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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.09.1930
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1930-09-13
- Erscheinungsdatum
- 13.09.1930
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- Deutsch
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X- 213, 13, September 1930, Redaktioneller Teil. Börsenblatt s. d.Dtschn. Buchhandel. Das Gesetz bezieht sich auch auf ausländische Produktion, soweit sie nach Italien geliefert wird. Es ist noch nicht genau zu übersehen, wie sich das neue Gesetz auswirken wird. Aus jeden Fall werden auch die ausländischen Verleger neuer Kartenwerke genötigt sein, sich mit der obigen Stelle in Verbindung zu setzen, wenn sie nicht auf den Absatz in Italien verzichten wollen. Dabei ist genau anzugeben, welchen Zweck die Veröffentlichung verfolgt. In den meisten Fällen wird wohl lediglich ein Verbot der Darstellung von militärisch wich tige» Örtlichkeiten, welche das Sriegsministerium bestimmt, auferlegt werden. Den Anstoß zu diesem Gesetz hat nämlich der »lourlug- Liul> Italiauo« gegeben, der in einem neuen Reiseführer mit einer verlegerisch zwar erfreulichen, militärisch aber unerwünschten Ge nauigkeit sämtliche Flughäfen usw. angegeben hatte. Helmut Kupfer. Aus Dänemark. — Fm dänischen Buchhandel steht die Ergänzung der össcntlichcn Bibliotheken, der Volksbüchereien und ähnlicherJnsti- tutionen schon-seit längerer Zeit im Vordergrund, doch ist es bisher nicht gelungen, ein endgültiges und einheitliches Ergebnis zu erzielen. Die Anschauungen sind aus Seiten der Bibliothekare geteilt, ebenso auch auf Seiten der Sortimenter und der Verleger, wenn auch bei allen Beteiligten der ehrliche Wille und Wunsch, einander zu helfen, nicht geleugnet werden kann. Die Rabattfrage spielt hierbei, wie immer, eine große Rolle und hat nicht allein in Buchhändlerkreisen, sondern auch in der Tages- und in der Fachpresse lebhaften Wider hall gesunden. Viel Kopfzerbrechen haben die wenigen, jedoch allem Anschein nach recht kapitalkrästigen irregulären Verlage verursacht. Diese werfen große Auslagen zu erstaunlich niedrigen Preisen auf den Markt und entziehen somit dem regulären Buchhandel die Kundschaft und bringen ihn infolge der niedrigen Preise in Mißkredit, weil er den Wettbewerb mit diesen Verlegern im allgemeinen nicht aufneh men kann. Sie haben teils in Siidschweden, teils in Dänemark ihren Sitz und verbreiten ihre Bücher vermittelst riesiger, häufig wieder kehrender Anzeigen über das ganze Land. Die beiden größten Ver lage in Dänemark bzw. Schweben haben sich nun aber nach jahre langem Abwarten doch dazu entschlossen, ähnliche billige Ausgaben zu bringen, und soweit fcstgestellt werden konnte, war der Erfolg ein recht günstiger. Die Zeitungskioske in Dänemark, in denen nicht nur Zeitungen, sondern auch leichtere Unterhaltungsliteratur, Weihnachtsnummern und ähnliches zum Verkauf gelangen, haben schon manche Konflikte herbelgeslihrt. So versuchen sie immer wieder, Artikel, welche auch von den Buchhändlern vertrieben werden sreine Buchhandlungen sind nur ganz wenige vorhanden!, auch nach dem allgemein üblichen Ge- schästsschluß zu verkaufen. Dem Dänischen bzw. dem Kopenhagener Buchhändlervcreln ist cs jedoch fast jedes Mal gelungen, durch ener gische Schritte seine Rechte zu wahren und die Konkurrenz abzuweh ren. Auch die Touristenautomobile