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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.05.1925
- Strukturtyp
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- 1925-05-09
- Erscheinungsdatum
- 09.05.1925
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- Deutsch
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7728 Börsrnblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. idi- 1V8/I0S, g. Mai 1925. Bekanntmachung. Herr vr. jur. Euchar Albrecht Schmid i. Fa. Karl- May-Bcrlag, Fehsenseld L Co., Radebeul, überwies uns 80« Mark zur Erlangung der immerwährenden Mitglied schaft unseres Vereins. Herr vr. jur. Otto Lieb mann !. Fa. Otto Liebmann, Berlin, unser langjähriges immerwährendes Mitglied, überreichte uns 50» Mark »Zum 24. April 1925». Wir danken herzlichst für diese beiden Zuwendungen. Der Vorstand des UnterstLtzungsvcrcins Deutscher Buchhändler und Buchhandlungs-Gchülfen. vr. Georg Paetel. Max Schotte. MaxPaschke. Reinhold Bor stell. Friedrich Feddersen. Die Eröffnungs-Feier in Florenz. Deutschland hat einen unbestrittenen Sieg errungen, und wir haben allen Grund, uns dessen zu freuen. Statt selbstgedrechsclter Worte wollen wir einfach in Übersetzung wiedergeben, was in der ersten Besprechung der Ausstellung die gelesenste Florentiner Zeitung am Tage nach der Eröffnung geschrieben hat: „Was den Deutschen Pavillon betrifft, so finden wir hier „das non plus ultra an Anordnungskunst, an künstlerischer „Schönheit des Buches, verbunden mit Nützlichem und Prak tischem. Und so kann auch diesmal, wie immer, Deutschland „nicht sein Renommee verleugnen, das es an Gelehrsamkeit und „Fleiß unter den geistig und industriell hochstehenden Nationen „einnimmt. Daher ist es überflüssig, hervorzuheben — ohne „irgendeiner andern Nation zu nahe treten zu wollen —, was „an Vortrefflichkeit, Überlegenheit und Vollendung in der dies jährigen Kulturdarbietung die Schaustellung des deutschen „Buches bietet. Was man sich nur vorstellen kann an Maß- kalten, Vollendung und Vollständigkeit in der Kunst des „Drückens, sowohl im Hinblick auf die Technik des Drückens, „als auch auf Jntellektualität — eine Jntellektualität, die die „weitesten Gebiete des menschlichen Wissens umfaßt —, ist hier, „obwohl nur in gedrängter Auswahl, in staunenerregender „Weise vertreten: Bücher der Kunst und der Wissenschaft, antike „und moderne Literatur, gotische, griechische und lateinische „Schriften, Stiche, Farbdrucke von solcher Vollendung, daß man „glaubt, den Originalen gcgenüberzustehen. „Für diese Ausstellung, an welcher alle bedeutenden Ver leger aus Leipzig, München, Bremen, Stuttgart, Berlin und „ganz Deutschland teilgcnommen haben, bietet der Pavillon „einen würdigen Rahmen, der durch den Ernst seiner Aufteilung „und Ausstattung mehr den Eindruck eines Tempels als eines „Buchladens hervorruft." Wenn ich hinzufüge, daß die Besprechung ohne jede Beeinflus sung von unserer Seite erschien, und wenn man bedenkt, wie schwer es heute immer noch ist, in der ehemals feindlichen Presse effek tives Lob für deutsche Leistung zu finden, so wird man diesen Erfolg doppelt werten müssen. " Wundervoll, wahrhaft glänzend war die Eröffnungsfeier. In dem grandiosen Riesensaal des kalor-o Vecckio versammelten sich etwa zwei- bis dreitausend eingeladene Damen und Herren, während in einem Nebensaal die Spitzen der Behörden und die Vertreter der Nationen den König erwarteten. Es war — nach langen Regentagen — ein himmlischer Florentiner Frühlingsmorgcn. Um 9 Uhr traf der König von Rom her ein; die Kanonen donnerten, bis er den UoloLLo Veeolnv betreten hatte. Nunmehr nahmen am Kopfende des Saales aus hoher Estrade der König, die Minister und Würdenträger, die Diplomaten und die Sprecher der Nationen Platz. Die Reden verliefen in alphabetischer Folge: Britannia — Francia — Germania. Für England sprach ungemein sympa thisch, ja geradezu scharmant der langjährige englische