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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.07.1927
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- 1927-07-26
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- 26.07.1927
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172. 26. Juli 1927. Redaktioneller Teil. Der Kommende Tag A.-G. in Stuttgart. — Bilanz auf 31. Dezember 1926. Besitz. RM Grundstücke und Gebäude 1. 1. 1926 .... 492 000,— Abgang 1926 80000, 412 000 — Inventar 2 396 54 Vorräte 4 RM kW 330, Vorratsaktien 73 398 Wertpapiere 770 Kasse und Wechsel 6 958 07 Bankguthaben 36 773 30 Debitoren 681 256 86 Jndustriebelastung 370 500.— 1 112 556 77 Schulden. Aktienkapital 466 700 Reservefonds 10 450 55 Hypotheken 165 640 88 Kreditoren 430 983 68 Aufwertungskonto 30 272 05 Reparationsobligation 370 500,— Gewinn- und Verlustkonto 8 509 61 1 112 656 77 Gewinn« und Verlustkonto per 31. Dezember 1926. Verlust auf Außenstände Abschreibung auf Dubiose und Vorräte Gewinn: Vortrag 1925 2094,90 Gewinn 1926 6414,71 NM H 34 113>44 6 7>8!55 36 906 32 8 509 61 86 247 92 Gewinnvortrag von 1925 . . Erträgnisse Liquidationsergebnis . . . . 2 094 90 58 346 05 25 8 )6 97 86 247 92 (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 158 vom 9. Juli 1927.) Der Ncichsverband der Deutschen Industrie hält am 2. u. 3. Scpt. in Frankfurt a. M. seine Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen folgende Ansprachen und Referate: Eröffnungsansprache des Vorsitzenden Geh. Negierungsrats Prof. l)r. Duisberg, Nelchswirtschaftsminister I)r. Curtius: Die Aufgaben deut scher Wirtschaftspolitik, Geheimrat Kastl: Wirtschcrftspolitrsche Vor aussetzungen für brutsche Qualitätsarbeit; GevrgMüller: Die deutsche Ware aus dem Weltmarkt; Direktor Kraemer: Wettbewerb der Völker um die Qualitätsarbeit; Le-gationsrat vr. Bücher: Die volkswirt schaftliche Einl-eit von Wissenschaft, Arbeiterschaft und Unternehmer tum im Produktionsprozeß. Anmeldungen spätestens bis zum 15. August an den Neichsverband der Deutschen Industrie, Berlin W 10, Königin Augusta-^Str. 28. Auslanddcutschtum und deutsche Schrift. Brief eines Deutsch amerikaners. — Boston, Mass., V. St. v. A., 21. März 1927. Gestatten Sie, daß ich aus einer ziemlich großen Erfahrung heraus Ihnen meine Ansicht über die Frage der Beibehaltung der deutschen Schrift in kurzen Worten unterbreite. Ich lebe seit 43 Jahren im Ausland, bin Buchhändler gewesen und bin zurzeit Übersetzer und Konsul von Ecuador und Konsulatsverweser für Peru (seit 20 Jahren). Meine Erfahrung im Buchhandel: Boston und London, ist die: Ich erinnere mich nicht eines einzigen Falles, in dem ein Buch litera rischen oder technischen Inhaltes in irgendeiner Weise durch den Um stand im Verkauf gelitten hätte, daß es in deutscher Schrrft erschienen wäre. Während Bücher wie Seidel und Baumbach entschieden darun ter gelitten haben, daß sie in lateinischem Druck erschienen waren, und dieser Umstand von Fremden häufig gerügt wurde, hat zu keiner Zeit und unter keinen Umständen je ein Lehrer des Deutschen, der einer fremden Nation angehörte, auch nur einmal irgend etwas gegen die deutsche Schrift einzumenden gehabt. Wissenschaftliche Bücher wurden gekauft und gelesen, ohne daß, soweit ich mich erinnern-kann, die Frage der Schrift überhaupt aufgeworfen worden wäre. Da wissenschaftliche Bücher ein erstklassiges Wörterbuch voraussetzen, wur den die Wörterbücher von Koehler, Thieme-Preußer usw. ohne weiteres benutzt; nur wurde bei Koehler der kleine Druck überhaupt als ein Nachteil empfunden. Das sehr gute Wörterbuch von Heath u. Eo., Boston, ist vorzüglich, das Deutsche in deutscher Schrift. Obiges gilt auch natürlich für die zwei Ausgaben des viel gebrauchten Muret- Sandcrs-Wörterbnches. Als Nebenbeschäftigung gab ich jahrelang den Studenten der Universität Harvard deutschen und sonstigen Unterricht. Die jungen Leute lasen deutschen Druck in einem Tage schon alle ohne Schwierig keit. Mit ganz verschwindenden Ausnahmen sind die deutschen Zei- 934 langen hier in deutschem Druck. Gegen die wenigen in lateinischem Druck erschienenen haben Deutsche und Ansländer ein entschiedenes Vorurteil. »Die lateinische Schrift beraubt Ihre Sprache ihrer Indi vidualität« (Bemerkung eines hochgebildeten Amerikaners). Weit wichtiger ist aber meiner Meinung nach die Sache, wenn schrift gemacht wird, in den meisten Fällen nur eine charakterlose Kriecherei ihm gegenüber sieht, und