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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.08.1907
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1907-08-27
- Erscheinungsdatum
- 27.08.1907
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- Deutsch
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199, 27. August 1907. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt f. b. Dtschn. Buchhandel. 8355 jenigen Fälle, wo der Name des Autors durch seine oder beliebige Anfangsbuchstaben bezeichnet ist. Diese werden z. B. in der Nationalbibliothek als anonyme Werke behandelt, im Britischen Museum dagegen nach diesen Buchstaben ins Alphabet geordnet. Dann berichtet er das Ordnen von Doppelnamen mit und ohne Bindestrich, zumal wenn solche aus Vor- und Zunamen bestehen und nur der Unterscheidung wegen der Vorname zum Familiennamen hinzugezogen worden ist. Wir haben hierfür zwei charakteristische, von Cim nicht erwähnte Beispiele im französischen Buchhandel: Firmin-Didot und Calmann-Lsvy, die nach französischem Gebrauch unter F und C eingeordnet werden. Es kommt schließlich noch die richtige Einordnung von Zeitschriften-Titeln in Erwägung. Die Frage der alphabetischen Ordnung ist, wie wir sehen, außerordentlich kompliziert und vielseitig und kann zu un zähligen Meinungsverschiedenheiten führen. Cim hat die vielen Fragen mit großem Geschick beantwortet und besonders auf folgende dafür in Betracht kommende Schriften verwiesen: Ivstruotiov Asosrals rslativs au ssrvies äsa blbliotbbqusa uvi- vsrsltairse äu 4 mal 1878. — Rsgls8 t^pograpüiqus8 aäoptöse äaus lk8 publieatioua äs 1a librairis Uaobstts. — OsliUs, IvstruotiovZ slswsntaiiss st tsebviguss pour 1a miss st 1s waiutlsv sv orärs äss livrss ä'uvs blbliotüdqus (1890). — Oousiv, Os 1'orgavlsatlov st äs 1'aärvivistratiov äss bibliotü^gvss publiqus8 st privsss (1882). — Oras8sI, Navusl äs bidlio- tüssovorvis (1897). — Llairs, Uavusl pratiqus äu bibliotbsoairs (1896). — Artikel »Libliograpüis« in der »Oraväs Ouo^olopöäis« von Grand, rc. * -j« An einer weiteren Reihe von ausgeführten Beispielen erläutert Cim die Aufnahme von Inkunabeln und andern Büchern ältern Datums und geht dann von der Zettel aufnahme und der alphabetischen Anordnung auf die Ord nung der Bibliothekszettel nach dem Inhalt, auf die metho dische Einteilung über. Nach der Schätzung des Buchhändlers H. Le Soudier (Os 1a sIa88iÜLatiou wötboäiqus, 1897) gibt es im ganzen 130 Systeme der methodischen Einteilung der Ge samtliteratur; dieselben entstammen allen Zeiten und allen Kulturvölkern. Zu ihren Urhebern zählen 46 Deutsche, 41 Franzosen, 14 Engländer, 14 Italiener, 4 Spanier, 2 Belgier, 2 Araber usw. Der Verfasser gibt am Anfang des Kapitels eine Übersicht über die wichtigsten dieser Systeme, die er 40 Seiten später durch einige weitere Angaben ergänzt. Die erste tatsächliche bibliographische Einteilung rührt von dem berühmten Schweizer Arzt Conrad Geßner her und bildet den zweiten Teil seines Werkes: »Lidliograpbia uvivsrealw, slvs Oatalogus omviruv eeriptoruw loeup1eti88lrvu8, sts.«, 1515—1549 in Zürich erschienen Der erste Teil dieses Werkes enthielt, wie sein Titel besagt, ein Bücher verzeichnis in alphabetischer Ordnung; der zweite Teil war in 21 Sektionen Ungeteilt, von denen die 20., der Medizin gewidmete, merkwürdigerweise nicht erschienen ist, trotzdem der Autor hier auf seinem eigensten Gebiete war. Interessant ist es, zu erfahren, daß noch ein dritter Teil in Aussicht genommen war, der ein alphabetisches Sach register bringen sollte, worin wir also den Vorläufer der erst viel später erfundenen Schlagwortkataloge zu sehen hätten. Das erste französische System datiert vom Jahre 1587 und wurde von Christofle de Savigny unter dem Titel »Oablsaux aeoowp1i8 äs tone 1s8 arte libsraux« ver öffentlicht. Es enthält 16 Rubriken, denen der Autor in einer zweiten Auflage (32 Jahre später!) zwei weitere, »Poesie« und »Chronologie«, beigefügt hat. Die weitern bibliographischen Arbeiten im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert, die