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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.10.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1915-10-15
- Erscheinungsdatum
- 15.10.1915
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- Deutsch
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240, 15. Oktober 1915. Redaktioneller Teil. Arbeiten des Börsenvereins Und des Verbandes nicht ausgereicht haben, das Sortiment aus seiner schwierigen Lage zu besreicn. Der Sortimenter nage nach wie vor am Hungertuche. Auch HerrSeippel, der den Verband sechs Jahre geleitet habe, habe sich jetzt in dankens werter Weise deutlich sür eine Sonderorganisation ausgesprochen. Redner glaubt, daß die Tätigkeit im Berbandsvorstande in seiner heutigen Form niemand befriedigen könne, er habe schon seit Jahren gesagt, daß der Verband so seinem Ende entgegengehen müsse. Die Kreisvcreine können die Lebensfragen weder des Verlags noch des Sortiments einseitig wahrnehmen, sie müssen sich immer mit Kom promissen absinden. Die Kommissionäre, die Verleger, die Musi kalienhändler haben sich eigene Organisationen geschaffen und diese dem Börsenverein eingegliedert. Nur immer beim Sortiment, wenn dieses Ähnliches beabsichtigt, werden Gefahren gewittert. Man möge endlich einmal die hundertmal gehörten Schlagworte unterlassen. Herr C. Schöpping, München: Herr Nitschmann habe ganz offen erklärt, daß er die Schaffung eines reinen Sortimenterverems sür die bessere Lösung halte. Auch Redner sei gegen jede Umgestal- tung des Verbandes. Der Vorstand des Verbandes sei seinerzeit wohl als eine Ncbenrcgicrung des Börscnvercinsvorstandes bezeichnet worden, aus der ehemaligen Gegnerschaft sei aber eine Freundschaft geworden, Adolf Kröners Werk sei also weiter sortgesührt worden. In Bayern bestehen zwei große Vereine, trotz der Mehrheit der Ver leger werden die Sortimenterinteressen aufs beste vertreten. In den Kreisvereinen wird vieles erreicht, warum solle man dieses Schwert, das man besitze, gegen einen kleinen Dolch eintauschcn. Der Vorsitzende: Jeder müsse es sehen, daß der Verbands- Vorstand, wenn er heute reine Sortimenterinteressen vertritt, über die Satzungen hinausgehe. Der Vorstand habe nie behauptet, daß die Kreisvereine bisher nichts geleistet haben, er wolle aber die Kreis- vereine ausbauen, um noch mehr zu erreichen. Man möge es doch nur nicht an Mut fehlen lassen, sich in den Sattel zu setzen, anders könne man nie reiten lernen. Herrn Pape erwidere er, daß alle die großen Arbeiten des Börsenvereins, wie die Verkehrs- und Berkaufs- ordnung, hauptsächlich zugunsten des Verlags gemacht worden seien. Das Sortiment möge sich endlich einmal auf sich selbst besinnen. Herr I. Pape, Hamburg, bestreitet, daß die Ordnungen des Börsenvereins zugunsten des Verlags gemacht worden sind. Der Vorsitzende weist das an Beispielen nach. Herr Hermann Schilling, Cöln: Sehr verehrte Herren! Als sich bei der Verlesung der Anwesenheitsliste die Vertreter des deutschen Buchhandels aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes, aus dem Osten und Westen, dem Norden und Süden meldeten — cs hat sich ja wohl nur ein Kreisvcrein, Elsaß-Lothringen, entschuldigt —, da erfaßte mich bei dem Gedanken an den großen Bölkerkrieg, der draußen tobt, ganz besonders das Gefühl der Hochschätzung für die großartige Organisation des deutschen Buchhandels, die trotz der Un ruhen und Sorgen der Jetztzeit doch die Kraft in sich trägt, eine so ansehnliche Zahl von Vertretern, die sich fast lückenlos über das ganze deutsche Vaterland verteilen, hierher zu entsenden. Meine Herren, Sie sind durch das Vertrauen Ihrer Berufs genossen aus Ihren Kreisen gewählt worden, und ich gehe nicht fehl, wenn ich diese Versammlung als eine Zusammenkunft der gewiegtesten und erfahrensten Berufsgenossen unseres deutschen Buchhandels an- spreche. Ihre Meinung ist in gewissem Sinne maßgebend, Ihre Entschlüsse sind wichtig und von entscheidender Tragweite. Viele von Ihnen haben aufbauen Helsen an der großartigen, ehrwürdigen Organisation des deutschen Buchhandels, um die uns alle Kulturvölker beneiden und die wir heilig halten wollen. Ich ver stehe darum sehr wohl den Widerspruch, der sich bei vielen von Ihnen und gerade bei den verehrten Herren geltend macht, die schon eine lange Reihe von Jahren zum Besten des buchhändlerischen Allgemein wohles tätig gewesen sind. Fürchten doch diese Herren, eine Neu organisation des deutschen Sortiments würde den bestehenden und bewährten Organisationen, als da sind die Kreis- und Ortsvercine, schaden, denselben die Lebensfähigkeit rauben und so das große Ge bäude gefährden, welches der deutsche Buchhandel in seiner muster gültigen Organisation aufgebaut Hai. Ich