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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.07.1921
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- 1921-07-30
- Erscheinungsdatum
- 30.07.1921
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^ 176, 30. Juli 1921. Redaktioneller Teil Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. ferner das weitverbreitete Rechenwerk von Wilh. Koch, das jetzt als »Aufgaben für das Rechnen in deutschen Schulen von Hellermann und Krämer« wohl als das bedeutendste Rechenwerk in Deutschland gelten kann, u. a. Am 1. April 1904 erwarb Herr vr. zur. Fritz Caspari den Verlag, der ihn nicht nur auf dem Gebiete der Schulbücher für höhere Schulen und Volksschulen weiter ausgebaut, sondern auch für das Fortbildungsschulwesen gute und bewährte Werke herausgebracht hat, von denen besonders die Lehrbücher für Stenographie und Schreibmaschine sich großer Beliebtheit erfreuen. Auch die so sehr geschätzte Liedersammlung: Drei- und vierstimmige Kinderchöre von Zander und Fischer, gesungen bei den Aufführun gen im Zirkus Busch, sowie viele das Berliner Schulwesen betref fende Schriften sind Schöpfungen der letzten Jahre. Das Sortiment ist anfangs von Ludwig Oehmigke gemeinsam mit dem Verlage betrieben worden, doch veranlaßt«: der immer mehr zu nehmende Umfang des letzteren Oehmigke, das Sortiment am 1. Fe bruar 1839 an Ludwig Bülow abzutreten, der es bis 1847 geführt hat. Im Mai dieses Jahres verkaufte Bülow seine Handlung an Carl Paul Immanuel Bernhardt, der nach 26jähriger ersprießlicher Wirksamkeit 1873 seinen Sohn Max als Teilhaber in sein Sorti ment aufnahm. Mit ihm vereint führte Paul Bernhardt das Ge schäft noch neun Jahre weiter und übergab es 1882 seinem Sohne zur alleinigen Weiterführung, der cs aber schon 1886 an M. L. Mat thias veräußerte. Dieser hat die Jubelfirma 33 Jahre lang mit großem Fleiß geführt und gute Erfolge erzielt. Nachdem er über ein Menschenalter Kulturdienste am Buche geleistet hatte, übergab er seine Handlung am 1. April 1919 Herrn Alfred Vegelahn, der sie, wie seine Vorgänger, mit Hinzufügung seines Namens weiter führt. Mit freudigem Stolze können die Inhaber beider Firmen auf das verflossene Säkulum zurückblicken; während der Verlag zur Belehrung und Weiterbildung der Jugend Wertvolles geleistet hat, ist das Sortiment bestrebt gewesen, Bildung und Kultur in weiten Kreisen zu verbreiten. Den gleichen Zeitraum von hundert Jahren hat im August 15. A. Koch's Verlagsbuchhandlung (H. Ehlers) in Dresden vollendet. Der Universitätsbüchhändler Carl August Koch errichtete im August 1821 in Greifswald eine Buchhandlung, der sich bald ein Verlag hinzugesellte. Da sich letzterer erfreulich entwickelte, übergab Koch sein Sortiment 1845 an Ferdinand Otte und behielt den Verlag, starb aber schon im darauffolgenden Jahre. Der Verlag ging darauf an Theodor Kunicke über. Dieser hat ihn in fast 20jähriger emsiger Arbeit ausgebaut: am 1. Juni 1864 rief ihn der Tod von seinem erfolgreich bestellten Arbeitsfelde ab, und sein Geschäft wurde von seinen Erben weiter betrieben. Am 1. November 1873 ging die Firma mit den gangbarsten Verlagsartikeln an Johannes Sengbusch über, der damit nach Leipzig übersiedelte, um sie hier in der Zentrale des Buchhandels neueren und höheren Zielen entgegenzuführen. Er rief die Sammlung der Sprachführer ins Leben und begann