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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.06.1928
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- 1928-06-23
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- 23.06.1928
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^ 144. 23. Juni 1926. Redaktioneller Teil. eine Viertelmillion Mark flir den ersten Teil gelöst. Der zweite kommt im Herbst unter den Hammer. Es war das Lebcnswerk eines hervorragenden Kenners und begeisterten Sammlers, das wieder in alle Winde zerstreut wurde. Die Versteigerung erfolgte bekanntlich vom 13. bis 16. Juni durch die Firmen Martin Breslauer und Leo L i e p m a n n s s o h n in Berlin, die übrigens im Laufe der Jahrzehnte am Aufbau der Sammlung mitgcwirkl haben. Die Hauptkäufer waren aus Deutschland: die Preußische Staatsbiblio thek, die Frankfurter Bibliothek P. Hirsch, die Stadtbibliothek Leip zig, die Sächsische Landesbibliothek in Dresden, die Schleswig-Hol steinische Landesbibliothek in Kiel, die Universitäten zu Leipzig, Köln und Heidelberg. Unter den Sammlernamen hörte man am häufigsten den Namen des Professors Clewing. Für Österreich kaufte der Wiener Sammler Hoboken. Aus der Schweiz erschien der Base ler Antiquar Oppermann, aus Italien Professor Torrefranca, aus Schweden Nydal. Für England kaufte der Londoner Goldschmidt, für Frankreich Leguise aus Paris. Die Erwerbungen für Amerika besorgte Professor Kinkelday. Einzelne Stücke wurden lebhaft um stritten und bis zum Fünffachen des Taxpreises bezahlt. Nachstehend bringen wir einige Hauptprcise zur Kenntnis: Denkmäler deutscher Tonkunst, Bd. 1—59, 1950.—; Denkmäler der Tonkunst in Bayern, 31 Bde., 1300.—; Denkmäler der Tonkunst in Österreich, 56 Bde., 2400.— ; Friedrichs des Großen Musikalische Werke, 1889, Vorzugs ausgabe ans großem Büttenpapier, die nie in den Handel kam, 350.— ; Publikation älterer praktischer und theoretischer Musikwerke vorzugsweise des 15. und 16. Jahrhunderts, 1873 bis 1905, 2100.— ; Le Tresor des Pianistes, 1861 bis 72, 1400.—; 31 Jahrgänge des Jahrbuches der Musikbibliothek Peters 450.—; Matthesons Critica Musica, Hamburg 1722, die erste deutsche musikalische Zeitschrift, 520.—; Bermudo, Declaracio de instrumentos musicales 1555, 2450.—; Canuzi, Jncipiunt regule Florum musices, eine der größten Kostbarkeiten der gesamten frühen Musikliteratur, Florenz 1510, 2500.—; Cerone, El Melopco y maestro, 1613, das wertvollste Werk der spanischen Musikliteratur 2350.—; Couperin, l'Art de touchcr le clavecin, Paris 1717, 2050.—; die kostbare erste Schule des Orgel spiels: Diruta, il Transiloano, Venedig 1597, 1250.—; Gerson, Col- lectorinm super Magnificat, einer der frühesten Eßlinger Drucke aus 1473, 2700.— ; Merscnne, Harmonie universelle (Meisterforschung), Paris 1636, 2400.—; Perrine, liore de Musique pour lc Lut, 1679, ein Musikprachtdrnck ersten Ranges und eine Seltenheit nicht min deren Grades, 2200.— ; Spechtsharts von Reutlingen Flores must- cae, Straßburg 1488, als Lehrbuch des Meßgesanges und der Musik im Mittelalter viel benutzt, 1650.- . Die höchsten Bewertungen ergab die Abteilung der: Tabulaturen. Die seltene Tabulatmr aus der berühm ten Offizin des G. Phalesius iu Antwerpen von Adriaensen aus 1592 brachte 1550.— ; des Besardus Novus Partus, Augsburg, Daniel Frank, 1617, 1800.— ; Fuenllana, Libro de Musica, Sevilla 1554 (der Verfasser, ein sehr berühmter Orgelspieler, war von Geburt an blind), 750.