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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.02.1915
- Strukturtyp
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- 1915-02-03
- Erscheinungsdatum
- 03.02.1915
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. .V 27, 3. Februar 1915. Der Beamtenverein lieferte wie Kolonialwaren, Kohlen, Weine usw. auch die Bücher um 10 bis 15"/» billiger und erzielte da durch natürlich großen Absatz — allerdings war es meist nach In halt und Ausstattung minderwertige Bücherware. Der Absatz gu ter und gutausgestattcter Jugendschriften, wie sie durchgängig in allen Sortimentsläden feilgehalten werden, mutzte darunter leiden. Besonders Liederbücher und für die unteren Altersstufen bestimmte Werke, wie Märchenbücher usw., sind kaum im Buch laden noch abzusetzen. Im Warenhaus, im Beamtenverein, bei den Buchbindern kauft man so etwas ja viel billiger! Daß auch der Krieg auf den Absatz der Jugendschristen ungünstig ein gewirkt hat, ist gewiß. Es zeigt sich das in dem verminderten Umsatz, wenn es auch im einzelnen nicht zu beweisen ist. Er schwert hat das Geschäft besonders die langsame Beförderung der Pakete durch die Post. Bahnsendungen trafen durchgängig um einen Tag zu spät ein, Postsendungen aber von Berlin um zwei bis vier Tage, von Leipzig oft um eine Woche verzögert. Von Stuttgart, München und anderen süddeutschen Städten brauchten Postpakete acht bis neun Tage. Manche Handlungen haben in den letzten drei Wochen vor Weihnachten den Bezug in Postpaketen von Leipzig gänzlich eingestellt, dagegen täglich eine Bahn-Eilsendung kommen lassen. Die Postverwaltung in Leip zig versagt in ihrer Leistungsfähigkeit fast alljährlich in der Zeit vor Weihnachten, so vollständig wie in diesem Jahre aber ist das doch Wohl noch nicht dagewesen. Man wurde durch die aus den Verspätungen entstehenden Unannehmlichkeiten direkt dafür be straft, wenn man mal etwas zum Postpaket beordert hatte. In den letzten fünf bis sechs Tagen vor dem Fest konnten Bestellungen nur noch mit Vorbehalt angenommen werden; tatsächlich sind denn auch eine ganze Anzahl für den Heiligabend bestimmter Bücher erst nach dem Fest eingetroffen. Einige größere Verlagshandlungen, die wohl ungenügendes Personal beschäftigen, haben die Gewohn heit angenommen, die direkten Pakete erst ein oder zwei Tage nach geschehener Ausfertigung zur Post zu geben. Besonders eine große Berliner militärische Handlung hat durch solche unan gebrachte Verzögerung manchen Seufzer beim Provinzsortimen ter ausgelöst. Mehrfach kam es gerade bei Sendungen dieser Handlung vor, daß die Daten der Faktur und des Poststempels einen Unterschied von vier bis füns Tagen aufwiefen. — Durch Reklamationen wurden keine Änderungen erreicht. Sie blieben meist unbeantwortet. — Es ist ein Unrecht gegen die Kollegen, wenn so verfahren wird, doch wir können dagegen nur die Faust in der Tasche ballen! Dürfen sich solche Verleger Wohl beklagen, daß man nichts für ihren Verlag tut? Eine erfreuliche Erscheinung zog sich durch das ganze Weih nachtsgeschäft hin: Es ist nicht soviel zu Buch gegangen; die Tageskasse zeigte ein günstigeres Verhältnis zu den Buchungs posten als in früheren Jahren, ja man konnte beobachten, daß selbst Kunden, die sonst alles anschreiben ließen, diesmal alles bar zu bezahlen keinen Anstand nahmen. Ist das ein Zeichen der Ge sundung oder infolge der vielen Zeitungshinweise, .doch möglichst alles bar zu bezahlen', nur in diesem Jahre beliebt? — Ach, möchü es doch immer so bleiben! Anormal war das diesjährige Weihnachtsgeschäft unbedingt. So ist es auch allerseits angesehen worden; es ist deshalb wohl nicht angebracht, von diesmal auf später zu schließen. Ist im Dezember 1915 der blutige Krieg noch nicht beendet, wie Wohl zu fürchten ist, dann wird das Weihnachtsgeschäft ein gar trauriges werden, hat aber der holde Friede inzwischen seinen Einzug ge halten, so dürfen auch wir Buchhändler einen flotten Aufschwung erwarten und aus reichen Segen hoffen. Das walte Gott!« F. O. Nach den geschilderten Verhältnissen ist es kein Wunder, daß auch in der Universitätsstadt Rostock das Weihnachtsgeschäft ein wenig günstiges Ergebnis zeitigte. »50°/° schlechter«, heißt es in dem einen Bericht, in dem andern: »Der Umsatz sank um ein Sechstel des Vorjahres, d. h. nicht der des Weihnachtsge- schäfts, sondern der Gesamtumsatz des Jahres.