haben Grund zum Einschreiten gegeben, weil sie Ansichtskarten zum Verkauf fellhlelten. Doch wurde dieser Handel, ebenfalls infolge Eingreifens des Kopenhagener Buch- hänblerverelns, bald wieder eingestellt. — Die direkte Belieferung des Publikums vom Verlag aus geschieht auch hier, und cs ist schwer, etwas dagegen zu tun. Jedenfalls hat sich aber der Sortimenterver- cln an verschiedene solcher Verleger gewandt und darum ersucht, in allen Anzeigen hervorzuheben, daß die darin erwähnten Bücher durch jede Buchhandlung zu beziehen sind. Das kleine Dänemark hat bei einer Einwohnerzahl von drei Millionen an die 450 Sortimenisbuchhandlungen und säst ebensoviel »Buchverkäuser« sAgenten), die von den Verlegern mit beschränktem Rabatt beliefert werden und namentlich in größeren Städten eine Art Filialleiter, besonders des Gyldendal'schen Verlages, sind. — Bei den besonderen Verhältnissen des Etablierungsrechts, das die Aner kennung seitens der buchhändlerischen Organisationen in allen dres skandinavischen Ländern gefunden hat und das oft genug auch die jenigen Gehilfen, die über genügende Geldmittel verfügen, der Mög lichkeit beraubt, sich selbständig zu machen, wird seitens der Buch- händlervereine auch dem Nachwuchs besondere Aufmerksamkeit ge widmet. Es wirb darauf gesehen, daß keine Firma Lehrlinge in unverhältnismäßig hoher Zahl aufnimmt und ausbilbet, denn ihr weiteres Fortkommen ist stark gefährdet. Nach einer Statistik über den Kopenhagener Buchhandel ergibt sich, daß auf 200 Gehilfen 100 Lehrlinge komme», was ln vielen Fällen wohl eher zu viel als zu wenig sein dürfte. Jedenfalls hat sich der Kopenhagener Buchhändler- vereln an seine Mitglieder gewandt und diese zur Vorsicht bei der Einstellung von Lehrlingen ermahnt. Die dänischen Buchhändler haben eine, wie es bisher scheint, gute Lösung der Ausverkäufe älterer Literatur zu herabgesetzten Preisen gesunden, indem diese nunmehr, zunächst versuchsweise, zu Anfang 890 des Jahres stattsinden sollen. Früher kam mal der eine Verleger, mal der andere, und versuchte, sein Lager zu herabgesetzten Preisen zu räumen. In Schweben z. B. ging es Schlag auf Schlag, sodaß das Publikum schon gar keine neuen Bücher zum gewöhnlichen Ladenpreis kaufen wollte, indem es sich daraus vertröstete, daß dieselben doch wohl bald zu herabgesetzten Preisen erhältlich sein würden. Die dänische Werbestelle hat ein Verzeichnis mit etwa 800 verschiedenen Werken der Schönen Literatur und sonstigen Schriften allgemeinen Interesses herausgegeben und durch die Sortimenter zur Verteilung gelangen lassen. Die Auswahl der Titel ist seitens derjenigen Ver leger erfolgt, die sich an diesem Räumungsverkaus beteiligen. Felix VLrkonyi. Photomontage und modernes Plakat. — In der Gutenberghalle des Buchgewerbehauses ln Leipzig findet zurzeit eine vom Deutschen Buchgewerbeverein veranstaltete Ausstellung neuzeitlicher Plakate statt. Die Zusammenstellung hat der Münchner Graphiker Jan Tschichold vorgenommen, von dem selbst mehrere Plakate stammen. Die Schrift in ihrer elementarsten Form der Grotesk, Photo, Linie und Punkt sowie die unbedruckte Fläche sind die Materialien der modernen Typographie, wie sie in Tschichold neben seinem Münchner Kollegen Nenner ihren stärksten und eigenwilligsten Anreger gesunden hat. Auf den Plakatstil angewandt, tritt die Verwandtschaft der modernen Typographie mit der Architektur der