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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.02.1928
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- 1928-02-16
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- 16.02.1928
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W 40. 16. Februar 1928. Redaktioneller Teil. nellen Persönlichkeit voll großer Pläne und aktiver Einfälle die Auf merksamkeit auch des nicht fachmännischen Lesers auf sich bei An wendung guter praktischer und artistischer Mittel in seiner Darstel lung. Sein Buch kann sich — in erzählender geschliffener Form seinem Gegenstände durchaus gewachsen — an die Seite guter zeitgenössi scher Memoirenliteratur stellen. Der Verfasser offenbart hierin ein elementares Verständnis und einen entschieden künstlerischen Instinkt für Bücher — in der Praxis geschult an der tiefschürfenden In struktion feines von ihm verehrten OnEels und Vorgängers Moses Pollock —, und er manipuliert in seinen Erinnerungen mit Auto graphen, Manuskripten, Erstausgaben, Bibeloditioncn aller Zeiten, den Schlüsseln zu feinen außergewöhnlichen Erfolgen, ,mit dem Ver ständnis und der überlegenen Ruhe des mondänen Kenners, Kauf manns und Auktionators. Das Kapitel »Talking of Old Books« ist vornehmlich dem An denken Moses Pollocks und den gemeinsamen Erfolgen in Phila delphia, sowie manchen Kuriositäten gewidmet, in weiteren Kapiteln läßt sich Nosenbach über seine weitverzweigten Beziehungen zu Samm lern und über den Erwerb mancher Kostbarkeiten aus, andere Ab schnitte behandeln literarische Fälschungen (^Literary Forgeries«), zumeist an Briafen und Manuskripten, ferner ist eine Besprechung den »amerikanischen Kinderbüchern« gewidmet. Einen breiten Raum nimmt das Kapitel »Old Bibles« ein, in dem sich der Verfasser über alte Bibelausgaben aller Zungen verbreitet, die durch seine Hände gingen (vom Blockbuch über die Gutenbergbibeln bis zu »Baskett's Oxford Bible« 1717 und der Philadclphiaer Ausgabe von AitkenZ von 1782). Das letzte Kapitel ist »The Collectors best Bet« 'betitelt, worin Nosenbach in allen Fällen als wertvollsten Einsatz für den amerikanischen Collector und Liebhaber das Sammeln von »Ameri- kana« empfiehlt, ein Feld, dem er selbst sein größtes Interesse zu wendet. Somit wird man dem hübfch ausgestatteten und reich illustrier ten Buch über Nosenbachs vielseitige Erfahrungen und seine nach England tendierende Tätigkeit seine objektive Anerkennung nicht ver sagen können. Für den deutschen Fachmann subjektiver Einstellung ist das Werk allerdings eine Bestätigung Nosenbachs merklicher Distanz zum europäischen Festland im einzelnen, zum deutschen Bü chermarkt im besonderen, sowie zu unbekannten und ungebetenen Besuchern. (In seinem vornehmen diskreten New Aorker Geschäfts haus an Madison Avenue — einem Privatgebäude gleichend und nur durch die schmale Anschrift »The Nosenbach Co.« als Buchhaus er kennbar — ist z. B. vr. Nosenbach fremden Besuchern meist ebenso personifizierte Unsichtbarkeit, wie er kn seinem Kunstsalon an Wal nutstreet zu Philadelphia sehr schwer zu sprechen ist.) Bemerkens wert für den deutschen zünftigen Leser dürfte schließlich noch das Kapitel sein »Warum Amerika Bücher in England kauft« (t»Why America buys Englands Books«), wenn auch Nosenbachs Beweisführung dieses Umstandes eigentlich recht dünn erscheint. Daß, wie er sagt, die englisch gerichtete Mentalität und die Sprache Amerikas dieser Tat sache Vorschub leisten, mag stichhaltig sein. Warum aber der Reich tum der interessierten amerikanischen Kreise, das hohe geistige Ni veau der Vereinigten Staaten und die Freigebigkeit zahlreicher wohl habender Sammler, die später ihre Bücher und Schätze durch groß zügige Schenkungen an Bibliotheken und Institute der Allgemeinheit zugänglich machen und so die Volksbildung heben, den Grund — warum Amerika nur englische und keine fremden Bücher kauft — rechtfertigen sollen, bleibt uns unklar. Ebenso dürfte die von Nasenbach vertretene Ansicht, daß den britischen Bücherliebhabern und Samm lern die Schätze ihres Heimatlandes viel eher und leichter in einer amerikanischen Öffentlichen Bibliothek zur Würdigung zugänglich feien als in englischen Privatbibliotheken, wohl kaum haltbar sein. Dr. Nosenbach ist bestimmt ein führender Händler und Kenner großen Stiles, der in Amerika entschieden Schule macht, ein amü santer Plauderer, der ungeachtet des amerikanischen Tempos gern beim Gestrigen weilt: die Zeit aber, sich zum deutschen Büchermarkt zu bekennen, scheint für ihn noch nicht gekommen zu sein, obgleich er — wie er uns erzählt — unter den etwa 30 Tausend jährlich ein laufenden Briefen die meisten Bücherangebote aus Deutschland er hält! Ludwig Schüz (Chicago). VVojoisobovslra. vr. 2 ckriejow 1(81321(1 VV ?02- N3NIU XIV ^vießu. I>0LQkM, k'isrsr L dlajsvsltt, 1927. Or. 8° X1.VIII, 388 8. mit 17 lak. (^U8 cker 068ebiebt6 Ü68 6uek68 in ?086u im XVI. ckakrbunclert.) 2Iot^ p. 48.—. Uber den polnischen Buchdruck im 16. und 16. Jahrhundert ist bisher sehr wenig veröffentlicht worden. Bekannt u-nd das einzige Quellenwerk sind die von Prof. Ptaänik herausgegebenen »dkouu- inenta t/poZrapluca kolouiae XV. 1 XVI. 8ee.«, von dem leider bisher nur der 1. Band (1924) erschienen ist. Weitere Arbeiten fin- 176 den sich in den von den bibliophilen Gesellschaften in Krakau und Warschau herausgegebenen Publikationen »Ex Libris« und »Silva rerum«, besonders von den «bekannten Professoren und bibliographi schen Spezialiiste.n Piekarski und Bernacki. Ein wertvoller Beitrag ist auch das seinerzeit -im Bbl. 1926, Nr. 163, «besprochene Werk »Signety Polskt« von dem bisher 2 Hefte erschienen find, und das mit 12 Heften vollständig werden soll. Vom bibliographischen Standpunkte aus ist es -daher sehr zu be grüßen, daß nunmehr auch ein umfangreiches Werk erschienen ist, das sich speziell mit der alten Buchdruckgeschichte Posens beschäftigt. Durch die Monopolstellung der polnischen Krakauer Drucker (Haller, Ungler, Szarffenberger usw.) ist der Buchdruck in Posen erst ziemlich spät in Erscheinung getreten, und der erste Pvsener Druck datiert 1577. Die Verfasserin war daher bei der Bearbeitung des Buches in erster Ne-ihe auf Archivquellen angewiesen. Wirkliche Ergebnisse der Posener Kultur gaben die Bücher der Übergangszeit des 16.