« Wie bereits in den einleitenden Auslassungen bemerkt, bestand eine Vereinba rung unter den Buchhändlern, in diesem Jahre von dem Versand von Weihnachtskatalogen Abstand zu nehmen. Bei der Auswahl 138 von Geschenkwerken spielte das vaterländische und religiöse Ele ment eine größere Rolle als in Friedenszeiten. Kriegsliteratur erwies sich als sehr gangbar. Billige Jugendschriften wurden bevorzugt. Hier machte sich der Einfluß des Warenhauses be merkbar. Teils wurden wenig, teils viel Bücher ins Feld ge sandt. Aus einem der Berichte entnehmen wir die interessante Tatsache, daß die Universitätsdozcnten jedem immatrikulierten Studenten, der im Felde steht, Bücher gesandt haben. Wie über all wurden die billigen Sammlungen bevorzugt, darunter auch die Kriegskollektion »Deutsche Reden in schwerer Zeit«, »Zwi schen Krieg und Frieden« (Hirzel), die Erscheinungen des Diede- richsschen Verlags. Eine besondere Abneigung gegen auslän dische Werke tritt weniger hervor. In einer Antwort heißt es: »Komme toujours! Heiligabend verlangte eine seingeputzte Dame Zola, Germinal!«, dagegen in einer anderen: »Der Absatz ausländischer Werke ist außerordentlich zurückgegangen, auch der Bezug erschwert«. Von einem stärkeren Wettbewerb des Waren hauses ist nichts zu spüren, dagegen wird über den zunehmenden SIraßenbuchhandel geklagt. Die Beratung des Buchhändlers scheint nicht stärker gefordert worden zu sein als sonst. Ver zögerungen von Post- und Bahnsendungen waren an der Tages ordnung und sind heute noch nicht behoben. Merkwürdigerweise soll das Publikum diesen Schwierigkeiten nicht immer verständ nisvoll gegenübergestanden haben. In einem der Berichte heißt es: »Ein großer Prozentsatz unserer lieben Landsleute weiß noch nicht, in welch hehrer, schwerer Zeit er lebt. Rücksichten werden nicht genommen. Wenn ein Buch oder eine Zeitschrift nicht auf die Minute eintrifft, wird Skandal gemacht. Ein enorm ver wöhntes Publikum ist großgezogen worden, aber Wohl mit durch die Schuld der hiesigen Kollegen, die es manchmal an Rückgrat ihren Kunden gegenüber haben fehlen lassen.« InNeustrelitz wurde ohne Einschränkung der Reklame ein Drittel weniger Um satz als sonst erzielt. In Parchim übte das Publikum eben falls Zurückhaltung. Inserate hatten dort Erfolg. Während das bessere, ortsansässige Publikum im Kaufen zurückhielt, zeigte sich das einquartierte Militär recht kauflustig. In beiden Städten wurden von Geschenkwerken vaterländische und religiöse Werke sowie Kriegsliteratur bevorzugt. Die gleiche Einwirkung zeigte sich auf dem Gebiete der Jugendschriften, von denen aber in Parchim nicht viel verkauft wurden. Das Publikum scheint hier mehr selbständig zu wählen. Viele kleine Schriften wurden ins Feld gesandt. Warenhäuser scheinen in diese glückliche Gegend noch nicht eingedrungen zu sein und auch Vereins-, Zeitungs- und andere Auchbuchhandlungen wenig Nährboden gefunden zu haben. Einer der Berichte schließt mit der Mitteilung folgender Beobachtung: »Es glaubten Leute, die es absolut nicht notwen dig haben, dieses Jahr mit Weihnachtseinkäufen sehr sparsam sein zu müssen, gerade als ob sie eine Mode mitmachen müßten. Im übrigen haben sich Bücherliebhaber nicht eingeschränkt«. Die deutschen Handschriften der Kaiserlichen Aniversitäts - und Landesbibliothek zu Straßburg, beschrieben von Adolf Becker. Straß- bürg: Karl I. Trübner. 1914. X, 143 S. Gr.-8". Preis 6.60 ord. Am 30. September 1870 zogen die Deutschen unter General von Werder in die eroberte Stadt Straszburg ein, die damit wieder in un seren Besitz überging. Bei der Belagerung hatte sie schwer gelitten. Das Münster, auf dessen Turm die Franzosen — einst hier wie jetzt in Ncinis — einen Beobachtungsposten gehabt hatten, war beschädigt, das Dach des Schiffes war abgebrannt, die Gemäldegalerie aber und die alte Bibliothek mit ihren kostbaren und unersetzlichen Schätzen na mentlich an deutschen Handschriften waren den Flammen vollständig zum Opfer gefallen. Schmerzlich bedauern wir noch jetzt den Verlust des »Ilortus clelieiarum« der Herrad von Landsberg, und cs ist nur ein schwacher Trost, das; es allmählich unter Benutzung der hier und da verstreuten Kopien der Miniaturen gelungen ist, wenigstens in dieser Hinsicht ein annäherndes Faksimile der herrlichen Handschrift zu stande zu bringen (erschienen 1870—1901 in Strahburg). Bereits im Oktober 1870 wurde ein aus Gelehrten, Bibliothekaren und Buchhändlern bestehender Verein gegründet, der den Zweck hatte,
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