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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.05.1925
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1925-05-09
- Erscheinungsdatum
- 09.05.1925
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
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- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Redaktioneller Teil. — Sprcchsaai. 108 109, 9. Mai 1925. Deutschland ist. Ein treudentscher Mann, waren ihm Li« Ereignisse der letzten zehn Jahre keine Erquickung, doch hat es das Geschick gut mit ihm gemeint- das; es ihm «seine drei Söhne erhielt, die sämtlich im Hecresdi-enist staiiiden; «bei Kriegsausbruch waren die beiden jün gere» aktiv. Sein Geschäft führt er auch heute noch -selbst, -nnb es wird von einer großen Anzahl Frankfurter Sammler sehr geschätzt, sowohl wegen der großen Erfahrung und bes ausgebreiteten Wissens seines Besitzers «als auch wegen seiner vom Zeitgeist wenig berührten Ruhe und Redlichkeit. Wir wünschen dem Jubilar noch viele Jahre in Gesundheit, wozu ihm das Frankfurter Nationalgctränk und Allheilmittel, das »Rewe- blut rwn Aeppelbääm«, verhelfen möge, das ihn bisher neben dem bekanntlich so nahrhaften und bekömmlichen Büchevsta-Ub so frisch er halten hat. öpreAslllll. Was lehrt uns der Fall Bettauer? <VgI, Bbl. Nr. 1«.> Es ist empörend, daß das Börsenblatt für den Deutschen Buch handel mit großein Behagen jeden Angriff auf Juden und Judentum kritiklos abdrucki. Ich habe der Redaktion schon mehrmals den Vor wurf des Antisemitismus gemacht, der, obgleich er mit nichtssagenden Worten bestritten wird, leider gerechtfertigt ist. Zahlreiche angesehene jüdische Firmen müssen sich von ihrem Fachorgan Beleidigungen ge fallen lassen^, die in keiner anderen Berufsvereinigung «möglich wären. Der Full Bettauer hat, obgleich B. Jude war, mit dem Juden tum nichts zu tun. Wir Juden lehmen solche Schweine-Jgel ab, ob sie jüdisch, christlich oder heidnisch sind. Judentum und Pornographie sind auch Gegensätze, wie sie größer nicht gedacht werden können. Ich kenne ungefähr 200 000 Werke der jüdischen Literatur, darunter be finden sich nur etwa 6 Werke mit unsittlichem Inhalt. Und diese sechs Werke sind von Christen verfaßt (wenn sie auch zum Teil den Rainen Jtzig Veite! Stern als Verfasscrnamen tragen). Solange die Juden im Ghetto lebten, kannten sie nur wissenschaftliche, reli- gionsphilosophische und moralische Werke. Das weiß natürlich Herr Siegfried Perschmann nicht. Er weiß auch nicht, daß schon um die Wende des 18. Jahrhunderts, als sich die Mischen Schriftsteller nur in wissenschaftlichen und ausgesprochen jüdischen Werken betätigten, schon eine umfangreiche unsittliche Literatur in deutscher, französischer und italienischer Sprache existierte. Ich be haupte, daß Juden überhaupt erst nach dem Fallen der Ghett-o- mauern duvch ihre nichtjüdische Umgebung mit Pornographie be kanntgeworden sind, und daß sich auch heutzutage mehr Andersgläubige als Juden auf diesem Gebiete betätigen. Diese bedauerlichen Erscheinungen haben mit der jüdischen Nasse genau so viel zu tun, wie die Fälle Denke und Haarmann, in denen erwiesenermaßen jahrzehntelang Kannibalismus getrieben wurde, mit Germanentum. Das Börsenblatt ist nicht dazu da, um Rassenfragen zu behandeln, und solange eine erhebliche Anzahl von Juden Mitglieder des Börsen- vereius find, haben diese das Recht, sich solche Angriffe in ihrem Fachvrgan ernstlich zu verbitten, was meinerseits hiermit geschieht. Die große Anzahl vornehmer, sittlich hochstehender Juden hat es nicht nötig, sich von Herrn Perschmann ihre Anständigkeit attestie ren oder bestreiten.zu lassen. Berlin, 6. Mai 1925. Louis Lamm. Ohne zur Sache irgendwie Stellung zu nehmen, erlauben wir uns, Herrn Louis Lamin aus «folgendes aufmerksam zu machen: 1. Herr Louis Lamm hat übersehen, daß unker der Überschrift »Sprechsaal« ständig ausdrücklich vermerkt ist »Ohne Verantwortung der Redaktion«. 