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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.09.1922
- Strukturtyp
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- 1922-09-13
- Erscheinungsdatum
- 13.09.1922
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Redaktioneller Teil. .V 214, 13. September 1922. verkauft«. Es wird dann die Auffüllung des Betriebskapitals durch Erhöhung des Geschäftsanteils als Pflicht der Mitglieder verlangt und der Grundsatz aufgestellt, das; »für jede Ware außer dem Aus schlag zur Deckung der Geschäftsunkosten der Preis gilt, der erforderlich ist, um die gleiche Warenmenge wieder cinzukaufen«. Um den Ge schäftsanteil auf den Friedenswcrt von 30 Goldmark zu dringen, wären heute etwa 8700 Papicrmark nötig. Werden die Anteilseigner diese Summen aufbringen können? — So demonstriert diese größte Kon- sumcntenorganisation gleichzeitig mit der Preisgabe des veralteten Wu cherbegriffs die tatsächliche Bcrarmung des Volkes. Deutsche Bücherschau Leipzig 1922. (Vgl. Bbl. Nr. 211.) — In folge des Transportarbeiter st r ei ks in Leipzig treffen Frachtsendungen bis zum 17. September nicht mehr ein. Es wird daher um Zusendung der für die Ausstellung bestimmten Bücher in Post paketen gebeten. Hygiene-Ausstellung in Leipzig. — Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden beabsichtigt während der vom 16. bis 24. September in Leipzig stattfindendcn Hundertjahrfeier der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte eine Ausstellung »Der Mensch« auf vier bis sechs Wochen zur Schau zu stellen. Wegen des Umfangs der Aus stellung und der erheblichen Kosten ist die Veranstaltung nur dann mög lich, wenn die auf dem Markt errichtete Mcßhalle ihrer zentralen Luge wegen dazu benutzt werden kann. Die Leipziger Stadtverordneten haben dem Plan in ihrer letzten Sitzung zugcstimmt, sodaß die Aus stellung in der Markt-Meßhalle untcrgcbracht werden kann, von deren beabsichtigtem Abbruch also vorläufig abgesehen wird. Die »Ständige Kunstausstellung« von Tausch L Grosse in Halle a. S. hat jetzt eine umfassende Ausstellung von Fidus und Professor Ludwig Fahrenkrog veranstaltet, die besonders die deutsch völkisch gesinnten Kunstfreunde interessieren dürfte. Der Kupferstich im 18. Jahrhundert. — diachdem ihre erste Aus stellung von Werken Dürers und seiner Zeitgenossen den Beifall weitester Kreise gefunden hat, tritt nunmehr zum zweiten Male die Reichsür uckerei mit ihren bekannten »N e i chs d r u ck e n« vor die Öffentlichkeit. Diesmal ist es »Der Kupferstich im 18. Jahrhundert«, der in mehr als 200 »Neichsdrucken« im Lichthof des Berliner Kunstgewerbemuseums, Prinz Albrecht-Straße, während des ganzen Monats September gezeigt wird. Eine ganz andere Welt als vor den Werken Dürers und seiner Zeitgenossen tritt dem Be schauer in diesen Kupferstichblättern entgegen: War es dort die gc- sühlsinnige, kraftvolle cchtdeutsche Kunst der an der Wende der Goiik zur Renaissance schassenden fränkischen Meister, so berührt uns hier der ganze Zauber jener ungemein reichen Kulturepoche, die besonders dem Westen unseres Kontinents während dieses Jahrhunderts sein Gepräge verliehen hat. Die Zeit Ludwig XIV., die noch im Barock wurzelt, die galante Zeit des Rokokos, das Empire und die begin nende Biedermeierzeit sind mit charakteristischen Blättern, die den Geist der Zeit und der Menschen atmen, die sie schufen, vertreten. Der Holzschnitt scheidet ganz aus. Er verkümmert. Um so reicher entwickelt und entfaltet sich der Kupferstich. Neben den einfachen Linien- stich treten die Flächentcchniken mit ihren ungemein reichen künstlerischen Möglichkeiten: die Schabkunst, 1643 zum ersten Male von Ludwig von Siegen angewendet, die Punktiertechnik, 1740 durch Jean Charles Francois in Lyon erfunden, und die Aquatinta, eine Erfindung des Franzosen Leprince. Neben den Schwarzdruck tritt der Farbstich der Franzosen und der Buntdruck der Engländer, jener ein Mehrplatten druck, dieser ein Farbdruck von einer Platte, in die die verschiedensten Farben eingetragen wurden. Den mit diesen reichen technischen Mit teln ausgerüsteten Stechern boten die großen Maler des 18. Jahr hunderts, die Watteau, Boucher, Chardin, Gainsborough, Reynolds, Nomney u. a. ein reiches Feld der Betätigung und Entfaltung und übten einen außerordentlich starken Einfluß auf den Bilddruck ihrer Zeit aus, da fast alle erfolgreichen Gemälde gestochen wurden und sich um jeden großen Maler ein Kreis von reproduzierenden Stechern bildete. Sehr viel ärmer und dürftiger, aber tüchtig und charaktervoll nehmen sich gegen jene reiche Kunstentfaltung die wenigen deutschen Meister jener Zeit, etwa Chodowiecki und Wolffgang, mit denen die Ausstellung schließt, aus. Auch für diese zweite Ausstellung der »NcickMrucke« hat der Direktor des Kupserstichkabinetts, Max I. Friedlünder, einen