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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.11.1885
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1885-11-30
- Erscheinungsdatum
- 30.11.1885
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- Deutsch
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276, 30. November 1885. Nichtamtlicher Teil. 6107 Nichtamtlicher Teil Die Koiiturrcnzcntwürse zum Bau eines Vereinshauses der deutschen Buchhändler. Das Projekt der Errichtung einer neuen, den Zeitanforde rungenmehr entsprechenden Buchhändlerbörse in Leipzig oder, wie es im Programm bezeichnet wird, eines »Vereinshauses für den deutschen Buchhandel« hat nunmehr schon eine greifbare Gestalt gewonnen, da gegenwärtig bis zum 30. Nov. d. I. eine Reihe von Entwürfen zu diesem Bau im kleinen Saale der hiesigen Buchhändlerbörse ausgestellt ist. Dieselben sind die Frucht einer engeren Konkurrenz, zu welcher von maß gebender Seite fünf namhafte deutsche Architekten aufgefordert worden waren, nämlich die Herren: C. Weichardt in Leipzig, Kayser L von Großheim in Berlin, Hans Grisebach in Berlin, Eisenlohr L Weigle in Stuttgart und Professor Haubenrisser in München. Zur Deckung der Arbeitsunkosten wurden jedem der Aufgeforderten für die Anfertigung eines programmmäßigen Entwurfes 1500 Mk. zugesichert und außerdem dem Verfasser der vom Preisgerichte als die relativ beste er klärten Arbeit eine Prämie von 2500 Mk. Es bestand dies Preisgericht aus den drei Architekten: den Herren Oberbaurat Prof, von Egle in Stuttgart, Baurat Prof. Ende in Berlin und Ratsbaudirektor Hugo Licht in Leipzig; sowie aus vier Buchhändlern: den Herren Adolf Kröner in Stuttgart, Carl Müller-Grote in Berlin, E. A. Seemann in Leipzig und Stadtrat Franz Wagner in Leipzig. Die Stadtgemeinde Leipzig hatte, wie bekannt, mit großer Liberalität einen schönen Bauplatz zwischen Hospitalstraße, Plato- straße und Gerichtsweg zur Errichtung des deutschen Buchhändler- Vereinshauses bewilligt. Das Programm zu diesem Bau legte das Hauptgewicht auf eine möglichst zweckmäßige, ökonomische und schöne Disposition des Grundrisses und monumentale Ge staltung der Fanden, und zwar so, daß die Hauptfayade sich nach der Hospitalstraße zu tuenden habe. In das das Haupt geschoß bildende Erdgeschoß verwies das Programm zunächst einen 480—500 Quadratmeter großen, als Festsaal dienenden Hauptsaal, einen daran stoßenden kleineren Saal, ein mit diesem verbundenes geräumiges Buffet, ferner das Vestibül, genügende Garderoben, Portierlogen u. s. w.; sowie auch die Bestellanstalt und die Sortiernngszimmer. Die Verlegung in ein Obergeschoß war gestattet für das Centralbureau nebst Sitzungszimmern für Vorstand und Ausschüsse u. s. w., ferner für die Redaktion und Expedition des Börsenblattes, Bibliothek, graphisches Museum, Blattsamm lung und Kastellanswohnung. Für die Anlage von Ausstellungs räumen in genügender Größe war die Anbringung im Erdgeschoß oder, da dieselben nur sehr zeitweilig benutzt werden, in etwaige Anhangsbauten freigegeben; auch war es freigcstellt, das Vestibül bei genügender Beleuchtung und Wandflächenentwickelung mit zu den Ausstellungsräumen hinzuzuziehen. Ebenso war hinsichtlich der Bestellanstalt, der Redaktion und Expedition des Börsenblattes und der Kastellanswohnung, eventuell eines Post- und Telegraphen amtes die Unterbringung in Nebengebäuden gestattet. Als nicht zu überschreitende Gesamtbausumme war der Betrag von 700 000 M. bezeichnet. Die hierauf von den aufgefordertcn fünf Architekten cin- gclieferten Pläne zeugen sämtlich dafür, wie gegründet das in dieselben gesetzte Vertrauen war. Natürlich konnte nur einer der Entwürfe vom Preisgerichte als der relativ beste bezeichnet werden, und cs wurde nach, wie man hört, ziemlich langen Er wägungen der von Kayser L von Großheim in Berlin mit dem Preise gekrönt. Lange soll mit ihm der von Eisenlohr L Weigle um den Vorrang gerungen haben. Er ist, ebenso wie der Grisebachsche und Haubenrissersche im Stile der deutschen Renaissance gehalten, der Weichardtsche und Eisenlohr- Wciglesche dagegen in italienischer. Die deutschen Renaissance- entwürfe von Kayser L von Großheim und von Grisebach tragen dabei mehr oder weniger gut ausgeprägt den alten Gilden hauscharakter, erinnern freilich auch ziemlich stark an Rathäuser, während das Haubenrissersche Projekt vollständig einem Rat hause gleicht. Bei Musterung der Entwürfe begreift man wohl, daß der prämiierte Kayser-von Großheimsche besonders die Aufmerk samkeit der Jury auf sich zog; denn er zeigt eine malerisch schöne äußere architektonische Entwickelung bei guten Grundrißdisposi tionen. Es ist ein Grnppenbau, der in einen nach der Hospital straße sich wendenden Hauptbau und einen ebenso deutlich wie gefällig daran sich gliedernden, nach der Platostraße zu liegenden Nebenbau zerfällt. Er zeigt die dem Stile entsprechend hohe Dachentwickelung mit Dach-Erkern und Türmelungen, über welche eine auf dem Mitteltrakte des Hauptbaues sich anstehende größere Turmspitze hinausragt. Wie der Grundriß zeigt, enthält dieser Mitteltrakt den großen Saal. Links an denselben schließt sich der kleine Saal; an diesen stoßen Centralbureau, Sitzungszimmer n. s. w. Rechts vom großen Saale liegt der Buffetsaal und Sammlungsräume. Der nach der Platostraße gewendete Neben bau zeigt eine der monumentalen Hauptsayade gut entsprechende, durch eine mittlere Durchfahrt und zwei mäßige Risalite geglie derte Fayade. Er enthält Bestell- und Sortieranstalt, ferner Redaktion u. Expedition des Börsenblattes, Post- u. Tclegraphenamt. Das Vestibül liegt nicht im Hauptbaue selbst, sondern in der Mitte eines langen, niedrigen, neun bis. zehn Meter hohen, nahe vor der Vorderfronte laufenden Vorbaues, der sich rechts und links mit kurzen Seitenflügeln an den Hauptbau anschließt und im wesentlichen die verlangten Ausstellungsräume enthält. In der Mitte, das Vestibül betonend, trägt dieser Vorbau eine ziemlich stark entwickelte Kuppel, welche aber, sowie leider der ganze Vorbau durch Überschneidung die Fayade schädigend wirkt und auch, wie man vernimmt, durch Umarbeitung des Entwurfes beseitigt werden soll. Dadurch wird freilich, wenn auch die Ausstellungshallen sich besser in nach hinten liegenden Anhangs bauten unterbringen lassen werden, einige Schwierigkeit hinsicht lich des Vestibüls entstehen, und es wird wohl kaum etwas anderes übrig bleiben als eine Lösung, wie sie sich in dem mit- ausgestelltcn Weichardtschen Entwürfe findet, nämlich die Er setzung des einen mittleren Haupteinganges durch zwei seitliche. Dem prämiierten Entwürfe gegenüber ist der von Eisen- lohr und Weigle, in italienischer Hochrenaissance gehaltene ausgestellt. Auch er wirkt monumental, macht aber mehr den Eindruck eines Museums als den einer Börse oder eines Ver einshauses. Er stellt keinen Gruppenbau dar, sondern vereinigt alle geforderten Räume in einem Gebäude. In einem aus der Hauptfayade ganz ungewöhnlich stark heraustretenden und des halb durch Überschneidungen schädlich auf dieselbe wirkenden großen Risalit sind ein stattliches .Vestibül und, dasselbe um gebend, Ausstellungssäle, Garderoben und andere geforderte Räume untergebracht. Der Umstand, vaß das Hauptgesims etwas dicht auf den nicht sehr großen Fenstern des Obergeschosses aufliegt, giebt der Fayade zwar etwas Gedrücktes, doch bleibt ihre Wir kung trotzdem eine schöne. 838*
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