Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.09.1929
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1929-09-26
- Erscheinungsdatum
- 26.09.1929
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19290926
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192909263
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19290926
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1929
- Monat1929-09
- Tag1929-09-26
- Monat1929-09
- Jahr1929
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
X-224,28. September 1929. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. Börsenblatt f.d.Dtschn.Buchhandel. nationalisieren. Völker mit einem stark ausgeprägtem Nationalgefühl würden uns nach einer solchen Tat überhaupt nicht mehr als Kultur staat betrachten. Wer nur einen Funken deutschen Gefühls habe, müsse eine solche Zumutung mit Empörung zurückwcisen. Die italienische Übersetzung von »Im Westen nichts Neues« ver boten. — Wie der Frankfurter Zeitung aus Mailand mitgeteilt wird, hat das dortige Verlagshaus A. Mondadori für Italien das llber- setzungsrecht von Remarques »Im Westen nichts Neues« erworben und eine Auslage von 50 000 Exemplaren Herstellen lassen. Ein Re- gierungsukas aus Rom hat aber den Vertrieb der italienischen Über setzung verboten. Die Bücher des Studenten Linn6. — In dem großen, reich illu strierten Bande »Bok- och Biblioteks-Historiska Stu- d i e r«, der dem bedeutendsten Bibliothekar Schwedens, Jsak Collijn zu seinem 50. Geburtstage zugeeignet wurde, befindet sich auch eine kleine Studie über die Bücherei des Studenten Carolus Linnaeus. Ihr Verfasser ist der Oberbtbliothekar Hulth von der Universitäts bibliothek Uppsala. Nicht nur die Naturaliensammlung, sondern auch die Bücher und Handschriften Ltnnes wurden bekanntlich im Jahre 1784 an den Engländer James Edvard Smith verkauft, der vier Jahre später die Linn6-Gesellschaft (Linnean Society) gründete, die nach dem Tode von Smith die Sammlung für 3000 Pfund erwarb. Wieviel Bücher Smith etwa bei Lebzeiten schon selbst ausgeschieden hatte, wissen wir nicht. Die Linnean Society stieß jedenfalls in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts 280 (meist medizinische) Werke ab, indem sie diese der K. Vctenskapsakademi zu Stockholm überwies. Die Akademie wiederum behielt nur einige für sich und gab den Nest weiter an das kleine Museum auf Linn6s einstigem Wohnsitz Ham- marby. Verblieben sind der Linn6-Gesellschaft in London von der Ltnnä-Bücherei etwas mehr als 1300 Werke. Hulth, der in der Lage war, sämtliche vorhandenen Bücher so wohl in London als auf Hammarby durchzusehen, stellte fest, daß Linnä sehr früh schon wissenschaftliche Bücher zu sammeln begann und — namentlich im Anfang — sehr gewissenhaft Herkunft und Anschaffungsweise darinnen vermerkte. Auch legte er im Jahre 1730 — als Dreiundzwanzigjähriger — ein besonderes Verzeichnis der in seinem Besitz befindlichen Werke an. Es waren damals schon 219. Wenn auch einige wohl erst später nachgetragen wurden, bedeutet die Zahl doch für jene Zeiten und bei der Jugend Linnös nicht wenig. Die Botanik, deren ruhmreichster Vertreter der junge Medizin student einst werden sollte, erscheint in diesem Verzeichnis mit 22 Werken. Eine Reihe von Büchern war schon in Linnös Besitz ge langt, als er noch Gymnasiast in Växjö war. Mit dem frühesten An schaffungsvermerk versehen ist ein zweibändiger Agrippa von Nettes heim, den der Gymnasiast für 5 Silber-Ore erstand. Eine Medicina pauperum (Heilkunst für die Armen) von Prevotius (1660) erhielt er als Geschenk von seinem Lehrer Rothman, von dem es heißt, er habe den jugendlichen Pfarrerssohn, der wegen scheinbar mangelnder Be gabung schon zu einem Schuhmacher in die Lehre gegeben worden war, noch rechtzeitig erkannt, aus der Lehre erlöst und für die Wissen schaft gerettet. Am selben Tage, an dem Linns die Rothmansche Gabe erhält, erwirbt er selbst die Opuscula von Sydenham (1683) für einen Silbertaler — und zwar muß dieser für ihn einen furchtbaren Aderlaß bedeutet haben, denn auf das Titelblatt hat der Gymnasiast den lateinischen Stoßseufzer niedergeschricben: »0 quam ciura premit missroZ eouäitio vitae?« Wir würden vielleicht sagen: O, wie hart sind doch die Lebensbedingungen für den Armen!« Trotzdem erwarb sich Linns auf dem Gymnasium noch weitere 10 Bücher durch Kauf. Unter den Werken, die sich dann der junge Student in Lund zulegte, interessiert besonders ein Johrenius, Vademecum botanicum, Colbergae 1717, das sich im Besitz der Linns-Gesellschaft befindet. Die Eintragung des einstigen Besitzers lautet: »Carolrw lüuuaecm lAeck: 8tuci. vunciae xotkorum 25. 