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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.09.1913
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1913-09-05
- Erscheinungsdatum
- 05.09.1913
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- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Mi» rZezugsprsis Im Mitgliedsbeitrag einoeschlollen. ?» oder^deren iNaum vöitct 30'ps. Dei^igenca Anzeigen zahlen ^ ^ i077Nirk Mik^mder^är^ I^iN Nr. 206. Leipzig, Freitag den 5- September 1913, 80. Jahrgang. Redaktioneller Teil. Aus dem belgischen Buchhandel. VII, (VI siehe Nr, 178,) Die Genter Weltausstellung, <2. Bericht,) Seit meinem letzten Besuche der Genter Weltausstellung im Juni hat sich diese wesentlich verschönert. Die Wandflächen der einzelnen Hallen sind durch Ornamente geschmückt und an den Fassaden reichliche Goldverzierungcn angebracht worden, Fahnen wehen auf allen Gebäuden, die Blumenbeete und sonstigen gärtne rischen Anlagen haben sich entwickelt, die in die Lvenue des bla- tivns verpflanzten Bäume prangen in vollem Grün, die Spring brunnen plätschern und der Fremdenstrom ergießt sich auf alle Wege, Zwar ist letzterer nicht mit der Fülle der Besucher zu vergleichen, die sich aus der Brüsseler Ausstellung an einzelnen Tagen bis auf anderthalb Hunderttausend belaufen hatte, dafür ist er jedoch um so kosmopolitischer. Man trifft Franzosen, Hol länder, Engländer, Deutsche in so großer Anzahl, daß die Ein heimischen dagegen verschwinden. Namentlich scheint Deutsch land, dessen Vorliebe für Belgien bekannt ist, einen unerwartet großen Prozentsatz au Besuchern zu stellen, unerwartet im Ver hältnis zu der ganz unzulänglichen Beteiligung der deutschen Industrie, Für die vielen Tausende von Deutschen, die sich all jährlich in den relativ billigen belgischen Seebädern auf einige Wochen ansiedeln, so daß speziell die östlich von Ostende, nach der holländischen Grenze zu gelegenen belgischen Badeorte Wcnduyne, Blankcnberghe, Hehst, Knocke deutschen Kolonien gleichen, mit denen die belgische Fremden-Jndustrie säst ebensosehr rechnet wie mit dem Zuzug aus Belgien selbst, ist Gent außerordentlich leicht erreichbar, sei es, daß sie es auf der Hin- oder Rückreise, die aus nahmslos über Gent und Brügge führt, berühren, sei es, daß sie es von der See aus in bequemen Tagestouren besuchen, wozu die billigen Eisenbahntarife, insbesondere die Fünstage-Abonnements, nicht wenig einladen. Von der deutschen Abteilung auf der Weltausstellung ist wenig zu sagen, und leider auch nicht viel Gutes, Das Deutsche Reich hat sich, nach vorherigem Einverständnis mit dem Komitee der Ausstellungen, bekannterweise nicht vertreten lassen. Was wir trotzdem im deutschen Pavillon sehen, ist der Privatinitiative einer Gruppe ausstellungslustiger Industrieller unter Leitung des Herrn Professor Becker aus Frankfurt entsprungen. Nach dem glänzenden Erfolge Deutschlands auf der Brüsseler Ausstellung von 1910 fällt die deutsche Abteilung in Gent um so mehr ab, als ihre Konkurrentin, die französische, mit größerem Luxus als je und in einem noch nie dagewcscnen Umfang ausgestellt hat. Die hohe Fassade des am Ende der ^venuo des dlations in unmittel barer Nähe vom malerischen »Alt-Flandern« errichteten deutschen Pavillons mit den verschwindend kleinen Tür« und Fensteröffnun- gen mag vielleicht stilgerecht und modern sein, nach belgischem Ge schmack macht sie eher den Eindruck einer Gefängnis- oder Fe stungsmauer, Die Vorhalle ist mit der Büste Kaiser Wilhelms II, und der suggestiven Unterschrift »25 Jahre ein machtvoller, treuer Hort des Friedens« geschmückt und enthält eine Anzahl guter, mo derner Gemälde aus der Privatgalerie des Geheimratz