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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.12.1919
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- 1919-12-12
- Erscheinungsdatum
- 12.12.1919
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«edakttoneller Detl. X° 274, 12. Dezember 191g. leger nichts ausmachen, und wir haben, wenn wir das Geld nicht aufbrauchen, einen Fonds zur Verfügung, der es uns im nächsten Jahre ermöglicht, den Beitrag wesentlich herabzusetzen. (Zuruf: Streikfonds!) — Einen Streikfonds auch! Vorsitzender: Zu dem Anträge Felder scheint niemand das Wort zu ergreifen. Ich glaube, er ist erledigt durch die Er höhung des Beitrags. Wir können darüber zur Tagesordnung übergehen. 5. Valutafrage und Auslandslieferungen. (Zuruf: Vertagen! Wir sitzen schon 81/2 Stunden!) vr. Fritz Springer (Berlin): Da wir ja im Herbst voraus sichtlich eine außerordentliche Hauptversammlung haben werden, meine ich, können wir diesen Punkt zurückstellen. Heute halte ich es nach der langen Verhandlung für ausgeschlossen, daß wir uns noch über diese Frage unterhalten, in der die Meinungen ja auch sehr auseinandergehen. Hermann Hillger (Berlin) (zur Geschäftsordnung): Ich stelle den Antrag, diese Sache von der Tagesordnung abzusetzen und für die nächste außerordentliche Hauptversammlung.vorzu bereiten. Vorsitzender: Meine Herren, Herr Geheimrat Siegismund hat gebeten, einige Worte dazu sprechen zu dürfen. Geheimer Kommerzienrat Karl Siegismund (Berlin): Meine Herren, ich weiß nicht, ob dieser Beschluß Praktisch wäre; denn die Frage der Valuta, die Frage der Berechnung unserer Liefe rungen nach dem Ausland ist eine außerordentlich brennende, und es ist unter Umständen möglich, daß wir schon in der aller nächsten Zeit vor Entscheidungen gestellt werden, zu denen wir doch Stellung nehmen müssen. Meine Herren, die Dinge liegen so: Während des Krieges hat sich der Verlagsbuchhandel immer auf den Standpunkt ge stellt: ES ist notwendig, daß wir uns die Möglichkeit erhalten, unsere Literatur nach dem Ausland zu liefern, und wir wollen die Lieferung unserer Produktion nach dem Auslände nicht da durch erschweren, daß wir nach denjenigen Ländern, wo Fran kenwährung oder andere Währung ist — mit Ausnahme von Österreich —, teurere Preise nehmen. Das sind die ideellen Gründe gewesen, die uns veranlaßt haben, allen dergleichen An suchen, die von seiten der Reichsbank und von anderen Stellen an uns gekommen sind, einen gewissen Widerstand entgegenzu setzen. Aber, meine Herren, heute liegen die Dinge doch anders, als sie noch vor sechs Monaten gelegen haben, wo wir die Hoffnung hatten, doch noch zu einem Frieden zu kommen, der anders lauten würde, als er jetzt leider Gottes lauten wird. Inzwischen hat sich unsere Valuta doch derartig verschlechtert, daß man sagen muß: Die Mark ist heute nur den dritten Teil derjenigen Summe wert, den sie noch im August und Juli vo rigen Jahres wert war. Heute ist die Mark eben draußen nicht mehr als 30 H wert. Wir müssen auf der andern Seite Lebens« mittelliefeiungen in der Währung des Landes bezahlen, in der die Lebensmittel und Rohstoffe eingekauft werden. Es ist ganz begreiflich, daß die Reichsregierung nunmehr Mittel und Wege sucht, um einen gewissen Ausgleich zu schaffen und um unsere Auslandslieferungen so hochwertig wie nur irgend möglich zu gestalten. Diese Erwägungen sind gegenwärtig nach der Richtung hin im Gange, daß es durch die Schaffung eines Kommissars für das Ein- und Ausfuhrwesen wahrscheinlich in der allernächsten Zeit für sämtliche Lieferungen nach dem Auslände zur Pflicht gemacht werden wird, daß die Lieferungen nach dem Auslande nur in der Währung des Landes erfolgen, nach dem dis Liefe rungen statisinden sollen. Meine Herren, Österreich ist ausdrück lich davon ausgenommen. ES ist auch ganz begreiflich, daß man Österreich ausnimmt, weil hier das Gegenteil von dem vor handen ist, was bei Lieferungen nach der Schweiz, nach Holland und Amerika, wenn wir erst wieder frei sein werden, eintreten wird. Also lvir werden jedenfalls in der allernächsten Zeit durch Gesetz gezwungen werden, unsere Lieferungen, zum Friedens- kurfe umgerechnet, in der Währung des Landes erfolgen zu lassen, das wir beliefern. Ich gehöre ja dem Statistischen Handelsbei rat des Statistischen Amts an und bin auch jetzt für den Beirat für N28 den Einfuhr- und Ausfuhrkommissar ernannt worden — ich nehine mit Sicherheit an, daß eine derartige Bestimmung erlassen wer- ! den wird, und wir müssen uns infolgedessen mit dem Gedanken ! absinden, daß wir Lieferungen in Franken« usw. Währung 'machen müssen. Meine Herren, ich würde das auch gar nicht für so außer ordentlich bedenklich halten. Wir haben die Mitteilung er halten, daß im gegenwärtigen Augenblick die Italiener bereits so weit sind, daß sie die Rückstände, die in deutscher Literatur in den großen Bibliotheken Italiens während der Zeit des Krieges entstanden sind, heute zur Ergänzung bringen wollen. Heute be reits findet — zunächst durch die Schweiz, da ein direkter Ver kehr mit Italien noch nicht möglich ist — die Erledigung großer italienischer Aufträge statt. Nun müssen wir uns doch fragen: Sollen wir denn diese Vorteile, die hier die Schweizer dadurch genießen, daß sie den billigen Markpreis berechnet erhalten und die Ware in italienischer Berechnung oder in Frankenberechnung weiterliefern, aus der Hand geben und sie nun ausschließlich den Schweizern, den Holländern, den Dänen usw. zufließen lassen? Sollen wir uns da sagen: Wegen des Nachteils, daß vielleicht von unserer deutschen Literatur etwas weniger abge setzt werden wird, weil der Vorteil der billigen Markwährung für das Ausland wegfällt, der uns während des Krieges zu großen Lieferungen nach dem Auslande verholfen hat, muß dieser Vorteil der billigen Markwährung für das Ausland weiterbe stehen bleiben? Sollen wir uns nicht vielmehr sagen: Der eventuelle Nachteil, der durch einen Minderabsatz hervorgerufen wird, wird zu einem wesentlichen Teil aufgehoben und in sein Gegenteil verkehrt werden dadurch, daß wir in Franken oder in finnischer Mark oder in schwedischer Mark oder in Dollar be rechnen? (Sehr richtig!) Also, meine Herren, dis Frage müßten wir doch hier Wohl erörtern; wir können sie nicht vertagen. Direktor Gustav Kilpper (Stuttgart): Meine Herren, ich würde es für außerordentlich verhängnisvoll halten, wenn eine Bestimmung, wie Herr Geheimrat Siegismund sie eben skizziert hat, ganz allgemein getroffen würde, ohne Rücksicht daraus, ob die Güter, die wir ausführen, vom Ausland dringend ge braucht werden, oder ob wir ein Interesse daran haben, diese Güter in möglichst großen Massen hinauszubringen. Ich glaube, der Buchhandel befindet sich zu einem großen Teil in der Lage der zweiten Kategorie, der Kategorie, die ein großes Interesse daran hat, ihre Erzeugnisse in das Ausland hinauszutragen, und es da auch mit der Konkurrenz des Auslandes zu tun hat. Ich habe über die Valutafrage schon mit maßgebenden Vertretern aller möglichen Industrien gesprochen und habe überall eine Über- einstimmung darin gefunden, daß der schlechte Stand des deut schen Markkurses auf unsere Ausfuhr als eine Exportprämie wirkt, wie wir sie uns wirksamer gar nicht vorstellen können. Herr Gehcimrat Siegismund hat vorhin schon erwähnt, daß es schließlich auf die Frage ankommt, ob die Summe unserer Aus fuhr dadurch größer wird, daß wir — wir wollen einmal sagen: in Franken berechnen und dabei riskieren, daß der Absatz zurückgeht, oder ob die Summe größer ist, wenn wir in Marl berechnen und dafür vielleicht einen dreimal größeren Umsatz haben. Ich glaube, bei all den Gütern, in denen wir mit dem Ausland konkurrieren, wird es unter allen Umständen ratsam sein, in deutscher Mark auszufllhren und dafür den Vorteil ein- zutauschen, daß wir im Ausland mit Preisen auftreten können, mit denen wir jede ausländische Konkurrenz an die Wand drücken. Das hat nicht bloß den direkten Vorteil, daß wir leichter kon kurrenzfähig sind — ich habe das von Vertretern von Silber- Warenfabriken, von Buchdruckmaschinen, von Vertretern der Holzindustrie usw. ganz übereinstimmend gehört —, sondern es hat auch noch den weiteren Vorteil, daß wir damit auf die neu- 1 traten Länder und die Entente in dem Sinne drücken, daß diese ! Kreise selber dazu beitragen, unsere Valuta zu verbessern. Vor ! einigen Wochen ging eine Notiz durch die Presse, daß von seiten ^ der Entente der deutsche Markkurs um 30"/° in die Höhe gesetzt ' werden sollte. Das haben viele als einen bloßen Scherz betrachtet. ^ Es war aber wirklich Absicht; denn die Entente und auch unsere Konkurrenz in der Schweiz — nicht die Konsumenten; wir
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