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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.11.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-11-08
- Erscheinungsdatum
- 08.11.1886
- Sprache
- Deutsch
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Aktionsfähigkeit Zurückschlagen muß? Wenn kein anderes Resul tat aus der neuen »Bewegung« entspringt, als daß sie allgemein wird, daß die Konkurrenznot jeden zwingt, seinen Bestand dadurch vor dem Schicksal des in Stückegeschlagenwerdens zu bewahren zu suchen, daß er die Unterbietung unterbietet und sich an der Schleuderei auf Leben und Tod beteiligt, so kann er es doch nur auf Kosten dessen thun, was er zu leisten hat. »Billig und gut« hat eben seine Grenzen, »nd er kann nicht über diese hinaus. Also wird das Ergebnis des aufgezwungencn Billig ein notgedrungenes Schlecht sein. Denn, wenn er nicht mit Schaden arbeiten will, was er nicht kann, so muß er der Preis- drückung entsprechend seine eigenen Kosten beschränken, an Arbeits kräften und allem sparen Nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die Solidität des Geschäfts wird unterbunden; Hand in Hand wird dieser doppelte Rückschritt gehen. Das sollten sich die Einsichtigen und Besonnenen klar machen, und sie sollten sich fragen, ob es klug ist, sich an einem Druck zu beteiligen, der einen kleinen Nutzen bringt für den Augenblick, aber größere Gefahren für die Zukunft zur Folge haben kann. Was bedeutet denn für ein lebensfähiges Geschäft die Er sparnis, die es seinem Kommissionär abdringen kann? Sie ist doch kein Gegenstand, um deswillen es sich verlohnt, gefährliche Experimente zu mache». Und die Elemente, bei denen diese Spesendifferenz Lebensfrage bildet, dürfen diese berechtigt sein »Bewegungen« im Buchhandel hervorzurufen, und ist man bereit, sich unter ihr Kommando zu stellen? Unzweifelhaft ist auch im Sortiment zum Teil der Erwerb subtil genug geworden. Die auf ihm lastenden Spesen, von denen die des Kommissionärs aber nur einen Bruchteil bilde», sind durch den modernen Betrieb sehr hohe und unter Umständen zu hohe geworden; auch hier wird ein Geschäft, welches sich nicht durch rastlose Energie und Ausdauer entsprechenden Umsatz zu verschaffen weiß, in die Gefahr kommen, hinzusiechen. Aber das Gegenmittel ist dann nicht, das Handwerk der Schleuderei, gegen welches der gesamte Sortimentshandel Klage erhebt, dem, der ein Fundament seiner Thätigkeit bildet, dem Commissions buchhandel aufzuzwingen. Eine wirkliche Erleichterung verschaffen die geringfügigen Summen, um die es sich überhaupt nur handelt, ihm nicht, er bringt sich aber in Gefahr, selbst weniger leistungsfähig zu werden, wenn er den lähmt, auf dessen Leistungsfähigkeit zum großen Teil jdie seine beruht. Denn für diesen bedeutet die geringe Summe den gesamte» Gewinn, den er von ihm zieht. Schon um zu den Preisen zu arbeiten, die jetzt üblich sind, bedarf ein Kommissionsgeschäft eines gewissen Umfanges, es kann nur bei genügender Anzahl von Vertretungen, die ein Zusammenfaffen und rationelles Jncinaudergreifen der Arbeit ermöglichen, das leisten, was für die bestehenden Preise geleistet wird. Sollte der einzelne für die Einzelleistung das aufbringen müssen, was sie kosten würde, so fände er schnell den Maßstab für die Beurteilung dafür, ob das normale Kommissionsgeschäft teure oder wohlseile Arbeit leistet. Mau soll nicht an dem Alten und Hergebrachten hängen und es aufrecht zu erhalten suchen, nur daruin^. weil es das Alte, Hergebrachte ist, ob es Mängel habe oder nicht. Das ist gewiß wahr. Neue Verhältnisse können neue Einrichtungen nötig machen, und dann wäre es Thorheit, wenn man Alt gewohntes