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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.06.1922
- Strukturtyp
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- 1922-06-10
- Erscheinungsdatum
- 10.06.1922
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- Deutsch
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Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. 133. 10. Juni 1922. Betrügerischer Bankrott. — Der Verlagsbuchhändler Friedrich Otto Börner aus Leipzig, Uber dessen Verur teilung wegen Darlehnsschwindeleien wir schon einmal im Bbl. 1922, Nr. 36 berichteten, besaß vor dem Kriege eine Verlagsbuchhandlung, in der er Landkarten und Globen vertrieb. Er übernahm dann den Vertrieb gewisser Bücher, von denen zwei wegen ihres Inhalts beschlag nahmt wurden. Börner, der ein flottes Leben gewöhnt war, nahm große Darlehen auf und verpfändete dafür jedesmal sein gesamtes Ge- schäftsinvcntar, trotzdem dies schon lange nicht mehr sein Eigentum war. Auf diese Art gelang cs ihm, Beträge in Höhe von 'A Millionen Mark zu erschwindeln. Mit dem Gelde lebte er ans großem Fuße. Er ver kehrte in ersten Weinlokalen, richtete sein Kontor in der elegantesten Art ein und machte große Reisen. Weiterhin richtete er in seiner Woh nung ein Atelier für Filmaufnahmen ein. Aus der Sache ist dann aber nichts geworden, da der Konkurs eintrat. Hierbei stellte es sich nun heraus, daß Börner seit Jahren keine Bücher mehr geführt hatte. Um seine Gläubiger zu täuschen, fertigte er eine Phantasiebilanz an. Die Gläubiger werden im günstigsten Falle mit 20 bis 25 Prozent abge- fnnden werden können. Das Schwurgericht verurteilte Börner unter Anrechnung einer wegen Betrugs verhängten Strafe zu 3)4 Jahren Zuchthaus und 4 Jahren Ehrverlust. schäftigt und eine Geschichte der englischen Aviatik geschrieben, von der !ein Band erschienen ist. Mit den Arbeiten zur Fortsetzung beschäftigt, ! machte Sir Naleigh von Ägypten aus eine Reise im Flugzeug nach ! Bagdad und Mosul. Bei einem Aufenthalt in der Wüste erkrankte er an einem Fieber, dem er jetzt erlegen ist. Beschlagnahmte Druckschriften. — Die Beschlagnahme der Nr. 20 der periodischen Zeitschrift »I-a Vis Uarisienne« vom 20. Mai 1922 wird angeordnet, da die Abbildungen Seite 408 und 410 un züchtig sind. 126 0 3006/22, 17 I 455/22. Berlin, 26. Mai 1922. Das Amtsgericht Berlin-Mitte. (Deutsches Fahndungsblatt, 24. Jahrg., Stück 7001 vom 6. Juni 1922.) MllllilllnMWen. 50jähriges Buchdrucker-Jubiläum. — Am 1. Juni feierte Herr Wilhelm Möller in Oranienburg sein 50jähriges Buch druckerjubiläum. Er begann seine Lehrzeit in einer Bnchdruckerci seiner Vaterstadt Bayreuth. Nach einer Wanderzeit, die ihn u. a. nach Küstrin, Dessau, Dresden und wiederholt nach Berlin führte, arbeitete sich der völlig mittellose Buchdrucker durch eigene rastlose Tüchtigkeit zum Geschäftsführer mehrerer großer Berliner Firmen empor, gründete dann 1894 eine eigene Druckerei in Berlin, der bald ein Verlag angegliedert wurde. Nach der Übersiedlung nach Oranienburg erfolgte der Erwerb des »Oranienburger Tageblatts«. Bald faßte die Firma auch in Hermsdorf festen Fuß durch den Ankauf der »Hermsdorf-Waidmannsluster Frohnan-Glienicker Zeitung«, die von einem Sohne des Jubilars geleitet wird. Vor kurzem konnte der Buchdrnckereibetrieb durch einen umfangreichen Neubau erweitert werden. Jubiläen. — Auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit in ein und demselben Hause kann am 15. Juni Fräulein Helene Seidel, Proku ristin des Verlags Duncker L Humblot in München, zurückblickcn. Zuerst in Leipzig, die letzten 10 Jahre in München hat Fräulein Seidel in unermüdlichem stillen Schaffen zu dem Wciterblühen und zu der Erhaltung des alten Glanzes der Firma Duncker L Humblot, die im Jahre 1923 selbst 125 Jahre alt wird, wesentlich beigetragen, seit 1914 als Prokuristin mit an leitender Stelle. » Am 8. Juni vollendeten sich 25 Jahre, seit Herr Otto Müller in dem bekannten Musikverlag Aug. Cranz G. m. b. H., Leipzig, als Lagerist tätig war. Ein Opfer der Röntgenstrahlcn. — Einer der beliebtesten Ärzte am Pilgerspital in Neapel, Professor Coppola, ist als Opfer der Wissenschaft infolge der fortgesetzten Einwirkungen der Nöntgcnstrahlen gestorben. Coppolas Verdienst ist es, wenn heute die meisten Kranken häuser in den italienischen Städten mit Bestrahlungsapparatcu ausge rüstet sind. Obwohl seit längerer Zeit krank und seit zehn Monaten an durch Hautverbrennung entstandenen offenen Wunden leidend, wollte der Stoiker nichts von einer Aufgabe seiner Tätigkeit wissen, ja, er wachte sich daran, in einem Buche die klinischen Erscheinungen an seinem eigenen Leibe zu schildern, bis ihm der Tod die Feder aus der Hand wand. Sein Leichnam wird auf Ncgieruugskosten feierlich bestattet. Sir Walter Alexander Raleigh f. — In Oxford ist Professor Sir Walter Alexander Naleigh gestorben. Seit 1904 war er in Oxford Professor sür neuere englische Literaturgeschichte und hat viele Schriften über Milton, Shakespeare und Wordworth veröffentlicht. In der letzten Zeit hat sich Sir Raleigh auch mit Luftschiffahrt be- öpreWal. Direkt oder über Leipzig?*) Die Erwägungen und Berechnungen, ob der direkte oder der Leip ziger Weg zurzeit der billigste sei, nehmen kein Ende. Sie werden stets dadurch hinfällig gemacht, daß entweder Leipzig oder die Post wieder ausschlägt. Tie Frage müßte aber eigentlich nicht die sein, welcher Weg der billigere ist, sondern welcher Weg verbilligt werden, bzw. relativ billig gehalten werden kann. Und das ist natürlich nur der Leipziger- Weg, den der Buchhandel selbst in der Hand hat. Wodurch läßt er sich verbilligen? Erstens durch stärkste Benutzung. Je mehr Sendungen über Leipzig gehen, um so geringer werden die auf jede Sendung tref fenden allgemeinen Spesen sein und um so günstiger wird bei einer Wiederbelebung in größtem Maßstab Leipzig selbst arbeiten können». Zweitens durch sorgfältige Bearbeitung jeder Bestellung und Benutzung des Adreßbuchs. Immer mehr Verleger unterhalten in Leipzig Aus lieferungslager, um dem Sortiment die Leipziger Bestellungen be schleunigt zu liefern. Eine Bestellung an den Verlagsort bedeutet in diesem Falle zum mindesten erhöhte Spesen, in der Regel Zeitverlust. Drittens durch genaue Angabe der Lieserungsart. Nicht »bedingt« be stellen, wenn keine Kontenführung ausdrücklich vereinbart ist. Wenn nur kurzfristige Ansichtssendung gewünscht wird, so dies ausdrücklich angebeu. Erhöhung der Einlösungsgrenze in Leipzig auf 200 bis 300 Mark, entsprechend der Geldentwertung. Viertens durch eine groß zügigere Behandlung des eigenen Verkehrs mit Leipzig: täglicher oder wenigstens dreimal wöchentlicher Zettelbrief, wenigstens wöchentliches Frachtgut oder Postpaket, wenn nur 4—10 Kilogramm Sendun gen vorhanden sind. Die Spesen sind relativ wohl höher als im Frieden, sind aber entweder durch den Teuerungszuschlag oder durch die höheren Bücherpreise, die in Bälde sich der allgemeinen Preislage anpassen werden, hereinzubringen. Mit dem Jnflußkommen des ge steigerten Leipziger Verkehrs wird sich dies außerdem verbessern. An Leipzig und den Kommissionären wäre es aber zurzeit, durchgreifende Neuerungen in Vorschlag zu bringen. Es ließe sich sicher noch vieles umgcstalten, um Leipzig gegenüber der Post wieder den Vorzug zu geben, und vielleicht findet der deutsche Buchhandel dann auch gegen über der Post einmal ein starkes Wort. Daß viel getan wird, um Ver günstigungen zu erreichen, soll nicht verkannt werden. Aber die Art. wie die Post sich in letzter Zeit, seit sie ihre Tarife der neuen Zeit an gepaßt hat, sich mit kleinlichsten Maßnahmen beschäftigt, um ja die Ausnutzung der billigen Drucksachentarife unmöglich zu machen, läßt durchaus die Frage berechtigt erscheinen, ob die Post da ist, den Verkehr zu verhindern oder ihn zu ermöglichen. Man muß da ein mal eine ganz deutliche Sprache reden, damit die Bäume der Post nicht in den Himmel wachsen, und nicht jede Entscheidung, jede neue Anord nung mit geradezu an Feigheit grenzender Selbstverständlichkeit hin nehmen. Vorsicht bei Verwendung von Einschlagpapier! Durch Zufall brachte ich heraus, daß einer meiner Privatkunden in den Besitz des Börsenblattes gekommen war, da er mir auf eine dortige A n z e i g e hin o f f e r i e r t e! Ich stellte ihn darob zur Rede und erfuhr nun, daß ein Gemütsathlet von einem »Kollegcn< die meinem Kunden gelieferten Bücher in ein Börsen blatt einwickelte! ! Es gibt also immer noch Kollegen, die unser Fachblatt als Wurstpapier benutzen! Es sind wohl diejenigen, die es nie lesen, sonst müßten sie wissen, daß eine derartige Ver wendung untersagt ist. —r. Dücher-Verkaufswagen. . (Vgl. Bbl. Nr. 131.) Lieferanten für diese fahrbaren Bücherwagen sind folgende Firmen: Continent-Vertriebs-Ges. m. b. H., Hannover, Andreaestr. 9, Roes! er L Co., G. m. b. H., Leipzig-Mockau. Red. *) Entnommen aus den »Mitteilungen des Verlages Franz Ludwig Habbel zu Negensburg«, Heft 1, dos Interessenten kostenlos vom Verlage beziehen können. Für die Redaktion verantiv. z. Zt.: Hauptschriftlcitcr Or. Gerhard Men z. — Verlag: Der B ö r s e n v e r e t n dr r Deutschen Buchhändler zu Leipzig. Deutsches Buchhändlcrhauö. — Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 2Ü lBuchhandlerhauS). 832
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