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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.08.1927
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- 1927-08-06
- Erscheinungsdatum
- 06.08.1927
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182, S. August 1827. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Berlage tmnkenswcrterlvcise zur Verfügung gestellt hatte, wurde von der geisteskundlichen und werbetcchnischcn Seite aus darauf hin geprüft, wie weit durch die Prospekte der Ton der bestimmten Lebenskreise, in die das Buch hineingehört, getroffen ist. Im zweiten Teil der Arbeitsgemeinschaft handelte es sich um die Wertung der heute noch wichtigen Bücher der letzten drei Generationen, welche im Preisausschreiben als die bedeutsamsten herausgcftellt werden. Hierbei wurde versucht, zunächst die Ver schiedenheit der geistigen Zielsetzungen in jeder dieser drei Gene rationen in einem dreifachen Vergleich zu vergegenwärtigen. Proben aus der romantischen Erzählungskunst der ersten Gene ration wurden neben die realistische Darstcllungsweise der zwei ten und die moderne Erzählungstcchnik der dritten Generation gestellt. In derselben Weise wurde der Schritt des Jahrhunderts durch die Lyrik und durch die Dramatik verfolgt. Es galt hier einerseits eine Einsicht in die literarische Welt des Jahrhunderts zu geben und damit eine für alle Teilnehmer sehr nötige Hand habe, sich zu orientieren und mit den wirklich wichtigen Werken späterhin selbst zu beschäftigen. Es galt aber andererseits bei allen diesen Büchern immer an den Leser zu denken, zu fragen: Wer liest heute solch ein Buch? Die Feststellung wurde versucht, welche heutige Leserschicht etwa von der Romantik des Hölderlin und Novalis noch gepackt wird, welche von dem realistischen Roman aus der Mitte des Jahrhunderts und welche von der modernen Romantechnik. Die verschiedenen Bcrussgruppen, die beiden Geschlechter, die verschiedenen Lebensalter und die ver schiedenartigen menschlichen Typen verhalten sich zu den drei Ge nerationen deutscher Dichtung eben völlig verschieden. So wurde z. B. der Leserkreis für Gustav Frcytag gegen den von Thomas Mann etwa abgegrenzt. Auch sonst wurden verschiedene prak tische Übungen im Lesen und Bestimmen der Stilart und des sprachlichen Wertes von ausgewählten Büchcrprobcn veranstaltet. Die buchhändlerisch-praktischc Arbeitsgemeinschaft ging aus von einer Betrachtung der heutigen Wirtschaft hinsichtlich des gegenseitigen Verhältnisses zwischen Produzent und Ware auf der einen Seite über den Zwischenhändler (Verkäufer) zu Verbrau cher und Ware andererseits. Dabei zeigte sich allenthalben der Beginn einer Ncucinstellung in der Verkausstätigkeit. Diese Ncucinstcllung bedient sich der soziologischen Betrachtungsweise des Käufers, wobei sich sehr interessante Ausblicke auch aus eine daraus abzuleitcnde Neuorientierung in der Bedarfsdeckung ergeben. Jede künftige Produktionspolitik (auch die der nicht buchhändlerischen Waren) wird zum Ziele haben müssen, die durch diese Betrachtungsweise sich ergebenden geistigen und materiellen Eigenschaften eines Buches in möglichst genaue Deckung mit den ebenso heraus kristallisierten Wünschen und 'Bedürfnissen der Käufer zu bringen. Eine Reihe praktischer Beispiele erläuterten während der ganzen Arbeit diese Behaup tungen, zeigten gleichzeitig, wie wenig noch diese Gesichtspunkte beachtet werden. Das Wort »Neue Käufcrschichten« droht leider zum Schlag wort zu werden, bevor es gelingt, -es begrifflich genau zu unter suchen und scstzulcgcn. Auch hier bildete das Ergebnis des Preis ausschreibens den Ausgangspunkt. Allerdings bietet die gemein same pädagogische Absicht der meisten Einsender trotz Hcraus- schälung von sechs verschiedenen Einstcllungstypen wenig An haltspunkte, um zu einer Klassifizierung der Käufer zu kommen. Die Arbeitsgemeinschaft stand also vor der Entscheidung, von welcher Seite aus sie das Eindringen in die überfülle der Grup- penbcziehungen vornehmen solle. Eine Möglichkeit bieten dis Ergebnisse der Psychologie, doch eignen sich diese, wenigstens noch auf lange Zeit hinaus wegen ihrer Lückenhaftigkeit und vielfach ungesicherten Aniwcndungsmöglichkeit, wenig für die praktische Verwendung des Verkäufers. Aussichtsreicher ist di« Einteilung der Käuserschichtcn nach rein