Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.01.1928
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1928-01-28
- Erscheinungsdatum
- 28.01.1928
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19280128
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192801281
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19280128
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1928
- Monat1928-01
- Tag1928-01-28
- Monat1928-01
- Jahr1928
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
sßir 24, 28, Januar 1928. Sprechfaul. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Ich habe vor etwa 20 Fahren für die E. B. eine ziemlich hohe Auslage von Landkarten hergestellt, die zn wesentlichen Teilen aus Grund von Unterlagen, die bei mir vorhanden waren sKupscrplatten), vom Stein gedruckt wurden. Sämtliche Rechte an Zeichnung und Stich wurden von mir ausdrücklich Vorbe halten. Anscheinend ISIS oder noch später ließ sich die E. B. dadurch nicht im geringsten hindern, für eine Neuauflage strichgetreue Nachbildungen meiner Karten in Amerika Herstellen zu lassen — s o ftrichgetreu, daß eine absolut schematische, mechanische Nachbildung erkennbar ist, und daß nicht einmal der kleinste Versuch der Ver änderung eine schamhaste Verhüllung mit sich bringt. Leider erfuhr ich diesen Sachverhalt erst kürzlich. Ich reklamierte natürlich; die E. B. blieb aus alle Vorstellungen sehr unberührt und zeigte ein so grobes Mißverständnis von Recht und Billigkeit, daß man vergeblich auch nur nach Spuren der berühmten englischen sairneß sucht. Es bleibt für die Beurteilung der Handlungsweise unerheblich, ist fedoch für die deutsche Qualitätsarbeit ein schöner Trost, daß amerikanische Reproduitionsmethodep nicht ausretchten, mehr als einen schlechten Abklatsch nach meinen Vorlagen zu schaffen. Gotha. JustusPerthes. Die Not des Ladenpreises. Der Sturmlauf gegen den Ladenpreis ist wie manche andere Aus legung seit dem Ende der Inflation merklich abgeslaut. Während er damals tatsächlich praktisch längere Zeit hindurch aufgehoben war und nur in der Fiktion existierte, ist er heute immerhin in der Hauptsache wieder gültig. Aber das Publikum hat sich daran ge wöhnt, daß er auch umgangen werden kann, und es ist betrüblich, zu sehen, wenn nicht bloß ein paar arme Studenten, sondern auch öffentliche Behörden sich an diesem Sturm gegen die Wirtschasts- nioral unseres Standes beteiligen. Ganz unerfreulich aber wird dieser Umstand, wenn die Forderung, mit Rabatt zu beziehen, von Institutsdirektoren ausgeht, die selber, in anderen Zusammenhängen, ihre Honorare nach dem Ladenpreis berechnet beziehen. Diesen letzteren Fall haben wir in letzter Zeit mehrsach erlebt. Nach Ankündigung von »Dürers sämtlichen Holzschnitten» haben mehrere Direktoren, zum Teil solche von ganz bedeutenden Staats- instituten, teils schamhaft verhüllt nach den »Lieferungsbedingungen» gefragt, teils ausdrücklich erklärt, daß sie Rabatt haben müßten. Der merkwürdigste Fall ist der, daß ein Bibliotheksdirektor das Werk schlechtweg bei uns bestellte, uns aber nach Empfang der Austrags bestätigung schrieb: »Zu der Lieferung von Dürer: Holzschnitte, möchte ich Sic noch bitten, der im Preis einen Nachlaß zu gewähren. Wir könnten nämlich sonst auch dieses Werk ander weitig, z. B. bei einem bekannten Verleger in F., 1L—20 Prozent billiger bekommen». Unsere Antwort lautete: »Ihrem Vorschlag, der mit einem Preisnachlaß zu liefern, können wir nicht ent sprechen, weil wir damit den Sortimentsbuchhandel unterbieten wür den. Von unserer Seite wäre das unfair». Da wir nun in den letzten Tagen abermals einen ganz ähnlichen Fall gehabt haben, sehen wir, daß maßgebende und große Institute diese Art Preis- Lrlickerei systematisch betreiben. Bas allenfalls ein Student dars, bars ein Btbliotheksdirektor noch lange nicht. Die Herren denken eben: tZncxi licet dovi, licet äovi. Darüber können einem aber an der Gottähnlichkeit Zweifel aussteigen. München. Holbein-Verlag. „Ei« versteckter Kundenfang" oder „Zu welchem Zwecke das Preisausschreiben im Mentorkaleuder dient"! Der Mentor-Verlag, Berlin, verössentlicht jährlich in seinem Mentorkalcnder ein Preisausschreiben für Schüler. Die Adressen, die aus das Preisausschreiben hin eingehen, benutzt der Verlag, der nebenbei eine Verlandbuchhandlung betreibt, dazu, den Betreffenden vor Weihnachten Jngendschriften-Prospekte verschiedener Verleger, versehen mit dem Ktrmenaufdruck des Mentor-Verlags, zu über senden. Nicht