Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.09.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1922-09-13
- Erscheinungsdatum
- 13.09.1922
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19220913
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192209139
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19220913
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1922
- Monat1922-09
- Tag1922-09-13
- Monat1922-09
- Jahr1922
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
»»rsendlatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. — Sprechfaul. 214, 13. September 1922. sei, um die Wiederaufnahme der Bayreuther Festspiele zu ermöglichen, sei irrig. Die weitere Ausgabe von Patronatsscheincn verbiete sich aber durch die beschränkte Anzahl der verfügbaren Plätze. Kirchcnsciern zum 400jährigen Bibcljubiläum. — Zur Erinne rung an das Erscheinen der deutschen Übersetzung des Neuen Testaments von 0. Martin Luther im September 1522 wird der 17. September in allen deutschen evangelischen Landeskirchen zur Erinnerung an die Vollendung von Luthers Übersetzung des Neuen Testaments vor 400 Jahren als kirchlicher Festtag gefeiert und an den Kirchentüren Samm lungen zugunsten der Lutherhalle in Witten-berg veranstaltet werden. Im alten Augustinerklostcr zu Wittenberg, das seit 1508 Luthers Wohnsitz und seit 1526 sein persönliches Eigentum war, sind in allen Räumen wertvolle Sammlungen von Bibeldrucken, Hand schriften und Büchern, Bildern und Münzen aus der Neformations- zeit nntergobracht. Die Sammlungen sind so umfassend und wertvoll, daß sie wirklich ein Gesamtbild der Reformation und ihrer Einwirkun gen auf das Gesamtleben des deutschen Bolkcs geben. Die Notlage des preußischen Volksbüchereiwescns. — Man schreibt unS: Seit etwa zwei Jahrzehnten ist in den Großstädten Preußens, dank der wachsenden Einsicht der Gemeindeverwaltungen, das Volksbücherei- wcsen über das Stadium literarischer Suppenküchen für die geistig Ärmsten immer mehr hinausgewachsen, und auch die ländliche» Volks büchereien haben, dank der den Oberpräsidien ungegliederten, von großstädtischen Büchereipraktikern ehrenamtlich verivalteten Beratungs stellen, von dieser Entwicklung Nutzen gezogen. Heute kann man sagen, daß wir den großen Vorsprung, den England und Amerika auf dem Gebiete der volkstümlichen Bücherei vor uns hatten, wenn auch noch lange nicht hinsichtlich der Ausbreitung und der wirtschaftlichen Trag fähigkeit des Büchcreiwesens, so doch hinsichtlich seiner organisatorischen und literarischen Qualität eingeholt haben. Von einigen Provinzen abgesehen, die hinter der allgemeinen Entwicklung dreinhinkcu, ist iu Preußen nun die Plattform erreicht, auf der die Volksbüchereiarbeit allen Kreisen der Bevölkerung von Stadt und Land wahrhafte lite rarische Seelsorge und weltanschaulich fundierte Be lehrung zu bieten grundsätzlich in der Lage ist. Und wer wollte bestreiten, daß diese volksbildnerisch-sozialc Aufgabe heule in einer Zeit gewaltigster Umschichtung und steigender Bücher preise dringender ist als je? Ta ist es denn um so verwunderlicher, ja geradezu unbegreiflich, warum das Preußische Kultusministerium, wiewohl es heute ausdrücklich das Wort Volksbildung in seinem Titel führt, immer noch dieselbe Summe für die Förderung des preußischen Volksbüchereiwesens aufwendct, die es schon in den Kriegsjahrcn in feinem Haushalt stehen hatte, nämlich ganze 150 000 Mark! Mit Recht ist bereits in den Jahren vor Beginn der Geldentwertung von Führern des deutschen Volksbüchereiwesens immer wieder darauf hiugewieseu worden, wie wenig diese Summe den Pflichten eines so großen StaatS- wesens auf diesem wichtigen Gebiete geistiger Wohlfahrtspflege ange messen sei. lind damals betrugen die Bücherpreise und Persoualkostcn den sechzigsten -bis hundertsten Teil der heutigen! Damals existierten halb soviel Beratungsstellen, die ihren Haushalt aus jenem Fonds be streiten müssen! Es ist hohe Zeit, daß der Preußische Landtag sich einmal um diesen Mißstaud kümmert. Sonst wird bald ein Stück Kulturarbeit, das von der öffentlichen Meinung freilich nie ge bührend beachtet worden ist, auf das wir aber ein Recht hätten, stolz zu sein, und eine Entwicklung, die für den geistig-seelischen Wiederaufbau unseres Volkes wichtiger ist als manche Wohlfahrtsauf- gabe, für die im preußischen Staatshaushalt unbedenklich Millionen ausgcworfeu werden, zu rascher Verkümmerung verur teilt sein. PersonMMrichtel!. Berufung deutscher Gelehrter nach Amerika — Professor Di. B. Pick, Direktor des Gothaer Münzkabinetts, hat von den Vereinigten Staaten von Amerika einen Ruf erhalten, den Winter über au den verschiedenen Universitäten Amerikas Vorlesungen über Münzkunde zu halten. Der Gelehrte wird dem Rufe Folge leisten und mit den Vor lesungen iu Amerika im Oktober beginne». — Ter Dozent au der Hoch