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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.11.1930
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- 1930-11-27
- Erscheinungsdatum
- 27.11.1930
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X- 275, 27. November 1930. Redaktioneller Teil. Rörlerrblatt s. ü. Dtschn Buchhandel. Der NHein-Mainischc Jungbuchhändlcrkreis Frankfurt a. M. und Umgebung hatte seine Anhänger zu einer Vor-Weiynachts-Tagung nach Frankfurt eingeladen. Am Sonntag, dem 23. November sprach der Direktor der Städtischen Volksbibliotheken und Leiter des Volks bildungswesens Herr l)r. Waas über die wichtigen belletristischen und schöngeistigen Neuerscheinungen des Jahres. Er stellte fest, daß in den neueren Erscheinungen eine starke »Flucht in die Dinge« oder eine Flucht zur Nomantik zu beobachten sei (Schnack, Salten usw). Der »soziale Noman« beschäftige sich mit Einzelfragen von grund legender Bedeutung (Wohnungselend) oder dem typischen sozialen Milieu der Hinterhauswelt des Berliner Nordens (Birkenfeld, Gg. Fink). Aus der »politischen Nomanliteratur« hob er besonders die jenigen, die das Aufsteigen der proletarischen Welt verkörpern, her vor (Turck, Otwald, Gladkow). Aus eine wichtige Sparte der er zählenden Literatur, den soziologischen Angestellten-Roman (Brück, Braune) wurde besonders hingewiesen. Nach den Beobachtungen, die I)r. WaaS bei den ihm unterstellten Bibliotheken und deren Ausleihe-Statistiken macht, sind die »Reisewerte« und die geogra phische Literatur in eine entscheidende Wendung eingetreten und er freuen sich bei den aufstrebenden Volksschichten größter Nachfrage (Colin Roß, Edschmid, Feiler, Heller, Morgenthaler). Das Lier- und Naturerlebnis hat mit Beebe, Bcngt Berg u. a. einen wichtigen Play in der Ausleihe eingenommen. Die »Photographischen Bücher« (Antlitz der Zeit, Menschen der Zeit, Frauenbildnisse) gehören zu den meistgefragten. Ein Werk wie »Hauser, Schwarzes Revier« wünschte sich der Redner für jedes Gebiet deutscher Landschaft. Von »Biographischer Literatur« wurden die Werke von Lenard, Durant, Karlin und Smedley besonders gewürdigt. — Die für den Sorti menter äußerst interessanten Darlegungen fanden einen ungeteilten Beifall, der sich in dem Wunsche ausdrückte, daß der Leiter des Volksbibliothekswesens und feinfühlige Deuter moderner Erzäh lungskunst sich recht oft dem Kreise zur Verfügung stellen möchte. — Nicht minder herzlich war der Beifall für die sehr aufschlußreichen Ausführungen, die am Nachmittag der bekannte Frankfurter Schul mann und Jugendschristenkritiker W i l h. Fronemann über Neue Bilderbücher und Jugendschriften machte. Er streifte zunächst kurz die neuen Entwicklungslinicn der Jugendschrift und wies auf die neuerlichen Forderungen und Tendenzen der Ham burger Lehrerschaft und des Preußischen Kultusministeriums hin. An ausgestellten Bilderbüchern machte er aus die seit »Freyholds Hasenbuch« eingcschlagenen neuen Wege im Kindcrbilder- buch aufmerksam. Uber den »Kinder-Noman« gab der geschätzte Kenner, der am Erleben seiner eigenen Kinder und seiner Schul kinder die besten Versuche über das Gute und Schlechte anstellen kann, wertvolle Ausschlüsse, Meinungen und Andeutungen. Den beiden Vorträgen schlossen sich Ausführungen des Herrn Köster, des Leiters des Nhein-Mainischen Jungbuchhändlerkreises an. Für das kommende Jahr ist zunächst eine »Buchkunde« geplant, an deren Zustandekommen die Sortimenter des Kreises durch Förde rung der Bewegung das stärkste Interesse nehmen müßten. Alfred Schmidt, Wiesbaden. »Palm 1874« Verein jüngerer Buchhändler, München. — Welch großer Beliebtheit sich das »Palm«-Gansessen im Münchener Buch handel erfreut, bewies so recht wieder die rege Teilnahme am 46. am 15. November im Grünen Saal des »Augustiners«. 