2. Herr Louis Lamm hat vergessen, daß dieselbe Redaktion, die dem Mitglied S. Perschmann nicht verivehrte, in Nr. 104 auf Seite 7401 von seinem Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch zu machen, genau so wenig dem Mitglied N. Löwit-Verlag verwehrt halte, schon in Nr. 07 auf S. 4800 in recht temperamentvoller Weise von dem gleichen Recht Gebrauch zu machen. Herr Louis Lamm wird, wenn er vorurteilsfrei und gerecht denkt, nicht bestreiten können, daß damit seinem Vorwurf angeblicher einseitiger Parteilichkeit der Redaktion jede Grundlage entzogen ist. Die Redaktion, die diesen Vorwurf jedenfalls entschieden zurück weist, ist es längst gewohnt, in allen solchen Fällen als Prügel knabe mißbraucht zu werden. Die Tatsache aber, das; dies von beiden Seiten geschieht, dürfte der beste Beweis dafür sein, daß ihr Unrecht geschieht, weil ihr parteiliche Voreingenommenheit eben nie gerecht zu werden vermag. Daß das Börsenblatt selbst durch seine Redaktion in eigener Verantwortung jüdische Firmen wissentlich und absichtlich wiederholt beleidigt habe, ist eine kühne Behauptung, für die erst noch der Beweis zu erbringen wäre. D. Red. Unter der Fahne „Gut und billig" zu marschieren ist nach den Tatsachen auch bei diesen Buchgcmeinschasten (gemeint sind die sortimenterfeindlichen Verbände: Volksvcrband der Bücherfreunde und Deutsche Buchgemcinschaft) ein Unding. Entweder sind sie billig — dann aber vernachlässigen sie irgendetwas zum Scha den ihrer Mitglieder oder Bücher. Und da versagt der VDB. in seine» Pflicht- und Auswahlrcihen genau so wie die DBG. Die neuerscheinenden Autoren sind meist nicht lebensbcrcchtigt, ab nnd zu nur auch zweitklassig. Die Preise? — Ja da ist effektiv der der Billigste, der das wenigste von seinen Mitgliedern fordert. Relativ der, der das meiste an seine Mitglieder gibt. Mir ist ein Buch zu 4—5 Mark lieber als ein min derwertiges 3—4 Mk.-Buch. Wenn es teurer besser zu erhalten ist, so finde ich auch ein um 1—2 Mk. teureres Buch billiger, wenn es besser ausgestattet ist. als das gleiche in einer anderen Art. »Buchhandel verteuert, ja. aber auch da ist mir mehr damit gedient, wenn ich die Bücher vorher a n - sehen, ans suchen, zurückgeben n nd w i cdcrcrhaltcn kann, als das; ich dies oder das Buch abnehmen muß. Da sehe i ch a n ch n u r V o r t e i l e fürden Abnehmer. U n d so sehr verteuert der Buchhandel auch ni ch t.« So schreibt van Uyl in einem Artikel »Die deutschen Buchgemcin- schafteu« in der deutschen Arbeiter-Zeitung »Der Sturm«, Hannover, vom 22. März 1925. Die Kreise, die sich für die Frage der Buchge- meinschaftcn interessieren, lassen sich am besten eine Nummer dieser Zeitung zuscnden. Der Artikel enthält wertvolle Winke. München. H e r m a n n V o g e l. Bücher ohne Schutz. Aus der Inflationszeit haben manche Verleger, und zwar zum Teil recht große, die Unsitte, die Bücher ohne jeglichen Schuhumschlag zu liefern, noch nicht abgelegt. Die jetzt wieder zum Teil sehr schönen Leinenband« leiden aber beim Heraus- und Hineinstecken ins Lager sehr unter ihrer Nacktheit, und so bitte ich hiermit dringend alle Verleger, daß sie doch ja Min allermindesten einen Schutznmschlag um ein gut gebundenes Buch machen. Liegt es ja doch im Interesse des Verlags, mit diesem Schutzumschlag für den Verkauf des Buches die denkbar beste Reklame zu verbinden. Nirgends kann mau für den augenblicklichen Verkauf des Buches so kräftig wirken wie mit einigen guten Worten auf dem Schutzumschlag und aus seinen Klappen, Möge jeder Verleger den Artikel lm L, Sonderheft der »Reklame- über dieses Thema beherzigeni Mönchen, A, Lempp, Mehr Sorgfalt bei Zeitschriften-Bestellungen. Es ist die tägliche Ersahrung des Zeitschriftcn-Berlegers, daß namentlich Bestellungen des Sortimentsbuchhandels auf Zeitfchrift-en- Fortsetznngen so unklar gehalten sind nnb jeder bisher allgemein üblichen bnchhän-dler eschen Form entbehren, das; es dem Verlag viel fach schwer fällt, in der Auslieferung das Nichtige zu treffen. Vor allem läßt auch die Form «der wiederholten Bestellungen zu wünschen übrig. Sie lassen in der Regel das ursprüngliche Be stell da tum ver missen, auch deckt -sich oft «der Inhalt der Beschwerde nicht mit dem tatsächlich erteilten Auftrags Unter dief-en- Umständen ist es ausg.- schlossen, «daß der Verleger stets richtig expediert. Die Schuld an Ver zögerungen und an der unrichtigen Auslieferung ist meilstens dem gerügten 1'lbelstande «der Bestellung beizumessen. Es erscheint somit im beiderseitigen Interesse dringend geraten, besonders auch bei Zcitschrift-enbestellungen auf die alte bewährte buchhäudlerischc Form Wert zu legen- und die Kontinnierung grundsätzlich durchzuführen. U. Die Adressen VON folgenden B ll ch h a n d l ll tt g s r c i s e n d e n werden gesucht: Matctzki (arbeitet jetzt in Chemnitz) von A. H. Müller Verlag in Halle a. S. (Auskunft wird gern erteilt); Oskar Numplecker von der Firma L. Boltzc Buchhandlung in München-Gladbach (Auskunft wird gern erteilt). Sofortige direkte Benachrichtigungen werden von den genannten Firmen vergütet.
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