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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.02.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-02-03
- Erscheinungsdatum
- 03.02.1915
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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^ 27, 3. Februar 1915. Redaktioneller Teil. aus freiwilligen Beiträgen von Büchern und Handschriften eine neue Bibliothek für Straßburg zusammenzubringen. Das ist schnell ge lungen, und im August des Jahres 1872 konnte die nunmehrige »Kai serliche Univcrsitäts- und Landesbibliothek« mit einem ansehnlichen Grundstock eröffnet werden. Inzwischen ist sie noch bedeutend ge wachsen, und jetzt ist die Verwaltung daran gegangen, eine von Adolf Becker in Charlottenburg verfaßte Beschreibung ihrer deutschen Hand schriften zu veröffentlichen, nachdem ebensolche eines Teiles der orien talischen Handschriften (von S. Landauer, 1881) und der griechischen Codices (von Karl Welz, 1913) vorangegangen sind. Unter den Ge- schenkgebern finden sich, soweit sie genannt sind, die Antiquare Fidelis Butsch in Augsburg (mehrfach), Albert Cohn in Berlin und Hecrdegen- Barbeck in Nürnberg. Unter Beiseitelassung der deutschen Handschriften rein histori schen (annalistischen) Inhalts und der nach dem Jahre 1700 entstande nen sind deren 201 beschrieben worden, und in einem Anhang werden deutsche Eintragungen in (14) lateinischen Manuskripten verzeichnet. Die rein deutschen Handschriften sind nicht in der Reihenfolge ihrer Signaturen aufgesührt, sondern systematisch in fünf Abteilungen ge ordnet: 1. Gebetbücher, Predigten, geistliche Traktate u. ähnl. — 2. Legenden. — 3. Poetische Beiträge. — 4. Weltliche Prosa, Chro niken, Briefe, Tagebücher, Stammbücher; Geschichte und Recht. — 5. Naturwissenschaften, Philosophie, Medizin. Das ist jedenfalls ein Vorzug, wenn auch ab und zu Sammelhandschriften verschiedenartigen Inhalts Vorkommen, für deren Einordnung in eine dieser Gruppen dann die Wichtigkeit einzelner Stücke oder die Anzahl derjenigen glei chen Stoffes maßgebend gewesen ist. Solche Schwierigkeiten werden übrigens durch ein Namen- und Schlagwortregister am Ende des Buches behoben. Die Beschreibung ist sehr eingehend und sorgfältig; die Provenienz wird angegeben, der Schrcibstoff (Papier, Pergament), die Zeit der Entstehung, der Umfang, das Format (in Zentimetern), die Zahl der Spalten und Zeilen, Überschriften, Initialen, Miniaturen und Feder zeichnungen, der Einband und schließlich die Mundart der Handschrift. Diesen in kleinerer Schrift gedruckten Notizen folgt in größeren Typen der Titel, der vielfach fingiert werden muß, weil er häufig fehlt (er steht dann in eckigen Klammern), und Anfang und Schluß der Hand schrift oder ihrer einzelnen Stücke im Wortlaut. Hieran schließen sich gewöhnlich noch Literaturangaben. Das alles ist keine sehr unterhalt same Arbeit und erfordert auch bei der Korrektur die gespannteste Aufmerksamkeit. Druckfehler (z. B. in der Bezeichnung der Recto- und Versoseiten) sind kaum zu vermeiden und kommen auch hier in spärlicher Zahl vor. Unter den Handschriften sind die deutschen Mystiker: Meister Eck- hart, Tauler und Heinrich Suso stark vertreten. Dabei ist merkwürdig, daß »Heinrich Susos Leben« in des Verfassers eigenem Exemplar, seit Beginn des 19. Jahrhunderts im Besitz der alten Straßburger Biblio thek, dem Brande im Jahre 1870 nicht zum Opfer gefallen ist, weil es sich damals nicht dort befand, und daß es, wenn auch erst 1907, nach Straßburg zurückgekehrt ist. Zu erwähnen sind ferner Predigten (Von dem »geistlichen spynrocken« und die »Kuderkunckel«) von Jo hannes Geiler von Keysersberg. Die deutschen Dichtungen enthalten u. a. Bruchstücke aus dem Tristan des Gottfried von Straßburg, dem Willehalm des Wolfram von Eschcnbach, aus dem gleichnamigen Ge dicht des Ulrich von dem Türlein, aus der Weltchronik und dem Wilhelm von Orleans des Rudolf von Ems, aus dem Nennewart des Ulrich von Türheim. Eine niederhessische Fassung des Gedichtes »Die Mörin« von Hermann von Sachsenheim ist da und die erste Nie derschrift der »Trutznachtigal« von Friedrich von Spee, um 1629 ent standen. Nürnberger Chroniken sind besonders zahlreich. Einige Schreibernotizen, die übrigens überall sorgsam angegeben werden, sind