äußerlichen Gesichtspunkten, zugleich aus der Einsicht heraus, daß die berussständische und wirtschaft liche Gliederung des Volkes von ausschlaggebender Bedeutung auch für die Stellung zu den geistigen Gütern ist. Dementsprechend wurden in ihrer gruppenbildenden Wir kung betrachtet: der Beruf, der Besitz, Art und Umfang des Be-, darss, die Art des Wissens, Alter und Geschlecht, Tätigkeit außer halb des Berufs, Verkehr, Jahres- und Tageszeit, Wetter und Temperatur, Natur und Rhythmus, Körper und Gesundheitszu stand, Ort und Landschaft, Bevölkerungsbewegung, Sprache, zwcckhaftc Zusammenschlüsse (Vereine und Parteien). Packen diese Einflüsse den Menschen sozusagen von außen, so galt es weiterhin, die verschiedenen Weltanschauungen in -ihrem richtunggebenden Einfluß aus dem Inneren des Menschen heraus zu betrachten. Ganz besonders eingehend wurde die Weltan schauung des Arbeiters an Hand der Ergebnisse der biblio thekarischen -Statistiken (Walter Hofmann - Kreis) besprochen. Kürzer behandelt wurde auch die Möglichkeit, Nutzen aus der Typologie der Wissenschaft, etwa aus den pädagogischen Typen Sprangers, zu ziehen. Als besonders wichtig wurde an Bei spielen gezeigt, daß alle diese Gruppierungen durch einen zweiten Querschnitt stets ergänzt werden müssen: die Einteilung in geistig bewegliche und unbewegliche Menschen. Da die ganze Frage der Käuferschichtung noch am Anfang der Klärung steht, wurde eingehend darüber gesprochen, in welcher Weise der einzelne die Sammlung seines Erfahrungs- Materials in Angriff nimmt. Wünschenswert erscheint ein Zu sammenschluß zu örtlichen Arbeitsgemeinschaften. Gelingt cs dann fernerhin auf diesem Wege, das ungeheure beim einzelnen schlummernde verkaufstechnische Erfahrungsmaterial wenigstens teilweise zu sammeln, bei einer Zentralstelle*) zu bearbeiten und die gesicherten Ergebnisse wieder der Praxis zuzul-eitcn, so würde der Buchhandel hier zur Lösung eines wichtigen Problems mit beitragen können: wie nämlich die wechselseitige Arbcitsverbin- dung zwischen Wissenschaft und Praxis (Hochschule und Wirt schaft) wirklich lebendig gemacht werden kann. Die Diskussion ließ erkennen, wie stark Autor, Verleger und Sortimenter, Produktion und Vertrieb an dieser Form einer Waren- und Käuferkunde beteiligt sind. Auch so gesehen ergänz ten sich die beiden Arbeitsgemeinschaften glücklich. In der einen wurden zum bestimmten Buch die Käufer gesucht, in der anderen wurde festgcstcllt, welche Bücher zu einem bestimmten Käufer passen. Gesprochen wurde weiterhin über die unmittelbare Aus wertung des Preisausschreibens. Ganz besonders wurde cs für wünschenswert gehalten, die Diskussion über die Ergebnisse (die Bücherlisten) in der Presse weiter zu treiben. Vielleicht -ergibt sich daraus die Anregung zu einem weiteren Preisausschreiben, durch dessen Fragestellung auch die diesmal fehlenden Kreise zur Beteiligung veranlaßt werden. Der Kreis des Gebotenen wurde -durch Lese- und Diskussions abende (Normungswesen) noch erweitert. Sicherlich sind Wohl alle Beteiligten mit einer neuen Einsicht in die literarischen Zu sammenhänge und Wertungen an ihre buchhändlerische Arbeit zurückgekehrt. H. Kl« emann. Die neuesten Filme des Buch- und Druck gewerbes. Von Fr. W. P o l l i ll-Aschersleben. Im Börsenblatt 1926, Nr. 190, brachte ich einen ausführlichen Anssatz über »Das Buch im Lichtbild und Film«. Inzwischen sind außer den beiden hier schon besprochenen Filmen »Geist und Ma schine« und »Wie Herders Lexikon entsteht« drei neue große Filme hergestellt worden, die auch die Beachtung des Buchhändlers ver dienen. Auf der Jahresschau Deutscher Arbeit in Dresden wird der soeben fertiggestellte Film des Verbandes deutscher Drnckpapier- fabriken »Das Druckpapier« gezeigt. Der Film ist von den Döring-Film-Werken, Hannover, in den Fabriken des Verbandes, vor allem in den riesigen Betrieben der Feldmühle bei Stettin ausgenommen worden. Der erste Teil zeigt die Herstellung des Holzschliffes, der zweite die Herstellung der Zellulose, der dritte die des Papiers, und der vierte Teil soll zeigen, daß die deutsche Papierindustrie eine Groß industrie ist. *) Dafür steht das Seminar für Buchhanöelsbetrieb an der Handels-Hochschule Leipzig (Dir.: Prof. vr. Menz) bereits zur Ver fügung. 975
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