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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.06.1922
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- 1922-06-10
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- 10.06.1922
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Redaktioneller Teil. A4 133, 10. Juni 1022. ' M»————— Das neue deutsche Metallgeld. — In der nächsten Zeit kommt das neue Metallgeld zur Ausgabe. Die eine Seite der Mllnzcn trägt einen Adler von vorn gesehen mit ausgebreitcten Schwingen. Die andere Seite trägt die runde Umschrift Deutsches Reich und unten zwei kleine Hichenzweige. In der Mitte steht in großen Antiquabuchstabcn die Wertangabe Eine, bzw. Fünf Mark. Das Einmarkstück, etwas größer als die jetzige Fttnfzigpfennigmüuze, erreicht nicht ganz die Abmessungen der alten »Goldmark«, das Fllnfmarkstück hat etwa Talergröße. Prciöaufgabc über Rechtsschutz geistigen Eigentums. — Die Italienische Gesellschaft zum Studium des Jndustriercchts (8oe!etä Italiana per §11 8tucU cki viritto Inckubtrial«) hat dem Seminar flir Jndustrierccht in Hamburg einen ersten Preis von 2000 Mark und einen zweiten Preis von 1000 Mark für eine Arbeit über denNechts - schütz italienischerSchrift-und Ton werke inDeutsch- land zur Verfügung gestellt. Die Einlieferung hat bis zum 31. März 1023 zu erfolgen. Das Preisgericht besteht aus drei Dozenten, die die mchts- und staatswissenschaftliche Fakultät aus ihrer Mitte erwählt. Überblick über den Besuch der Hochschulen. — Nach dem Kriege setzte an den Hochschulen ein furchtbarer Andrang ein, der trotz vielen Abmahnens, trotz der immer größer werdenden Not der Studierenden noch immer anhält. Vielleicht ist an den Universitäten ein Stillstand zu verzeichnen: aber an den Technischen Hochschulen steigt die Zahl der Studierenden weiter, und die Landwirtschaftlichen Hochschulen sind so überfüllt wie noch nie. Der Besuch der Universitäten zeigt jetzt noch eine Steigerung von zirka 30°/« gegenüber den Friedensjahren, der der Technischen Hochschulen aber eine starke Verdoppelung der Studie renden. Die Zahl der Univcrsitätsstudenten, vor dem Kriege 60 000 und wenige Jahre früher noch 40 000, war nach Kriegsende auf 90 000 hinaufgeschnellt. Im Sommer 1921 betrug ihre Zahl 87 147 und jetzt 82 668. Die Technischen Hochschulen, vor dem Kriege von 12 OVO Stu denten besucht, hatten im Herbst 1920 22 976 Besucher und im letzten Winter 25 556. Doch scheinen die dringenden Warnungen vor einzel nen überfüllten Berufen etwas gefruchtet zu haben, natürlich strömen dafür die Unschlüssigen nun den anderen Berufszwcigen zu, sodaß diese ebenso überfüllt werden. Den neuesten Bcsuchsziffern der ein zelnen Berufe fügen wir diejenigen von 1914 bet, woraus die Verände rungen gegenüber der Friedenszeit und die rapiden Steigerungen bei den meisten Berufen erhellen. Nur das Studium der Theologie beider Konfessionen wird immer mehr vernachlässigt. Evangelische Theolo gie heute 2974 (4370), katholische Theologie 1795 (2050), Rechtswissen schaft 16 834 (9840), Medizin 15 110 (16 048), Zahnheilkunde 4167 (976), Philosophie und Philologie 12 823 (14 400), Mathematik und Natur wissenschaften 9257 (8132), Pharmazie 1112 (1100), Staatswis- scnschaften (Nationalökonomie) 17 714 (3836), Forstwissenschaft 490. Wir sehen also, daß der starke Zugang zur Medizin und zur Philologie Zum Stillstand gekommen ist, und daß die jungen Semester nun massenhaft den Staatswissenschasten, der Zahnheilkunde und der Rechtswissenschaft sich zuwcnden. Die verhältnismäßigen Ziffern ver anschaulichen dies deutlicher. Während vor dem Kriege erst 6,3 v. H. der Studentenschaft Staatswissenschaften studierten, sind es heute 21,4 v. H., bei den Zahnärzten sind die entsprechenden Zahlen 1,6 und 5,0 v. H., bei den Juristen 16 gegen 20, bei den Medizinern 26,2 und 18,2 v. H., bei den evangelischen Theologen aber 7,1 gegen 3,6 v.