150 Pal- mianer und Gäste konnte der 1. Vorsitzende, Herr Adalbert Behrendt i. Hse. Münchener Kommissions-Buchhandlung begrüßen, darunter u. a. den 1. Vorsteher des Börsenvercins Herrn vr. Fr. Oldenbourg, den 1. Vorsitzenden des Bayer. Buchhändler-Vereins Herrn Ernst Reinhardt, die Herren Kommerzienräte Axmann, Hugendubel und Schöpping sowie das Ehrenmitglied Herrn Hch. Korff, der trotz seines hohen Alters von Bad Tölz, seinem jetzigen Aufenthaltsort, ge kommen war. Ferner waren erschienen der frühere 1. Vorsitzende Herr Karl Scheidecker aus Würzburg und die Herren U. Vermehren und Ernst Küchler aus Garmisch-Partenkirchen. Auch Vertreter der Presse waren der Einladung gefolgt. Als Einleitung des Festabends wurde ein von Herrn Wilhelm Hach i. Hse. F. Bruckmann A.-G. verfaßtes Ganslied gesungen. Ihm folgte das Essen, das der Küche des »Augustiners« alle Ehre machte. Darauf ergriff Herr vr. Fr. Oldenbourg das Wort und erzählte in längerer Rede von seiner Tätigkeit als Erster Vorsteher des Börsen vereins, kam dann auf die gegenwärtige Wirtschaftskrise zu sprechen und leitete dann über auf das traditionelle »Palm«-Gansessen. Solche kleine Freuden seien fast notwendig, damit man sich daran wieder aufrichte und daraus neuen Antrieb zu neuer Arbeit schöpfe. Schwer sei die Gegenwart, noch schwerer vielleicht die Zukunft, aber der »Palm«-Geist, das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Prinzipali- tät und Gehilfenschaft, zwischen Jung und Alt, werde viele Schwie rigkeiten meistern. Notwendig aber sei es, daß wir, und besonders 1118 die Jugend, uns bewußt als Kulturträger fühlten und stolz seien auf unseren so schönen Beruf und den Zusammenhalt im »Palm«. — Herr HanS Pfeiffer i. Hse. R. Oldenbourgs Sortiment begann nun nnt dem unterhaltenden Teil und brachte einige Lieder in hervor ragender Weise zu Gehör. Herr Franz Stöhr sorgte als witziger Con ferencier für Stimmung, die Herr Studienrat Pfeiffer mit seinen Vorträgen zur Laute noch steigerte. Hoch gingen die Wogen der Begeisterung, als der 1. Vorsitzende dem verehrten Ehrenmitglied Herrn Kommerzienrat Schöpping zu seinem 74. Geburtstag, den er am gleichen Tage hatte, die herzlichsten Glückwünsche des Vereins aussprach. Der zweite Teil des Abends war hauptsächlich dem feierlich- lustigen Ordenskapitel der »Ritter von der Goldenen Gans« unter dem Präsideum des Komtur-Regenten Herrn Hugo Bieters ge widmet, der die Herren I. N. Frank, U. Vermehren und Direktor Rob. Wiese für 20jähriges Mitessen zu Gansrittern schlagen und 10 Palmianer, die Herren Dr. W. Bonn, Direktor Hch. Hackstetter, Paul Knoblauch, Ernst Küchler, Max Linderer, Hermann Mohr, Karl Scheidecker, Hans Schenk, Direktor W. Schreiter und Hans Weindl für lOjähriges Mitessen zu Knappen ernennen konnte. Für beson dere Leistungen wurden die Herren Karl Hecker i. Hse. F. Bruck mann A.-G., Hans Hartl i. Hse. Bayer. Komm.