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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.12.1931
- Strukturtyp
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- 1931-12-08
- Erscheinungsdatum
- 08.12.1931
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- Deutsch
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X; 284, 8. Dezember 1831. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. b. Dtschn Buchhandel. Drucktechnische Papierprüfmcthoden. — Hierüber spricht Dr.-Fng. Dr. phil. Julius Bekk-Berlin, am Mittwoch, dem 8. Dezember ISA, abends 8 Uhr in der Typographischen Gesellschaft zuLeipzig im Deutschen Buchgewerbchause, Dolzstraße 1. Gäste sind sreund- lichst eingeladcn. Dichtung der Nachkriegszeit. — Unter diesem Motto läßt die Fichtegescllschaft in Berlin, die an ihren Abenden mit Richard Bitiingcr und Hans Grimm einen grossen Erfolg hatte, im ehemaligen Herrcnhausc am Freitag, dem 1l. Dezember 1031, 8 Uhr abends die Dichter Paul AloerdeS, Werner Bcrgcugruen und Ernst Wiechert aus ihren Werken lesen. Zur Einleitung spricht l)r. Bruno E. Werner über »Die Zeit als Prüfstein des Deutschen Schrifttums«. Auch zu diesem Abend stehen den Mitgliedern des Berliner Buchhandels Karten zum Vorzugspreis von je —.75 NM zur Verfügung. Vortrag. — Unser Wiener Berichterstatter Herr Kommerzialrat Friedrich Schiller wird in der Volkshochschule Volksheim Wien, XVI., Lubo Hartmannplatz 7, am 12. Dezember, 7 Uhr abends einen Vortrag: »Ernste und heitere Skizzen aus der G e s ch i ch t e d er Bü ch er u n d d e r Bü ch e rs a m in l e r« halten. Eintritt frei. Die Ausstellung »Französische Illustratoren der Gegenwart«, die vom Deutschen Buchmuseum aus eigenen Bestäube» im Ausstel lungsraum der Deutschen Bücherei zu Leipzig veranstaltet wurde, ist bis zum 15. Dezember verlängert worden. Der Be such ist ausserordentlich rege. Es wurden bisher bereits 2000 Besucher gezählt. «Heltweg« Arbeitsgemeinschaft Essener Juugbuchhändlcr. —Die letzte Veranstaltung in diesem Jahre findet am Freitag, dem 11. De zember, abends um 20 Uhr in der »Erholung«, Essen, II. Hagen 'Nr. 50 statt. Fräulein Irmgard Kenn aus Köln, die sich in kürzester Zeit durch ihr fängst erschienenes Buch »Gilgi« einen Namen ge macht hat, wird Interessantes »Aus der Werkstatt einer Dichterin« erzählen. Hierzu lade ich die Kollegen von Essen und Umgebung recht herzlich ein. Gäste sind willkommen. Theo Neher. »Hauss« Verein Jüngerer Buchhändler c. V., Stuttgart. — In den verflossenen zwei Monaten konnte der »Hauff« mit einem sehr reichhaltigen Programm an die Öffentlichkeit treten. Am 14. Oktober lauschte stm »Hindcnburgbau« ein zahlreicher Zuhörerkreis mit leb hafter Anteilnahme den hochinteressanten Schilderungen unseres Kol legen A l b i n R c t t c l b u s ch aus seiner Zeit »als Kriegsgefangener in Tunesien«. Am 28. Oktober begannen wir mit einem Referate des Herrn vr. Arndt Ledig über Harichs Roman »Primaner« unsere »literarischen Turmzimmerabcnde«. Die anschließende Aus sprache war sehr lebhaft und eingehend. — Als sehr dankenswert müssen wir bei dieser Gelegenheit die Tatsache erwähnen, daß die Firma Koch, Ness L Oetinger die uns zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten in entgegenkommender Weise durch neue Ausmalung zu einem um so anziehenderen