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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.12.1927
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- 1927-12-31
- Erscheinungsdatum
- 31.12.1927
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X- 304, 31, Dezember 1927. Redaktioneller Teil. SwrsrnblE s. d.Dlschn. «luhhandcl. persönliche Eigenschaft, als Lebenskern und Tatsache vorhanden sein. Er muß die Verbindung Kunst— Volk repräsentieren, dann kann er sie auch nach außen bewirken! Der Welterfolg der »Deutschen Kunst und Dekoration- scheint mir zu beweisen, daß bei ihr diese Vorbedingung gegeben ist. In enger Verbindung mit dieser Wirksamkeit der »Deutschen Kunst und Dekoration- steht auch die Rolle, die Darmstadt innerhalb des Ringens um eine neue Gewerbekunst zu jener Zeit zu spielen bestimmt war. Sehr früh hatte sich in mir der Gedanke einer Dezentra lisation der Kun st pflege, besonders auch der Gewerbe künste festgesetzt. Deutsche Kunst sollte sich nicht nur in München oder wie etwa die französische in Paris in einer einzigen Stadt zusammendrängen und so die Provinz gewissermaßen künstlich entbluten. Jede deutsche Hauptstadt sollte sich zur Hege und Förderung der Künstler, sollte sich zur K u n st m e t r o- pole berufen fühlen. In Auswirkung dieser Gedanken hegte ich schon früh den Wunsch, auch in der Stadt meines Wirkens, meiner Wahlheimat Darmstadt, die Kunstpslcge hcranblühen zu sehen. Dem Großherzog Ern st Ludwig war es Vorbehal ten, diesen Gedanken zu verwirklichen. Ich hatte das Glück, an dieser Arbeit, besonders am Zu standekommen der »Künstler-Kolonie- mitzuwirken, vor allem durch eine »Denkschrift», die ich im Sommer 1899 dem unter- nehmungsfrohcn fürstlichen Kunstfreund und wenige Tage darauf den staatlichen und städtischen Behörden überreichte. Sie wurde zum Anlaß, daß das bisher in allgemeiner Weise Erhoffte zur praktischen Verwirklichung kam. Bald darauf ging der Großherzog von Hessen mit Eifer und vollstem Einsatz zur Tat über und berief die sieben ersten »Kolo nisten», die aus der -Mathildenhöhe- die heilige Flamme der Kunst zum Nutzen des Landes zu hüten bestimmt waren. Was die »Künstler-Kolonie- geleistet hat, gehört der Ge schichte des Kunstgcw'crbcs in Deutschland an. Die Nachwelt über blickt heute leicht die Fehler, die dieser Leistung anhasteten. Aber ich möchte sagen: an einer menschlichen Leistung sind die Fehler immer das Selbstverständliche; das Wesentliche ist, ob sie daneben auch Fruchtbares enthält, ob sie die Entwicklung vorantreibt oder nicht. Und das war hier im reichsten Maße der Fall. Am Anfang meiner Ausführungen habe ich angedeutet, daß ich einen wesentlichen Teil meiner Anrcgearbeit auf die R c s o r m des A u s st e llu n g s w e s en s, auf die Herausbildung eines neuen Ausstellungstypus verwendet habe, der sich in zwischen überall durchgesetzt hat. Die Reihe meiner Zeitschristenunternehmungen schließt ab mit »Kind und Kunst» und mit »Stickereien und Spitzen». Die letztere pflegt die künstlerische Fraucnhand- arbeit und hat als einziges künstlerisch ernst geleitetes Organ dieses Arbeitszwciges aus die Schulung des Geschmacks, auf die künstlerische Betätigung der Frau, auf die Anregung der indu striellen und privaten Produktion, auf die Veredlung der Häus lichkeit in allen Kulturstaaten einen vorteilhaften Einfluß gehabt. »Kind und Kunst« ist unschwer als das Erzeugnis einer Zeit spanne zu erkennen, in der die Leidenschaft für das Erziehungs problem neu erwacht war. Das allgemeine Stichwort war: »Die Kunst im Leben des Kindes». Es umfaßte ebensowohl die Frage: »Erziehung des Kindes zur Kunst- wie die Frage: -Er ziehung des Kindes durch die Kunst». Ein großer Sach- und Ausgabcnkreis war damit umschrieben. Ihm sollte »Kind und Kunst«, 1904 gegründet, dienen. Die Zeitschrift wurde, ich kann wohl sagen, begeistert ausgenommen. Damit ist der Kreis meiner Arbeit, soweit die reinen Zeit schristenorgane in Frage kommen, umschrieben. An ihn schließt sich eine große Reihe monographis ch e r Veröffent lichungen. Ich habe mit diesen Angaben das Außere meines Lebens ganges geschildert und zugleich die Gesinnung angegeben, die meiner Arbeit zugrunde liegt. Daß mir mein Beruf teuer, eine Art Sport ist, steht hier überall in den Zeilen und zwischen den Zeilen. Es ist ein Berus, der mich ständig mit den hervorragend sten Menschen auf dem Gebiet der Malerei, der Plastik, der Archi tektur und der verschiedenen Kunstgewerbezweige zusammenführt. Wie in einem Brennpunkt sammeln sich gewissermaßen um mei nen Schreibtisch herum alle Strahlungen der Kunst. Vielen ihrer Vertreter bin ich ein getreuer Freund oder Förderer geworden. Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch einige Männer nen nen, deren Freundschaft mir mein Beruf zugeführt hat und die ich zu den Hauptgewinnen meines Lebens rechnen muß. In ihrer Reihe steht z. B. der verstorbene vr. G e o r g H i r t h, ein Mann, dessen kernhafte Frische, dessen aktives, optimistisches, naturwüchsiges Wesen mich um so mehr anzogen, als seine Tat kraft genau in derselben Richtung ging wie die meine. Auch ihm kam es auf eine breite, erzieherische Wirkung an, auch er suchte die Kunst vom Spezialistentum zu befreien, um sie als Trägerin höchster Werte mitten in das flutende, brausende Leben seines Volkes zu stellen. Ich zähle es weiterhin unter die wertvollsten Erträgnisse meines Berufs, daß er mir das Glück verschaffte, mit Hans Thoma in enge, persönliche Berührung zu treten. Insbeson dere wird mir der heitere, Helle Herbsttag 1922, an dem ich meh rere Stunden mit dem freundlichen Greise in vertrautem Ge spräch verbringen durste, stets in dankbarer Erinnerung bleiben. Überblicke ich die lange Reihe von Männern und Frauen, deren Persönlichkeit oder Mitarbeit, deren Rat oder Beifall mein Leben und mein Streben bereichert haben, so ergreift mich ein lebhaftes Gefühl dafür, wie vieles wir in unserem Dasein den Mitmenschen verdanken; ein Gefühl auch dafür, daß trotz der Kälte der Welt und des allgemein verbreiteten Egoismus das redliche Schaffen auf die Dauer doch den »Widerstand der stumpfen Welt« besiegt, und daß in den edleren Geistern das Wissen von der geheimen Solidarität der höher Strebenden nie mals ausstirbt. Ein sprechender Beleg dafür sind mir jene Bände von Briefen und sonstigen handschriftlichen Äußerungen, künstlerischen Widmungen usw., die ich als kostbaren Besitz auf bewahre und die mir anläßlich verschiedener Berufs- und Ber- lagsjubiläcn von seiten führender Männer der Kunst und des Geistes zugckommen sind. Sie haben mich die Wahrheit des Wortes erkennen lassen, daß es keine schönere Bestätigung für ein tätiges Leben gibt, als wenn es -den Besten der Zeit genug getan hat«: ikaotts uou verdis I Schleudere! ist unlauterer Wettbewerb. Wir veröffentlichen nachstehend ein Urteil des Kammcrge- richts, in welchem auf Grund einer Klage, die das Biblio graphische Institut in Leipzig gegen eine Berliner Firma an gestrengt hat, der Verkauf des Duden unter dem Ladenpreis als unlauterer Wettbewerb gebrandmarkt und dem Unterlassungs anspruch der Klägerin stattgegeben wird. Dieses Urteil ist da durch besonders bedeutungsvoll, daß es die vertraglichen Bindungen dos Abnehmers einer Ware, deren Kleinhandels-Ver kaufspreis der Produzent festsetzt, in den Vordergrund stellt. Bei der überragenden Bedeutung, welche das Kammergericht unter den deutschen Oberlandesgerichtcn innehat, können die Urteils gründe besonderen Anspruch auf Beachtung erheben. Sie sind klar und bündig und schließen jeden Zweifel an der Ein stellung des Kammergerichts aus. Lapidar wird die Auffassung zurückgewiesen, die neuerdings in den literarischen Auseinander setzungen über die Preisbildung bei Markenartikeln aufgetreten ist, daß Preisunterbietungen deshalb nicht unlauter seien, weil damit dem Wähle der Allgemeinheit gedient würde. »Mit aller Schärfe-, so sagt das Kammergericht, »muß betont werden, daß ein unerlaubter, unlauterer Wettbewerb nicht dadurch erlaubt und zulässig wird, daß er angeblich zum Wohle der Allgemeinheit begangen wird-. Die dinglichen Wirkungen des Eigentumsrechts an der Ware berechtigen dann nicht in jeder Beziehung, namentlich in der Preisbildung, mit ihr nach Belieben zu verfahren, wenn vertragliche Bindungen hiersür bestehen. Diese liegen un zweifelhaft vor, wenn der Sortimenter unmittelbar vom Ver- 1507
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