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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.03.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1900-03-22
- Erscheinungsdatum
- 22.03.1900
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- Deutsch
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67, 22. März 1900. Nichtamtlicher Teil. 2287 2. Halten Sie die gänzliche Abschaffung des Kunden rabatts für wünschens- und erstrebenswert? 3. Halten Sie die Aufrechterhaltung des Ladenpreises in Berlin für möglich, wenn sämtliche bedeutenderen Sorti mentshandlungen sich zur Durchführung des Ladenpreises verpflichten und die Leipziger Sortimenter dieselben Ver pflichtungen eingehen? 4. Würden Sie sich eventuell verpflichten, unter den in Frage 3 genannten Umständen Lieferungen nur zum Laden preise auszuführen? 5. Falls Sie glauben, Frage 2 und 3 verneinend be antworten zu müssen, halten Sie ein Herabgehen des Kunden rabatts im Berliner Lokalverkehr auf 5"/<, für durchführbar? 6. Würden Sie sich eventuell verpflichten, Lieferungen mit Gewährung von nur 5»/g Rabatt auszuführen? Sonstige Bemerkungen: Berlin, den Name und Firma: II. Berlin, 18. März 1900. Sehr geehrter Herr Kollege! Mit unserem Rundschreiben vom 1. Dezember 1899 legten wir die durch das Schreiben des Börsenvereins- Borstands vom 4. November von uns gewünschte Prüfung »ob die gegenwärtigen Verhältnisse es gestatten, den seiner Zeit als notwendiges Provisorium eingesetzten Zustand zu beseitigen und-auch in Berlin an Stelle des Rabatts von 10<>/o einen solchen von 5°/, zu setzen,. in die Hände unserer zunächst durch die Rabattfrage beteiligten Herren Sortimenter-Kollegen, indem wir um schriftliche Beantwortung von sechs bestimmt gestellten Fragen ergebenst ersuchten. Es gelangten an uns 117 Antworten, und zwar haben sich geäußert sämtliche überhaupt in Betracht kommenden Sortimenter Berlins, mit Ausnahme der Inhaber der Firmen Dobberke L Schleiermacher und Stuhr'sche Buchhandlung. Die Zusammenstellung der Antworten ergab folgendes Resultat: Frage 1. Halten Sie eine Aenderung der jetzt in Berlin bestehenden Rabattverhältnisse für notwendig? Wenn ja, warum? wurde bedingungslos mit »Ja« beantwortet von 62, mit »Nein« von 44, mit einem bedingten »Ja« von 2. Auch die Nebenfrage »Warum« wurde von den mit »Ja« antwortenden Firmen nicht etwa durchgängig beant wortet: »Weil bei der Abgabe von 10»/, Rabatt ein zu geringer Nutzen übrig bleibt«, sondern auch »Weil es un erträglich ist, daß die Mitglieder des Börsenvereins Bücher nur zum Ladenpreise anzeigen dürfen, während bekannte Firmen und Warenhäuser ungestraft die Brotartikel des Sortiments mit 15—20»/^ Rabatt öffentlich ausbielen«. Frage 2. Halten Sie die gänzliche Abschaffung des Kunden- rabatts für wünschens- und erstrebenswert? wurde beantwortet: mit bedingungslos »Ja« von 64, mit »Nein. „ 42, mit einem »Ja. unter gewissen Bedingungen „ 7. Frage 3. Halten Sie die Aufrechterhaltung des Ladenpreises in Berlin für möglich, wenn sämtliche bedeutenderen Sorti mentshandlungen sich zur Durchführung des Ladenpreises verpflichten und die Leipziger Sortimenter dieselben Ver pflichtungen eingehen? wurde beantwortet: mit bedingungslos »Ja« von 22, mit »Nein« von 66, mit einem »Ja«, an das unerfüllbare Voraus setzungen geknüpft werden, demnach also einem »Nein, gleich von 24. Vier Fünftel sämtlicher Firmen gaben also eine ver neinende Antwort, und zwar zumeist unter dem Hinweis auf das ungestörte Gedeihen der gesperrten Berliner Hand lungen Mayer L Müller, sowie S. Basch u. a., auf das Emporblühen der Bazare, auf die Tausende von Kolpor teuren und wilden Buchhändlern, die sich jeder Kontrolle entziehen, auf die Buchbindergeschäfte und andere mit der Großstadt verbundene Uebelstände. Die Beantwortung der Frage 4. Würden Sie sich eventuell verpflichten, unter den in Frage 3 genannten Umständen Lieferungen nur zum Ladenpreise auszuführen? ergiebt sich aus den Voten zur Frage 3. Es wurde geantwortet mit bedingungslos »Ja« von 35, mit »Nein. von 57, mit »Ja« unter unerfüllbaren Bedingungen, also einem »Nein« gleich, von 27. Frage 5. Falls Sie glauben, Frage 2 und 3 verneinend beantworten zu müssen, halten Sie ein Herabgehen des Kundenrabatts im Berliner Lokalverkehr auf 5»/<, für durchführbar? wurde teilweise mit derselben Motivierung wie Frage 3 beantwortet, und zwar: mit bedingungslos »Ja« von 24, mit »Nein. von 42, mit »Ja«, unter unerfüllbaren Voraus setzungen von 22. Frage 6. Würden Sie sich eventuell verpflichten, Lieferungen mit Gewährung von nur 5°/o Rabatt auszuführen? wurde beantwortet: mit bedingungslos »Ja« von 31, mit »Nein. von 41, mit bedingtem »Ja«, also einem »Nein, gleich, von 26. Eine Anzahl Firmen beantwortete nicht alle Fragen, daher ist bei den einzelnen Fragen die Gesamtzahl der ab gegebenen 117 Antworten nicht erreicht. Bei den eingelaufenen Erklärungen ist zu berücksichtigen, daß die sich einer Reform zuneigenden Firmen im allge meinen wohl nur einen kleinen oder doch nur geringeren Geschäftsumsatz machen; dagegen haben sich sämtliche Inhaber größerer Sortimente fast ohne Ausnahme in ablehnendem Sinne geäußert. Wir haben nunmehr durch die von uns angestellte Enquete ein ungetrübtes Bild der Meinung unserer Berliner Sortimenter-Kollegen erhalten, damit aber auch die Ueber- zeugung, daß ein jeder Versuch, eine Aenderung in den be stehenden Verhältnissen wider den Willen der Mehrzahl der Berliner Kollegen, die Verleger eingeschlossen, herbeizuführen, nicht nur den Berliner Buchhandel, sondern den gesamten organisierten Buchhandel den schwersten Erschütterungen aussetzen würde. Von diesem Gesichtspunkte die Lage an sehend, haben wir keinen Anstand genommen, das durch unsere Umfrage gewonnene Resultat in der am 25. Februar in Braunschweig abgehaltenen Delegierten-Versammlung des Verbandes der Orts- und Kreis-Vereine mitzuteilen und daselbst den durch unsere Enquete gegebenen Standpunkt zu vertreten. Die anwesenden Delegierten haben sich den Ausführungen unseres Vorsitzenden nicht verschließen können und, den that- sächlichen Verhältnissen in Berlin Rechnung tragend, einen 306*
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