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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.09.1928
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1928-09-01
- Erscheinungsdatum
- 01.09.1928
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- Deutsch
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204, 1. September 1928. Redaktioneller Teil. Börsenblatt s.d.Dtschn. Buchhandel. »Gebrüder Tschudi in Glarus-, Die sich hier ergebende Konzernbildung dürfte für die deutsche Industrie ein besonderer An laß sein, die Ermahnungen des Herrn Or. Nicolaus ernst zu neh men, um so mehr als die Klage über ein überspanntes Kreditver langen der deutschen Verbrancherkrcise schon seit längerer Zeit eine dauernde Beschwerde der deutschen Maschinenfabrikanten bildet. Auch in dieser Beziehung tut Organisation not. Nero. Umgang mit Zeitungsredaktionen. Der Buchhandel hat mit dem Nil gemeinsam, daß er zu ge wissen Zeiten über seine gewohnten User tritt. Einer solchen llber- schwemmungsperiobe sehen wir uns jedesmal gegen Weihnachten gegenüber mit der bedenklichen Überlegung, ob wohl dabet etwas Fruchtbares herauskommen müsse. Denn beim Nil ist der Schluß- effekt solcher Überschwemmungen ebenso sicher als beim Buchhandel zwciselhast. Soweit die steigende Biicherflut auch die Redaktionstische be leckt, um dann kurz vor Weihnachten rettungslos Uber ihnen zu sammenzuschlagen, ist diese Erscheinung schon mehrmals tiefsinnig un'ersucht worden. Man gelangte zu dem recht selbstverständltchen Ergebnis, daß die Schriftlettungen unverlangte Bllchersendungen vor Weihnachten nicht bewältigen können, selbst wenn sie wollten, daß die Verleger^ deshalb und überhaupt nur auf Verlangen Rezen sionsexemplare schicken sollten und daß für »noch rechtzeitig zum Fest- am Lg. Dezember eintrefsende Pakete nicht angesehen werden können. Gleichwohl müssen diese Feststellungen alljährlich ebenso wieder holt werden wie etwa die Warnungen, sich allzufrüh mit Schlitt schuhen aufs Eis oder mit Badehosen ins kalte Wasser des Früh jahrs zu wagen. Heute ist es uns jedoch um einige weitere prak tische Ratschläge zu tun. Wie wir es als Buchhändler komisch empfinden, daß jemand nicht zu unterscheiden weiß zwischen Sortiment und Verlag sder Harmlose!), so müssen Redakteure großer Zeitungen den für einen Anfänger halten, dem Redaktion als einheitlicher Begriff gilt, und der nicht zwischen den einzelnen Sparten zu scheiden weiß. Viele Verlage glauben besonders sicher zu gehen, wenn sie ihre Besprechungsexemplare an bestimmte Rezensentenadressen einweisen. Bei einer Zeitung aber, die aus sich hält, wird dieses Verfahren nicht zum Ziel führen, denn eine ernsthafte Redaktion legt Wert darauf, ihre Eingänge selbst zu kontrollieren und ihre Aufträge selbständig zu verteilen. Nun ist freilich jene strenge Trennung nach Politik, Handel, Sport usw. in den modernen Zeitungen längst nicht mehr in dem Maße durchzufllhren wie früher. Die Zeitungen sind beweglicher geworden, und gruppieren ihre Stoffe mehr nach der Wichtigkeit, die die ein zelnen Ereignisse und Mitteilungen sür ihre Leser haben. Der Leit artikel ist nicht mehr ausschließlich ein politischer Artikel, ein Lokal- creignis kann die erste Seite einnehmen, und die hohe Politik ver schwindet unter Umständen in einer bescheidenen Ecke. Viele auch der nicht nur fchönwissenschastlichen Verleger glau ben, sofern nicht eine ausgesprochene Bllcherbeilage bei dem Blatt besteht, unbedingten Wert daraus legen zu müssen, daß eine Bespre chung möglichst im Feuilleton erscheint. Die Vorherrschaft des Feuilletons in geistiger Hinsicht ist jedoch längst vorüber. Auch ist der Effekt nicht immer der beste, wenn eine Besprechung an der Stelle erscheint, wo alle Besprechungen gewöhnlich zu erscheinen pflegen. Ein Buch nun, das einfach »an die Redaktion- adressiert ist, nimmt aber seinen Weg gewöhnlich in die Feuilletonredaktion, denn die Redaktionssekretariate, denen die Postvertetluug obliegt, können sich in den seltensten Fällen damit befassen, die Bücher auf ihren Inhalt zu prüfen und an die wirklich maßgebende Abteilung weiter- zuletten. Wie eine Bilanz von vornherein als eine Sache des Han- dclsfeils gilt, so gilt nach dem Zeitungsschema das Buch für eine Sache des Schriftleiters unterm Strich. Man wird also gut daran tun, sich selbst zu überlegen, ob ein Werk sich nicht besser sür den lokalen Teil oder den Sportteil usw. einer Zeitung eignet, ob es nicht sür eine Politische Diskussion ergie big genug wäre usw. Je nach dem Inhalt des Werkes wende man sich also an eine zuständige Redakttonsabteilung. Es verschlägt dabei wenig, ob die betreffende Redaktion nun wirklich, sagen wir, über eine eigne Sparte über Frauenangelegenheiten etwa verfügt oder nicht; wenn ein Werk in diesem Sinne an die Redaktion oder an die Redaktionsabtetlung »Fraueninteressen« adressiert ist, so wirb eS jedenfalls doch die sür diese Gebiete mitverantwortliche Stelle er halten. 