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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.12.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-12-19
- Erscheinungsdatum
- 19.12.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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^ 280, 19, Dezember ISIS. Redaktioneller Teil. 3. Satzungsänderung. Der I. Vorsitzende bringt einen Antrag des Vorstands auf Einsetzung eines Ausschusses zur Durchsicht und Änderung der Satzung ein und begründet diesen Antrag. Der Antrag wird angenommen. Herr vr. Springer-Berlin schlägt vor, daß der Vorstand selbst die Mitglieder dieses Ausschusses ernenne und dabei Rück- sichl auf die Vcrkehrsvcrhälinisse nehme, damii die Mitglieder sich auch ohne zu große Schwierigkeiten zusammcnsiuden konnten. Die Versammlung nimmt auch diesen Vorschlag an. Im Anschluß an die geplante Satzungsänderung stellt Herr vr. Springer den Antrag, den Z 8: »Ausschließung von Mit gliedern« dadurch zu ändern, daß man den Satz: »die die Ehre und das Wohl des Buchhandels schädigen« fallen lasse. Herr Hofrat vr. Meiner bemerkt hierzu, daß der frühere Paragraph der Satzungen des Börscnvercins zu eng gewesen sei und sich nur auf bürgerliche Ehrenrechle bezogen habe, und daß er deshalb geändert worden sei. Er zweifle nicht, daß der Ausschuß sich den Wünschen des Herrn I)r. Springer anschließen werde. Die Versammlung nimmt den Antrag Springer an. 4. Papierfrage. Herr Klemm-Berlin richtet eine Anfrage über die Papier versorgung an den Vorstand und beschwert sich über die großen Verluste an Papierstoff, die dem deutschen Verlagsbuchhandel dadurch entständen, daß ein großer Teil der Produktion unserer Papierfabriken ins Ausland ginge. Herr Urban-Berlin teilt mit, daß dem Vorstand hiervon nichts bekannt geworden sei. Herr Geheimrat Siegismund-Berlin erklärt hierzu: die Zel- lulose wird uns voni Ausland nur unter der Bedingung ge liefert, daß ein Teil der damit verarbeiteten Produkte dem Ausland srcigegebcn wird. Er macht Mitteilung über die Lage der Zellulosesabriken, die wegen Kohlenmangels stillstehen. Herr vr. Springer-Berlin bezieht, sich auf feinen Antrag Kantate ISI9 in Sachen der Pflichtexemplare. 5. Die neue Zeitschrift. Herr Urban-Bcrlin gibt einen überblick über die Vorarbeiten des im Anschluß an den Beschluß der letzten Hauptversammlung ernannten Ausschusses zum Ausbau der »Mitteilungen«, welche dazu geführt hätten, die Herausgabe einer neuen Vereinszeit- schrift zu beschließen, die am l. Januar lS20 zu erscheinen be ginne. Zum Schriftleiter der neuen Zeitschrift sei der am l. August cingetreteue Geschäftsführer des Verlegervereins, Herr Josef Thron, ernannt worden, der über die Zeitschrift weiter be richten werde. Herr Thron-Leipzig berichtet über die Organisation und die äußere-und innere Ausgestaltung der Zeitschrift und verliest einen Teil des Programms, welches als Einfuhrungsartikel an den Kopf der ersten Nummer gestellt werden soll. Er betont, daß die Schriftleiiung zum großen Teil auf die schriftstellerische Mitarbeit der Mitglieder angewiesen sei, und bittet diese um regelmäßige oder gelegentliche Einsendung von Beiträgen. 6. Zahlungsverkehr mit Österreich. Herr Steinkopff-Dresden fragt, wie sich der Vorstand zu den Stundungsgesuchen der österreichischen Buchhändler stelle, in welchen wir immer wieder um Aufschub und Geduld gebeten, und welche im Börsenblatt und in den »Mitteilungen des Deut schen Verlegcrvcrcins« stets abgcdruckt würden. Der 1. Vorsitzende erwidert, daß der Vorstand des Deutschen Vcrlegervereins diese Gesuche zwar veröffentliche, jedoch nicht befürworte. Er rät seinen Mitgliedern, nach Österreich nur noch Barliefernngen zu machen. Eine diesbezügliche Notiz könne in den »Mitteilungen« veröffentlicht werden. Herr vr. Springer-Berlin rät, gegenüber solchen Kategorien von schlechten Zahlern etwas Energie anzuwenden, womit man oft, insbesondere in Österreich, ganz gute Erfolge erziele.' Schluß der Sitzung 71/2 Uhr. Der 1. Vorsteher: Der Protokollführer: gez. vr. Paetel. gez. Jos. Thron. Der holländische „Jilverdistel"-Verlag. Daß es in Holland wertvolle Arbeit leistende Druckanstalten gibt, braucht in Deutschland, wo mehr als ein Verlag mit holländischen Kirmen arbeitet, nicht weiter betont zu werden. Merkwürdig ist eS jedoch, daß in Holland eigentlich nur ein »Bibliöphilen«-Verlag be steht, der das Buch vom Druckpapier über Satz und Heftung bis zum Einband selber fertig macht; das ist der Verlag der »Silberdistel«. Die holländischen Firmen begnüge» sich meisthin mit der Lieferung von Stückarbeit, d. h. sie stellen für einen deutschen Auftraggeber den Satz her, überlassen es aber