schule für Wissenschaft des Judentums iu Berlin, Professor Or. El- bogen, und der Rabbiner vr. Perlis (Königsberg) sind für eine dreimonatige Lehrtätigkeit nach Amerika berufe» worden. Sie werden iu dem neuen, von Dr. Stephan S. Wise gegründeten jüdischen Institut für Religion Vorträge über jüdische Geschichte und Bibelexegese halten. Professor Elbogeu tritt seine Amerikarcise bereits am 1. Oktober au. 1502 Internationale Ehrung eines deutschen Gelehrten. — Zum 80. Ge burtstag des Jesuitenpaters Franz Ehrle, des früheren lang jährigen Präfekten der Vatikanischen Bibliothek, wird in der internationalen Gelehrtenwelt eine besondere Ehrung vorbereitet. Eine umfassende Festschrift, zu der viele bedeutende katholische und nicht- katholische Gelehrte Beiträge in Aussicht gestellt haben, soll ihm über reicht werden. ?. Franz Ehrle, der von 1895 bis 1914 an der Spitze der Vatikanischen Bibliothek stand, hat sich durch die allgemeine Zu gänglichmachung ihrer unvergleichlichen Handschriftenschätze für die Gc- lehrtenwclt aller Länder unvergeßliche Verdienste um die Wissenschaft erworben; nicht viel geringere durch die Schaffung einer ausgezeichneten, 60 000 Bände umfassenden Handbibliothek, die für alle, die in der Vatikana arbeiten, ein unschätzbares Hilfsmittel bildet. Im Oktober 1914, als sich infolge der politischen Haltung Italiens der Aufenthalt für die deutschen Gelehrten und Prälaten dort immer unerquicklicher gestaltete, trat Franz Ehrle zum großen Bedauern auch vieler italieni scher Gelehrter von seinem Amte zurück; auf seine Empfehlung wurde der -damalige Leiter der Ambrosianischcn Bibliothek in Mailand, Mons. Achille Natti, der inzwischen als Pius XI. den apostolischen Stuhl bestiegen hat, zu feinem Nachfolger ernannt. Auf Anregung des Papstes ist denn auch, wie man vernimmt, für die Ehrung des gefeierten Ge lehrten unter dem Vorsitz des gegenwärtigen Leiters der Vatikana, Mons. Giovanni Mercati, der vorbereitende Ausschuß zusammengc- treten, dem 62 hervorragende Persönlichkeiten der Kirche und der Wis senschaft aus sechzehn verschiedenen Ländern angehören, darunter auch zahlreiche nichtkatholische Gelehrte. (Vosf. Ztg.) Ernennung. — Der Direktor der Bibliothek des ehemaligen Herren hauses vr. Mil. Friedrich Th im me ist zum Direktor der Bibliothek des Preußischen Landtags ernannt morden. Ehrendoktor. — Der Direktor desBreslauerStadtarchivs Professor vr. Heinrich Wendt, ist in Anerkennung seiner großen wissenschaftlichen Verdienste um die Erforschung der heimatlichen Nechts- und Wirtschaftsgeschichte von der rechts- und staatsniissenschaftlichen Fa kultät der Universität Breslau zum Ehrendoktor ernannt worden. Christian Langaard f. — In C h r i st i a n i a ist, wie die »Vossische Zeitung« meldet, Christian L a n g a a r d , der größte Knnstsammler, den Norivegen besaß, im Alter von 74 Jahren gestorben. Flamen und Niederländer bildeten den Grundstock seiner Sammlung, hierzu kamen ein paar Pariser und einige Italiener. Das Porträt eines alten Patriziers von Cariani, des Zeitgenossen Tizians, ist nach Adolph Donath das Glanzstück der Langaard-Galerie. Es zeigt eine Kraft des Charakterisierend, wie sie in solcher gleichsam seelischen Potenz nicht viele Meister des Cinquecento haben. Harmonisch gliedern sich den Bildern erlesene Stücke alten Kunstgewerbcs an. Zu dem holländi schen Mobiliar des 17. Jahrhunderts passen die Delfter Fayencen, die rheinischen Steinzcugkrüge nicht minder gut als die chinesischen und alt deutschen Porzellane zu den Rokokomübeln. Henry Scedorf f. — In B r c m e n ist der Direktor der Bremer Stadtbibliothek und Vorsitzende der Literarischen Gesellschaft des Bremer Künstlervereins Prof. Or. Henry Scedorf im 58. Lebens jahre gestorben. Professor Seedorf war Vorsitzender des Vereins für niedersächsisches Volkstum und ist bekannt als einer der führend.» freimaurerischcn Schriftsteller. SMWlll. Vorschlag zur Gesundung der Verkaufspreise im Verlag und Sortiment.*) (Siehe Bbl. Nr. 197.) Eben hatte ich folgende Zeilen niedergeschriebeu, als die Ausfüh rungen des Herrn F. Heinr. Hak im Bbl. Nr. 197 erschienen- So inter essant und nützlich die Tabelle des Herrn Hak für den Verleger sein mag, für den unruhigen Sortimentsbctricb ist sie noch zu umständlich, und doch bedarf es von ihr aus nur noch eines kurzen Schrittes, um etwas Einfaches zu schaffen. Dem wollen die folgenden Ausführungen dienen, die ja denen des Herrn Hak in keiner Weise cutgegenstchen, sondern nur die praktischen Versuche eines Sortimenters iu gleicher Richtung darlegen. *) Dieser Sprcchsaal-Artikcl war vor Eingang der heute a» erster Stelle des Bbl. veröffentlichten Bekanntmachung des Vorstandes des Börseuvcreins über Grundzahl und Schlüsselzahl bereits gesetzt und soll deshalb noch veröffentlicht werden. Red.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder