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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.08.1927
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- 1927-08-06
- Erscheinungsdatum
- 06.08.1927
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MMMMkllDrMtM ViMmiN Nr. 182 (R. 89). Leipzig, Sonnabend den 8. August 1927. 94. Jahrgang. Redaktioneller TA Bekanntmachung. Wir geben hiermit bekannt, daß das Warenhaus Julius Bormaß G. m. b. H. in Wiesbaden, Kirchgasse 45, seine Bücherabteiluug ausgegeben hat und demgemäß im Adreß buch des Deutschen Buchhandels gestrichen worden ist. Leipzig, den 4. August 1927. Geschäftsstelle des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. vr. Runge, stell». Syndikus. Der spanische Buchhandel. Von vr. Friedrich Wallisch. Durch stürmische Meere und unwegsame Gebirge vom übri gen Europa getrennt, führt Spanien in kultureller und wirt schaftlicher Beziehung unter den Ländern unseres Erdteils seit jeher sein besonderes Eigenleben. Die Kricgszeit hat die Scheide wand zwischen Spanien und den anderen europäischen Groß- slaaten noch in gewisser Hinsicht verstärkt. Die Neutralität ver schaffte dem Königreich eine Ausnahmestellung, die sich wirt schaftlich in eine ungeahnte Hochkonjunktur umsctzte. Der Rück schlag, der dann folgte, erzeugte allerdings eine krisenhafte Lage, die den Zuständen, die heute in den anderen europäischen Ländern herrschen, recht ähnlich sieht. Eine Beurteilung der Verhältnisse, die man im spanischen Buchhandel findet, muß also zwei grundlegende Tatsachen berücksichtigen: einmal die wirtschaftlichen Hemmungen, Geld not, Arbeitsmangel, Absatzstockung usw., zum andernmal die Jahrhunderte alte Abgeschlossenheit eines großen Teils der Be völkerung von >dem Austausch geistiger Güter im übrigen Europa. Bei Beurteilung des Verlagsbuchhandels im be sonderen kommt als grundlegend wichtig noch der Umstand hinzu, daß sich die Berlagstätigkeit in Spanien keineswegs aus das Jn- landgeschäft beschränkt, vielmehr zu ungefähr achtzig Pro zent für die sechzehn spanisch-amerikanischen Staa ten bestimmt ist. Erst in letzter Zeit gelang es nämlich dem spanischen Verlag, wenigstens zum Teil jene Stellung im mittel- und südamcrikanischcn Buchhandel zu erringen, die ihm vordem durch Verleger in Deutschland, Nordamerika und Frankreich streitig gemacht worden war. Wenn ein so großer Prozentsatz der spanischen Bücherproduktion heute nach Übersee geht, so ist aber damit noch nicht gesagt, daß Spanien den spanisch-ameri kanischen Markt in irgendeinem Sinne beherrscht. Das wäre eine unrichtige Schlußfolgerung. Der Export nach Amerika läßt sich Wohl noch steigern. Eine ^herrschende Stellung wird aber das in Spanien hcrgestellte Buch in Übersee bis aus weiteres nicht erreichen. Denn die Konkurrenzfähigkeit des spanischen Verlags bewegt sich dauernd in ziemlich engen Grenzen. Die amerika nischen Verleger arbeiten vielfach unter wesentlich günstigeren Verhältnissen, haben auch buchtechnisch hin und wieder bereits mehr erreicht als die spanischen. Die Herstellung in Spanien ist kostspielig, das Buch ist also teuer und hat sich vom Standpunkt der Ausfuhr aus durch die Steigerung der Peseta noch verteuert. Die selbständige Entwicklung des südamerikanischen Verlagswesens schreitet gerade in jüngster Zeit rasch fort. Der mangelnde Schutz des geistigen Eigentums in Südamerika setzt den spanischen Ver lag ins Hintertreffen. Und die Förderung, die in Spanien dem Bücherexport zuteil