8660 «Sri-Mwü ». d. »tschn. «uchh-nd-l. Künftig erscheinende Bücher. 106, S, Mai 1911. George Müllen M Verlag, München T> demnächst erscheint: Denis Diderot ^akob und fein Herr Nach Ser Mpliusschen Übersetzung neu herausgegeben und zum ersten Male vollstänüig ergänzt von Hanns Iloerke. Mit zwei Rupfern von Ehoüowiecki. 2 Sänüe geb. in Halbleüer ca. M. 10.-, in GanzleSer ca. M. 25.- Sanö VI/V» üer Sücherei Ser Abtei phelem, Sie von Gtto I. Sierbaum begrünüet wurSe unü in seinem Sinne weitergeführt wirS. „Iscques le fatalste et son maitre", Siese großartige Improvisation, Sie man, ohne sich einer Übertreibung schulüig zu machen, als eines üer unterhaltendsten Werke der Weltliteratur bezeichnen kann, erfüllte keinen Geringeren als Goethe mit Entzücken, Am 7. April 1780 schrieb er Sarüber an Merck: „Es schleicht ein Manuskript von diücrot: .lacques le k^stuliste et 8on msitre' herum, öas ganz vortrefflich ist. Eine sehr köstliche unü große Mahlzeit mit großem verstanS für üas Maul eines einzigen Abgottes gerichtet unü ausgetischt. Ich habe mich an üen Platz öieses Gels gesetzt unü in sechs ununterbrochenen Stunüen alle Gerichte unü Einschiebeschüsseln in öer Grünung unü nach öer Intention öieses künstlichen Rochcs unü Tafelüeckers verschlungen. Es ist nachher von mehreren gelesen worüen, üiese haben aber leiüer alle, gleich üen Priestern, sich in üas Mahl geteilt, hier unü üa genascht unü jeüer sein Lieblingsgericht öavongeschleppt. Man hat ihn verglichen, einzelne Stellen beurteilt, unü so weiter." - diese Sewunöerung öes 31 jährigen Goethe für diöerot war kein Etrohfeuer. Ein Jahr vor seinem Toüe schrieb er an Zelter: „Diderot ist Diöerot, ein einziges Individuum, wer an ihm oöer seinen Sachen mäkelt, ist ein Philister, unü Seren sinü Legionen, wissen öoch üie Menschen weüer von Gott, noch von üer Natur, noch von ihresgleichen üankbar zu empfangen, was unschätzbar ist." „Jakob unü sein Herr" wuröe zuerst in öeutscher Sprache veröffentlicht. Nachüem Schiller 178S eine Episoöe üaraus: die Geschichte üer Zrau von porumerage unü ües Marquis ües Arcis veröeutscht hatte, Sie 1793 ins Zranzöstsche Zurückübersetzt wuröe, übertrug Mplius 1792 öas Ganze mit Aus nahme einiger ungefähr ein Fünftel ües Werkes ausmachenüen Partien, üie ihm beüenklich erschienen. Er übersah öabei, üaß üie Glieüer, Sie er amputierte, trotzöem „Iscques le fatalste" eine Impro visation ist, ihre wohlüberlegte Funktion im Gesamtorganismus hatten, oüer im Sinne öes Goethe- schen Silües ausgeürückt: üaß er üen aufgetragcnen Gerichten einen guten Teil ihrer Würze nahm, diesem empfinülichcn Mangel Hilst Sie angekünüigte Ausgabe - üie erste vollstänüige - ab. Sie bewahrt alles Gute üer Mpliusschen Übertragung unü wirü üem Original üurch Ergänzung ües Fehlenöen in allen Teilen gerecht, wer sich mit üiesem Rinüe diöcrotscher Laune einmal ver traut gemacht hat, wirü es öer Zahl öerjcnigen Sücher zugesellen, zu öenen er von Zeit zu Zeit immer wieöer mit Vergnügen greift. vor Erscheinen bis zu 5 Exempl. mit 40?o, Einband netto