diesen:, das Papier z» besorgen und das Binden vorzunehmen: sie stetigen für einen englischen Auftraggeber das Pa- picrbiitten, kümmern sich aber nicht um den Druck, der dann in Eng land geschieht. Diese Zustände ließe» sich bessern, wenn das hollän dische Publikum mehr Anteil am nationalen Fabrikat bewiese; die nicht eben erdrückend zahlreichen Freunde von besonders siir sie her- gestellten Büchern sind, sei es i» Paris, Brüssel, London, Deutschland, an Bibliophilcnvercine angeschlossen und erhalten von dort aus wohl feiler und in Serien ihre Sonderdrucke. Der Silberdistelverlag hat es darum seit seiner Gründung, die IMS erfolgte, kaufmännisch nicht leicht gehabt. Das Unternehmen hat sich gleichwohl aufrcchterhaltcn können und hat, was noch bemerkens werter ist, keine Zugeständnisse an das Publikum zu Machen brauchen. Zur Feier des zehnjährigen Bestehens hat der Verlag eine kleine Schrift herausgegeben, »Over Boekkuust en De Zilverdistel«, die von Len derzeitigen Leitern va» Rogen und van Eyck versaßt wurde. Die eigentlichen Gründer waren, wie dieser Schrift zu entnehmen ist, Jan Greshoss und I. C. Bloem. Ihnen trat bald N. van Eyck bei, der der glückliche Vater des Namens »De Zilverdistel« war und die treibende Kraft des Unternehmens wurde. Die erste» Bücher, die man zur Ausgabe brachte, ließ man bei Enschede drucken. Es erschie nen 18IÜ »Worstclingen« von N. van Eyck sGedichle; 40 Exemplare), 1811 »Experimenten« von Geertcn Gossaerts sGedichte; 60 Excmplare) und »Naar het geluck« von Jan van Nisten (Gedichte; 40 Exemplare), 1812 »Het eigen risk« von Albert'Verwey (Gedichte; 60 Exemplare). Mit dem Jahre 1912 zog sich Jan Greshoss aus dem Unteruehme» zu rück, und auch Bloem verließ es; Greshoss war Verleger größeren Stils geworden und Hegau» bald darauf «De Witte Mier« <Die weiße Ameise) hcranSzugeben, jene kleine Monatsschrift sür Bücherfreunde, die Ahnltchleit mit dem deutschen »Zwicbclfisch« hat. Anstelle der beiden Austrctenden näherte sich dem Unternehmen van Roycn, der seitdem <1912) mit van Eyck dasselbe leitete. Im Jahre 1813 gab der Verlag heraus: Charles Baudelaire, »I-es klours cku mal« s32ö Expl.); Leopold Anbrian, »Ter Garten der Erkcmiinis« <128 Expl ); Leopold Andria», »Gedichte« <180 Expl.); P. N. van Eyck, »Bcvrijding« <88 Expl.). Diese Bücher machen im Vergleich zu den Ausgaben der Ausangsjahrc einen weitaus gepflegteren und technisch durchdachteren Eindruck. Der Baude laire ist bei van der Wiel in Arnhem mit der holländische» Mediäval von De Roos gedruckt, desgleichen »Bevrsidiiig». Die zwei Bücher von Andrian druckte Enschede mit einer bisher noch niemals gebrauchten Letter von Schoesstr von Gernsheim. Didst Letter ließ die »Zilverdistel« sich in der Folgezeit ausschließ lich reservieren; im übrigen nahm man Abschied vom fabrikmäßigen Verfahren und druckte nur mehr ans der Handpresse. De Bazel lieferte eine schön stilisierte Zilverdistel als Vcrlagssignet, das seitdem in Gold gedruckt auf allen Ausgaben prangt. Tie Letter von Pctei Schoesstr von Gernsheim, aus dem 15. Jahrhundert stammend, halte cs den Verlegern wegen ihrer kräftigen, wohlerwogenen Zierlichkeit ange tan, die nicht unähnlich den Letter» einiger deutsch-venezianischer Drucker der gleichen Zeit ist. Ihr eben nur fühlbarer spielerischer Ein schlag verleiht einer Blattseite jenen spannenden Anblick, der sich am besten als »lebendig« im Gegensatz zu »tödlich« kennzeichnen läßt. Als eiu Beispiel von dem, was sie in einer vollen Prosa-Seite zu geben vermag, verweisen wir ans die ersten zwei Blattseite» der ersten und vierten »Hymne an die Nacht« in unserer Novalis-Ausgabe. ES mag wohl sonderbar heißen, daß eine solche Letter nicht mehr gebraucht wird. Für die Zilverdistel bedeutet cs denn auch eine Ehre, die erste gewesen zu sein, die ihren Wert erkannte und es verstand, ihn anzuwenden. Mit dieser Letter wurden in den folgenden Jahren gedruckt »Lanscloet van Dencmarken« (1913), »llmnaneas sans paroles« (1814), »Gedichte« von Novalis (1916). Inzwischen war das Verlangen, eine eigene Letter zu besitzen, bei den Leitern der Zilverdistel stets größer geworden. Sie wandten sich an den englischen Letternschneider Lncien Pissaro; mehrmals reiste van Noyen zn diesem Zwecke nach England. Eine zweite Leiter sollte der Holländer De Roos schneiden. Es waren jahrelange Bemühungen, Hin- und Herversuche, der Weltkrieg droht- öfter? das ganze Unternehmen kahmzulegen. Aber bic Leiter waren unermüdlich in ihrem Ansporn, auch in ihrer Kritik; De Roos glückte es, sie zu befriedigen, und van Noyen rühmt von seinen Lettern, die schließlich angenommen wurden, 1171
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