-Schriften Verlag und Hugo Bieter mit Teilen des Anserinen-Ordens ausgezeichnet. Gro ßen Beifall fanden Herrn Hartls virtuose Mundharmonika-Vorträge und Herr Hans Eger entfesselte mit seinen Soldaten-Jmitationen wahre Lachsalven. — Den Auftakt dieses Festabends, der unter der zielbewußten Leitung Herrn Behrendts wieder einen sicher allseits befriedigenden Verlaus nahm, bildete eine von Herrn Kunstmaler Ed. Anslinger entworfene und von der photographischen Anstalt Karrer L Meyer und der Kupsertiesdrnckanstalt F. Bruckmann in selbstlos liebenswürdiger Weise ausgesührte gelungene Einladungskarte. Diese wird Interessenten gerne — solange Vorrat reicht kostenlos über Leipzig zugcstellt. Diesbezügliche Wünsche sind an Herrn Alphons Schubert i. Hse. Georg D. W. Eallwey zu richten. Sch. »Insel« Buchhändler-Verein Tübingen. — Für Sonntag, den 9. November, hatte die Insel zu einem Familiennachmittag einge laden. Die Veranstaltung gewann insofern eine besondere Bedeu tung, als auch die in Tübingen ansässigen »Alten Herren« er schienen waren. Unter ihnen befand sich der Mitgriinder der »Insel«, Herr Hermes. Auch eine Anzahl Gäste hatte sich eingesunden, sodaß der zur Verfügung stehende Raum für die Unterbringung kaum aus reichte. Der Vorsitzende, Herr F. Pflug, leitete den Nachmittag mit kurzen, aber ernsten und eindrucksvollen Worten ein. Für musi kalische Unterhaltung sorgte die aus zwei Mann bestehende Haus kapelle. Und die »Alten Herren« schöpften aus dem Born ihrer Er innerungen. Gar manches Interessante kam dabei zutage, so vor allen Dingen, wie zu ihrer Zeit Berufsbildung getrieben wurde und welche Ausgestaltung die Veranstaltungsabende damals erfuhren. Der Vorsitzende des Buchhänblervereins »Lichtenstein«, Reutlingen, Herr Meißner, wies auf den familiären Geist hin, der von jeher in der »Insel« geherrscht hat. Er brachte zum Ausdruck, daß er noch nirgends so das Gefühl der Zugehörigkeit gehabt habe wie bei ihr. Mundartliche Dichtungen, die vom Ehrenvorsitzenden Herrn Zündel sowie vom Kollegen Obst zum Vortrag gebracht wurden, trugen zur Ausgestaltung des Nachmittags bei. Das Ehrenmitglied Herr R. Pflug überraschte mit einer in launige Versform gesetzten Jnselge- schichte, die sogar einen Ausblick in eine schöne und erfreuliche Zu kunft gewährte. 8bt. Gehaltspfändungen. — Aus Arbeitgeberkreisen hört man in letzter Zeit Beschwerden darüber, daß sie häufig von Behörden (Ge richten, Wohlfahrtsämtern usw.) sowie von Privatpersonen ersucht werden, diesen bei der Einziehung von Forderungen gegen ihre Arbeitnehmer behilflich zu sein. In der Hauptsache handelt es sich dabei um Gehaltspfändungen. Grundsätzlich wird hierzu von der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg folgendes festgestellt: Zur Auskunft im gerichtlichen Pfändungsverfahren ist ein Ar beitgeber verpflichtet, sobald ihm durch den Gerichtsvollzieher ein ge richtlicher Pfändungs- oder Uberweisungsbeschluß zugestellt und er durch den Gerichtsvollzieher aufgefordert wird, die drei Fragen ge mäß 8 840 der Zivilprozeßordnung zu beantworten: 1. ob und inwieweit er die Forderung als begründet anerkennt und Zahlung zu leisten bereit sei; 2. ob und welche Ansprüche andere Personen an die Forderung machen; 3. ob und wegen welcher Ansprüche die Forderung bereits für andere Gläubiger gepfändet sei. Falls der Arbeitgeber seine Antwort dem Gerichtsvollzieher nicht sofort bei der Zustellung bekanntgibt, so muß er (zwingende Vor-
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