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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.04.1929
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- 1929-04-09
- Erscheinungsdatum
- 09.04.1929
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X- 81, 9. April 1929, Redaktioneller Teil. BSrlenbl»» f.d. Dttchn. Buchhandel, Verein der Buch« und Musikalienhändler Lettlands. Durch die infolge der diesjährigen außergewöhnlichen starken Kälte noch immer anhaltende Verkehrssperre im Rigaschen Meer busen sind unsere Mitglieder der Möglichkeit beraubt, rechtzeitiges Absenden der Remittendcn gewährleisten zu können. Der Trans port auf dem Landwege aber bedeutet eine nicht tragbare Mehr belastung der ohnehin enorm hohen Spesenlasten, Wir bitten daher die Herren Verleger um Nachsicht bei der Annahme der Rücksendungen, Riga, den 2. April 1929. Der Vorstand des Vereins der Buch- und Musikalienhändler Lettlands. Das Seminar für Duchhandelsbetrlebslehre an der Handelshochschule in Leipzig im Wintersemester 1S28/2V. Im vergangenen Semester hatte das Seminar 17 Teil nehmer, darunter 2 weibliche. Von diesen 17 Teilnehmern waren 13 buchhändlerisch bereits vorgebildct; 9 von ihnen sind auch gegenwärtig noch berufstätig, und zwar verteilen sie sich folgendermaßen auf die einzelnen Berufsspartcn: Verlag 2, Sor timent 2, Antiquariat 5. Die übrigen 8 Teilnehmer betreiben zur Zeit ihre Studien an der Handelshochschule und der Univer sität; 2 von ihnen stehen im 2., 1 im S., 2 im 6. und 3 im 8. Studiensemester. Von diesen 17 Teilnehmern sind 2 seit 1 Se mester, 9 seit 2 Semestern, 4 seit 3 Semestern, 1 seit 5 Semestern und 1 seit 6 Semestern Mitglied des Seminars. Die darin zum Ausdruck kommende Bindung in die fortlaufende Arbeit des Se minars ermöglichte es wiederum, Aufgaben zu behandeln, die ein gründliches Studium des betreffenden Stoffgebietes erfordern. Teilweise waren diese Aufgaben Grundlage für künftige Diplom arbeiten. Die Untersuchungen des Seminars konnten nach verschie denen Seiten gefördert werden. Uber das Semester waren 9 Re ferate, 2 öffentliche Sitzungen und 1 Diskussionsabend verteilt. Im Rahmen der Untersuchungen über die deutschen Biblio theksetats wurden -Die Etats der Schulbüchereien behandelt. (Auszug siehe Bbl. 1928, Nr. 271 und 273.) Zu Grunde lagen zwei an die höheren Schulen und die Handels schulen des Freistaates Sachsen gerichtete Rundfragen, die vom Volksbildungsmtnisterium unterstützt worden waren, und das Material einer von der Hauptstelle der sächsischen Jugendschrif tenausschüsse veranstalteten Erhebung über die Volksschul- büchereisn. Dargestellt wurde die historische Entwicklung bis zu dem wichtigen Erlaß des preußischen Volksbildungsministeriums vom 9. Juni 1928, Aufbau und Organisation der Büchereiarbeit bei den verschiedenen Schulgattungen und die Kaufkraft der Etats in der Vorkriegszeit und in der Gegenwart. Damit konnten die vorhergegangenen Untersuchungen über die kommunalen Bü chereimittel (siehe Bbl. 1928, Nr. 162) vervollständigt werden. Die Arbeit ergänzte das im Sommersemester behandelte Thema -Der Jugendliche und das Buch- und stand im Zusammenhang mit den weiter unten noch zu erwähnenden Beiträgen zur Jugendschriftenfragc. Im Anschluß wurde die pädagogische Auf gabe, die den Schulbüchereien in der Erziehung zum Buche zu fällt, behandelt. Das Ziel ist, bei dem der Schule entwachsenden jungen Menschen ein Praktisches und lebendiges Verhältnis zu den Gesamtbildungsmöglichkeiten des Buches gegründet zu haben. Besonders wichtig erscheint hier die Frage, inwieweit die Schul büchereien an die Gegenwart heranführen. — Die bücherei statistischen Untersuchungen des Seminars werden im Sommer semester mit einem überblick über die Entwicklung der Volks büchereietats abgeschlossen. Diese etatstatistische Arbeit wurde ergänzt durch eine pro duktionsstatistische Untersuchung: »Die Entwicklung der Kinder- und Jugendschriftenproduktion seit 19 0 0«. Grundlage ist ein überblick über die engen Beziehungen zwischen Jugendschrisl und pädagogischer Zeitanschauung. Mit 382 der Kunsterneuerungsbewegung am Ende des vorigen Jahr hunderts beginnt für die Jugendschrift ein neuer Abschnitt. Die Reformen der neugebildeten Prüfungsausschüsse, die Kritik an der spezifischen Jugendschrift haben einen beachtlichen Einfluß auf die innere und äußere Gestaltung der Jugendschrift und damit auf die Produktion und den Markt ausgeübt. Diese Verhältnisse werden nach verschiedenen Seiten durchleuchtet: Zahl der Neu erscheinungen, der beteiligten Berlage, der Auflagen, die Durch schnittspreise, die Schriftenreihen usw. Hier werden einbczogcn die Beziehungen zwischen Schullesebuch und Jugcndschrist mit ihren sehr wesentlichen Auswirkungen auf die Produktion, die Ursachen und Folgen der Saisonbedingtheit, die Überproduktion und dann die besonderen wirtschaftlichen bzw. soziologischen Ein flüsse: Verarmung, Verminderung der Zahl der Eigenwohnun gen, Lockerung der Familie, das Auseinandersallcn der literari schen Interessen und pädagogischen Einsichten bei der älteren und der jüngeren Generation, der Geburtenrückgang, der durch den Krieg bedingte Ausfall an Kindern und Jugendlichen. Hier schließt sich ein Referat an mit dem Thema: »DieAn- sichten führender Pädagogen seit Comenius über die Bedeutung des Buches für die Schule». Neben die finanz- und buchwirtschastliche tritt die besondere pädagogische Betrachtung. Die Werke der Pädagogen selbst bilden das Quellenmaterial dafür. Die Entwicklung führt vom Huma nismus (Comenius) über die Frühausklärung (John Locke, Leib- niz und Rousseau), den Pietismus (Aug. Herm. Francke) und die Aufklärung zu den beiden großen Anregern und Gestaltern Pestalozzi und Herbart. Von der Lcrnschule des 19. Jahr hunderts führt der Weg zur Arbeitsschulidee des 20. Jahr hunderts mit ihren markantesten Vertretern Kerschensteiner und Gaudig. Sehr aufschlußreich für die buchhändlerische Beurtei lung dieses ganzen Gebietes bis zu den Fragen der Verleger und Sortimenterpraxis ist, wie jede neue pädagogische Idee neue Anschauungen über das Schulbuch bringt; wie der Weg vom Lehrbuch zum Lern- und Lesebuch und weiter zum Arbeits- und Erziehungsbuch geht. — Dieser Stoff soll im kommenden Semester mit einer anderen, die bisher gewonnenen Ergebnisse aus bauenden Arbeit über die Jugendschriftenproduktion fortgeführt werden. Der Käuferkunde war ein historisches Thema gewidmet: »Die Ermittelung von Käuferschichten aus den Subskriptionslisten». Das ist ein noch unerschlossenes Gebiet, dessen Bearbeitung geeignet ist, interessante Aufklärung über den Wandel der Abnehmerkreise in ihrer Zusammensetzung und Verbreitung zu geben. Das Material für den ersten Versuch in dieser Richtung boten eine Anzahl Werke von Louise Karschin, Wieland, Nicolai, Götter, Panzer, Herder, Joh. von Müller, Goethe, Pestalozzi und einigen anderen, heute unbekannten Autoren aus dem Gebiete der Wissenschaften und der schönen Literatur vom Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts. Untersucht wurde die beruflich-ständische (soziologische Struktur) und die landschaftliche Gliederung (Absatzgebiete) der Käufer. Dies führt über die käuserkundliche Betrachtung hinaus zu den älteren Vertriebsmethoden, ihren Ursachen, Wirkungen und Wandlungen. — Auch diese Arbeit wird im kommenden Semester auf Grund der gewonnenen Einsichten in die anzuwendende Methode fort geführt werden. Von hier führten mancherlei Verbindungen zu einem Referat über »Die Geschichte des Antiquariatsbuchhan dels in wirtschaftsgeschichtlichem überblick». Damit wurden frühere Arbeiten über die geschichtliche Entwick lung der einzelnen Berufssparten (Musikalienverlag, Kommis sionsbuchhandel) fortgesetzt. Die Aufgabe war, in knapper Zu sammenfassung des sehr umfangreichen Stoffes die wichtigsten Tendenzen in der Marktbildung, Betriebsentwicklung, Vertriebs- Weise und Eingliederung in die Buchhandelsorganisation im Verlaufe der sich ablösenden Wirtschaftsperioden herauszuarbei ten. (Verhältnis zu den Wissenschaften: Bibliotheken und Uni versitäten, Spezialisierung, Standortsfrage, Warencharakter, Preisbildung, Auktionswesen und Bibliophilie, innerer und äußerer Markt). Auch an dieser Aufgabe wird im Sommer semester weitergearbeitet werden.
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