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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.05.1930
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1930-05-24
- Erscheinungsdatum
- 24.05.1930
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- Deutsch
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X- 119, 21, Mai 1930. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. b. Dtschn vuchHanbet. bestimmte Organisation gegründet, der »U. I. kV N«, das heißt »liap- proekement intelleetuel kraneo-nippon« (die intellektuelle Annähe rung zwischen Frankreich und Japan). Im übrigen ist dies nicht die erste Organisation dieser Art, da der im letzten Jahre in Tokio gegründete »Vaisan-Lejjclomej« ähnliche Zwecke verfolgt und schon viel zur Durchdringung Japans mit französischer Literatur beige- trageu haben soll (z. B. durch Aufführung französischer Stücke in der japanischen Hauptstadt). vr. Ue-Paris. Eine neue Geschichte der Vuchdruckerkunst. Die Arbeit unserer Generation am Buch war ungewöhnlich. Was wir in früher Jugend miterlebten, war die Schaffung des modernen Buches, die Loslösung von einem erstarrten, häßlichen Buchtyp. Nasch ergriff die Bewegung alle Länder und ist heute noch nicht zum Stillstand gekommen. Neben dieser tatsächlichen Leistung ging die geistige Beschäftigung mit dem Buch einher. Wohl keine Generation kann sich rühmen, die Geschichte des Buchdrucks so vor wärts getrieben und erhellt zu haben wie unsere. So ist es be greiflich, daß der Wunsch vorliegt, ein Fazit zu ziehen und einen großen Überblick über den Stand der gewonnenen Einsichten zu geben. Bogeng*) unternimmt es, eine umfassende »Geschichte der Buch druckerkunst« zu schreiben. Das Monumentalwerk, wie es sich selbst nennt, soll die Geschichte der Buchdruckerkunst von Gutenbergs ersten Versuchen bis zur Gegenwart umfassen. Der erste Band, ein starker Foliant von über 600 Seiten und etwa 120, zum Teil doppelseitigen, Tafeln, im Demeter-Verlag, Hellerau bei Dresden erschienen, liegt vor. Er umfaßt die Frühzeit des Buchdrucks bis zum Jahr 1500. Bevor auf ihn eingegangen wird, sei kurz das Programm des ganzen Werkes gegeben. Nach dem Buchdruck der Renaissance und des Barock soll ganz besonders sorgfältig das 18. Jahrhundert, die Wiedergeburt der Buchdruckerkunst, vertreten sein. Die klassischen Schriften der Fleischmann, Caslon, Baskerville, Bodoni, Didot, Unger sollen ausführlich behandelt werden, was ja sehr verständlich ist, da sie einen so ungemeinen Einfluß auf die moderne Typographie ausübten. Auf die Behandlung der modernen Buchkunst soll ein technischer Teil als Abschluß des Werkes folgen, der die Geschichte der Handpresse bis zur modernen Rotationsmaschine, die Erzeugung des Papiers von der Bütte an bis zu unseren großen Niesenpapier- maschinen veranschaulicht. Die reichlichen Reproduktionen sind alle in Originalgröße gegeben. Wieviel Bände das Werk umfassen soll, ist noch nicht bekannt. Der erste Band, »Der Frühdruck«, ist in drei Abschnitte aufge teilt: die Geschichte des Papiers, Vorgeschichte der Bild- und Buch druckkunst und Geschichte der Wiegendruckzeit. Dieser dritte Abschnitt umfaßt mit mehr als 100 Seiten den Kern des Bandes. Ausgehend von dein Gedanken, daß ohne das Vorhandensein des Papiers der Erfindung des Buchdrucks der Boden gefehlt hätte, gibt Bogeng eine breite und übersichtliche Schilderung der Ge schichte des Papiers. Eingelcitet ist diese durch eine eindrucksvolle, große Karte, die den tausendjährigen Weg der Papiermacherei von China (IW v. Chr.