als Fessel und Last weitertragcn wollte. Einen fatalen Eindruck aber macht es, wenn man sieht, wie kühl ^ und rücksichtslos jetzt alte Verbindungen gelöst werden, nur um I des Kreuzers willen. Das ist auch eine Signatur des modernen Lebens, der nüchterne Merkantilismus, der kühl bis ans Herz hinan ist. Es hat immer Wechsel in den Verbindungen ge geben, und es können tausend vernünftige Gründe für solche Wechsel maßgebend sein. Es hat auch immer »Kommittentelt jäger« gegeben und solche, die sich jagen lassen. Aber das Überlaufen in Hellen Haufen zu irgend jemand, nur weil er »billig, billig« an seine Bude schreibt, ohne Rücksicht auf das was recht und billig ist, wie man es jetzt sehen kann, ist etwas Neues. Ist es auch schön? Ich meine, wer sich an den Mindestfordernden verauktioniert, ist mir eben so — kurios, wie der, der durch Mindestfordern — erwirbt. Hanno I-ips. »Gewinn ohne Risiko.« Entgegnung. In Nr. 255 d. Bl. ist mir ein Aufsatz ausgefallen, welcher die Überschrift »Gewinn ohne Risiko« trägt Dem sachlichen EinwaNde dieses Artikels gegen das Rundschreiben des Buchhändler-Verbandes Hannover-Braunschweig dürfte manches entgegenzuhalten sein. Alles das, was Herr —r gegen das Verbandslager ins Feld führt, kann er mit demselben Rechte gegen jedes Barsortiment sagen; denn der Buchhändlerverband Hannover-Braunschweig will im Grunde genommen nichts anderes haben, als ein eigenes Barsorti ment der im Bezirke gängigen Bücher mit Novitätenvertrieb. Aus dem auch mir vorliegenden Rundschreiben geht ferner deutlich hervor, daß das ganze Geschäft nur für die Mitglieder des Ver bandes bestimmt ist. Die Hauptspitze des Artikels richtet sich aus dem Grunde gegen das Unternehmen, weil nach Ansicht des Herrn — r dasselbe auf Kosten der Verleger ohne Gegenleistung der Verbandsmitglieler errichtet werden soll, da ja doch nur »allgemein gangbare Bücher« geführt werden sollen. Bei nur einigermaßen aufmerksamem Nachlesen des Rund schreibens, wie auch des kleinen Berichtes in Nr. 253 d. Bl. muß es doch jedem auffallen, der uneingenommen der Sache gegenübersteht, daß der Novitätenvertrieb mit der Hauptzweck des Verbandslagers ist, und aus den vertraulichen Verhandlungen und Mitteilungen darf ich auch Herrn — r, ohne indiskret zu sein, noch andeuten, daß die Mitglieder, die überhaupt bei dem Unternehmen mehr oder weniger engagiert sind, sich wohl zu Gegenleistungen verpflichtet haben. Ein großes, geschäftliches Risiko übernimmt freilich der Verband oder die einzelnen Mitglieder nicht; wohl aber glaube ich behaupten zu können, daß heute der Buchhändler kaufmännischer als vor zwanzig Jahren rechnet und einsieht, daß er da am besten kauft, wo er am billigsten kauft. Der Verleger wird bei dieser neuen Einrichtung eher einen Überblick über den Absatz seiner Waren gewinnen, als beim Bezüge des Sortimenters von den Barsortimenten; auch liegt im Novitäten vertrieb eine Gegenleistung für die Verleger, welche auch anerkannt wird, wie die vielen Zuschriften derjenigen Herren beweisen, die gern und freudig dem Unternehmen zugestimmt und sich erboten haben, nach Kräften für das Gedeihen des Lagers zu sorgen. — Paul Franks Litteraturgrschichten.*) Der großen Gemeinde der vielbeschäftigten Bildungsbedürf tigen im Buchhandel, denen die zeitliche Beschränktheit ihrer Muße nicht die Möglichkeit gewährt, sich durch die umfangreichen Werke hindurchzuarbeiten, wie sie die jüngste Zeit in unserer Fachlitteratur mehrfach gebracht hat, möchte Schreiber dieses *)vGrundznge der griechischen Litteraturgeichichle in lcichtsah, sicher Darstellung. Von Paul Frank. Nebst Proben griechischer
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