genug, daß der Sortimenter den Kalender ohne jeden Ver dienst abgibt, nein, er trägt sogar dadurch bet, seine eigenen Kunden dieser Firma in die Arme zu treiben. Es müßte daher gegen derartige Machenschaften von seiten des Sortiments ganz gehörig Front gemacht werden. Johannes Brettreich, Zeitz. Erwiderung. »Machenschaften« betiteln Sie unser Tun. Es wäre u. E. gut um den deutschen Buchhandel bestellt, wenn »derartige Machenschasten- sich recht oft wiederholen würden, nicht nur bei uns, sondern im ge samten deutschen Buchhandel. Die Sache verhält sich ein klein wenig anders, als Sie, verehrter Herr Brettreich, sie darstellen. Reklame ist nun einmal dem Absatz des Buches sehr sörderlich. Wir haben diese Einsicht schon vor langer Zeit gewonnen, und wir wissen auch, daß unsere Mentor-Repetitorien von den Schülern als Weihnachtsgeschenk sehr begehrt werden. Diese beiden Tatsachen haben uns veranlaßt, einer ausgewählten Zahl der in Frage stehen den Adressen einen Prospekt über unsere Mentor-Repetitorien zuzu senden. Wir sind im allgemeinen der Ansicht, baß man uns für schlechte Kausleute halten müßte, wenn wir es verabsäumt hätten, einem ganz gesiebten Interessentenkreis, den Sie in diesem Umsange niemals er reichen werden, von dem Vorliegen unserer Mentor-Repetitorien Kenntnis zu geben. Oder wollen Sie dem Verleger überhaupt ver bieten, Prospekte über seine Werke zu verbreiten? Um das Porto auszunutzen, haben wir — eine Anregung unserer Versandabteilung aussührend — der Sendung Prospekte über Jugendschristen aus zwei großen Verlagen beigesügt. Es scheint Ihnen nun ein Dorn im Auge zu sein, daß wir un serem Verlag« eine Versandabteilung angegliedert haben. Glauben Sie aber im Ernst daran, daß unserer Versandabteilung aus dieser Prospektvertcilung ein Geschäft erwächst? Glauben Sie wirklich, baß eine nennenswerte Anzahl von Schülern einen Band unserer Mentor-Repetitorien im Werte von M. I SO oder eine Jugendschrist im Werte von S—5 Mark schriftlich unter Einsendung des Betrages bei unserer Versandabteilung bestellt hat? Unter Diskretion gesagt: es sind sllns Bestellungen eingegangen. Glauben Sie wirklich, daß wir damit unsere Unkosten decken können? Wir haben — das geben wir unumwunden zu — im letzteren Falle als schlechte Kaufleute gehandelt, ob als gute oder schlechte Buchhändler, mögen Sie, ver ehrter Herr Brettreich, entscheiden. Also: wir haben Prospekte über unsere eigenen Verlagswerke verbreitet, um dem Sortiment zum Fest Käufer zuzusühren. Wir haben — nicht nach kleinlichen Gesichtspunkten handelnd —, um das Porto sür diese Sendung auszunutzen, Prospekte über Jugendschris- ten beigesügt, die beim ortsansässigen Sortiment gekauft werden. Auch dadurch haben wir dem Sortiment zum Fest Käufer zugesührt. Und das nennen Sie »versteckten Kundenfang»? Wäre die Überschrift »Offene Kundenzusührung« nicht trefscnder? Sollten Sie nicht selbst von unseren »Machenschaften» dadurch Kenntnis erhalten haben, daß ein Schüler mit dem Prospekt in der Hand zu Ihnen gekommen ist, um zu erfahren, ob er di« Bücher bei Ihnen haben kann? Berlin-Schöneberg. Mentor-Verlag. Appell an die Verlags» und Sortimentsfirme«. (Zum Appell in Nr. 10.) Herrn Wurmthalers Ersuchen ist berechtigt, dem Auslieferer muß jedoch die Arbeit erleichtert werden, und dazu müssen der Verlag und das Sortiment zusammenarbetten. Das Sortiment sollte neben, oder noch besser unter das Bestell datum die Bestell-Nr. in etwas kräftigerem Druck einseben, damit die Nr. aus den ersten Blick ins Auge fällt, z. B.: von 1S2 i seM-Hf. Der Verlag dagegen sollte auf seinen Fakturen neben dem T-ext: auf Verlangen vom . . . auch: Bestell-Nr einfllgen, damit der Auslieferer den Hinweis darauf sieht. Auf den Kopf-Nechnungs- druck der Firma Philipp Reclam jun. möchte ich z. B. Hinweisen, der meiner Anregung entspricht und auch 'die Postscheck-Nummer in großem Druck auswetst, damit sie von jedem Auge ohne Vergröße rungsglas gelesen werden kann. Der Verlag und das Sortiment müssen Zusammenarbeiten und bei Neudruck der Formulare die entsprechende Änderung vornehmen. Lörrach. Carl Poltier -Weeber. Berantwortl. Schriftleiter: Franz Wagner. — Verlag: Der Bürsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsche« Buchhändlerhaus. Druck: E. HedrichNachf. Sämtl. in Leipzig. — Anschrift d. Schrtftlettung u. Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 26 lBuchhändlerhauS), Postschltebsach 274/76. 108
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder