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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.11.1892
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1892-11-07
- Erscheinungsdatum
- 07.11.1892
- Sprache
- Deutsch
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259, 7. November 1892, Nichtamtlicher Teil. 6779 doch nicht an den durch das Gesetz vorgeschriebenenen Natural leistungen stoßen. Diese ersparten der Kasse ja gerade gewisse Beträge an die arbeitsfähigen Kranken, die sogenannten 70 Psennig- oder Markmänner, die er als die Vampyre der Kassen bezeichnen möchte. Redner legte an einem Beispiel diese seine Behauptung klar. Es wäre vielfach gesagt worden, der Staat trachte dar nach, den freien Hilfskassen überhaupt ein Ende zu machen; man solle sich doch nicht schon jetzt davor fürchten und das Hasen panier ergreifen, das läge ja noch im weiten Felde und bilde kein Hindernis den Vorstandsantrag anzunehmen. Gegen diese mit großem Beifall aufgenommenen Ausführun gen wendete sich Herr Teichel mann, indem er die vom Vor redner seiner Meinung nach zu wenig beachteten Schattenseiten, mehr in den Vordergrund zu stellen suchte. Es entspann sich eine längere Erörterung in deren Verlaus neben Anderen Herr Ernst Schultze-Berlin in fast halbstün diger Rede gegen die Vorlage sprach unter Zugrundelegung seiner persönlichen Erfahrung als Rendant einer eingeschriebenen Hiisskasse, die nur 13 Monate bestanden und dann mit einem Vergleich von nur 13"/„ sich habe auslösen müssen. Nachdem Herr Paul Wagner noch einmal einen warmen Aufruf an die Vertrauensmänner gerichtet hatte, zum Heile des Verbandes für die Vorlage zu stimmen, wurde zur Abstimmung geschritten. Es stimmten 724 für, 754 gegen die Vorlage des Vorstandes. Mit Bekanntgabe dieses Ergebnisses verband der Vorsitzende Herr Eduard Baldamus die Mitteilung, daß er unter diesen Umständen sein Vorstandsamt niederlege, und verlas eine gleiche Erklärung des abwesenden Herrn Heinrich Weise, der sich auch Herr Otto Koller angeschlossen hatte. Nach einer Mittagspause wurden die Verhandlungen wieder ausgenommen und ging man unter Uebergehung des durch die Abstimmung entfallenden Punktes 8 der Tagesordnung zu Punkt 4 über. Dieser betraf größtenteils redaktionelle Satzungs änderungen; nur die Schaffung einer Stellenvermittelungs anstalt des Verbandes, die nach langer Debatte genehmigt wurde, verdient Erwähnung. Danach vertagte sich die Ver sammlung. Am 31. Oktober vormittags 11 Uhr wurden unter dem Vorsitze des Herrn O. Berthold die Verhandlungen aufs neue eröffnet. Am Vorstandstische fehlten die Herren Ed. Baldamus, Otto Koller, Heinr. Weise, deren Entschuldigungen der Herr Vorsitzende verlas. Es hatten sich 39 Personen mit 1317 Stimmen eingefunden. Bei Fortsetzung der Beratungen ries der Borstandsantrag, nach welchen, die Bekanntmachungen des Verbandsvorstandes nicht weiter im Leipziger Correspondenzblatt erfolgen sollten, eine lebhafte Debatte hervor, an der sich die Herren Kupfer, Teichelmann, Böhm, Hintzsche und andere beteiligten Die Abstimmung ergab die Ablehnung des Vor- standsantragcs. Es bleibt demnach dem Vorstände überlassen, zu seinen Bekanntmachungen sich auch des Correspondenzblattes zu bedienen. Nach Erledigung einiger weiteren Satzungsänderungen, die meist redaktioneller Natur waren und die Genehmigung der Ver sammlung fanden, ging man zu Punkts der Tagesordnung über. Dieser Punkt betras die Wahrung der Rechte derjenigen Mitglieder, die ge zwungen sein werden, nach dem 1. Januar 1893 aus der Krankenkasse auszutreten, aber Mitglieder der übrigen Kasse» deS Verbandes bleiben wollen. Er enthielt auch eine Erhöhung der jährlichen Verbandsbeiträge von 24 auf 25 Nach längerer Debatte fand der Antrag des Herrn Teichel mann An nahme, der die on dloo-Annahme des ganzen Paragraphen unter Beibehaltung des alten Beitrags von 24 vorgeschlagen hatte. Die übrigen Anträge zu diesem Punkt der Tagesordnung wurden teils in der vorgelegten Fassung, teils mit unwesentlichen redak tionellen Aenderungen angenommen. Punkt 6 der Tagesordnung erhielt aus einen von Herrn Böhm im Namen sämtlicher Vertrauensmänner gestellten Antrag folgende Fassung i »Die Hauptversammlung bewilligt dem Vorstande jährlich einen Betrag von 400 ^ sür persönliche Ausgaben.» Dieser Antrag fand die Genehmigung der Hauptversammlung. Punkt 7 wurde vom Vertreter des Kreises Baden zurück gezogen, von Herrn Böhm aber namens des Kreises Rheinland- Westfalen wieder ausgenommen. Die Abstimmung ergab die Ab lehnung des Antrags. Hieraus wurde zur Ergänzungswahl des Vorstandes an Stelle der am Tage zuvor ausgeschiedenen drei Vorstandsmitglieder geschritten. Der Herr Vorsitzende bildete aus den Herren Th. Lemke-Dresden, E. Kupfer-Berlin und Rech sen.-Leipzig den Wahlausschuß. Man beschloß, die ausgeschiedenen Herren durch Akklamation wiederzuwähle», was sofort mit Einstimmig keit geschah. Für den nicht unmöglichen Fall, daß die Gewählten die Wahl nicht annehmen sollten, wurden als Ersatzmänner die Herren Anton Schwerins (i/H, Exvedition der Drechsler zeitung) mit 863 Stimmen, O. Carlsohn (i/H. S. Hirzel) mit 802 und H. O. Sperling (i/H, Bibliograph. Institut) mit 671 Stimmen gewählt. Schluß 4 Uhr nachmittags. Vermischtes. Deutsches Buchgewerbe-Museum. — Neu ausgestellt sind die Tafeln des soeben erschienenen Werkes von L. Bickell, Bucheinbände des 15. 18. Jahrh. aus hessischen Bibliotheken, verschiedenen Klöstern und Stiften, der Palatina und der landgräflich hessischen Prtvatbiblio- thek entstammend. Leipzig, Verlag von Karl.W. Hiersemanir. Als der hessische Geschichlsvcrein im Jahre 1890 zur Feier des vierhundert fünfzigjährigen Jubiläums der Erfindung der Buchdruckerkunst eine Aus stellung im Rittersaale des Schlosses zu Marburg veranstaltete, erregte das lebhafteste Interesse aller Besucher ganz besonders die Sammlung von rund 500 Bucheinbänden, die Herr Ur. Bickell aus den hessischen Bibliotheken zusammengebracht hatte. Eine Auswahl der schönsten dort ausgestellten Einbände ist in der vorliegenden Publikation vereinigt, aus die wir alle Freunde des Buchgewerbes aufmerksam machen. Die Ausstattung der Publikation ist ganz vortrefflich. Die photographischen Aufnahmen von Bickell sind von Sinsel L Co. in Leipzig-Plagwitz in Lichtdruck ausgesührt; sie geben alle Feinheiten des Originals, die Narbe» des Leders rc. aus das genaueste wieder. Die Einbände, vielmehr Mappen, in denen das Werk ausbewahrt wird, sind in der rühmlich bekannten Buchbinderei von Julius Hager in Leipzig angefertigt. Urheberschutz in Amerika. — Einer Mitteilung des Reichsan zeigers entnehmen wir, dass am 31. Oktober Präsident Harrison eine Proklamation erlassen hat, die die Wirkung des amerikanischen Urheber schutzgesetzes auch auf Italien ausdehnt. Strasgcsetz-Novelle. — Der Tagespreise entnehmen wir die Mitteilung, daß der Bundes rat in seiner unter dem Vorsitz des Vice- präsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern 1>r v. Bötticher, am 3. November abgehaltenen Sitzung die Wiedervorlegung des Entwurfs eines Gesetzes, bctr. Abänderung des Strafgesetzbuches rc. (des sogenannten Unsittlich keitsgesetzes), an den Reichstag be schlossen hat. Büchervcrkchr von Leipzig nach München — Das Leipziger Speditionsgeschäft von Albert Meyer, Brühl 89, teilte uns in einem Rundschreiben folgendes mit: Bücher-Expreß-Verkehr von Leipzig »ach München. Auf Anregung einer Anzahl hiesiger, Münchener und Berliner Buch handlungen und geniäß eines Abkommens mit der General-Direktion der Königlich Sächsischen Staalsbahnen expediere ich bis aus weiteres jeden Freitag einen Bücherwagen von Leipzig nach München, welcher mit Eilgutgeschwindigkeit befördert wird Die Ankunft in München erfolgt am Sonntag und die Ablieferung der Bücher daselbst am Montag Vormittag, während seither mit einer Lieferzeit von fünf Tagen zu Dem Bücherwagen können Sendungen aus Berlin beigeschlossen werden, wenn solche bis Donnerstag Nachmittag 3 Uhr der Neuen Ber liner Omnibus- und Paketfahrl-Aklien-Gesellschaft daselbst Ritterstraße 98 und 99 zur Beförderung an mich übergeben werden Die Fracht beträgt per 100 Kilo iexcl Versicherung) ab Haus Leipzig bis München 4 ./t, ab Haus Berlin bis München 5 .et i'O fl, gegenüber der Stückgutsracht von 5 65 H bezw. 7 -tt Ul ^ exkl. Ansuhrspesen. Da der erste Bücher- 917»
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