Botschafter in Rom Sir Rennell Rodd, ein Mann mit dem prächtigen Kopf des weißhaarigen vornehmen Briten. Nach ihm für Frankreich der Vicomte Dampicrrc, elegant, glatt, in sehr gewähltem Fran zösisch, aber etwas leer im Inhalt. Dann kam Deutschland an die Reihe, und vr. Gustav Kir stein hielt in italienischer Sprache seine Rede, der folgender deutscher Text zugrunde lag: „Majestät! Exzellenzen! Meine Damen und Herren! „Als die deutschen Verleger, in deren Namen ich hier zu „sprechen die Ehre habe, erfuhren, daß die von der ganzen Welt „bewunderte erste Florentiner Buchmesse in diesem Jahre wieder holt werden solle, ja sogar dank der Fürsorge der italienischen „Regierung, der Munifizcnz der Stadtverwaltung von Florenz „und dem hingehenden Eifer des verehrten Präsidenten zu einer „regelmäßigen Einrichtung werden solle, da war die einmütige „Überzeugung vorhanden, daß es eine Ehrensache für Deutsch land ist, sich wieder an diesem noblen Kulturwerke zu bc- „teiligen. „So bin ich also beauftragt, dieser hohen Versammlung die „Glückwünsche und Grüße des Börsenvereins der Deutschen „Buchhändler zu überbringen und die Hoffnung auszusprechen, „daß die Schau unserer Erzeugnisse, die wir Ihrer Prüfung „unterbreiten, Ihren Beifall finden möge. „Der Sinn einer internationalen Ausstellung kann doch „wohl nur der sein, daß auf gleichem Boden und in edlem „Wettstreit die Kulturländer das zeigen, was sie selbst für das „Interessanteste und Eigentümlichste ihres Schaffens halten. „Was ist nun, werden Sie mich fragen, die Besonderheit des „deutschen Buches? Ist es die Zahl seiner Erscheinungen? In „einem. gewissen Sinne ja. Denn wenn ich Ihnen sage, daß „wir im vergangenen Jahre 28 000 neue Bücher in Deutsch land haben erscheinen sehen, so werden Sie geneigt sein, an- „zunehmen, daß die Eigentümlichkeit des deutschen Buchhandels „die Menge der Bücher ist. „Aber dem ist nicht so. Im Gegenteil — das, wonach wir „deutschen Verleger in immer stärkerem Grade streben: „das ist etwas ganz anderes, nämlich das Suchen nach „der schlichten, gediegenen, Prunklosen Qualität eines jeden „Buches. „Es hat sich bei uns eine Schule von Künstlern des Buch- „gewerbes entwickelt, die nach und nach immer mehr gewachsen „ist und die mannigfachsten Talente in sich vereint. Unter „ihrer Führung hat sich in Deutschland ein Wandel des Stils „vollzogen. Unser Ideal ist nicht mehr, wie noch zur Zeit „unserer Eltern, das glänzende Prachtbuch; nein, unser Ideal „ist heute das in allen Teilen mit höchster Sorgfalt durchge- „arbcitete, solide, einfache und deshalbwahr hastschöne „Buch. Viele unserer besten Verleger lassen sich bei der Aus führung ihrer Produktion ständig von Künstlern beraten, die „ihre höchste Befriedigung darin finden, jedem Buche einen „künstlerischen Charakter aufzuprägen — oft ohne auch nur eine „Linie daran zu zeichnen. „Dieses Streben nach Schlichtheit und Wahrheit „scheint mir das Wesentliche des heutigen deutschen Buchgcwer- „bes zu sein, und wir wären glücklich, wenn wir in den Proben, „die unsere Ausstellung zeigt, bei Ihnen eine Anerkennung „unseres Strcbcns finden würden. * » „Ein geheimnisvoller Zug der Seele hat die edelsten Gei- „ster der deutschen Nation immer und immer wieder trotz und „trotz allem über die Alpen geführt. Und wenn wir hier stehen, „in den Mauern von Florenz, die wie ein Kelch die schönste „Blüte aller Künste umschließen; hier im Schatten der gigan tischen Kuppel; hier, in diesem Hause, das sich heroische Volks- „krast zu unvergänglichem Ruhme errichtet hat; und wenn wir „in diesem Augenblicke bedenken, welche tausendjährigen Bande „unsere Nationen eitra et ultra moutes verbinden: dann haben „wir nur den einen Wunsch, daß die gegenseitige Erkenntnis, „die gegenseitige Achtung und die gegenseitige Freundschaft durch „diese Ausstellung immer enger, immer stärker, immer herzlicher „gestaltet werden mögen."
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