-H., bei den katholischen Theologen 3,3 und 2,1 v. H. Die technischen Studien zeigen folgende Entwicklung: Architektur studieren heute 1811 (gegen 2193 im Sommer 1914), Bauingenieurwesen 3311 (2767), Maschinen- ingenicurwesen 8306 (3118), Elektrotechnik 5129 (1307), Mathematik und Naturwissenschaften 3735 (1544), Bergbau und Hüttenwesen 1234 (576), Schiffs-und Schiffsmaschincnbau 365 (234), allgemeinbildende Fächer 1483 (493). Bemerkenswert ist, daß die neugegründeten Uni versitäten mehr Zulauf haben als die alten, ja daß letztere sogar einen Abgang zu verzeichnen haben. Aus den einzelnen Besuchszahlen, denen wir diejenigen der Vorkriegszeit gcgenüberstellen, erhellt dies besser: Berlin 12 724 (8538), München 8984 (6626), Leipzig 5660 (5360), Frankfurt 4367 (gegründet 1914), Köln 4107 (gegründet 1919), Bonn 4010 (4524), Breslau 3707 (2810), Hamburg 3660 (gegründet 1919), Göttingen 3349 (2834), Würzburg 3307 (1605), Halle 3222 (2855), Frei- burg 3138 (3118), Heidelberg 2941 (2424), Tübingen 2745 (2219), Münster 2718 (2170), Jena 2562 (2000), Marburg 2250 (2522), Königs berg 1976 (1543), Gießen 1910 (1432), Kiel 1758 (2642), Erlangen 1725 (1300), Greifswald 1242 (1451), Rostock 1128 (1000). Japanische Stiftung für deutsche Prcisarbeitcn. — Die Wirt schaftshilfe der Deutschen Studentenschaft veranstaltet ein Preisaus schreiben von insgesamt 15 000 Mark für die beste Arbeit über die geistige, wirtschaftliche und sittliche Bedeutung des Werksstuden- ten. Die Beteiligung steht allen Studierenden offen, die vor oder während ihres Studiums eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben. Die 830 zur Verteilung gelangenden Geldpreise sind vom Präsidenten des ja panischen Arbeitgeberverbandes zur Verfügung gestellt worden. (Die Arbeiten sind bis 1. Dezember 1922 bei der Wirtschafts hilfe der Deutschen Studentenschaft, Dresden-A., einzureichen.) Der Naterlandsdank für die akademische Jugend. — Die Not unse rer akademischen Jugend wird immer erschütternder, die Durchführung des Studiums immer schwieriger. Für weite Kreise der Studenten schaft bedeutet heute die Studienzeit eine Kette von körperlichen Ent behrungen, die den in der Entwicklung stehenden jungen Menschen schweren Schaden zufügt. Diese Jugend aber ist es, von der wir die ungeheure Krastanspannung erwarten, Deutschland zu erneuern und wieder aufzurichten. Deshalb bedarf es dringender Hilfsbereitschaft aller Kreise, die zu materieller Unterstützung in der Lage sind. Zu allererst hat die Wirtschaft cs für ihre Pflicht gehalten, hier mit- zuhclfen. Als die Notlage der wissenschaftlichen Institute untragbar wurde, übernahm die Wirtschaft durch die Gründung der Notgemein schaft der deutschen Wissenschaft, der Bayer-Gesellschaft, Liebig-Gesell- schaft, Helmholtz-Gefellschaft und anderer den schwersten Teil der Last. Heute gilt es, unsere akademischeJudend selb st bei Kräften zu erhalten. Wie wir hören, sind dem »V a t e r l a n d s d a n k«, der als erster seit etwa drei Jahren dieser