Ravend, die dieser den Gentern in Erinnerung an seine Tätigkeit als Prä sident des deutschen Komitees der Brüsseler Ausstellung in lie benswürdiger Weise geliehen hat. Die anschließenden Räume enthalten eine Ausstellung von Photographien von Städtebildern (Stadtbaukunst) in merkwürdig enger, labyrinthartiger Anord nung, Hieran schließt sich ein großer Saal mit Gegenständen aus Kunst und Handwerk, als Wanderausstellung des »Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe in Hagen i, W,«, darunter neben einer Anzahl von Plakaten, Titel- und anderen Druckproben — speziell in der Ehmcke-Thpe — eine Vitrine mit einer kleinen Auswahl Bücher von unfern modernen Verlegern, An weiteren Auslagen des Buchgewerbes finden wir nur noch je einen Stand des Verlages G, Braunbeck (Sportlexika, speziell Motorsport), der Neuen Photographischen Gesellschaft in Berlin- Steglitz, der Frankfurter Zeitung und des Hamburger Fremden- blattes. Die anschließenden Räume beherbergen Verkaufsstände der mannigfaltigsten Art und eine bescheidene Maschinenhalle, — Den meisten Zuspruch — und mit Recht — hat offenbar das dem deutschen Pavillon angebaute, geschmackvoll eingerichtete »Wein restaurant und Viktoriabrauerei Deutsches Haus«, Auf einem anderen Gebiete ist Deutschland dagegen würdig vertreten und kann seine Kunst mit Stolz zeigen. An die um fangreiche Kunstausstellung im »Palast der schönen Künste« ist ein davon ganz unabhängiger »8alon international cke la Medaille« an gegliedert worden, in dem die deutsche Medaille und Plakette einen hervorragenden Platz einnimmt, und sowohl quantitativ als auch qualitativ bemerkenswert ist. Es ist die 2, internatio nale Ausstellung der Medaille, die der Initiative der Zvaiötö bul- landaiüv-belge dos amis de la Usdaills d'art zu verdanken ist, nach dem bereits die erste derartige Veranstaltung bei Gelegenheit der Brüsseler Weltausstellung einen großen Erfolg gebracht hatte und für viele eine Offenbarung gewesen war, Deutschland ist durch 36 Künstler vertreten, darunter das nahezu vollständige, umfangreiche Werk des kürzlich verstorbenen Frankfurters Joseph Kowarzik, die höchst persönlichen, kraftvollen Schöpfungen des Magdeburger Meisters Rudolf Bosselt, des Schöpfers der präch tigen Erinnerungsmedaille für die Brüsseler Ausstellung, die Me daillen der Münchner Götz und Georgi, Der Katalog der Aus stellung, in der, wie immer, Frankreichs Medailleure den weitaus größten Platz einnehmen, enthält eine kurze Einführung in die gegenwärtige Renaissanceperiode dieser köstlichen Kleinkunst aus der Feder des bekannten belgischen Spezialisten Viktor Tour- neur, der Deutschlands Anteil an der Wiedergeburt der Me daille und dem von ihm geschaffenen archaistisch-plastischen Stil im Gegensatz zu der mehr bildlich-malerischen Art der großen französischen Meister vorzüglich gerecht wird. Der Katalog ss", 225 Seiten), der wie derjenige der internationalen Gemäldeaus stellung, in der Ausstellung selbst für l kr, erhältlich ist, bildet eine Art Ikonographie der modernen Medaille, Ein kleiner Salon mit modernen Bildnisminiaturen, gewisser maßen als Erinnerung an die wundervolle Internatio nale Miniatur-Ausstellung des vorigen Jahres errichtet, die der Ausgangspunkt für die Wiederbelebung dieses nicht weniger reizvollen Kunstzweiges zu bilden berufen war, führt hinüber zu den 38 Sälen der Gemälde-Ausstellung, in der wir die deutsche Malerei ganz vermissen, während England, Holland, Frankreich, Italien mit ausgewählten Kunstwerken vertreten sind, Belgien selbst hat hier den Löwenanteil mit etwa 30 Sälen, doch hätte 1t5t Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. 80. Jahrgang.
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