Aufenthalt gemacht hat. Zur Erinnerung an den 1020 gestorbenen bedeutenden Wiener Jndologen Leopold v. Schroeber, der diesen Winter seinen 80. Ge burtstag feiern könnte, veranstalteten wir am 18. November im Hotel »Hospiz Viktoria« einen »Leopold v. S ch r o e d e r - A b e n d«, auf dem der Privatgelehrte und Schriftsteller Fritz Brcbow lt allmllnz in anderthalbstllndigem Vortrag Leben und Schassen des Forschers und Dichters klar und eindringlich darstellte. Der Abend war umrahmt von Weisen aus dem sür Schroeder so bedeut samen »Tannhäuser», deren vollendete Wiedergabe wir Fräulein Liselott Schotte, Herrn W. Schotte und Herrn Carl Rappl zu ver danken hatten. Fritz Bredow las am Schluß des Abends noch aus eigenen Gedichten vor! Mit einem weiteren »Turmzimmcrabend« am 25. November unter dem Thema »Gustav Schröe r«, eine Plauderei aus seinem Leben mrd Werk, zeigte uns Herr Alex. Hase in kurzen Züge» die Gestalt eines edlen Vorkämpfers für Volk und Heimat und gab an schließend durch Vorlesung einiger Kapitel gute Proben Schröerscher Erzählungskunft sowie Einblicke in sein Ringen um die Seele des deutschen Bauern. B. Ans Brasilien. — Von sehr geschätzter Seite wird uns aus einem Privatbriefe die nachfolgende Mitteilung eines deutschen Pfarrers in Sao Leopolds zur Verfügung gestellt, in der über die Ent wicklung und den Stand des deutsche» Buchgewerbes in dem Staate Rio Grande bo Sul berichtet wird. Es heißt da: »1824 kamen die ersten deutschen Kolonisten in den hiesigen Staat. Dieselbe» brachten an Bllchermaterial wohl nur das Allernotwcnbigste mit: einige Ge sang- und Gebetbücher, Fibeln und biblische Geschichte» und das eine oder andere Erzählungsbuch. Da man gleich tu den ersten Jahren mit der Errichtung deutscher Schulen begann, so erschien schon 1832 als erstes deutsches Druckwerk, srcilich in lateinischen Let tern, eine deutsche Fibel, die den Titel sührt: A-B-C-Buchstabier- und Lesebuch, zunächst für die Colonic von S. Lcopoldo. Motto: »Was Hänschen nicht gelernt hat, lernt Hans nimmermehr.« — In den ersten zwanzig bis dreißig Jahren des Bestehens der deutschen Kolonie konnte von einem regelmäßigen Bücher- und Zeitjchrislcu- verkchr mit Deutschland schon wegen des Mangels einer sichere» Postverbindung nicht die Rede sein, gingen doch die ersten Briefe für die deutschen Kolonisten zuerst an den Preußischen Gesandten in Rio, und dieser besorgte sic alsdann hierher. Erst mit der Anstellung deutscher Geistlicher kam seit 1850 nach und nach ein regerer Bllcher- und Zeitschriftcnverkehr in Gang. Bon dein Anwachsen des hiesigen Buchgewerbes zeugen folgende Zahlen: 1874: 3 deutsche Druckereien und Buchhandlungen, 3 Zeitungen und Zeit schriften, 2 Kalender: 1024 : 34 deutsche Druckereien und Buchhand lungen, 18 Zeitungen und Zeitschriften, 7 Kalender. Mit dem Anwachsen des deutschen Buchgewerbes nahmen auch die Verüsfentlichungen zu. Der Mehrzahl nach waren cs Schul bücher und GelcgenhcitSschristen, manches war auch Sammlung von Zeitungsfcnilletons in Buchform. Fast jede Buchhandlung besitzt auch eine kleine Druckerei, meistens verbunden mit einer Buch binderei.