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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.10.1915
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- 1915-10-15
- Erscheinungsdatum
- 15.10.1915
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. ^ 240, iS. Oktober 1915. und Wünsche in ihren eigenen Reihen als auch über das Maß dessen zu verständigen, was billigerweise eine Organisation von der andern fordern darf. Die Notwendigkeit eines gemeinsamen Zusammen- arbeitens wird schon dafür sorgen, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen und das erstrebenswerte Ziel nicht im Kampfe, sondern in der Verständigung gesucht wird. Schon jetzt treten an den Börsen verein Forderungen heran, denen er sich, da sie in den Kreis seiner Aufgaben fallen, nicht entziehen kann; um wieviel mehr wird das der Fall sein, wenn erst die Glocken den Frieden eingeläutet haben und die Neuordnung unseres Wirtschaftslebens auch den Buchhandel vor neue Ausgaben stellen wird!« Wenn wir Ihnen also eine Organisation Vorschlägen, die diesen Wünschen des Sortiments gerecht wird, so bitten wir, die Vorlage wohlwollend zu prüfen. Wir bringen nichts, was nicht eigentlich schon da war, ohne freilich durch die Satzungen gedeckt zu sein. Jetzt wollen wir dies auch satzungsgemäß ausgestalten. In den letzten Jahren hat der Verband mehr und mehr die Tätigkeit einer Sorti mentervertretung ausgenommen, gewiß nicht zum Schaden des Sortiments, aber auch nicht des Verlags. Und nun wollen wir in unsere Tagesordnung eintreten. Draußen braust der Krieg, den unsere Heerführer, unser tüchtiges Heer und unsere unvergleichliche Marine verstanden haben, von unseren Grenzen sernzuhalten. Groß sind freilich die Verluste, die wir erlitten haben, an kostbaren Menschenleben, an weltlichen Gütern. Auch der Buch handel hat zahlreiche Verluste, und mancher von uns hat das Liebste hergeben müssen, was er aus Erden hatte. Aber alles für das Vater land! Das soll auch im schweren Leid aufrecht erhalten, und die Zuversicht, daß ein segensreicher Frieden uns entschädigen soll für alle Leiden, die auch ein siegreicher Krieg mit sich bringt. Gedenken wir auch heute in Wehmut, mit heißem Dank aller derer, die für die deutsche Ehre und den deutschen Gedanken ihr Leben dahingegeben haben, der Geschäftsinhaber, ihrer Angehörigen, der Gehilfen, der Markthelfer — wir werden ihr Andenken stets in Ehren halten. — Herr Staar wird so freundlich sein, das Protokoll zu führen, Herr Schuchardt die Rednerliste. Ich ersuche Herrn Nitschmann, die Liste der Angemeldeten zu verlesen. Herr P. Nitschmann verliest die Anwesendenliste. Herr E. Opitz, Güstrow (zur Geschäftsordnung): Er halte es nicht für richtig, daß die zweiten Vertreter der Vereine kein Stimm- recht haben sollen, und beantrage, daß die zweiten Vertreter ebenfalls stimmen dürfen. Der Vorsitzende: Die Bestimmung sei im Interesse der Vereine getroffen, die infolge der Kriegszeit keinen zweiten Abgeordneten senden können. Der Antrag Opitz habe nur theoretische Bedeutung, praktisch könne heute kein Ergebnis erzielt werden. Er bitte Herrn Opitz, seinen Widerspruch zurückzuziehen, da bindende Beschlüsse sicher nicht werden gefaßt werden. Herr E. Opitz zieht seinen Antrag zurück. Tagesordnung Punkt 1: Vorschläge des Vorstandes für eine Umgestaltung des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine. Herr P. Nitschmann <als Referent): Meine Herren Kollegen! Es erübrigt sich, in diesem kleinen Kreise von ausschließlich Sachver ständigen über den Wert von Berufsorganisationen im allgemeinen zu sprechen. Ob Kapitalkräftige oder Kapitalschwache, ob Fabrikanten, Händler oder Arbeiter, jeder weiß heute den Wert einer strassen Organisation zu schätzen, jeder zieht seine Vorteile aus ihr. Straffe Organisation, wir sehen es an diesem Weltkriege, verbürgt den Sieg, mangelnde die Niederlage. Die Notwendigkeit, dem Sortiment eine Organisation zu geben, ist häufig betont worden, Versuche zur Durchführung sind mehrfach unternommen; es ist zwecklos, heute zu beleuchten, warum sie ge- scheitert sind; wohl aber darf darauf hingewiesen werden, daß nicht der Verlag sich der Organisation des Sortiments entgegengesetzt hat, sondern daß, ich möchte sagen, ein trauriges Zeichen eines nieder gehenden Standes, die Gegner zumeist aus den eigenen Reihen er standen sind. Daß gerade jetzt die Zeit geeignet erscheint, einen erneuten Versuch zu unternehmen, dem Sortiment eine Organisation, eine zielbewußte Vertretung zu geben, liegt auf der Hand. Der lang- 1982 währende Krieg, dessen Ende und Folgen noch