978 Dabei hätte man sich noch von dem Vorurteil frei zu machen, daß eine Besprechung um so wirksamer sei, je erschöpfender die Cha rakteristik des Gesamtinhalts aussällt. Es ist in den meisten Fällen viel wirkungsvoller, eine Besonderheit des Buches, eins Anekdote, ein Ergebnis Herauszugreisen und dies zum Gegenstand einer all gemein interessierenden Notiz zu^ machen. Man müßte dabei sich bietende Gelegenheiten auszunützen wissen und so, wie man etwa im Bbl. zu Geburtstagen und Todestagen auf die Werke eines Autors hinweist, bei einschlägigen Tagungen, Ungllicksfällen, politischen Kon stellationen, Handlungskonjunkturen, Sporteretgnissen den Anknüp fungspunkt finden. Auch für das Buch gilt, was Gractan in seiner »Weltklugheit- empfiehlt: Es gilt, die Erwartung rege erhalten und bei allen Dingen etwas in Reserve haben. So wird Man erreichen, daß über ein Buch nicht als über eines unter Hunderttausenben gesprochen wird, sondern als über eine Sache, die viele fesselt und die dem Interessenten dann in Form des betreffenden Werkes näher zugänglich gemacht weiden kann. Die folgenden willkürlich herausgegrifsenen Beispiele mögen zeigen, wie man Buchbesprechungen bisher zu behandeln pflegte und wie man die Buchwerbung viel wirksamer in Form von Nachrichten durch führen könnte. Die Korrespondenzen haben sich übrigens diese Ein sicht bereits vielfach zu eigen gemacht. (übliche Besprechungssorm.) Russische Filmkunst. Mit einem Vorwort von Alfred Kerr. Mit 114 Tafeln. Verlag .... Der Band enthält eine staatliche Auswahl typischer Bilder au» folgenden Filmen: Ein Held unserer Zeit; Matrosenregiment 17; Todesbarke; Panzerkreuzer Potemkin; Mutter; Iwan der Schreck liche (folgen weitere dreiundzwanzig Titel). (Anknüpfung an ejne Veranstaltung.) Iwan der Schreckliche unter uns. Innerhalb der Festwochen in den Rathauslichtspielen läust auch der Russensilm »Jipan der Schreckliche-. Der Charakter dieses Despoten ist hier nicht länger bloße Geschichte, sondern packende Wirklichkeit. Wer die empfangenen Eindrücke in Ruhe zu kontrollieren wünscht, nimmt das Buch »Russische Filmkunst« zur Hand, in dem mehrere der eindrucks vollsten Bilder neben vielen sonstigen aus andern russischen Filmen sestgehalten sind. Verlag . . . (Übliche Besprechungsform.) Ernst Pcuzoldt. Der Zwerg. Roman. 2. Ausl. Verlag . . . Dieser Band aus der neuen Reihe »Junge Deutsche« zeichnet sich aus durch die klingende Sprache und den gütigen Humor. Er enthält das Schicksal eines jungen Menschen aus einer sich in der Vergangenheit auslösenden Familie, der durch Erlebnisse der Zeit zu seinem eigenen Wesen hinsindet. (Als Einleitung zu einer Vortragskritik.) Praktisch, kein hübsches Wort. Dies kennzeichnet die Stellung von Herrn P. Meter zu dem Vortrag des Pros. ... im Steintcke- saal über »Amerikanisierung». Onkel Peter, wie er genannt wird, ist der typische Vertreter des Ethos der Tradition, wider die Herr Halbledder vielerlei einzuwenden weiß. Wer sich mit diesem Thema auseinandersetzen will, greife zu dem Roman: »Der Zwerg« von Ernst Penzoldt, in dem diese Diskussion in Erzählerform zwischen den genannten Figuren lebendig wird. (Nun folgt die Besprechung des obengenannten Vortrages.) Or. Ernst Heimeran. „Bücher für das Wartezimmer". Eine geschickte Form, sür Bücher zu werben, hat der Verlag der Amsterdamer Wochenschrift »De Zakenwereld« (»Die Geschäftswelt«) gefunden. Sie ließ in ihrem Blatte eine Reihe halbseitiger Anzeigen erscheinen, die als Kopfleiste ein Bücherbrett und die Worte »Pro bleme unserer Zeit« trugen; von diesen Anzeigen seien die zwei letzten der Reihe hier wiedergegeben. Sie lauteten: Das Wartezimmer-Problem. Wie kann man Menschen so warten lassen, daß ihnen das Warten zum Genuß wird? — fragten wir das letzte Mal. Und die Antwort ist: Gebt Eueren Besuchern etwas in die Hand, das ihren Geist beschäftigt. Also: Lesestoff. Aber keine alten, abgegriffenen Zettschriftennummern, die schon langweilen, bevor sie gelesen werden. Euer Wartezimmer soll nicht an eines Zahnarztes Vorzimmer erinnern! Auch aus der Wartezimmer-Lektüre muh schon der Geist Euerer Firma sprechen.
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