—17. Jahr hunderts. Das erste Kapitel des Buches umfaßt den Posener Buch handel bis zum Jahre 1600 (Anfänge des Buchhandels — fremde und kleinere Buchhändler — Leipziger Einflüsse — die bekannte Buchhändlerfamilie Patruus usw.). Das zweite Kapitel ist den Posener Druckern des 16. Jahrhunderts gewidmet, vor allem Nehring und Wolrabe. Man zählt 143 Drucke von Nehring, darunter 20 Panegyrici, und 200 Drucke von Wolrabe, darunter 99 Panegyrici. Es kommen also etwa 30A der gesamten polnischen Literatur des 16. Jahrhunderts auf diese Lobredenliteratur. Im dritten Kapitel erfahren wir viel von den Gewerben, die mit dem Buchhandel in Verbindung stehen, z. B. den Pergament- und Spiel- kartenfabrikantcn, Buchillustratoren, Buchbindern, Papiermühlen usw. Das vierte Kapitel befaßt sich Mit den öffentlichen und privaten Bibliotheken. Von ganz besonderem Wert jedoch ist die zum ersten Male zu sammengestellte Bibliographie Posener alter Drucke von 1577 —1636, chronologisch geordnet, ganz ausführlich beschrieben mit An gabe der in den Bibliotheken vorhandenen Exemplare. Sie bildet eine recht wertvolle Ergänzung zu der bekannten Bibliographie von Estreicher. die in 26 Bänden bisher nur bis zum Buchstaben k ge diehen ist. Beigegeben sind genealogische Tabellen der bekannten Posener Buchhändler und Drucker mit genauen statistischen Angaben ihrer Produktion. Auf den in schönem Lichtdruck beigefügten 17 Tafeln sehen wir die bekannten Hausmarken Posener Druckereien, kostbare Ein- 'bände, Titclfacsimi-lia, Holzschnitte usw. Ein weiteres Eingehen auf den Inhalt muß ich mir schon im Hinblick darauf versagen, daß das Werk in polnischer Sprache erschienen ist und es nur für einen kleinen Kreis von Spezialisten Interesse hat. Jeder jedoch, der sich mit der Buchdruckgeschichte des 16. Jahrhunderts befaßt, wird aus dieses wertvolle Buch der gelehrten Verfasserin zurückgreifen müssen. Es ist in seinem Inhalt sowohl als in seiner Ausstattung höchst lobens wert. Berlin. A l be r t I o l o w i c z. Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927. Leipzig: Jubiläums-Verlag Walter Gerlach. 443 S. mit vielen Abb. Gr. 4° Preis geh. Mk. 6.—, in Hatbleder geb. Mk. 9.—. (Auslieferung für den Buchhandel: Hel- wingsche Verlagsbuchhandlung, Hannover.) Dieses unter der Schriftleitung des Direktors Siedcntopf vom Stadtvermessungsamt in Hannover herausgegebenc, in Druck und Papier glänzend ausgestattete Werk bringt aus der Feder der be rufensten Kenner eine ausführliche Wirtschaftsgeschichte der Stadt Hannover sowie der einzelnen Handels- und Gewerbezweige und ver bindet damit eine kurze Darstellung über den Werdegang einer großen Anzahl hannoverscher Firmen. Es waren in der fast ein halbe Mil lion Einwohner zählenden Großstadt im vorigen Jahre etwa 9000 Gewerbetreibende ansässig. Darunter befanden sich nur etwa 1500 Firmen, also der sechste Teil, der auf ein Alter von mehr als 25 Jah ren zurückblicken kann. Auch dies ist ein Zeichen für die Schnellsbig- keit unserer Zeit und für den raschen Wechsel aller Ereignisse. 88 Firmen können auf das ansehnliche Alter von mehr als 100 Jahren zurückblicken. An der Spitze aller Firmen steht die Helwingsche Ver lagsbuchhandlung, deren Gründungsjahr mit etwa 1550 angegeben wird. Aus dem Buchhandel folgen in weitem Abstande drei weitere Firmen: Hahnsche Buchhandlung (1792), Cruse's Buchhandlung (1815) und Nordmeyer'sche Leihbibliothek (1820). Weiter sind sechs Druckereien, drei Papierhandlungen und eine Musikalienhandlung genannt. Das Buchgewerbe liefert also zu den 88 Firmen einen nennenswerten Prozentsatz. Das Werk ist mit über 1000 Abbildungen geschmückt, die das alte Hannover dem jetzigen Hannover gegenüber-
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