« Wie billig deutsche Bücher in Siidbrasilic» jetzt hergestellt wer den, geht aus einer weiteren Äußerung des gleichen Gewährsmanns hervor: »Die Konkurrenz entsteht den, ans Deutschland eingcsührtcn Buche dadurch, daß bei der jetzige» Geschäftslage die hier hcrgestell- tcn Bücher sich wohlseilcr stelle» als die aus Deutschland bezogenen: z. B. kostet ein vor kurzem neu erschienenes Lesebuch, reich illustriert, 340 Seite», nur 5 Milreis, nach dem jetzigen Kurs 1 NM.; ein Ka lender, 120 Selten Inhalt lohne die Anzeigenj mit säst 100 Illustra tionen 2 Milreis - 40 Psg.«. Französisch als erste Fremdsprache. — Wie der Amtliche Preußi sche Pressedienst mitteilt, hat der Preußische Minister sür Wissen schaft, Kunst und Volksbildung zur Vereinheitlichung des Beginns der neueren Fremdsprache an den höheren und mittlere» Schulen Preußens durch Erlaß vorn 27. November 1031 folgendes augcordnet: Von Oster» 1032 ab ist an allen g r u n dständige n höheren Schu len das Französische die erste »euere Fremdsprache. Zu Ostern 1032 haben demnach auch die Schulen, die bisher mit den. Englischen als Fremdsprache begannen, das Französische in den neu z» errichtenden Sexten, die Schulen, die mit Latein ausangen, allgemein das Frau- zösische in den neuen Quarten etnzufllhren. Bei Beginn der zweiten neueren Fremdsprache können die Schulen zur gegebene» Zeit sich entscheiden, welche Sprache Haupt spräche werden soll. Ein Preisausschreiben. — Welches der in dem »Lustigen Ridea- musbuch« enthaltenen Gedichte gcsätlt Ihne» am besten? Für die lustigste Antwort i» Versen oder Prosa hat der Joses Singer Verlag A.-G. in Berlin Preise von 100.—, 30.— und 20.— Mark sowie 12 Büchcrpreise ausgesetzt. — tlber die nicht alltägliche Entstehungs geschichte dieses Preisausschreibens teilt der Verlag folgendes mit: Bei Herausgabe des Lustigen Rideamus-Buchcs konnte zwischen Autor und Verlag keine Einigung erzielt werden über den Begriff der »besten Werke«. Es solgten erregte Konferenzen und eines Tages stellte Rideamus, der im Nebcnamte Nechtsanivait ist, dem Verlage eine Kcststellungsklagc zu mit dem Anträge »anzuerkcnncn, daß der Autor allein befugt ist, zu entscheiden, welches seine besten Werke sind«. Der Rechtsstreit endete mit einem außergericht lichen Vergleich, in dem der Verlag sich dazu bereit erklärte, die beiderseitig ausgewählten Werke aufznnehmcn und im Wege eines Preisausschreibens -das Publikum als unparteiischen Dritten die strittige Krage entscheide» zu lassen. Preußische Bibliotheksprüsung. — In der Zeit vom 4. bis 27. März und vom 14. Oktober bis k. November 1031 fanden i» den Räumen der Preußischen Staatsbibliothek die 55., 50., 57. und 58. Bibliotheksprüsung statt. Zur 55. und 5V. Prüfung waren 13 männ liche und 07 weibliche Anwärter zugelas-sen. 2 Prüflinge traten iväh- rend des Examens zurück, 4 weitere bestanden nicht. 74 Anwärter haben die Prüfung bestanden, davon 12 mit der Gesamtnote »gut«. — In die 57. und 58. Prüfung traten 8 männliche und 81 weibliche An wärter ein. 8 von ihnen traten während der Prüfung zurück, 7 wei tere bestanden nicht. 74 Anwärter haben die Prüfung bestanden, da von 17 mit der Gesamtnote »gut». Für Polen verboten. — Das im Georg Müller Verlag, München, vor kurzem erschienene Berk: »Das ist Polen«, von F. W. v. Oertzen, dem langjährigen Korrespondenten deutscher Blätter in Warschau, wurde laut Erlaß der polnischen Regierung für- Polen verboten. 1059
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