**) über den vorderen Orient (751 Samarkand, 703 Bagdad, 906 Cairo, 1100 Fez) nach Spanien 1150, Südfrankreich 1189, Montefano in Italien 1276 und als die erste deutsche Papier stadt Ravensberg 1312**) zeigt. Man liest sich leicht in das interessante Thema hinein, um so mehr als erfreulicherweise der ganze reiche Stoff in den Text ohne jede Anmerkung verarbeitet ist. An der Abwandlung des Stoffes baut Bogeng das Buch auf und nicht etwa historisch Jahr um Jahr. Das erschwert vielleicht die Benutzung des Buches als Nachschlagewerk; andererseits erzieht es dazu, das Ganze zu lesen — und das ist vielleicht das Bessere. Uber die Vorläufer des Buchdrucks, die Briefdrucker und Form schneider, wurde in den letzten 20 Jahren von der zünftigen Wissen schaft viel geschrieben, vielleicht etwas zu viel. Die Vorgänge sind wohl nicht so kompliziert, wie sie dargestellt wurden. Bogeng geht auch erfreulicherweise selbstverständlich und mit sicherer Hand über diese Zeit der Einblatt- und Blockdrucke hinweg. Ebenso ist der Gutenberg-Coster-Streit, der in der Wissenschaft unserer Tage so viel Raum einnimmt, nicht zu breit gestaltet, Gutenberg, wie nicht anders denkbar, in sein Recht einsetzend. Das Material über Chinas Block- und Buchdruck, das an dieser Stelle notwendig hereingehört, ist dagegen begrüßenswerterweise breiter und ausführlicher als ge wöhnlich gegeben, ebenso wie die Technik auch durch manche gute *) G. A. E. Bogeng. Geschichte der Buchdruckerkunst. Der Früh druck. Demeter-Verlag, Hellerau b. Dresden. Folio. (Mk. 100.—, geb. Mk. 125.—.) **) S. dazu die Bemerkungen von K. Löffler im Zentralbl. f. Bibliothekswesen. Jahrg. 47, H. 4. Abbildung der Werkzeuge, meist nach Tafelwerkcn des 17. und 18. Jahrhunderts unterstützt ist. Gutenbergs Anfänge sind aus dem nicht sehr übersichtlichen Material nach der letzten wissenschaftlichen Redaktion dargestellt, alle zweifelhaften Stellen sind betont und nicht eigenwillig gedeutet. Es verdient überhaupt hervorgehoben zu werden, daß Bogeng alle die vielen offenen Fragen nicht mit Hypo thesen und Erklärungstheorien übertüncht, sondern genau die von der Forschung gefundenen Tatsachen darstellt und die Lücken offen läßt. Die Quellen selbst sind reichlich zitiert, sodaß der Leser sich selbst ein Bild machen kann. Für den deutschen Buchdruck konnte Bogeng auf gutem Fundament bauen, liegt doch hier Voulliömes unüber troffenes Werk »Die deutschen Drucker im 15. Jahrhundert« vor. Nach Mainz werden die großen Frühdruckorte Straßburg, Köln, Augs burg, Ulm, Nürnberg usw. durchgenommen, Zusammenhänge aufge deckt und die einzelnen bedeutenden D)rucke genannt. Dazwischen immer große und kleine Exkurse über den Buchholzschnitt, sein Ver hältnis zum früheren Einblattholzschnitt, Betrachtungen über die Auf lagenhöhe der Drucke, die wirtschaftliche Lage der Drucker, die ersten Zeichen des Verlages, Kalenderdruck, Buchdruckerpersonal, Buch drucker-Wanderungen, musikalische Typographie, Typisierung, Signete usw. So wird mehr als die Hälfte des Buches ausgefüllt, bevor Bogeng zur niederländischen und kurz darauf zur italienischen Buch druckerkunst kommt. Diese ist