trefflichen Führer geschrieben, der reich mit Bildproben ausgestattet wurde und in der Ausstellung selbst käuflich zu haben ist. Der Verband Deutscher Buchbindercibcsitzer hat sich mit folgendem Schreiben an seine Auftraggeber gewandt: «Der Zusammenbruch der deutschen Mark zwingt die Industrie!', Maßnahmen zu treffen, die die Anfr-echterhaltung der Betriebe crmög- 1300 lichen. Wie schon so oft hervorgchoben, bringen die sich überstürzenden Preise Erhöhungen in solchem Ausmaße mit sich, daß die Firmen von dem Verdienst der Aufträge nicht mehr imstande sind, ihren Betrieb im Gang zu halten, d. h. die in der Zwischenzeit enorm gestiegenen Löhne und Materialien erneut zu bestreiten. Infolge des rapiden Fortschreitcns der Geldentwertung stehen die Betriebe vor der Tatsache, daß eingehende Zahlungen immer nur noch einen Bruchteil des Gegen wertes ihrer Leistung darstcllen, sodaß der Geschäftsgang tatsächlich zu einem ständigen Abfluß von Betriebskapital geworden ist. Wir nehmen an, daß jedes Wort überflüssig ist, um auf diese allgemein be kannte Ursache der herrschenden Kapitalknappheit und der drohenden Gefahr der Firmen, an innerer Auszehrung zugrunde zu gehen, hin- zuwcisen. Auch im deutschen Buchhandel hat ja die wirtschaftliche Lage zu den ernstesten Bedenken Anlaß gegeben, und auch hier beschäftigt man sich, wie in so vielen anderen Industrien, mit der Frage, ob die Faktu rierung in Goldmark, bzw. Valuta die drohende Gefahr abwenden kann. Wir sind nach dem oben Dargelcgtcn gezwungen, vorläufig einen Ausweg zu suchen, um die Betriebe vor den ärgsten Schäden zu bewahren, möchten aber zurzeit nicht zu radikalen Maßnahmen, wie Fakturierung in Goldmark usw., greifen. Wir teilen Ihnen daher ergebenst mit, daß wir gezwungen sind, unsere Lieferungsbedingungen im Verfolg der für uns notwendigen Maßnahme ab 1. September 1922 wie folgt zu ergänzen: Ziffer 2 erhält einen Absatz II, lautend: DicPreisesindRichtpreisc. JnNcchnunggc stell! werden auch bei der Ablieferung der Ware in mehre ren Posten die bei der Ablieferung jeweils errech net«« Herstellungspreise. Bei der Bestellung ist eine angemessene Anzahlung zu leisten. Ziffer 15 fällt weg.« Verband Deutscher Buchbindereibe s i tz e r gez. vr. Crcutzbcrger, Syndikus. * Zu diesem Rundschreiben ging uns nachstehende Zuschrift zu: In einem Rundschreiben des »Verbandes Deutscher Buchbinderei- bcsitzer, Leipzig«, im September 1922, gez. 1)r. Creutzbergcr, Syndikus, wird gesagt: , . . . Auch im deutschen Buchhandel hat ja die wirt schaftliche Lage zu den ernstesten Bedenken Anlaß gegeben, und auch hier beschäftigt man sich, wie in so vielen anderen Industrien, mit der Frage, ob die Fakturierung in Goldmark, bzw. Valuta die drohende Gefahr abwenden kann . . /. Diese Feststellung zeigt, wie wenig der »Verband Deutscher Buch- bindereibcsitzer« und seine berufenen Organe sich um die Verhältnisse im Buchhandel kümmern. Sonst sollte ihnen nicht unbekannt sein, daß von Fakturierung in effektiver Goldmark oder Valuta bei Jnland- lieferungcn im Buchhandel noch nie die Rede gewesen ist. Die Fest setzung von Grundpreisen und gleitenden Entwertungszisfern steht auf einer so ganz anderen Basis, daß eine Verwechselung nicht möglich sein sollte. Für den Buchhandel ergibt sichdaraus die Nutz anwendung, niemals den an und für sich unzutref fenden Ausdruck »Goldpreise« zu verwenden, son dern stcts von G r u n d p r e i s c n z u sprechen. König stein (T.). Wilhelm Andermann. 155 000 Besucher der Leipziger Herbstmesse 1922. — Die Ge- samtbesuchcrzahl der Leipziger Herbstmesse hat mit rund 155 000 ge schäftlichen Meßbesuchern die Nckordbesucherziffcr der diesjährigen Früh jahrsmesse erreicht. Unter den Meßbesuchern befanden sich 26 500 Aus länder. Frankfurter Herbstmesse. — Vom 8. bis 14. Oktober findet in Frankfurt a. M. die Herbstmesse statt. Auch diesmal konnte nur ein Teil der Firmen, die einen Stand wünschten, ausgenommen werden, obgleich durch das »Haus der Technik«, dessen dreischiffige, zum Teil zweigeschossige Haupthalle fertig geworden ist, durch die Errichtung von zwei »Hauswirkschaftlichen Hallen« und andere Erweiterungen fast 20 000 qm neuer Raum geschaffen wurden. Da cs, wie die Erfahrung lehrt, auf Übersichtlichkeit und Qualität der Aussteller aukommt, ist die Frankfurter Messe eine sehr gute Einkaufsgclegcnheit. Wie uns das Mcßamt in Frankfurt mitteilt, läßt der Eingang der Anmeldungen von Einkäufern mit Sicherheit erwarten, daß der überaus starke Besuch der diesjährigen Frühjahrsmesse noch übertroffen wird. Das Kausmannshaus des deutschen Einzelhandels. Die Führer des deutschen Einzelhandels haben eine Gesellschaft gebildet, um in Berlin ein Haus zu erwerben, in dem der deutsche Einzelhandel, der sich zu Fach- und Landesverbänden zusammengeschlossen^hat- auck
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