damit eine Richtung, die heute die führende für die Jubelfirma ist, und gründete die Zeitschriften »Plattdeutscher Hausfreund« und »Musi kalischer Hausfreund«. Als er 1894 aus Gesundheitsrücksichten seinen Verlag abgebcn mußte, behielt er die Musikalien, die er unter seinem Namen bis zu seinem Tode 1899 weiterführtc. Die alte Firma Koch ging am 1. Juli 1894 an die Herren L. H. Ehlers und I. H. Ehlers über, die sie nach Dresden verlegten und in Leipzig nur noch eine Zweig niederlassung beließen. L. H. Ehlers starb 1900, und sein Vetter, Herr Carl Georg Johannes Heinrich Ehlers führt seitdem die Firma unter der obigen Bezeichnung weiter. — Während der Grcifswalder Zeit hatte der Verlag fast ausschließlich wissenschaftliche Richtung, und die namhaftesten Professoren der Grcifswalder Universität gehörten zu seinen Autoren. Daneben wurden auch Pommern betreffende Schriften veröffentlicht. Auch die 1. Auflage von Reuter, Kein Hü- sung, sowie seine Lustspiele erschienen im Kochschen Verlage. Leider sind fast alle Werke aus der Grcifswalder Zeit verschwunden. Jo hannes Sengbusch baute mit der Übersiedlung nach Leipzig den wis senschaftlichen Verlag nur noch wenig aus, da seine Neigungen ihn mehr auf populäre Literatur und auf Musikalien verwiesen. Er kaufte den diese Richtung hauptsächlich pflegenden Verlag von I. Sendel bach in Koburg, vormals Eduard Wenglcr in Leipzig, und verschmolz ihn mit seiner Firma. Sein Nachfolger legte das Schwergewicht wieder mehr auf den wissenschaftlichen, besonders sprachwissenschaft lichen Verlag, der jetzt, nachdem der populäre Verlag nach und nach abgestoßen worden ist, die Hauptrichtung bildet. » Das 50jährige Jubiläum begeht am 1. August die Verlagsbuch handlung Schickhardt L Ebner in Stuttgart. Am 1. August 1871 verkaufte Ludwig Ebner, der Inhaber der bekannten Firma Ebner L Seubert in Stuttgart, den landwirtschaft lichen, tierärztlichen und naturwissenschaftlichen Teil seines Verlags an seinen Bruder Richard Ebner und seinen Vetter Lucas Schick hardt, die ihn unter der Firma Schickhardt L Ebner weiterführtcn. Richard Ebner trat am 1. September 1872 wieder aus, und Lucas Schickhardt setzte den Verlag unter der alten Bezeichnung fort. Die landwirtschaftliche Abteilung verkaufte er 1880 an Wiegandt, Hempel L Parey in Berlin, darunter das Handbuch der landwirtschaftlichen Tierkunde und Tierzucht von W. Baumeister. Nachdem Lucas Schick hardt 15 Jahre lang den Verlag mit emsigem Fleiß geleitet und mit gutem Erfolge ausgebaut hatte, übergab er ihn am 23. August 1886 an Konrad Wittwer, konnte sich aber des Ruhestandes nicht lange er freuen, denn schon am 31. Dezember desselben Jahres starb er. Konrad Wittwer der außerdem noch das große Sortiments- und Vcrlagsgeschäft seines Namens besaß, nahm am 1. Januar 1898 Herrn Konstantin Wittwer und 1901 die Herren Franz und Max Wittwer als Teilhaber in seine Geschäfte auf, mit denen vereint er sie bis zu seinem am 2. Februar 1914 erfolgten Tode mit Erfolg betrieben hat. Der Verlag pflegt hauptsächlich das Gebiet der Hippologie und Veterinärwissenschaft. Auf ersterem Gebiete sind es insbeson dere die Werke von Graf C. G. Wrangel, Fillis, Rau, Spohr und Volkers, sowie die Bibliothek für Pferdeliebhaber, 10 Bände um fassend, und die Sammlung »Unsere Pferde«, bis heute 52 Hefte um fassend. Auf letzterem Gebiete sind besonders zu nennen die Werke von Gutenaecker-Moser, Hering, Hofmann, Vogel und Martin, welch letzterer das grundlegende Werk von Franck, »Lehrbuch der Ana tomie der Haustiere«, in 5. Auflage neu bearbeitet und unter seinem Namen herausgegeben hat. Im schwerbedrängten Beuthen in Oberschlesien besteht Oscar Waeldner's Buchhandlung, Gerhard Gawenda, 50 Jahre lang. Sie ist als Filiale der Firma Goerlich L Coch in Breslau gegründet worden, die Oscar Waeldner als Geschäftsführer seit 1872 geleitet hatte. Er übernahm die Filiale am 1. April 1873 für eigene Rechnung und hat sie 45 Jahre hindurch mit Geschick und Erfolg geführt. Er betrieb Buch-, Kunst- und Musikalienhandel und hat als Spezialität katholische Theologie, Rechts- und Staatswissenschaf ten gepflegt. Durch sein großes Wissen, verbunden mit eisernem Fleiß, erwarb er seiner Handlung einen sehr guten Ruf in Ober schlesien und weit darüber hinaus. Am 1. Januar 1919 übergab er sein blühendes Geschäft an Herrn Gerhard Gawenda, der es unter obiger Firma weiterführt. Das gleiche Jubiläum begeht am 1. August die Buch- und Kunst handlung Emil Gutheim in Paderborn. Emil Gutheim gründete am 1. August 1871 in seiner Vaterstadt Paderborn eine Buch- und Kunsthandlung, nachdem er sich in lOjähriger Gehilfcnlaus- bahn gute Fachkenntnisse angeeignet hatte. Da er in Paderborn und Umgegend einen großen Bekanntenkreis hatte und sich auch der Pro tektion einflußreicher Gönner und Freunde zu erfreuen hatte, so waren die Aussichten für das junge Geschäft nicht ungünstig. Leider hat Emil Gutheim nicht lange an der Spitze seiner Handlung stehen können, er ist schon 1878 gestorben, von 1879 an hat seine Witwe das Geschäft geführt, bis sie es 1891 in die Hände ihres Sohnes, Herrn Carl Gutheim, legen konnte, der es jetzt noch führt und ihm einen guten Ruf bei seiner Kundschaft und im Buchhandel ver schafft hat. Nachzutragen hätten wir noch das 50jährige Jubiläum einer sächsi schen Buchhandelsfirma, derer bisher nicht gedacht wurde, weil uns das Gründungsdatum nicht bekannt war. Es ist die Sortimentsbuch handlung C. G. N o ß b e r g in F r a n k e n b e r g i. S. Schon seit der 1842 erfolgten Errichtung dieser Firma als Buchdruckerei hatte deren Begründer seinem Geschäfte Buchhandel in bescheidenstem Maße ange gliedert, wie das ja seinerzeit für kleinere Provinzstädte allgemein üblich war. Ludwig Schreck in Leipzig, Craz L Gerlach in Freiberg, Carl Schmidt in Döbeln, Gustav Erncsti in Chemnitz und einige andere Buchhändler in benachbarten Städten lieferten die lite rarischen Erscheinungen auf feste Bestellung und in Kommission und deckten so den immer mehr wachsenden Literaturbcdarf. Als im Jahre 1871 die Brüder Otto Roßberg f und Ernst Roßberg die Firma C.G. Roß berg übernahmen, machte es sich doch notwendig, direkten Anschluß an den Buchhandel Zu suchen. Unter Einführungsmorten des Herrn Ernst Keil in Leipzig, der schon ein Jahrzehnt lang die ziemlich starren Kontinuationen der »Gartenlaube« usw. direkt nach Frankenberg ge liefert hatte und gern bereit war, die Kommission zu übernehmen, wie auch unter Freundschaftswortcn der Herren Ernesti sen. und Carl Schmidt, die gewissermaßen als »Paten« sich der Brüder Roßberg an- nahmcn, erfolgte im I u n i des Jahres 1871 deren Einreihung in den Kreis der deutschen Buchhändler. Während der ältere der beiden 1143
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