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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.02.1931
- Strukturtyp
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- 1931-02-21
- Erscheinungsdatum
- 21.02.1931
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- Deutsch
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X; 44, 21, Februar 1931, Redaktioneller Teil, Börsenblatt f. d.Dtschn.Buchhandel. wurde, daß er das Buch mit nach Hause nahm und mit steigender Lust an dem Abend zu Ende las. Er behielt die Exemplare im Laden, empfahl das Buch seinen Kunden, die es kauften und weiter empfah len. Es war im Jahre 1918 erschienen. Der geschilderte Vorgang spielte sich im Jahre 1921 ab. Bis dahin lautete die Geschichte jenes Buches: 150 Besprechungsstücke verschickt und darauf 320 Stück ver kauft, dann lag das Buch brach. Im ersten Jahre der Neuentdeckung wurden im eigenen Laden 700 Stück verkauft und 300 nach aus wärts gesandt. Dann machte sich der junge Verleger daran, sein erstes Rundschreiben und seine ersten Anzeigen aufzusetzen, alles zu gunsten jenes Buches. Es wurde bestellt, wenn auch nur in ein bis drei Stücken. Bald aber erhöhte sich der Absatz und es ging besser als neun von zehn neuen Büchern. Im Jahre 1930 wurde das erste Hunderttausend erreicht. Der Titel des Buches ist: »Ich« Cbevalior de 6oukkl6i-8«. — So kann man im eigenen Buchladen noch Ent deckungen machen. Solche Bücher nennt der Herausgeber der Zeit schrift: »Brot- und Butter-Bücher«, die viel mehr beachtet werden müßten. Die »American vibrarz^ ^88oeiatjon« hat beschlossen, dem Ge danken eigener Verlagstätigkeit näher zu treten. Die Bibliothekare wollen nicht dem Buchhandel, mit dem sie sehr gut stehen, Wettbewerb machen, sondern nur eine fühlbare Lücke ausfüllen. Es handelt sich um Werke älteren Ursprungs, die von den Verlegern etwas vernachlässigt wurden. Oft konnten die Büchereien solche Bücher, die ständig bei ihnen verlangt werden, vom Verlag nicht erhalten. Nun wollen sie sie eben selbst herausgeben. Zunächst sind die Papiermacher, Drucker und Buchbinder aufgefordert worden, ihre Gutachten abzugeben über die Herstellung solcher fehlenden Bücher. Die »Ku886t1 Lts^e Foundation« hat eine drei Seiten umfassende »Bibliographie der Arbeitslosigkeit« herausgegeben. Das Heftchen ist bei dieser Gesellschaft: New Aork, 130 East 22nd Street für 10 Cents zu haben. Die Regierung, die ja in Amerika recht unvor bereitet der Arbeitslosenfrage gegenübersteht, begrüßt diese Unter suchung des vorhandenen Schrifttums, denn man will nicht nur Mittel und Wege suchen, die Arbeitslosen geldlich zu unterstützen, sondern die Ursachen dieser neuen Zeiterscheinung erkennen können. Vor hundert Jahren gründeten zwei unternehmende junge Drucker, die Brüder George und Charles Merriam, in Springfield eine Buchhandlung. Sie fingen bann bescheiden mit dem Verlegen eines »Ckild's Ouide« an und Übernahmen nach Noah Websters Tode dessen Werke. Webster hatte zunächst ein Lehrbuch der englischen Sprache geschrieben, das er einem kleinen ländlichen Drucker über geben hatte. Es ging aber so gut, baß der Verfasser jährlich 5000 Z Einnahmen daraus hatte, was ihm ermöglichte, sein Wörterbuch mit Ruhe auszubauen. Das Lehrbuch wurde von den Merriams fünfzig Jahre später abgegeben, bis dahin (1889) sollen über 60 Millionen Stück verkauft worden sein. Merriams warfen sich dann ganz auf das Wörterbuch, und es war ihr Ehrgeiz, das beste Ein-Band-Wörter- buch herauszubringen. Websters Wörterbuch machte den Verlag G. und C. Merriam zu einem weltberühmten Haus. Im Jahre 1850 verfügte der Staat Massachusetts, daß das Buch in jeder Schule sein müsse, der Staat New Aork folgte, und so wurde bald der Webster das Schulwörterbuch ganz Amerikas. Im Jahre 1859 wurden Bilder eingefllgt, wie auch Merriams die ersten waren, die Bilder in ihren Zeitungsanzeigen benutzten. Den zwei Brüdern gesellte sich später der dritte, Homer Merriam, hinzu, der als letzter seines Namens in der Firma sich im Jahre 1904 vom Geschäft zurückzog. Dieses seltene Fest des 100jährigen Bestehens eines großen Ver lagshauses wurde im amerikanischen Buchhandel sehr beachtet. Sch. Bibliotheksankaus. — Die Bibliothek von vr. Leopold Hirsch berg, Berlin, deutsche Gesamtausgaben aus der Zeit Klopstocks bis Gottfried Keller umfassend, ist in den Befitz des Antiquariats von Müller L Gräff übergegangen und soll voraussichtlich im Mai in Stuttgart zur Versteigerung kommen. Starb Gutenberg eines gewaltsamen Todes? — In einem Kodex des Kölner Stadtarchivs sind Verse des bekannten Humanisten Jo hannes Butzbach von 1514 enthalten, nach denen der Erfinder der Druckkunst eines Tages aus feinem Haufe herausgezerrt, auf einen Karren gesetzt und unter Geschrei aus der Stadt hinausgefahren worden sei; später habe man ihn in einem Fasse erstickt gefunden. Die wissenschaftlich