nicht abzusehen sind, hat dem Buchhandel wohl die schwersten Wunden geschlagen. Die Lage nach Friedensschluß dürste, allgemeinem Urteil entsprechend, der großen Schwierigkeiten nicht ermangeln, ein maßloser Konkurrenz kampf wird einsetzen, der Auchbuchhandel wird infolge der zahlreichen während des Krieges angestellten nichtbuchhändlerischen Mtarbeiter üppiger als je cmporblühen, die maßlos verteuerte Lebenshaltung wird lange Zeit anhalten und erfahrungsgemäß auf vielen Gebieten überhaupt keine Rückbildung zum Normalen erfahren. Es kommt hinzu das immer wiederholte Verlangen, dem Sortiment seine Sonderorganisation zu schaffen. Ich verweise aus den unlängst im Börsenblatt erschienenen redaktionellen Artikel, in dem daraus hin gewiesen wird, daß der Vorstand des Börsenvereins infolge seiner größeren Aufgaben und Ziele gar nicht mehr in der Lage sei, eine ausreichende Vertretung für das Sortiment zu bilden. Ist einmal die Notwendigkeit der Organisation erkannt, so werden wir uns fragen müssen, welche Wege zu ihrer Schaffung offen sind. Ich sehe zwei: erstens die Begründung eines deutschen Sortimenter- Vereins außerhalb der Kreis- und Ortsvereine und zweitens die Umgestaltung des Verbandes zu einer Interessenvertretung des Sortiments. Ich habe Ihnen in der Ostermesse 1909 den ersten Weg als den gangbareren empfohlen und stehe nicht an, zu erklären, daß ich ihm auch heute noch unbedingt den Vorzug gebe, weil ich ihn für den geraderen, folgerichtigeren und aussichtsreicheren halte. Aber er hat, wie ich nicht bestreiten kann, neben seinen Vorzügen auch einige Nachteile. Einmal würde er uns mit erheblichen neuen Vereinsbeiträgen belasten und würde die schon immer bestehenden Schwierigkeiten, die leitenden Männer zu finden, vergrößern. Und zweitens würde er immerhin eine Gefahr für den Bestand der Kreis- und Ortsvereine bilden. Denn wenn der neue Sortimenterverein Organ des Börsen vereins werden würde, und das dürste ihm auf die Dauer nicht zu verweigern sein, dann würde die Mehrzahl der Sortimenter, die durch ihn die Mitgliedschaft im Börsenverein erwerben, kein Interesse mehr am Verbleiben in den Kreis- und Ortsvereinen haben und diese zum Eingehen bringen. Alle diese Nachteile sind auf dem zweiten Wege zur Organisation zu vermeiden, der Umgestaltung des Verbandes zur Sortimenter vertretung. Es findet keine Neugründung statt mit ihrem Erfordernis an neuen Vorstandsmitgliedern-und Beiträgen, die Kreis- und Orts- Vereine bleiben in ihrer bewährten Form bestehen. Lassen Sie mich nun, ehe wir uns dem Entwurf in Ihren Händen im einzelnen zu wenden, kurz Vorträgen, was wir zur Erreichung des uns vorschweben- dsn Zieles in den Satzungen des Verbandes geändert zu sehen wün schen. Zunächst den Zweck des Verbandes. Der Verband, wie er heute besteht, bezweckt die Förderung aller Angelegenheiten und Fragen des Buchhandels, insbesondere die Ausgleichung der Inter essen von Sortiment und Verlag. Meine Herren, der erste Teil dieses Zweckparagraphen ist, wenn Sie ihn genau betrachten, eigentlich nichts als eine schöne Redensart, und der zweite Teil, der Interessen ausgleich, ist ein durchaus überflüssiges Unternehmen so lange, als der Vorstand des Börsenvereins für diesen Ausgleich die gegebene Instanz ist. Der Verband ist bei seiner Gründung gedacht gewesen als eine Zusammenfassung der Kreis- und Ortsvereine hauptsächlich in der Ostermesse. Er hat stets als seine Hauptaufgabe die Vor bereitung der Hauptversammlung des Börsenvereins betrachtet und hat diese Ausgabe durch alle die Jahre zweckentsprechend erfüllt. Daß der Verband sich eigene Aufgaben stellt, daß er von Jahr zu Jahr mehr die vernachlässigten Interessen des Sortiments zu schützen versucht, ist eine Erscheinung der neueren Zeit. Dem jetzigen Ver- bandsvorstande ist diese selbständige Arbeit, die sich nicht dabei be gnügt, das Sieb für die Hauptversammlung des Börsenvereins zu sein, Hauptzweck seiner Amtstätigkeit gewesen. Aber, meine Herren, in den sechseinhalb Jahren, die wir die Geschäfte des Verbandes führen, haben wir uns immer mehr davon überzeugt, daß eine ersprießliche Tätigkeit des Verbandes in dem von uns als richtig erkannten Sinne nicht möglich ist unter den heute bestehenden Satzungen. Wollen wir heute mit aller Kraft satzungs gemäß alle Fragen des Buchhandels fördern und unsere Haupl- tätigkeit im Ausgleich zwischen Sortiment und Verlag sehen, so müssen wir auf Schritt und Tritt mit den Arbeiten des Börsenvereinsvor- standes, der ja dieselben Ausgaben und Ziels verfolgt, zusammen-
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