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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.12.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-12-12
- Erscheinungsdatum
- 12.12.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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«edakü-nrlrr keil. X: 274, 12. Dezember 1919. Mctallnot? — Die sprunghaften Steigerungen der Preise für Kupscr, Zinn, Antimon und Blei, die in der letzten Zeit zutage ge treten sind, können als sichere Vorboten einer grosse» Metallnot an gesehen werden, deren wirtschaftliche Folge» insbesondere sür das graphische Gewerbe jetzt überhaupt noch nicht abzuschcn sind. Diese Metallnot wird aber geradezu hervorgcrufen, wenn die Buchdruckc- rcicn, Stercotypieanstalten, Verlagsbuchhandlungen, Zcitschristen-Ver- lage usw. ihre alte» Mctallbeständc an Galvanos, Stcrcotypieplattcn, alten Schriften, Reglclten, Blcistegen, Bleiaschc und Krätze nsw. an Mctallhändler oerkausc». Nach den gemachten Erfahrungen werden seitens der Altmelallhändlcr sortgcsctzt große Mengen Altmetalle aus dem graphischen Gewerbe ausgckaust, die insolge der Valutaverhält- nlfse vielfach i»S Ausland verkauft werden und dem Gewerbe vcrlorcn- gehcn. Dies muh in Zukunft unter allen Umliände» verhindert wer ben. Die graphischen Betriebe sowie alle mit ihnen in geschäftlicher Beziehung stehenden Firmen werden daher dringend ersucht, bei ihnen entstehende Allmctalle an Galvanos, Stereotypieplatten, alter Schrift und Bleiasche der Metall-Vermittlungsstelle für das graphischen Gewerbe in Leipzig zu verkaufen, weil dadurch die Gewähr geboten ist, daß das Metall dem Gewerbe erhalten bleibt. Die Metall-Vermittlungsstelle läßt die Altmaterialien zu Reumetall umarbciten und führt sie so dem Gewerbe zu angemessenen Preisen wieder zu. Eine Jugcndlescslubc in Treptow. — Dieser Tage wurde in Trep tow, Kiesholzstraße 48, eine Jugendlcsestube eröffnet, die Dienstags, Mittwochs und Freitags von k—9 Uhr für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren geöffnet ist und eine Ergänzung der seit fünf Jahren be stehenden Klnderlesestube bildet. Der Andrang der Lesehungrigen ist so stark, daß freiwillige Helferinnen dringend erwünscht sind! Meldungen an Frau Erna Feder, Treptow bei Berlin, Leipziger Straße IW. Der OrtSvcrband Ser Buchhändler der Stadt Posen richtete an den deutschen Verlagsbuchhandcl ein Rundschreiben folgenden Inhalts: Unstimmigkeiten zwischen Verlegern und Posencr Sortimentern haben gezeigt, daß die außerordentlichen Verhältnisse, unter denen der deut sche Buchhändler in Posen seit nunmehr einem Jahre arbeitet, in, Reiche nicht genügend bekannt sind. Die Unterzeichneten Firmen bit ten daher von Folgendem Kenntnis nehmen zu wollen: 1. Im Po ft verkehr mit Posen sind zurzeit nur ge wöhnliche Briefe und Drucksachen zulässig. Post anweisungen, P o st n a ch n a h in e n, Postpakete usw. sind nicht zulässig. 2. Im Bahnverkehr sind Frachtsendungen seit einiger Zeit zugclassen, sie brauchen jedoch er fahrungsgemäß Wochen, bis sie in Posen find. 3. Zahlungen von Posen nach Deutschland stoßen zurzeit auf großeSchw Irrigkeiten, da der direkte Zahlungsverkehr gesperrt ist und die Banken, wegen des noch immer schwankenden Kurses der polnischen Mark, Überweisungen nach Deutsch land nur in A u s n a h m c s ä l l e n ans führen. Der Poscner Sortimenter ist daher, anstatt seine Schulden zu bezahlen, gezwungen, sein Geld zinslos bei den Banken liegen zu lassen. Mit Rücksicht auf diese Verkehrsbcschränkungcn, die bisher auch die Versendung der diesjährigen O.-M.-Ncmittenden unmöglich ge macht haben, bitten die Unterzeichneten Firmen, wo es nötig sein sollte, um Stundung ihrer Bezüge (über ihre Zahlungsfähigkeit werden ihre Bankverbindungen Auskunft geben) und um Ausführung aller Be stellungen per Drucksache, wo das Gewicht es nicht verbietet. Eine Übereinstimmung der Konten wird in vielen Fällen augen blicklich nicht herzustellcn sein. Der Grund ist darin zu suchen, daß Pakete vom Beginn dieses Jahres erst jetzt hier clntrcffcn, daß ein Teil der Postsendungen ganz verloren ging usw. In allen solchen Dif- sercnzfällcn bitten die Unterzeichneten um Geduld. In der Hoffnung, daß der deutsche Buchhändler im Interesse des Deutschtums in den abzutretenöcn Gebieten in dieser schweren Zeit des Überganges vom deutschen Verlag weitgehend unterstützt wird, zeichnen wir mit der Vcrsicherng, daß wir bestrebt sein werden, den früheren geordneten NechnungSverkehr baldmöglichst wieder herzu stellen. Hochachtungsvoll Ed. Bote L G. Bock. E. Conrad. Kr. Ebb ecke. Evangel. Vereinsbuch Handlung. Joseph Jolowicz. Jüdische Buch- und Kunsthandlung Hans Werner. C. F. W. Nöltc. Philipp'sche Buchhandlung. Reh seid'sche Buchhandlung sCurt Bocttgers. Louis Titrks Buchhandlung (Felix Kukkukj. Verbotene Druckschristen. — Mit dem 30. November ISIS ist das am 1. Oktober ISIS durch den Oberbefehlshaber bzw. durch dar Ober kommando Noske ausgesprochene Verbot des »Kau n», Verlag und Herausgeber: »Ora» Verlag, Berlin SW. 47, Krcnzbergstr. 