Aufgabe, und zwar zugunsten der am niedergedrücktesten Schicht unseres geistigen Mittelstandes ge dient hat, von der rheinisch-westfälischen Montanindustrie erneut Mit tel in Höhe von 15 Millionen Mark zugeführt worden. Weitere Kreise der Wirtschaft werden sich diesem Vorgehen anschließen. Der »Vater landsdank« wird diese Mittel breitesten Kreisen der Studentenschaft zur Verfügung stellen. Ein weiterer Ertrag von 5 Millionen Mark ist der dringend notwendigen Erhaltung und Aufbesserung der akade mischen Mittagstische zugeführt worden. Anthroposophischer Kongreß in Wien. — In Wien begann am 1. Juni unter großem Zulauf der We st o st ko ngreßder Anthro posophischen Gesellschaft, für den «in Holländer 20 Mill. Kronen gestiftet haben soll. Zugegen waren vr. Rudolf Steiner und- auffällig viele Würdenträger Altöstcrreichs, darunter die ehemaligen Botschafter Graf Mensdorff und Dumba. Der vom Kaiser Karl in den Grafenstand erhobene Exkabincttsdirektor Ludwig Polzer hielt die Begrüßungsansprache, in der er behauptete, daß das langjährige Zusammenleben der österreichischen Deutschen mit den Angehörigen vieler Völkerschaften sie Menschheitsfragen und der Anthroposophie zu gänglicher gemacht habe. T-er Schweizer Schriftsteller Ernst Uehlis sprach über »Zeitgeist und Weltgewissen«. Die bedeutendsten Anthropo- sophen versuchen seit einigen Tagen, durch aufklärcnde Vorträge und Artikel in den Zeitungen darzutun, was Anthroposophie sei, aber sowohl in einer Ärzte- wie in einer Presseversammlung versicherten nicht un bekannte Männer, daß sie trotz eifrigstem Nachdenkens und Studiums selbst der Werke Steiners bis zur Stunde noch nicht wissen, was die nerten Propheten wollen. Gesellschaft zur Förderung der Universität Münster. — Auf der Mitgliederversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Westfäli schen Wilhelmsuniversität Münster teilte deren 1. Vorsitzender, General direktor vr. Vocgler, mit, daß die Rheinisch-Westfälische Montanindu strie 300 000 Mark zur Verfügung gestellt habe mit der Bestim mung, daß dieser Betrag verwandt werden solle, um der Not unter den Studenten zu steuern. Die hochherzige Spende wurde von dem Rektor Prof. vr. Rosemann mit Worten wärmsten Dankes ange nommen. Eine medizinische Akademie in Düsseldorf. — Nach einem von der Stadtverordnetenversammlung noch zu genehmigenden Abkommen zwi schen Magistrat und preußischer Negierung verpflichtet sich die Stadt Düsseldorf, die bisherige Akademie für praktische Medizin, die fortan den Namen Medizinische Akademie in Düsseldorf führen wird, so auszugestalten, daß Studierende der Medizin, die die ärztliche Vor prüfung bestanden haben, an ihr die weiteren medizinischen Studien bis zur ärztlichen Schlußprüfung vollenden können. Der Ausbau der Akademie hat, wie die »Deutsche Medizinische Wochenschrift« schreibt, nach dem Maßstab der medizinischen Fakultät einer mittleren Uni versität zu erfolgen und allen Anforderungen zu entsprechen, die sich für den medizinischen Unterricht aus der jetzigen und künftigen Prü fungsordnung für Arzte ergeben. Die Lübecker Stadtbibliothek beging am 28. Mat die Feier ihres 3 0 0jährigen Bestehens. Uber die Geschichte der Lübecker Stadt bibliothek unterrichtet eine Abhandlung, die der jetzige Leiter, Vr. Pieth, versaßt hat, und die gleichzeitig mit einer Arbeit von vr. Paul Hagen über die deutschen theologischen Handschriften dieser Bibliothek
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