—; Hans Gerles Tabulatur aufs die Lausten, Nürnberg 1533, 5550.—; ferner die kostbare Lautentabulatur des Hans Juden- knnig, ein Narissimum von prachtvollster Erhaltung, Wien 1523, 11100.—. Der Schätzungspreis dieses in allen großen Musikbiblio theken, selbst im British Museum fehlenden Werkes betrug 5000.— Mk. Für Milans Libro de Musica, Valencia 1536 wurden 4700,—, für den Erstdruck des Niederländischen Dankgebets von Valerius aus 1626 2150 Mk. gegeben. — In der Instrumental musik wurden für die äußerst seltene gestochene Originalausgabe des zweiten Teils der Klavierübung von Bach 6100.—, für Aachs »Einige canonische Veränderungen über das Weynacht-Lied: Vom Himmel hoch,« Nürnberg 1746, 2000.— Mk. angelegt. Die Originalausgaben Joh. Seb. Bachs zählen zu den höchsten Seltenheiten der Klavier musik des 18. Jahrhunderts. Die »Sei Sonate per il Cembalo . . .« von W. Friedemann Bach, in ganz kleiner Auflage hergestellt, erziel ten 2050.— Mk. Die seltenen 5 Livres de Viole des Marais (er schienen 1686 bis 1725) wurden mit 2350.— Mk. bewertet. Die hohen Preise einiger Werke sind aus der Tatsache zu erklären, daß manche Bücher kaum mehr aufzufinden sind. Je größer das Wachstum der öffentlichen Sammlungen wird, desto geringer wird die Möglichkeit für den Privatsammler, eine größere Bibliothek älterer Werke zu- sammcnznbringcn. Sch. Eine neue Statistik über Setzmaschinen. — Nachdem die Zentral kommission der Maschinensetzer Deutschlands (eine Sparte des frei- gewerkschaftlichen Verbandes der Deutschen Buchdrucker) bereits gegen Ende des Jahres 1924 eine umfassende Setzmaschinen- Statistik ausgenommen hatte, ist nun eine gleiche Statistik im November 1927 gefolgt, deren Ergebnis in dem kürzlich hcraus- gegebenen Geschäftsbericht dieser Sparte veröffentlicht wurde. Dem nach waren im November 1927 vorhanden (die eingeklammcrten Hah len beziehen sich auf das Jahr 1924): 4994 (3489) Linotype . 50 (4) Inter type- und 1882 (1481) T y p o g r a p h - Sctzmasch, nen. Außerdem wurden 805 (542) M o n o t y p e - T a st e r und 514 (352) Monotype-Gießmaschinen ermittelt, ferner waren noch 56 (103) M o n o l i n c - Setzmaschinen vorhanden. Tie Mono line ist an und für sich eine gute Setzmaschine; sie wird aber nicht mehr gebaut, da seinerzeit die Herstellerin der Linotype die Patente der Monoline aufkaufte und dann die Fabrikation der letzteren so wie später auch die Lieferung von Ersatzteilen einstellte. Die Inter type ist eigentlich erst im vorigen Jahre auf den deutschen Markt gekommen, da infolge von Patentstreitigkeiten die Einführung dieser sehr brauchbaren und zweckmäßigen Setzmaschine in Deutschland ver zögert wurde. Gegenwärtig dürften aber schon rund 100 Jntertyps in Deutschland in Betrieb sein. An diesen (insgesamt) 8301 (5971) Setzmaschinen waren 11354 (7870) Maschinensetzer und Gießer beschäftigt (rund 44?L mehr als im Jahre 1924, während die Zahl der Setzmaschinen in dieser Zeit um 39A stieg). Dieser Unterschied wird auf die ver mehrte Einführung von Schichten zurückgesührt. Im Jahre 1927 arbeiteten in einfacher Schicht 4492 (3049), in anderthalbfacher Schicht 563 (561), in Doppelschicht 5491 (3788) und in dreifacher Schicht 456 (419) Maschinensetzer. Die Statistik erstreckt sich auch ans die Löhne der Maschinensetzer, deren tariflicher Spitzenlohn all sich schon 20°/, höher als jener der Handsetzer und Drucker ist. Del» reinen Tariflohn bezogen nur 1488 Maschinensetzer, während im übrigen