231, 4. Oktober 1929. Fertige Bücher. B «rl-nblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 7581 Als wir nach einer guten halben Stunde ihnen nachfolgten, fanden wir sie in angeregtester Unterhaltung mit dem Kerl, der Lisbeth auf der Promenade in Nervi gegrüßt und so unverschämt zugezwinkert hatte. Er hielt Lisbeths Hand in seiner linken und fuhr mit dem rechten Zeigefinger — krabbelnd, wie mir schien — über ihre ausgestreckte Handfläche. Mir sprang alles Blut zum Herzen, und hätte weiß Gott was gegeben, wenn ich in diesem Augenblick meilenweit wo anders gewesen wäre. Denn diese Frechheit vor meinen leiblichen Augen konnte, wenn ich meiner Frau nur noch einmal imponieren wollte, nur ein furchtbares Ende nehmen. Ich ballte die Faust in der Hosentasche, um klammerte entschlossen das Schlüsselbund und »Kommt schnell!" winkte Lisbeth, »Der Herr Baron de Risotto —" »de Rosolio!" verbeugte sich der Kerl. »Das sind unsere Männer! Der Herr Baron liest mir gerade aus der Hand!" »Ein bißchen Chiromantie" lächelte der Baron uns zu, „es ist keine Zauberei dabei; reine Wissenschaft." Blickte prüfend auf Lisbeths Hand, „Ah, gnädige Frau, ah — Ihr liebenswürdiges Gemüt verdient den reizenden Herrn, den Sie in kürzester Zeit näher kennenlernen werden!" „Oh, machte Lisbeth Und wurde rot. „Erlauben Sie mal" versuchte ich zu scherzen, obwohl in mir alles kochte, „erlauben Sie mal, das sind schöne Sachen. Ich stehe hier als Mann meiner Frau dabei und Sie, Herr — Herr Baron —" »Pardon" und zuckte grinsend die Achseln, „wir können der Natur keine Vorschriften machen. Ich sage nur, was die Hand der gnädigen Frau unbedingt zeigt. Hier, sehen Sie selbst diese Linie — das ist ein hübscher junger Herr, adlig, schwarz " „Oh", schwarz!" sagte Lisbeth. »Er nähert sich — hier sehen Sie die dünne Linie von rechts — sie kommen immer näher zusammen — hier dieser winzige Schnörkel, das sind Sie — er bleibt zurück die beiden Linien treffen sich — hier ist die Vereinigung — das ist Schicksal!" Und legte mir wie zum Tröste die Hand auf die Schulter. „Ich werde diesem Schicksal gebührend zu begegnen wissen!" fuhr ich heiser vor Wut heraus und nahm mir vor, bei der Rückfahrt in Genua einen Revolver zu kaufen. ^ins veiter-s Xostppobs folgt mor-gsn OKUttoSkLMkkkoan von DU. «anr osnnc * vsr Vsrkasssr, vormaligst' l.sitsr riss Planetariums in Nürnberg, stellt in ssinsm >VsrIcckon in bs- sonttsrs gesctiicktsr uncl glücklictisr k^orm ciis Lrunttlagsn clsr Xstro- öev/sgungsn im plonetsnsvstsm vor ^ugsn gstükrt. Letter interessierts t-ois, jsttsr I.isbkobsr-^stronom ist cloksr Köutsr. In keiner Sctiul- bibliotksk ctort ss tsklen. ks ist übsrroscttsntt billig un6 gssckmack- voll kartoniert. XuÜerttsm entkält os 38 l'sxtobb. Der Preis beträgt: 2.so S 1—3 Exemplars netto NIss. 1.65 10 uncl mslir kxsnipl. netto Nbl. 1.55 Iss s n g e n p d e i s s gestoltetl carri. xoc« nürrnskk«; Soeben wurde ausgegeben: Rudolf Herzog Lieoklang vom Lebensweg AuSgcwählte Gedichte In Büttenumschlag Rm. 4.50, Ganzleinen Rm. 7.— * * » Luxusausgabe in 200 vom Verfasser eigenhändig signierten Expl. auf handgeschöpstem Zanders-Bütten. In feinstem Ganzlederband mit echter Goldpreffung Rm. r8.— Die Ausstattung beider Ausgaben besorgte Professor Hugo Steiner-Prag Wir bitten Firmen, die noch nicht bestellt haben, sÄj ihren Bedarf unverzüglich auszugeben ^ I. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachf. Stuttgart und Berlin Börsenblatt f. d. Deutschen Buchhandel. V6. Jahrgang.