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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.01.1934
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1934-01-23
- Erscheinungsdatum
- 23.01.1934
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Temperament ListS völlig abging, ja dem die politische Ein heitsbewegung in ihren explosiven Äußerungen zuwider war, in der stetigen Bewegung des deutschen Kultur- und Wirtschafts lebens die Verwirklichung des Einheitsgedankens kommen sehen. Nicht zu vergessen ferner die Tatsache, daß der Kommissions buchhandel zu 2500 ausländischen Buchhandlungen in Bezie hung steht, sie mit deutschen Büchern, Zeitschriften und Musi- kalien beliefert, mit geschäftlichen Ratschlägen und literari schen Auskünften, gelegentlich auch mit ausreichender Kredit gewährung unterstützt. Er ist einer der wichtigsten Pioniere des deutschen Buches jenseits der Rcichsgrcnzen und von der gleichen großdcutschen Gesinnung erfüllt, wie sie der Börscn- vcrcin seit Bestehen gepflegt hat. Arbeit und Einrichtungen des deutschen Kommissionsbuchhandels haben in ihrer Tatkraft auch im Ausland Bewunderung erregt. So kann der Kommissionsbuchhandel beim Jubiläum des Leipziger Vereins sich als Glied einer großen Kette betrachten; so wurde er - getrieben und von seinem eigenen Gebiet selber vorwärts treibend - ein Stück deutscher Geschichte, und es ist nur recht und billig, seiner besten Köpfe zu gedenken, die mit ihrem persönlichen Erfolg zugleich den Ruhm der Buchhänd lerstadl Leipzig mehrten und dem Ausbau des Gesamtbuch- handcls dienten. In zwei Jahrzehnten seines verhältnismäßig kurzen Lebens errichtete Carl Cnobloch ein rasch wachsendes Kommissionsgeschäft, das i8zr 9 Prozent des Leipziger Kom missionsverkehrs umfaßte. Ein Jahrzehnt später gründete der tatkräftige Friedrich Fleischer als Stadtpost für Kommissio näre die Bestellanstalt, durch die der Austausch der Buchhänd lerpapiere vereinfacht, beschleunigt und verbilligt wurde. Viele Anregungen von allgemeinem Wert gab der ideen- und erfolg reiche Friedrich Volckmar. Er griff den Zandcrschen Gedanken des BarsortimcntcS auf und organisierte seit 1861 einen neuen, das bisherige Kommissionsgeschäft glücklich ergänzenden Buch handelszweig, der für rasche Lieferung der gangbarsten Werke in gebundenem Zustand sorgte. Karl Franz Koehler in seiner glänzenden, nur allzu kurzen Wirksamkeit stellte durch Einbezie hung der wissenschaftlichen Literatur sein Barsortimcnt auf noch allgemeinere Grundlage und seine Firma wirkte weiter noch bahn brechend durch ihre Lchrmittelabtcilung, die auch für das aus- landdcutsche und außcrdeutsche Schulwesen vonBedcutung ist.- Möge in dieser kraftvollen Entwicklung der Vergangenheit auch eine Gewähr für die Zukunft des Leipziger Platzes liegen! Ä^arum verkehrt man über Leipzig? In bündiger Form hat Professor Dr, Gerhard Mcnz einmal die buchhändlerischen Einrichtungen Leipzigs wie folgt charak terisiert : „Der Verkehr über Leipzig mit allen seinen Einrichtungen war jedenfalls schon zu einer Zeit ein Beispiel echter Ratio nalisierung, als man sonst noch nicht einmal das Wort Ratio nalisierung kannte, geschweige denn seine Bedeutung erkannt hatte." Der Buchhandel ist der Natur und dem Wert seiner Ware entsprechend ein ausgesprochener Kleinverkehr. Eine gesunde Zentralisation, wie sie der Verkehr über Leipzig darstellt, ist für den Buchhandel daher eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Der Buchhändler kann sich nicht auf wenige Lieferanten be schränken, sondern ist auf den Bezug vom gesamten, über das ganze deutsche Sprachgebiet verteilten Verlag angewiesen, der verhältnismäßig geringe Preis des einzelnen Buches und die Notwendigkeit, häufig einzelne Exemplare zu beziehen, machen aber den Einzclbczug unwirtschaftlich. Der Dezentrali sation des deutschen Verlages stellt daher die Organisation des Leipziger Platzes eine wirtschaftlich vorteilhafte Zusammenfas sung des buchhändlcrischen Waren- und GeldvcrkchrS gegenüber. Im einzelnen ergeben sich hierdurch folgende Vorteile, zu nächst für das Sortiment: Während bei Einzelversendung der Bestellungen jede mit Porto belastet wird, bringt der Sammelbrief nach Leipzig er hebliche Porto- und ArbeitScrsparniffe; cs brauchen keine Straßenangaben gesucht und geschrieben zu werden, die Her stellung der Vcrlangzettel ist billiger als die der Bestellkarten. Die von Leipzig kommenden Sendungen können an einem bestimmten Tage und sogar zu einer bestimmten Stunde er wartet werden, was bei den direkt ab Verlag kommenden Sendungen wegen der unbekannten Laufzeit von den ver schiedenen Wohnsitzen der Verleger bis zum Ort des Emp fängers nicht immer möglich ist. Der empfohlene Bestell verkehr in Leipzig arbeitet schnell und zuverlässig, Bestellungen, die mit der ersten Post eingehcn, werden am gleichen Tage ab gesandt, soweit das Verlangte in Leipzig greifbar ist. Leipzigs zentrale Lage wirkt sich hier vorteilhaft für alle Teile Deutsch lands und der angrenzenden Länder aus. Hierzu kommt, daß durch die Massenversendungen von Büchern und Zeitschriften ab Leipzig die Möglichkeit geschaffen wurde, seitens der Reichsbahn Büchcrwagen mit ermäßigten Frachttarifen ein zurichten, eine Einrichtung, die durch das System der von Leipzig ausgehenden, beschleunigt durchgeführtcn Kurswagen für Postpakete wirksam ergänzt wird. Die auf diesen Wegen in Sammcl-Post- oder Bahnsendungen bezogenen Bücher r;
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