bisher noch nicht erörterte Krage, ob Gutenbergs Tod, von dem weder Tag noch Jahr sestfteht, ein gewaltsamer war, wird jetzt von Museumsdirektor vr. Ruppel-Mainz in der »Zeit schrift für Deutschlands Buchdrucker« einer Prüfung unterzogen. Danach ist es überhaupt ungewiß, ob Butzbach, der den Namen Guten bergs als den des Erfinders der Druckkunft möglicherweise gar nicht gekannt hat, in seinen Versen Gutenberg oder etwa den Johannes Fuft gemeint hat, dem damals vielfach die Erfindung zugeschrieben wurde. Dessen Bruder Jakob aber ist 1462, als bei der Erobe rung von Mainz durch Adolf von Nassau ein Fusthaus niederge brannt wurde, zu Tode gekommen. Eine Verwechslung der Per sönlichkeiten wie der Umstände durch die spätere Mainzer Volkssage erscheint nicht ausgeschlossen; jedenfalls ist eine wissenschaftliche Sicherheit dafür, daß Gutenberg eines gewaltsamen Todes gestorben sei, nicht gegeben. Heinrich Heine-Gesellschaft. — Im Hamburg wurde am 17. Fe bruar 1931, am 75. Todestag des Dichters, eine internationale, über parteiliche Heinrich Heine - Gesellschaft gegründet. Die Gesellschaft will im Heineschen Geist eine Kampffront gegen jegliche Kulturreaktion bilden, soll das Werk des Dichters pflegen und ganz volkstümlich machen. Geplant ist ferner die Schaffung eines Heine- Archivs und eines Heine-Preises. Der Jahresmindestbeitrag ist RM 6.—. Anmeldungen zur Mitgliedschaft nimmt Buchhändler Carl Henry Hoym, Hamburg 36, Kaiser Wilhelm-Straße 16, entgegen. Warnung! — Ein junger Mann im Alter von etwa 35 Jahren sucht feit einiger Zeit Berliner Sortimenter und Antiquare auf, gibt an, der Inhaber der Berlin-Gubener Hutfabriken zu sein und läßt sich eine große Anzahl Bücher für die Fabrikbibliothek und auch für eine Klubbibliothek zurücklegen, die er gegen bar am nächsten Tage abholen lassen will. Am Schluß der Verhandlung bittet er, ihm 2—3 Bücher im voraus mitzugeben. Wenn dieses ohne Bezahlung verweigert wird, verschwindet er, oder bietet ein anderes Buch — das er wohl erschwindelt hat — zum Kauf an. Als Adresse nennt er H. Goetz, Berlin, Allensteiner Straße 23. Vorkommendenfalls bitte ich den betreffenden jungen Mann anzuhalten. BerlinW15. JosephJolowicz, Buchhandlung und Antiquariat. Schwindler. — Am 16. Februar erschien in meiner Buchhand lung ein mittelgroßer, schlanker Herr, der angab, ein Hochzeits geschenk zu brauchen im Werte von 50—100 Mark. Er sah sich alles mögliche an, schwankte dann zwischen Goethes Werken (6 Bände, Halb leder, Jnselausgabe) und Kellers Werken (4 Bände, Leder, Jnsel- ausgabe). Da er sich nicht schlüssig werden konnte, bat er, beide Werke in seine nahegelegene Wohnung zur Auswahl zu senden, damit er sie seiner Frau zeigen könnte. Ein Werk und der Bettag für das andere sollte am kommenden Vormittag abgeholt werden. Am anderen Morgen war er jedoch nicht anzutteffen, und ich hörte, daß er ohne Mietszahlung mit den Büchern verschwunden sei. Es handele sich offensichtlich um einen Schwindler, denn er sei ohne jedes Gepäck eingezogen. Der angegebene Name (vr. Sorat) ist wahrscheinlich falsch. Da anzunehmen ist, daß er den Trick auch anderweitig anwendet, bitte ich, ihn feststellen zu lassen, auch wenn die Ware etwa zum Kauf angebvten wird. Alle Mitteilungen erbeten an Neudeutsche Bücherstube, Halle, Saale, oder auch direkt an die Kriminal- Polizei, Halle, 5. Kommissariat. 'ßersonalnacbrickten. Gestorben: am 15. Februar Herr Bruno Konrad Giesecke, Mit inhaber der Firma B. G. Teubner in Leipzig. Der Verstorbene wurde am 27. September 1878 zu Leipzig als jüngerer Sohn des Mitinhabers der ebenfalls auf typographischem Gebiete führenden Firma Giesecke L Devrient vr. Bruno Giesecke, geboren, besuchte die Thomasschule seiner Vaterstadt und genoß eine gediegene fachmännische Ausbildung sowohl in verschiedenen heimi schen wie auch in amerikanischen Druckereien und Maschinenfabriken. Er besuchte ferner die Münchener Technische Hochschule und die Gra phische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und weitete seinen kauf männischen Blick auf einer ausgedehnten Reise um die Welt. Am 1. Juli 1904 trat er in die Firma ein und widmete sich seinen Nei gungen entsprechend zunächst der: Ausgabe, die von der Technik er reichten Fortschritte dem eigenen Betriebe nutzbar zu machen und ihn möglichst rationell zu gestalten. Im wesentlichen nach seinen An gaben wurde der große Neubau in der Poststraße durchgeführt, den die Firma zum 100jährigen Jubiläum im Jahre 1911 bezog. Später übernahm er dann die Leitung der mathematisch-naturwissenschaft lichen Verlagsabteilung und je länger je mehr auch die kaufmän nischen und finanziellen Dispositionen. Seiner Tatkraft ist es vor allem zu danken, daß die Firma in jeder Weise gerüstet war, als sie durch die Schulreform vor Aufgaben gestellt wurde wie kaum jemals 163
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