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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.02.1923
- Strukturtyp
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- 1923-02-26
- Erscheinungsdatum
- 26.02.1923
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- Deutsch
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^ «8, 26. Fedruai 1923. Redaktioneller Teil. VSrsenblatt f. d. Dtschn. Vvchbandrl. Es ist die Geschichte einer deutschen Künstlerfamilie, die uns Hämmerlc durch einen Zeitraum von zwei Jahrhunderten in seiner Arbeit ausrollt, und die Kunstgeschichte einer Stadt, die im Laufe der Jahrhunderte im Geistes- und Kulturleben Deutschlands eine hervor ragende Rolle gespielt hat. Als Georg Christof Kilian 1781 starb, näherte sich die Bedeutung der Stadt schon ihrem Ende, und erst nach Jahrzehnten, in denen vieles vernichtet und zerstört wurde, was die kunstsinnige Vorzeit geschaffen, erwuchs Augsburg eine neue Blüte, auch aus künstlerischem Gebiete. I. H. Eckardt. Mine MltleiluiMii. Aus dem Ruhrgcbiet. Von der rechts- und vertragswidrigen Besetzung des Industriegebietes an der Ruhr sind heute alle Tages zeitungen erfüllt. Die einzelnen Tatsachen dürfen deshalb als hin länglich bekannt vorausgesetzt werden. Weniger dürfte das bezüglich ihrer Auswirkung im allgemeinen und an fden Buchhandel im besonderen der Fall sein. Die Grundstimmung im neubesetzten Gebiet bezeichnet vielleicht am besten der Eindruck, dem ein Geschäftsfreund aus dem altbesetztcn, linksrheinischem Gebiet Worte lieh. Besuchte uns da vor wenigen Tagen dieser alte Bekannte und konnte sich nicht genug tun in Aus drücken des Erstaunens Uber Haltung und Stimmung der Bevölkerung an der Ruhr. »Bei uns ist alles niedergedrückt und läßt den Kopf hängen in wehleidiger Gleichgültigkeit gegenüber den nun schon jahre lang unter uns hausenden und über uns drohenden Besatzungen; hier bei Ihnen und, wohin man kommt im ganzen Nuhrbezirk eine zuver sichtliche, im tiefsten Innern gehobene, ja glückstrahlende Stimmung über die geschlossene Einheitsfront in der passiven Abwehr gegenüber dem Rechts- und Vertragsbruch, durch den das deutsche Volk in die Knie gezwungen werden soll«. Ja, dieser Eindruck entspricht voll den Tatsachen. Wer erinnert sich nicht dankbar des gewaltigen Einheits- gefühls, das Ende Juli 1914 Ausdruck fand in begeisterten und be geisternden Ansprachen und Umzügen! Damit vergleichen läßt sich das heutige Erleben nicht, weil zu solchen Gefühlsäußerungen nicht Ort und Zeit ist. Aber wer mittendrin steckt und hier seine Pflicht erfüllt, wertet den ohne Rücksicht auf soziale oder Partei-Unterschiede gewachsenen Felsen noch höher, an dem, so Gott will, die Absichten unserer Feinde zerschellen sollen. Dazu kann das unbesetzte Deutsch land helfen, wenn es Sorge trägt, daß nicht der Hunger zerbricht, was der Geist ausbaut. Es geht ums Ganze! Hier hat auch der Buchhandel Pflichten zu erfüllen, und zwar wahrhaft großzügig, nicht eingeengt von der ihn, so oft nachgesagten Kleinlichkeit in geschäftlichen Dingen. Fremde Eingriffe auf unsere Eisenbahn, Post, Telegraphen- und Fernsprechämter, die sofort mit Ar beitsniederlegung beantwortet werden, müssen naturgemäße Folgen auslösen, die für den gescköstlichen Verkehr schivere Hindernisse bil den. Beispielsweise ist Bahnhof und Postamt Duisburg gänzlich außer Betrieb, so daß weder Briefschaften noch Pakete oder Kreuzbänder an kommen oder abgehen, weder Drahtungen noch Ferngespräche vermittelt werden können, und zwar, wie es scheint, nicht vorübergehend, denn der Zustand währt z. Tl. schon länger als zwei Wochen. Ähnlich ist es an vielen anderen Orten. Die Verkehrsverhältnisse zeigen den Cchneckencharakter des Mittelalters; Mitte Januar angezeigte Eil- und Frachtgüter fehlen bis heute, wenn sie nicht ab Hamm oder gar Biele feld mittelst Autos abgeholt werden. Das muß getragen werden, wird auch willig und gerne ertragen, nur sollten die Lieferanten und Verleger nun auch entsprechende Rücksicht nehmen, wenn die Zahlungen nicht mit -der erwünschten und gewohnten Pünktlichkeit eingehen. In Hunderten von Fällen hat der Schuldner keine Ahnung von einer Sen dung, während es Mahnungen und Nachnahmen regnet, wo solche dnrchkommen. Ter Mehruf aus Bonn (Nöhrscheid), aus altbesetztcm Gebiet (siehe Bbl. Nr. 37, S. 1276), muß hier fett unterstrichen wer den, als nur allzu berechtigt. Dnrchhalten helfen! heißt hier für alle die Parole; das sollten die Herren Geschäftsinhaber oder Lei ter auch den Angestellten vor Angen halten, wenn sie zwar sehr pflicht- getreu, aber allzu sehr nach Schema ? verfahren. Auch in den Bezugs bedingungen möge der Verlag dem Sortiment im besetzten Gebiet, mög lichst durch Vorzugsbedingungen, die gesteigerten Unkosten tragen Hel sen. Täglich mehren sich die Stimmen, die nach einer Erhöhung des Teuerungs-Zuschlags rufen. Nur mit Widerstreben würde unsere Be rufsorganisation zu diesem Mittel greifen, wenn jede Hilfe des Ver lages ausblcibt und die Not dazu zwingt. Noch ein kurzes Wort über die Umsatz- und Absatzver- h ä l t n i s s e. Wie in ganz Deutschland, so haben natürlich auch im Ruhrgcbiet die katastrophale Geldentwertung und die dadurch sprung haft steigenden Bücherpreise Absatzstockungen und Umsatzverringerungen hervorgerusen. Besonders in den ersten Tagen nach Erhöhung der Schlüsselzahl macht sich solche Stockung vermehrt bemerkbar. Anderer seits haben die zurzeit noch gute Beschäftigung der Industrie und "die von ihr gezahlten hohen Löhne und Gehälter eine Käuserschicht als Ersatz für die Kreise geschaffen, die ehemals die besten Kunden der Buch- lädcn waren, denen heute aber das Buch zu einem schmerzlich entbehr ten, unerschwinglichen Luxusartikel geworden ist. Der Aufruf des Vorstandes des Börsenivereins für das Nuhrgebiet (Bbl. Nr. 20) schließt mit den Worten: »Solange sich das deutsche Volk nicht selbst aufgibt, kann es nicht untergehen«. Also Ohren und Nacken steif, durchhalten! Dazu he-lfe jeder an seinem Teil, so gut er kann; nochmal: Es geht völkisch und wirtschaftlich ums Ganze! U. Eine Firma des besetzten Ruhrgebietes schreibt uns ferner: Ans England erhalten wir von dem Professor an der Oxford er Uni versität W. H. Tawson folgende Zuschrift: ». . . Was ich in Deutschlands Sache tue und tun kann, wird von Pflicht- und Gewis sensdrang getan. Die gegenwärtige Behandlung Deutschlands von Frankreich ist grausam und unmenschlich, und es ist die reine Pflicht jedes moralisch gesinnten Menschen, der mit den Tatsachen vertraut ist, seine Stimme in feierlichem Protest zu erheben. Seien Sie als Volk einig (von Prof. Dawson unterstrichen) in diesen schweren Stunden, denn Einigkeit gibt Stärke zu Hause und Ansehen, Achtung und Einfluß außerhalb«. Diese Worte eines einflußreichen, vornehm und gerecht urteilenden Engländers haben nicht nur den im besetzten Gebiet lebenden Deut schen viel zu sagen, sie verdienen auch im übrigen Deutschland gehört zu werden zur Aufmunterung und Mahnung. » Aus dem soeben im Edda-Verlag zu Leipzig erschienenen Werk von Alfred Gr am sch (buchhändlerisch tätig) »Deutschland stirbt!!« (1.—5. Tausend) ist uns folgendes Gedicht zur Veröffent lichung im Bbl. zur Verfügung gestellt morden: Der Feind steht am Rhein. Wer heut, von Kummer umdroht und Not, Dem Nachbar noch neidet sein Stückchen Brot; Wer hent, von Tücke und Gier zerfetzt, Noch immer gegen den Bruder hetzt Und gegen ihn die Fäuste zuckt, Vor den Feinden aber sich feige duckt — Ein Schurke, wcn's trifft. Wer mit Flammenschrift Sich das nicht grub in die Seele ein: Stellt ein die Zwietracht! Den Haß laßt sein! Der Feind steht an, Rhein! Alfred Gram sch. Aus dem Wiener Buchhandel. In den Abendstunden deS 16. Februar fand im Coole der Bnchdruckergenossenschoft die dies jährige 39. ordentliche Korporationsversammlung der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienhändler unter dem Vorsitz des Korporationsvorstehers Oskar Lechner statt. ' Aus dem Tätigkeitsbericht über das abgelaufcne Jahr wäre in erster Linie -das Übereinkommen betreffend das Stempel- pauschale, das'den Mitgliedern wesentliche Erleichterungen gewähren wird, zu erwähnen. Der Kossabericht bewies, daß die Erhöhung der Umlagen, da die Ausgaben sich so beträchtlich steigerten, gerechtfertigt war. Für das kommende Jahr mußte der Korporations-vorstchung die Ermächtigung erteilt werden, mit Rücksicht auf den Bedarf und auf die Geldentwertung, die Vorschreibung der Gebühren im eigenen Wirkungskreise vorzunehmen. Die Vorstehung beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem gewiß sehr zeitgemäßen Plane der Ausgestaltung d^r Wiener Bestcll- a n st a l t, die, nach dem Berliner Vorbilde, auch die Übernahme und Verteilung von Nechnungs- und Barauslieferungspakelen durchzu- sühren hätte; dieses sehr wichtige und aussichtsreiche Projekt soll unter Anhörung aller beteiligten Kreise beraten und bald ansgefnhrt werden. > Der Vertrag mit der bisherigen Speditionsfirma wurde zum 31. März gekündigt, und die Verhandlungen über die Neurege- ^ lnng werden seitens der Korporationsvorstehnng geführt werden. Das mit den Verhandlungen mit der Zcntralpreis- Prüfungskommission betraute Komitee erzielte eine Verein barung, die jedoch durch die Steigerung des Markknrses und die Er höhung der Schlüsselzahl aus 20W überholt erscheint; bereits am 17. d. M. haben neue Besprechungen zur Aufstellung eines den geänderten Verhältnissen entsprechenden Schlüssels mit der genannten Kommission stattgefundcn. 243
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