die Tariflöhne um 1—36 Mk. wöchentlich überschritten wur den. Nach dieser gehilfenseitigen Lohnstatistik beziehen die Maschi nensetzer im Neichsdurchschnitt 12 Mk. (— 18,5°/») über den 67,20 Mk. betragenden tariflichen Mindestlohn (— wöchentlich 76,56 Mk.). Die höchsten llbertariflichen Löhne zahlt Berlin-Brandenburg mit durch schnittlich 25,10 Mk. über Mindestlohn: dann folgen Hamburg mit 15.60 Mk., Rheinland-Westfalen mit 11.80 Mk., Leipzig mit 9.90 Mk., Dresden mit 6.30 Mk. und zuletzt Pommern (Stettin) 5.60 Mk. Im Saargebict beträgt der durchschnittliche ttberlohn 4.60 Mk. und in Danzig 4.50 Mk. Die statistisch erfaßten 8301 Setzmaschinen und 11 354 Maschinen setzer verteilen sich auf 886 Orte mit 2202 Betrieben. Interessant ist nun die Feststellung, daß in rund 75°/, aller deutschen Druckereien und in 645L aller Druckorte noch keine Setzmaschinen anzn- treffen sind. Ende 1926 waren nach den statistischen Ermittelungen der Deutschen Buchdrucker-Berufsgcuossenschast in Deutschland in 2518 Orten 8770 Buchdruckercibetriebe vorhanden. — Nach der Ge- hilfenstatistik arbeiteten 7578 Maschinensetzer 48 Stunden wöchent lich, während der Rest eine noch kürzere Arbeitszeit hatte (bis 45 Stunden und weniger). — 16 Setzmaschinen werden noch mit Petro leum beheizt, 4585 mit Gas und 2813 mit Elektrizität. Die elektrische Beheizuugsart setzt sich hauptsächlich aus hygienischen Gründen immer mehr durch. Auch soll sie das Gießmetall schonen, wobei vor allem die Verhütung des Verbrennens des im Setzmaschinenmetall enthal tenen Zinns in Betracht kommt. Die Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel — Ncichsnnfallvcr- sichcrung hielt am 11. Juni in Stuttgart ihre diesjährige ordenr liche Genossenschastsvcrsammlung ab. Der Vorsitzende der Berns- genossenschaft, Herr Jacob Astor, Berncastcl-Cues, begrüßte die er schienenen Gäste und wies einleitend ans das 15jährige Bestehen der Bernfsgenosscnschaft hin. Im weiteren Verlauf seiner Rede ging er auf die Tätigkeit der Berufsgenosscnschast und die sie angenblick lich beschäftigenden Probleme näher ein. Anschließend sprach das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Hauptgemcinschaft des Deutschen Einzelhandels, Herr Oberregierungsrat a. D. Or. T i - burtius über »Unkosten und Umsätze im Einzelhandel«. Der im Gcschäftsteil erstattete Verwaltungsbericht für das Jahr 1927 weist, wie bereits im Vorjahre, eine erhebliche Zunahme der bei der Bernfsgcnossenschaft versicherten Betriebe auf. Gegen über dem Bestand am Schlüsse des Jahres 1926 von 76 996 Betrieben waren am 31. Dezember 1927: 85 060 Betriebe bei der Berufs genossenschaft versichert. Auch eine Zunahme der Unfälle ist verzeich net. Gegenüber den 1926 gemeldeten 10 847 Unfällen sind für 1927 16 213 Unfälle zu verzeichnen. Die reine Entschädigungslast für das Berichtsjahr beziffert sich auf 1446 347.54 NM.; die gesamten Haupt ausgaben betragen 2 020 783.15 NM. Aus dem gleichfalls erstatte ten Bericht für die Haftpflicht-Versicherungs-Anstalt der Beruss- genossenschaft ist hervorzuheben, daß die Mitgliederzahl auf 3 590 angewachsen ist und sich die Zahlen der versicherten Angestellten jetzt ans 45 811 belaufen. Im Jahre 1927 sind für die Schadensregnlie- rnngcn (367 Personenschäden und 480 Sachschäden) insgesamt 21857.36 NM. gezahlt worden. Nach dem Beschluß der Versamm lung findet die nächstjährige Tagung in Koblenz statt. 707
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