ganz nett. Da sagt einer: K^iuiZ ackest vere scliriptor vult prseium üadere«; ein anderer macht seinen Namen in nicht gerade sehr geschickter Weise bekannt: »Uomev seriptorl8 8i tu eoguo8eer6 §1l8ei8 ?in dritter unterbricht seine von einem anderen dann fortgesetzte Arbeit mit den Worten: »diß muß nun bliben biß anders noturfftigs geschriben wirt«. Der bekannte Hanöschriftenhändler Dicbold Lauber aber schließt: »Hie hat der tütsche Psalter ein ende, des frouwent sich myn öiebolt loubers hende«, und dann fügt er gleich noch eine Büchcranzeige bei: Was matericn man gerne hat. von hübschen büchern / groß oder clein / geistlich / oder weltlich / hüb gemolt / die findet man alle by Diebolt louber schriber zu hagenow.« Sehr hübsch ist auch ein kalligraphisches Exlibris des 17. Jahr- Hunderts: Mein Liebes Buch ich thue dir sagen der ich dich Hab zuesamen dragcn Wan einer dich Entlehnen Soll vnd dich gar lang behalten wolt So sprich dir ist erlaubt mit fueg mich zue beschämen wol vnd gnueg doch rechter Zeit daß wider thue Stell mich mein, Hans Jerg Niggi szue). Berlin-Wilmersdorf. Philipp Rath. Wöchentliche Übersicht über geschäftliche Einrichtungen und Veränderungen. Zusammcngestellt von der Redaktion des Adreßbuchs des Deutschen Buchhandels. 25. bis 30. Januar 1915. Vorhergehende Liste 1915, Nr. 21. ' — In das Adreßbuch neu aufgenommene Firma.— B. — Börsenblatt. H. — Handelsgerichtliche Eintragung (mit Angabe des Erscheinungs tags der zur Bekanntmachung benutzten Zeitung). — Dir. — Direkte Mitteilung. Baeie, Radoslav, vormals Victor Fritsche, Essegg. Leipziger Komm, jetzt: L. Naumann. sB. 23.) ^Buchhandlung K. Pflug, Metz, Römerstr. 36. Buch-, Kunst- u. Schreibwh., mod. Antiqu. Seit 1./X. 1914. Gcgr. 15./IX. 1911. Fernsprecher 487. Bankkonto: Mittelrheinische Bank, Fil. Stutt garter Komm.: Neff L Koehler, Leipziger Komm.: Koehler. Caspari, Heinrich, Berlin, ging käuflich an Bernhard Nu- binstein über. (Dir.) Deutsch-Russische V e r l a g s g e s e l l s ch a f t m. b. H. in Li quidation, Berlin, ist aufgelöst. (Dir.) Fiedler, Richard, Berlin-Südendc. Wegen Einberufung des Geschäftsführers ist das Geschäft geschlossen. (Dir.) Grunow, Fr. Wilh., Leipzig, ging laut Anzeige vom 27./I. 1915 käuflich mit denjenigen Verbindlichkeiten des bisherigen In habers, die in der Anmeldung v. 24./XII. 1914 verzeichnet sind, an Bernhard Schulze über, der die Geschäftsräume nach Göschenstr. 1,1 verlegte. Fernsprecher 4886. Bankkonto: Leipziger Kreditbank. Der Verkehr mit dem Buchhandel wird von der Firma selbst er ledigt. sB. 24 u. H. 26./I. 1915.) Helios-Verlag G. m. b. H., K ö l n. Der Sitz der Firma wurde nach Mittelscheid verlegt. sH. 25./I. 1915.) Hesses Verlag, Max, Leipzig. Prokurist Rudolf Richter ist verstorben. sB. 19.) *Jnterim-VerlagAdriaanvan den Broecke,Leipzig- Reudnitz, Charlottenstr. 27. Inhaber: Adriaan Michiel van den Broecke. sH. 27./I. 1915.) Kaufun gen-Verlag Ern st Püschel, Rostock (Mecklb.), sie delte nach: Bei der Marienkirche 16 a über. sB. 23.) Koehler, K. F., Leipzig. Frau Else verw. Koehler geb. Bruq- mann trat an Stelle von Wolfgang Koehler's Erben als Mit inhaberin ein. Ferner wurde Or. )ur. Hermann von Hase als Mitinhaber ausgenommen. sB. 21.) Koehler's Antiquarium, K. F., Leipzig. Frau Else verw. Koehler geb. Brugmann trat an Stelle von Wolfgang Koeh ler's Erben als Mitinhaberin ein. Ferner wurde vr. für. Her mann von Hase als Mitinhaber ausgenommen. sB. 21.) Kunz's Musik-Verlag G. m. b. H., Adolf, Berlin, in Konkurs s. 20./I. 1915. sB. 21.) Mayer, Eduard Heinrich, Leipzig. Frau Else verw. Koehler geb. Brugmann trat an Stelle von Wolfgang Koehler's Erben als Mitinhaberin ein. Ferner wurde vr. jur. Hermann von Hase als Mitinhaber ausgenommen. sB. 21.) Neff L Koehler, Stuttgart. Frau Else verw. Koehler geb. Brugmann trat an Stelle von Wolfgang Koehler's Erben als Mitinhaberin ein. Ferner wurde Or. )ur. Hermann von Hase als Mitinhaber ausgenommen. sB. 21.) Neue Buchhandlung C. Pflug, Metz, hat sich 1./X. 1914 in Buchhandlung K. Pflug verändert. sDir.) Rauch, Felician, Innsbruck, hat Postscheckkonto unter München 5417. sDir.) Nickcr'sche Univ.-Buchh., I., (Ernst Lcgler), Gie ßen, hat Postscheckkonto unter Frankfurt (Main) 9531. sDir.) 137
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