von Bibliothekaren, Bibliographen und Buchhändlern angewandt und veröffentlicht wurden, führten schließlich zur Aufstellung des Systems von Jacques-Charles Brunet (1780—1867), in dessen wertvollem »Navusl äu librairs st äs l'amatsur äs8 livrss«. Dieses wurde nach und nach zur Basis fast aller weitern französischen Klassifikationen und ist noch jetzt in den meisten Bibliotheken Frankreichs mit mehr oder weniger bedeutenden Abänderungen im Ge brauch Nach vielen Autoritäten, wie Mouravit, Delisle, Maire, Molinier, ist es wenn nicht vollkommen, so doch dasjenige System, das am wenigsten Unzuträglichkeiten bietet, und in den erwähnten Vorschriften für die französi schen Universilätsbibliotheken ist es als Schema offiziell auf gestellt. Nur die »Sorbonne«, die Pariser Universiätsbiblio- thek, macht eine Ausnahme und besitzt ihr eignes, von Cim in den Hauptlinien dargestelltes System. Brunet hat in seinem System fünf Hauptfächer aufgestellt: Theologie — Jurisprudenz — Wissenschaften und Künste — Schöne Literatur — Geschichte. Diese werden der Kürze halber mit den fünf Vokalen des Alphabets: O, I, 0, II be zeichnet. Das System der Unterabteilungen ist ziemlich aus gedehnt, ein Buch über die Geschichte von Paris z. B. trägt folgende bibliographische Etikette: DVIOa. Cim druckt Mouraoits Lobhymne auf Brunets Methodologie ab, in der er den Zusammenhang und die von diesem gewählte Reihenfolge der Hauptwissenschaften in poetischer Weise er klärt: »Auf dem Gipfel aller Dinge steht der Mensch zuerst Gott, seinen Schöpfer, und sein Ende. Die Gotteswissen schaft bildet daher die erste Abteilung unsres Systems usw.« In der von der Firma Schleicher frdres im vorigen Jahre veröffentlichten und vom Schreiber dieses hier besprochenen »Rationalistischen Bibliothek« beginnt die Einteilung in ohne Zweifel logischerer Weise mit den exakten Wissenschaften, und zwar der Mathematik als dem Grundstein alles Wissens und Forschens an der Spitze. Das Beibehalten der Theo logie als erster Wissenschaft hat vor allem eine historische Berechtigung, war sie doch in der Zeit, wo die Buchdruck kunst erfunden und der Grundstein für die ältesten noch heute bestehenden Bibliotheken gelegt wurde, die wichtigste, vielfach sogar die einzige Wissenschaft, die an Universitäten und Schulen gelehrt wurde, und die damals auf Jahrzehnte hinaus überwiegende Zahl theologischer Bücher in den Bibliotheken hat offenbar ein für allemal der Theologie den ersten Platz in der bibliographischen Einteilung gesichert. Auf den nächsten 22 Seiten gibt der Verfasser ein Schema der Brunetschen Einteilung unter Weglassung der zu sehr auf Einzelheiten eingehenden Unterabteilungen vierten und fünften Grades. Wir begegnin in demselben nicht weniger Willkürlichkeiten als in den andern Systemen. So z. B. bildet das große Gebiet der Geographie die 2. Sektion der 1. Unterabteilung (»?ro1sgomtzus8 ül8toriqus8«); in der 6. Unterabteilung »?ara1ipomtzus8 1u8tor1qus8« befinden sich: I. Geschichte des Rittertums und Adels. 2. Geschichte der Festlichkeiten und öffentlichen Aufzüge. 3. Archäologie. 3. * Archäographie. 4. Literaturgeschichte. 5. Biographie. 6. Bibliographie. Man sieht nicht recht ein, warum diese verschiedenartigen Fächer, die zum Teil sogar in die 3. und 4. Hauptabteilung gehören, unter der fremdartigen und wenig präzisen Überschrift »Historische Paralipomena« ver einigt worden sind. Als Anhang zur 5. Hauptabteilung haben wir außerdem noch »Us1avgs8 st O1ot1ovua1rs8 eve^v1opsäiqrre8« und »Xotiss äs8 prluolpaux jouruaux littsrarrse st 8eisnt1üqus8 (st poIitiqus8)«. Und diese zuletzt genannten Journale sind merkwürdigerweise in folgende gleichwertige Abteilungen zerlegt: I. Französische Zeitschriften; II. Solche in lateinischer Sprache; III. Ausländische Zeit schriften. Für den öffentlichen Lesesaal der Nationalbibliothek ist das Brunetsche System angewandt, für den Arbeitssaal dagegen gilt ein besondres System, das 30 mit Buchstaben bezeichnete 1090*
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