Nachkriegszeit deutlich zutage. Die Ausstellung ist überzeugender Beweis dafür, daß der neue Stil der Topographie sich sreihält von hypermodernen Spielarten, wie sie aus salschverstandener Auslassung namentlich in den Anfängen zu verzeichnen waren. — Unzertrennlich mit der neuen Typographie ist die Photomontage verbunden. Uber Geschichte, Wesen und Anwen dung des photographischen Bildes in Verbindung mit der Typogra phie sprach Tschichold am 3. September in der Gutenberghalle. Anstelle der Zeichnung ist in der Nachkriegszeit im Druckwerk viel fach die Photographie getreten. Tschichold setzie sich mit den Gegnern der Photomontage auseinander, namentlich insoweit diese der Photo montage jeden künstlerischen Wert und sogar die Daseinsberechtigung im graphisch-buchgewerblichen Schassen absprechen. Tschichold be kannte sich als Anhänger der Photomontage, und die Beispiele, die er in Lichtbildern zeigte, von denen ein großer Teil seine Arbeiten darstellten, bewiesen, daß er starke Wirkungen von suggestiver, wer bender Kraft erzielt. Interessant war übrigens der Hinweis, daß cs schon vor zwei Generationen photomontierte Bilder gegeben hat. Der Vortragende zeigte Soldatenbilder, wie sie noch bis vor dem Kriege beliebt waren, bei denen man durch Ausschneiden der Köpfe und Aus kleben aus neutrale Drucke verblüffende Wirkungen erzielte. Der Dadaismus ist der eigentliche Urheber der modernen Photomontage. Es ist zu unterscheiden zwischen freier und angewandter Photomon- lage. Elftere bient literarischen, politischen Zwecken, sie kann witzig und grotesk sein und vor allem filmariig alle die Eindrücke ver mitteln, die aus den Menschen einströmen. Der angewandten Photo montage eröffnet sich in der Architektur, bei Ausstellungen und namentlich in der Graphik ein ausgedehntes Betätigungsfeld. Gut gewählte Lichtbilder zeigten die Anwendung der Photomontage auf dem Gebiete des Plakats, Prospekts, der Werbebroschüre, des In serats und in merkwürdiger Weise oder vielmehr ganz erklärlich nur an wenigen Beispielen der Buchgraphik. Der Vortrag war gut be sucht und wirkte sehr anregend, zumal die Plakatausstellung rings an den Wänden der Gutenberghalle den stimmungsvollen Hintergrund zu der Veranstaltung schuf. e. Bisher unbekannte Faust-Illustrationen. — Das Antiquariat K. Dörling in Hamburg hat aus hamburgischem Familienbesitz eine Sammlung zur Versteigerung übernommen, ln der sich 8 Original zeichnungen: Illustrationen zu Goethes Faust, befinden. Nach einer den Blättern beiliegenden Notiz von alter Hand sind die Zeich nungen auf Veranlassung und nach Angaben Wilhelm von Hum- boldt's von dem 1708 in Berlin geborenen Maler Paul Mila ange- fcrtigt. Die einzelnen Bläiter sind vom Künstler signiert und da tiert. Danach sind sie unmittelbar nach Goethe's Tod begonnen. Die letzte Datierung stammt vom Dezember 1835. Es war bisher nicht möglich, ln der Literatur etwas über diese Bilder zu finden. Es schein! jedoch ein Kollege Näheres darüber zu wissen, da er sich im vorigen Jahr schriftlich mit einer Anfrage an die Erben über den Verbleib der Bilder gewandt hat. Da die Erben nichts von der Existenz der Blätter wußten, ist die Anfrage unbeantwortet geblieben. Da leider der Name des Kollegen nicht mehr in Erfahrung zu bringen ist, wäre die Firma Dörling dankbar, wen» der Kollege seine Anfrage wiederholen wollte.
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