eingeleitet durch eine Betrachtung über die Antiqua und die rasche Umkehr zur Gotik und die Rück wirkung dieser neuen italienischen Gotik auf die nordische Typo graphie. Subiaco und Rom sind eingehend geschildert, nicht weniger Venedig. Auch hier lag guter Grund zum Bauen vor: Haeblers Werk über die deutschen Drucker im Ausland. (Haebler hat, wie Bogeng dankend erwähnt, den ganzen dritten Abschnitt über den Wiegendruck überprüft — eine bessere Redaktion wäre kaum möglich gewesen.) Der letzte Hauptabschnitt behandelt die Ausbreitung der Buch- drnckerkunst in Frankreich, Spanien, England und im Norden und Osten Europas. Der Band endigt mit kurzen zusammenfassenden Betrachtungen über die Gesamtleistung der Jnkunabelproduktion und einem ausführlichen Personen- und Sachregister. Ein Wort noch zur Ausstattung des Werkes. Das große Format erlaubte, die Druckbeispiele in der richtigen Größe beizugeben. Meist ist durch einen leichten gelben Plattenton die Originalpapiergröße angedeutet. Die Auswahl der Abbildungen ist vielseitig. Wie schon erwähnt, kam die Seite der Technik in den Abbildungen nicht zu kurz. Die Farbenlichtörucke, die beigegeben sind, müssen als sehr gelungen bezeichnet werden. Im ganzen ein Monumentalwerk im guten Sinne des Wortes. vr. Ernst Weil, München. Lrelle's lieclienlgfeln, vvelobs alles ^lultiplirisren unck Oiviäitzrev mit 2akl6ll unter l'ausencl gsn? ersparen, bei grösseren Walter cke Oru^ter L 6o. 1930. VII, 501 Leiten, kolio. 6eb. kill 26.—. Immer mehr bricht sich neuerdings die Erkenntnis Bahn, daß auch der Buchhandel ohne eine eigene Geschäfts- und Betriebsstatistik nicht mehr auskommen kann. Vorstehend genanntes Werk — die altbekannten Rechentafeln von vr. A. L. Crelle — bieten nun allen denen in unserm Beruf, die geschäftlich statistische Berechnungen und Kalkulationen vornehmen müssen, eine schnelle und bequeme Hilfe. Anläßlich der soeben als Neudruck erschienenen Ausgabe dürf ten einige Zeilen hierüber angebracht sein. Dieses mit Bienen fleiß zusammengetragene und in mustergültiger Weise hergestellte Zahlenwerk kommt nicht nur allein für alle Büros der Industrie, des Versicherungsgewerbes usw., sondern auch für die des Handels und nicht zuletzt für die der größeren Betriebe im Buchhandel in Frage. Crelle's Rechentafeln haben den Vorzug, daß ohne weitere Zwischenrechnung das fertige Produkt mühelos abgelesen werden kann. Zur weiteren Bequemlichkeit der Benutzer sind in der vor liegenden Neuausgabe eine ganze Reihe Verbesserungen und Erweite rungen eingeführt worden. So wurden z. B. die in den früheren Ausgaben fehlenden Multiplikatoren 10 bis 990 jetzt hinzugefügt. Da durch, daß neuerdings der Multiplikator und die Multiplikanden- Hunderte nicht nur am Kopfe einer jeden Seite stehen, sondern auch am Fuße einer jeden Seite wiederholt sind, erhöht sich die Brauch barkeit der Rechentafeln entschieden. Die Satzanordnung ist außer ordentlich übersichtlich gestaltet. Die Tabellen selbst sind in so genannten englischen Ziffern, die klar und deutlich geschnitten sind, hergestellt. Geschickt angebrachte Zwischenräume und Linienführungen erhöhen weiterhin die Übersichtlichkeit. Die Rechentafeln sind in For mat und Umfang vergrößert worden, ohne daß die Handlichkeit irgendwie beeinträchtigt wurde. L. Sch. 493
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