die allumfassende Tätigkeit dieses einzigartigen Geistes dartut. Denn wenn auch die überwiegende Mehrzahl der Arbeiten Josef Köhlers auf rechtswissenschaftlichem Gebiete liegt, so finden sich darunter auch Abhandlungen über philosophische, geschichtliche, soziologische und ästhetische Probleme. Und in weiten Kreisen sind ja seine Dichtungen und Kompositionen bekannt geworden. Die Leser dieses Blattes interessiert in erster Linie das Schaffen Josef Köhlers auf dem Gebiete des Urheberrechts. Neben seinen drei großen Werken »Das literarische und artistische Kunstwerk und sein Autorschutz« 1892, »Urheberrecht an Schriftwerken und Verlags recht« 1991 und »Kunstrecht« 1908 hat er eine Fülle in der Biblio graphie genauest ausgezeichneter Abhandlungen erscheinen lassen, in denen er zu allen bis zu seinem Ableben aufgeworfenen Fragen des Urheber- und Verlagsrechts Stellung nimmt. Das geht von der Konstruktion des Urheberrechts über den Autorschutz des reprodu zierenden Künstlers, Photographiekunstschutz, Schutz des Urheberrechts am Film bis zur Gewinnbeteiligung des Künstlers, und man wird, wenn man zu diesen auch heute noch aktuellen Fragen Stellung nehmen will, studieren müssen, was Josef Köhler gesagt hat, der aus tiefster Erkenntnis des Urheberrechts und seines Wesens heraus 35
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