bin mit Ihnen der Meinung, daß dies der Fall sein würde, sobald sich der Verband der Kreis- und Ortsvereine und damit auch die Kreis- und Ortsvereine selbst lediglich der Vertretung der Sorti menter-Interessen zuwenden würden. In den Kreis- und Ortsvereinen sollen Verleger und Sortimenter einträchtig Zusammenarbeiten, ihre gegenseitigen Interessen verstehen lernen. Die Kreis- und Ortsvereine sollen die Unterorganisation des Börsenvereins, gewissermaßen dessen geographische Einteilung sein und bleiben. Aber das besagt doch nicht, daß darum das Sortiment sich nicht organisieren dürfe. Haben wir doch einen Bcrlegcrverein, eine Ver einigung der Musikalienhändler, der Leipziger Kommissionäre, alles Organe des Börsenvereins. Ich glaube, unsere Meinungsverschiedenheiten sind nicht so wesentlicher Natur, als es den Anschein hat. Die Notwendigkeit einer Organisation des Sortiments wird allgemein anerkannt, vom Börsen vereinsvorstande, vom Vorstände Ihres Verbandes, ja selbst vom Deutschen Berlegerverein. Der Plan einer Umgestaltung des Ver bandes der Kreis- und Ortsvereine ist fallen gelassen. Stellen wir uns jetzt die Frage, ob das Sortiment überhaupt einer Organisation bedarf oder nicht, ich bin überzeugt, Sie können nicht mit »Nein« antworten. Sollten wir dann zu dem Beschlüsse kommen, daß diese Organisation begründet werden soll, dann werde ich den Herrn Vor sitzenden bitten, daß er mir nochmals das Wort erteilt, uni Ihnen einen Plan zu unterbreiten, dem Sie vielleicht Ihre Zustimmung geben können. Herr W. Koebner, Berlin, steht den Vorschlägen des Vorstandes mit geteilten Gefühlen gegenüber. Er hält den Weg, den der Vor stand empfiehlt, nicht für gangbar. Nach diesem Vorschläge würde sich der Berbandsvorstand zwischen zwei Stühle setzen, da er nach keiner Seite befriedigen würde. Redner ist der Meinung, daß es möglich sei, eine reine Sortimentervertretung zu schassen, die den Interessen des Sortiments besser entspreche. Durch Annahme der Vorschläge des Vorstandes würden die Interessen der Kreisvereine geschädigt werden. Er eritärt es als ieine persönliche Meinung, daß wahrscheinlich die Berliner Vereinigung gesprengt werden würde. Auch er bestreitet, daß die bisherigen Ordnungen des Börsenvereins nur im Interesse des Verlags geschaffen seien. Durch die vorge schlagene Satzungsänderung würde die Struktur der Kreis- und Ortsvereine geändert, viele Verleger würden ausschciden. Tie KrciS- vereine haben heute sehr wichtige Arbeiten, die Bearbeitung der Schleudereisällc, die Reinhaltung des Adreßbuchs usw. Eine Sorti mentervertretung muß unter Umständen einseitig und rücksichtslos Vorgehen, das ist im Verbände und in den Kreisvereinsn nicht mög lich, um die Harmonie nicht zu schädigen. Man lasse den Verband bestehen wie bisher; hält das Sortiment cs für nützlich, sich eine Sondervertretung zu schassen, so möge man es tun, er wäre sogar dafür, daß der Verband hierzu seine Beihilfe leiste. Eins solche Ver tretung des Sortiments liegt sicher im Interesse des Gesamtbuch handels. Redner macht weitere Vorschläge, wie er sich eine Sorti mentervertretung und ihre Arbeit denkt. Er fürchte nicht, daß, wenn ein reiner Sortimenterverein gegründet werde, die Kreis- und Orts vereine dadurch gesprengt werden würden. Das könne zudem durch Bestimmungen verhindert werden, nach denen die Mitgliedschaft im Börsenverein durch die Mitgliedschast in einem Kreisverein bedingt wird. Redner möchte auch nicht, daß die Sonnabend-Vorversamm- lung des Verbandes verschwände, er halte diese für sehr wichtig. Er begründet dies mit Beispielen aus der Praxis. Zusammensassend ersucht Redner die Versammlung, den Verband und die Kreis- und Ortsvereine wie bisher bestehen zu lassen, und empfiehlt, eine neue Organisation des Sortiments zu schassen. Der Vorsitzende: Die Kantate-Versammlung des Verbandes sei allerdings von großer Wichtigkeit, die Tätigkeit des Verbandes müsse aber viel weiter gehen und der Verband als solcher größere Bedeutung gewinnen. Es dürfe dem Verbände nicht genügen, das Sieb für die Hauptversammlung des Börsenvereins darzustellen. Herr H. Aigner, Ludwigsburg, möchte nicht die Macht, die die Kreis- und Ortsvercine besitzen, geschwächt sehen. Er erklärt, daß ihm Verleger gesagt haben, daß sic sosort aus dem Württembcrgischen Vereine austreten würden, falls die vorgeschlagene Satzungsände rung durchgehen sollte. Dagegen ist Redner sür die Begründung einer Sondervertretung des Sortiments neben den Kreis- und Ortsvercinen. Herr A. Diederich, Pirna: Er sei unter allen Umständen sür die Schaffung einer Organisation des Sortiments. Er entnehme aus den bisherigen Verhandlungen, daß sür die Umwandlung des Ber- 1385
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