darin einen weiteren Grund zur Verachtung deutschen Wesens — selbst dann, wenn er sich deutscher Quellen bedienen muß — was ihn nicht abhält, die Deutschen zu hassen oder wenigstens eine starke Abneigung gegen sie zu haben (»uou8 avou.8 de8oiu ct'vux, mal« nous Ie8 tiai880U8« — sagle mir ein belgischer Metallurge), berauben wir die Deutschen im Auslande eines der wichtigsten Bande, um sie der Heimat zu erhallen, und so weit ich das sehen kann, beraubt sich das deutsche Volk drüben — ohne daß ihm jemand einen Ersatz bietet — eines volkserhaltcnden Mit tels allerersten Ranges; um einer Illusion willen. Als Ausland deutscher habe ich wohl kein Recht, aus diesen Punkt einzugehen, aber soweit die Deutschen im Ausland in Betracht kommen, 45 Millionen, deren Seelen wiederzugewinnen eins der Hauptziele Deutschlands sein sollte, würde ein Verlassen der deutschen Schrrft seitens Deutsch lands von dem allerverderblichsteu Einfluß sein. Viele Bücher — Rohrbach, Der deutsche Gedanke; Hauff, Auslandsdeutschtum usw. — würden eine weitaus größere Schlagkraft gehabt haben in deutschem Druck. Als Schriftführer der deutschen Hilssausschüsse von 1914— 1919, als solcher des Massachusetts-Staatsverbandes, des Bostoner Stadtverbandes von 1914 und 1917 habe ich Gelegenheit gehabt zu sehen, ein wie starkes Band Sprache und Schrift bilden. Während die Verächter deutscher Sprache und deutscher Schrift, die vor allem unter deutschen Renegaten zu finden sind, viel mehr als unter den Fremden, auch in der Not versagten, waren es diejenigen Familien, welche die heimatliche Sprache und Schrift pflegten, die 95 Prozent der ungeheuren Summen aujbrachtcn, die von 1914 an nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach anderen Ländern, China, Sibirien (Kriegsgefangene) gingen, und von deren Größe das deutsche Volk nicht die geringste Ahnung hat — haben kann, sonst hätte es begreifen lernen, welch phänomenaler Gewinn aus einem sorgfältig gepflegten Deutschtum gezogen werden könnte, besonders auch durch die Pflege der Fanrilienforschung. Vom ökonomischen, vom kulturellen Standpunkt aus,wom Stand punkt der Nasseerhaltung und der Erhaltung des Solidaritätsgesühls aus halte ich die Beibehaltung der deutschen Schrist von so unermeß lichem Werte, daß ich deren Feinde auch als Feinde des deutschen Volkes ansehen muß. Max Otto von Klock. Diesen in der Hessischen Landeszeitung vom 22. Juli abgedruckten Brief schickt uns Herr Otto Carius t. Fa. Carl Köhler in Darinstadt ein und bemerkt dazu: »Auch ich habe über diese Frage öfters mit Ausländern gespro chen, die ja hier besonders in der Inflationszeit massenhaft an der Technischen Hochschule studierten. Ob Chinese, Japaner, Bulgare, Norweger, Amerikaner usw., sie haben mir alle erklärt, die Fraktur mache ihnen gar keine Schwierigkeiten, und sie glaubten, daß kein Buch deshalb im Ausland weniger gekauft würde, weil es in Fraktur gedruckt sei«. Folgen der Wiener Revolte. — Durch den Brand des Wiener Justizpalastes am 15. Juli ist auch eines der für die Geschichte Öster reichs wichtigsten Archive zerstört worden. Seit ungefähr zwei Jahren war nämlich im Tiesparterre dieses Gebäudes das Staatsarchiv für Inneres und Justiz untergebracht, das, aus dem Archiv der von 1527 bis 1749 bestandenen österreichischen Hofkanzlei hervorgcgangen, die für die innere und Kulturgeschichte Österreichs wichtigsten Dokumente und Akten vom Ende des 15. Jahrhunderts zum Teil bis 1923 ent hielt. Da es alle Unterlagen für die Geschichte der Gewerbe und der Justiz sowie der Zensur und Polizei enthielt, ist der Erforschung der Geschichte des Buchhandels, der Buchdruckerci, der Schriftgießerei, insbesondere der Lithographie, der Photographie, der Buchbinderei, der Zensur, des Nachdrucks und des Zeitungswesens ein entsetzlicher, ja fast vernichtender Schlag zugesiigt morden. Soweit ich weiß, haben nur zwei Bearbeiter dieser Gebiete in der neueren Zeit das Archiv stark benutzt. Professor Fournier, als er seine interessante, in den Schriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien veröffentlichte Studie über Maria Theresiens Leibarzt von Swieten als Zensor schrieb, und Hofrat I)r. Karl Glossy, der bekannte Literarhistoriker, der seine Arbeiten zumeist im »Grill parzer-Jahrbuch«, in seinen »Kleineren Schriften« und insbesondere in dem großen zweibändigen Werke »Literarische Geheimberichte aus dem Vormärz« veröffentlichte.
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