wird, liegt mehr im Ideellen als im Wirt schaftlichen. Allerdings darf nicht übersehen werden, daß gerade ideelle Momente eine mächtige Stütze des spanischen Verlags in seiner Tätigkeit für Amerika sind. Denn Spanien ist eben die Heimat der nationalen Kultur jener Länder über dem Ozean. Wenn es heute in Spanien mehr als dreißig nennenswerte Berlagshäuser gibt, so ist diese Zahl im Vergleich zu dem Verlags wesen der anderen westeuropäischen und der mitteleuropäischen Staaten sehr bescheiden, sie wäre aber auch nicht annähernd er reicht, wenn das spanische Buch lediglich im Inland Absatz fände. Sechs bis sieben dieser Verleger entfalten auch eine starke Pro duktion wissenschaftlicher Literatur. Mit einer Veröffentlichung von riesenhaftem Umfang, die mir bezeichnend und daher erwäh nenswert scheint, befaßt sich das Verlagshaus Dsposa-Lalps 8. L., Bilbao-Madrid-Barcelona. Es ist dies eine »Lneiclopecti» uni- Jahrzehntcn durch die Erwerbung des übersctzungsrcchts von Meyers Konversations-Lexikon und anderer Lexika gelegt. Gegenwärtig ist das Werk beim Buchstabenzeichen »81« ange langt und umfaßt bereits — fünsundfünfzig gewaltige Bände! Diese Kyklopenarbeit wird unentwegt fortgesetzt. Sie birgt aber naturgemäß wie alle aus Menschenalter verteilten enzyklopädischen Werke die Gefahr, daß der erste Band eine praktisch unverwert bare bibliophile Sehenswürdigkeit geworden ist, bis der letzte Band erscheint. Die praktische Verwendungsmöglichkeit dieses überlebensgroßen Konversations-Lexikons ist ja seines Umfangs und seines Preises wegen an und für sich sehr beschränkt. Auch hier wäre weniger mehr gewesen. Ein ebenso bezeichnendes, aber vom buchhändlerischen Standpunkt aus erfreulicheres Beispiel der spanischen Produktion ist die »Ooleeion babor«, die sich am ehesten mit der Sammlung Göschen vergleichen läßt und ja auch zum Teil auf Übersetzungen von Göschen aufgebaut ist. Es handelt sich um handliche Bändchen von durchschnittlich ungefähr 10)4 Bogen Umfang, aus holzfreiem Papier gedruckt, zum allerdings recht erheblichen Ordinärpreis von 4.50 Pesetas, das sind 3.20 Mark für den Band. Die Mehrzahl der in Spanien erscheinenden Bücher ist sehr bescheiden allsgestattet, man verwendet vorwiegend holzhal tiges Papier und begnügt sich mit Broschüren. Die beiden Mittel punkte der Verlagstätigkeit sind die Hauptstadt Bkadrid und die große katatonische Hafenstadt Barcelona, die (entgegen den Ver öffentlichungen der auf den Zentralismus bedachten Amtsstellen) in Wahrheit mehr Einwohner hat als Madrid. Die Erfahrungen des Sortiments lassen sich in die allgemeine Feststellung zusam- mcnfassen, daß sich der Geschäftsverkehr mit den spanischen Ver legern durchwegs in solider und erfreulicher Weise abwickelt. Nach französischem und italienischem Muster werden die Ovdi- närpreisc zumeist den Broschüren aufgedruckt. Gleichfalls nach französischer Art liebt man es, für Romanwerke Einheitspreise anzusetzen. Während des Krieges belief sich dieser Preis auf 3.50 Pesetas, gegenwärtig beträgt er 5 Pesetas, das sind 3.80 Mark. Der Staffelrabatt schwankt zwischen 25 und 40 Pro zent und nähert sich bei wissenschaftlichen Werken naturgemäß der unteren Grenze. Partierabatt 13/12 wird von einigen Ver legern gewährt. Nicht nur im Export nach Amerika, auch im Jnlandgeschäst empfindet der spanische Verleger die ausländische Produktion als schwere Benachteiligung. Es ist jetzt unter der Verlcgcrschast eine 973
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