73, aus gehoben und die Genehmigung zum Druck und Vertrieb im Be fehlsbereich des Oberkommandos Noske wieder erteilt worden. PersonalnaHrWeu. Gestorben: am 4. Dezember im 82. Lebensjahre der frühere Buchhändler Herr Rainer Hosch in Neutitschein. Der Verstorbene errichtete am 1. Juli 1878 in Nentitschein ein« Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung, der sich 1879 ein kleiner Lokal- Verlag zugescllte. Dieser erweiterte sich im Laufe der Jahre immer mehr, sovaß Hosch siir Verlag und Sortiment getrennte Konten einführcn mußte. Am 15. September 1892 übergab der Verstorbene die blühen- den Geschäfte seinem Sohn August, der als Prokurist schon vorher im Geschäft tätig gewesen war, und zog sich auf seinen Gutsbesitz in der Steiermark zurück. Nach dessen Verkauf zog Hosch wieder nach Neutitschein, wo er trotz seinem hohen Aller noch immer lebhaften Anteil an der Entwicklung seines Hauses genommen hat. Maximilian Schmidt f. — Der bayerische Volksschriftsteller Maxi milian Schmidt, genannt Waldschmidt, ist am 9. Dezember in München im 88. Lebensjahre gestorben. Geboren in Eschlkam im bayerischen Wald, hat er seine Heimat zum Schauplatz der meisten seiner zahlreichen Volkserzählnngen gemacht, deren ersten Bände 1863 erschienen. Als Schmidt dann als bayerischer Hauptmann aus den Feldzügen 1866 und 1870 invalid zurückkehrte, veröffentlichte er Jahr um Jahr Erzählun gen, Novellen und Romane, die eine Fülle kulturhistorischen Materials enthalten und ihn zu einem der bekanntesten Volksschriftsteller machten. Auch in Volksschauspielen hat er sich versucht und besonders mit seinem »Austragstüberl« Erfolg gehabt. ^ SpreßsM. ^ ^ Angabe des Teuerungazuschlags in Anreize«. Schon wiederholt kamen im Börsenblatt Anzeigen von ncuerschie- nencn Werken vor, bei denen öle Verleger im Anzeigenteil nichts von einem Preiszuschlag erwähnten, sondern nur einen angeblichen Or- dinärprcis angabcn. Ans dem Bestellzettel heißt es dagegen auf ein mal: »25°/, Zuschlag». Eine solche Handlungsweise ist irresuhrcnd und sollte als wider die guten Sitten verstoßend nicht zugclassen sei». So bringt jetzt wieder die Firma Duncker L Humblot in München im Börsenblatt, S. 12284 und S. 12346 Anzeigen mit Angabe der Ordinärprcise ohne jegliche Erwähnung eines Teuerungszuschlags. Ich hatte eines der dort angezelglen Werke für 24 -kk bereits zwei Kunden angcbotcn, vor Absendung des Angebots sah ich noch »ach, wie wohl der Verleger netto liefert, da bemerkte ich erst auf dem Bestell zettel: »Ans alle Preise 25"/, Zuschlag». Ans welchem Grund ver schweigt der Verleger im Anzeigenteil diese» Zuschlag? Bayreuth. Sellgsberg's Anth. Fritz Seusfcr. Ein Angebot eines im Börsenblatt neu angezeigten Werkes durch eine Buchhandlung an einen Kunden ohne sorgfältige Vergewisserung, ob und in welcher Höhe der anzeigende Verlag Zuschläge erhebt, wäre wohl — am Ende des Jahres ISIS — eine selten vorkommendc Außer achtlassung der bnchhändlerischen Sorgfaltspslichte» und ist tatsächtich auch in vorliegendem Fall durch Nachschau ans dem Bestellzettel ver hütet worden. Hauptanzeige und Verlangzettel stellen eine untrennbare Einheit dar. Der Verlag hat seine Zuschlagsgcbarnng überdies außer in einer dreimaligen deutlichen Anzeige im Börsenblatt auf sämtliche Fakturen und Bestellzettel und sonstige Ankündigungen in zahlloser immer wiederkehrcnöer Folge gesetzt. Bei Publikumsanzeigcn wäre die Weglassung des Zuschlags in der Tat eine nicht zu entschuldigende Irreführung, im Buchhändlerfachblatt kann sich der Verleger, der im Jahre viele Dutzende neuer Werke verbreitet, darauf verlassen, daß seine in deutlicher Form und wiederholt bei allen Gelegenheiten kund- gegcbencn Lieferungsbedingungen dem Sortimentsbuchhandel bekannt sind: Von einem Verschweigen kann jedenfalls nicht die Rede sein. Der sehr deutliche Zusatz im Verlangzettcl hat ja auch hier offenbar seinen Zweck nicht verfehlt und die Firma Scligsberg vor Verlust be wahrt. München, am 3. Dezember ISlS. Duncker L Humblot, Verlagsbuchhandlung. 1132
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