86pt. 1727. Lu8 entium mi^rers mei (Wesen aller Wesen, erbarme dich mein!). Dieser botanische Leitfaden hatte dem Erwerber 14 Silber-Ore gekostet. Elf Bücher er hielt er aber erfreulicherweise zum Geschenk von einem gewissen Osander, der wohl später Bischof von Växjö wurde. Eines der Lunder Bücher trägt auf der Innenseite des Pergamentes eine Abschrift des Zeugnisses, bas Linn6 in Lund erhielt. Im September 1728 ging der Student nach Uppsala, und am 26. Oktober kaufte er für 10 Silber- Ore Overkamps »Oeconomia animalis«. Es handelte sich um einen 1690 zu Leipzig erschienenen Band, der sich jetzt auf Hammarby be findet. Die nächsten Jahre bringen, wie man sich denken kann, ziem lichen Zuwachs. Ein Magister, den Linne in Botanik unterrichtet hat, macht eine Bücherspende, andere Schüler desgleichen. Dompropst Celsius, der erklärte Gönner des künftigen »Blumenkönigs« — so nannten die Schweden ihren unsterblichen Botaniker — stiftete gar sechs Werke. Von dem eigenen Vater hatte der jugendliche Linus übrigens fünf Bücher geschenkt erhalten. Eines davon ist Aristoteles' Oe dwtoria animalium. Drollig wirkt die sehnsüchtig-bewundernde Anmerkung, die der glückliche Besitzer eingetragen hat: Es ist die — allerdings eindrucksvolle — Tatsache, daß Alexander der Große seinem Präzeptor Aristoteles für die zoologischen Werke, die er ver saßt, 80 Talente verehrt habe, »hvilka giöra 60 000 dr. sm.« — »waS 60 000 Silbertaler ausmacht«! K. v. I. VerkeirrSnackrickten. Nachnahme auf Postpaketen nach und aus Ceylon und der fran zösischen Kolonie Martinique. — Vom 1. Oktober an sind im Verkehr mit Ceylon Nachnahmen aus Postpaketen zugelassen. Die Nach nahmebeträge haben in beiden Richtungen auf englische Pfunde zu lauten. Höchstbetrag ln beiden Richtungen 29 engl. Pfund. Vom 1. Oktober an sind im Verkehr mit Martinique Nachnahmen aus Postpaketen zugelassen. Meistbetrag der Nachnahmen aus Post paketen aus Deutschland nach Martinique IVO RM., in umgekehrter Richtung 590 sranzös. Franken. ?ersonalnackrickten. Gestorben: am 18. September im Alter von 70 Jahren Herr Richard Ludwig, früherer Inhaber der Buchhandlung N. Ludwig Inh. Werner Jsbary in Köslin. Der Verstorbene war bei K. F. Koehler, Leipzig, in Göttingen und später bet Gräfe L Unzer in Königsberg längere Zeit tätig. Im Jahre 1910 erwarb er die Buchhandlung von C. G. Hendeß Nachs. in Köslin, die er in gewissenhafter Weise leitete, bis er aus Gesund heitsrücksichten gezwungen wurde, dieselbe 1927 zu verkaufen. Am 1. Juli 1924 war es ihm noch vergönnt, das hundertjährige Geschästs- jubiläum zu begehen. Sein Andenken wird bei allen, die ihn kannten, stets in Ehren bleiben. Todesnachrichten aus Wissenschaft, Literatur und Kunst. — In Marburg starb im Alter von 68 Jahren Prof. vr. W i l h. Busch, Ordinarius der mittleren und neueren Geschichte; in Leipzig der Bildhauer und Maler Reinhold Carl im 66. Lebensjahre, der bis zu seinem 36. Jahre als Buchhändler tätig war; in Wien, 68jäh- rig, Prof. vr. Rudolf Geyer, Ordinarius für arabische Philo logie; in Abo der Universitätslehrer vr. Ialmari H a a l, früher Chef des Nationaltheaters; in Berlin im Alter von 75 Jahren Professor Curt Herrmann, Führer der deutschen Neo-Jmpres- sionisten; in Dresden Prof. Dr.-Jng. F r i e d r i ch M e r k e l, Dozent für theoretische Maschinenlehre, im 36. Lebensjahre; in Linda Pro fessor H e i n r i ch M ö l l e r, Altmeister der Dresdner Bildhauer, im 93. Lebensjahre; im Alter von 69 Jahren Prof. vr. William H. Perkin, einer der Führer der englischen Chemie; in Riga im Alter von 62 Jahren Jahnis R a i n i s, der bekannteste Dichter Lettlands; in Dresden im Alter von 53 Jahren Ferdinand F r h r. v. R e i tz e n st e i n, bekannter Sexual-Anthropologe und Vor steher des Instituts für Sexualwissenschaft in Berlin; in Berlin im 52. Lebensjahre der Schriftsteller Paul Rosenhayn, Verfasser zahlreicher Kriminalromane und Bühnenwerkc; in München im 51. Lebensjahre der Schriftsteller Ewald Silvester (Hans Karl Heide); in Belgrad im 72. Lebensjahre der kroatische Dichter Ivo Woinowitsch, bedeutender Dramatiker. Sprecksaal Eine Unsitte im Zeitschriften-Derlag. Leider wird es sm Zeitschristen-Verlag immer mehr Brauch, Rechnungen llber Zeitschriften fllr Quartalserncuerungen ohne Angabe des Ladenpreises zu versenden. Z. B. 4 Ex. »Die Betonstraße« Okt./Dez. 1929 L 3— Mk. 12.—. Wozu die unnötige Arbeitserschwerung, die bei richtig vorgcdruckter Faktur erspart bleiben kann! Ein Sortimenter. N,i^n''"'"'tl Dchristsplter' strunz Wanne r. — Versag: DerVörsenveretn der Deutschen Nuchbändser zu Leipzig. Deutsches BuchbändlerbauS. Druck: E. Hedrich Nachf. Sämtl. in Leipzig. — Anschrift d. Schriftleitung u. Expedition: Leipzig C 1. Gerichtsweg 2« sBuchkändlerbauS). Postschlicßs. 274/75. 1044
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder