Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.03.1927
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1927-03-10
- Erscheinungsdatum
- 10.03.1927
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19270310
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192703100
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19270310
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1927
- Monat1927-03
- Tag1927-03-10
- Monat1927-03
- Jahr1927
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
^ 58, w, März 1927, Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtsrbn. Bucbbandel. »Säiumtlichen Schriften« einzuzeichnen. In denl den Werken boige- gcbenen Subskribentcn-Verzeichnis steht denn auch Frankfurt mit 7-1 Namen an der Spitze aller Städte. Die erste Aufforderung zur Subskription hatte Pestalozzi iu der »Frankfurter Oberpostamts- zeituug« vom 3. Mai 1817 veröffentlicht. Fiir den Buchhandel von Interesse ist noch ein Brief von Goethes Schwager I. G. Schlosser an den Buchhändler P. Hang in Leipzig (dat. Karlsruhe 9. 3. 1788), worin Schlosser, der ein großer Verehrer Pestalozzis war, wegen einer Neuauflage seines »Katechismus fiir das Landvolk« verhandelt. Die Ausstellung erfreut sich auch nach den verklungenen Festfeiern zu Ehren Pestalozzis eines stetig wachsenden Interesses bei weiten Kreisen der Bevölkerung. Alfred Schmidt- Wiesbaden. »Buckow«, Literarische Vereinigung junger Buchhändler iu Berlin. Es wird dem Bbl. geschrieben: Unser 49. Stiftungsfest im »Nheingold« ist zur vollen Zufriedenheit aller Teilnehmer verlaufen. Zahlreiche Kollegen, Frenndc und Gäste füllten den Ebenholzsaal bis ans den letzten Platz. Nach der zündenden Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Herrn Steppat sang Herr Opernsänger Alfred Ernesti mit großartiger Kunst in Ton, Technik und Ausdruck zwei Lieder von Brahms und später aus »Nigoletto« und »Boheme«. Reicher Beifall wurde dem prachtvollen Vortrag gespendet. Mit großem Talent und feinfühliger Anpassung begleitete Fräulein Ernesti am Klavier, die uns auch im Laufe des Abends durch den kunstvollen Gesang einiger Kinderlieber von Leo Blech überraschte. Unser Ver einsmitglied Herr Fritz Salzer erfreute uns durch den Vortrag einiger Gedichte in schwäbischer Mundart. Eine flotte Tanzkapelle sorgte für echte Stimmung, sodaß alle Tanzesfrohen zu ihrem Recht kamen. Den Herren Verlegern sei auch an dieser Stelle für die zahlreichen Bücher spenden, die bei der Verlosung großen BeTsall gefunden haben, herz- lichst gedankt. Fassonge. Der Allgemeine Deutsche Buchhandlungsgchilsen-Pcrband (Fach gruppe Buchhandel im D. H.-V.), Kreis Leipzig, hält am 10. März im »Burgkeller« seine nächste Fachgruppensitzung ab, verbunden mit einem Vortrag des Herrn I)r. Nodenberg: »Ein Gang durch die Deutsche Bücherei«. Beginn abends 8 Uhr. Sämtliche Leip ziger Buchhandlungsgehilsen sowie deren Frauen und Gäste sind herzlich willkommen. Am Sonntag, dem 13. März, findet im Anschluß an diesen Vor trag eine Führung durch die Deutsche Bücherei statt, zu der der Kreis-Vorstand ebenfalls einladet. Treffpunkt )^10 Uhr vormittags am Hauptportal der Deutschen Bücherei. Pom Wiener Buchhandel. — Fm Hinblick auf die hcrannahende Tagung in Rom über die Berner Vereinbarungen betreffend die Schutzfrist des Urheberrechts werden zahlreiche Stimmen in der Öffentlichkeit laut. Da die Tagespresse ihre Spalten gern den Schriftstellern und Komponisten zur Vertretung ihrer Interessen zur Verfügung stellt und die Autoren sich von der Verlängerung der Schutzfrist große Vorteile für ihre Nachkommen versprechen, so kommt die gegenteilige Meinung, wonach an der dreißig-jährigen Schutzfrist festzuhalten sei, selten zur Geltung. Eine gewichtige Körperschaft — der Niederöstcrreichische Gewerbeverein — hat sich an das Bundes kanzleramt mit dem Ansuchen gewendet, den seinerzeit eingebrachten Entwurf, der für Erzeugnisse der Klinst und Literatur die 30jährige Schutzfrist auf 50 Fahre auSdehnen will, zurückzuzicheu und bei der demnächst in Nom stattfindenden Konferenz für die Beibehal tung der dreißigjährigen S ch u tz f r i st einzutreten. Be gründet wurde dieses Ansuchen damit, daß die Interessen der Erben im allgemeinen in der 30jährigen Schutzfrist genügend gewahrt werdeu, während ihre Verlängerung nur fremden Personen zugute kommt und sowohl kulturelle Interessen als auch die Belebung von Handel und Wandel die Freigabe nach 30 Jahren erheischen. Dem gegenteiligen Standpunkt gab eine Erklärung der Genossen schaft Deutscher Tonsetzcr, an deren Spitze der Komponist vr. Richard Strauß steht, Ausdruck. In dieser Erklärung wird behauptet, daß die in Deutschland im Gegensatz zu fast allen Kulturstaaten noch gel tende dreißigjährige Schutzfrist den Schutz der unmittelbaren Ange hörigen der schaffenden Künstler nicht gewährleistet. ?lls Beweis hier für wird wiederum der Fall Wagner angezogen. Die Witwe Wagners, dessen Werke mit Ablauf des Jahres 1913 frei wurden, lebt noch und würde Not leiben, wenn nicht einige vornehme Biihneu ihr freiwillig einen geringen Tantiemoanteil zukommen ließen. Es wird sonach aus diesem Einzelfall gefolgert, daß das Volk jetzt an Stelle der nicht mehr existierenden fürstlichen Mäzene die Pflicht habe, dem schaffenden Künstler die Sorgen des Alltags zu nehmen. Eine sehr radikale Haltung nimmt in dieser Frage der bekannte Komponist vr. Julius B i t t n e r, der kürzlich als .Hofrat seine richterliche Laufbahn abgeschlossen hat, ein. Es ist kürzlich, so schreibt er, ein von zahlreichen deutschen und österreichischen Gelehrten unter schriebener Aufruf, der für die Beibehaltung der bisherigen Schutz frist eintritt, veröffentlicht worben. An den in erster Reihe er scheinenden Unterzeichner dieses Ausrufs, den Präsidenten des Reichs gerichts vr. Simons, hat nun vr. Bittner ein Schreiben gerichtet, aus dem einige Einzelheiten veröffentlicht werden: vr. Bittner meint, daß man, solange der Begriff»Schutzfrist« existiert, überhaupt nicht von einem »Urheberrecht«, sondern nur von einem »Urheber unrecht« reden könne. Er argumentiert weiter: Entweder es gibt ein Erbrecht, oder es gibt keins. Schafft man das Erbrecht bezüglich der Kohlenbergwerke und Landgüter ab, dann müssen sich auch die Künstler damit zufrieden geben. Aber früher nicht. Fm Namen der schaffenden Künstler erklärt er, daß diese, solange das Erbrecht nicht durchweg ausgehoben ist, sich im Interesse der Kinder gegen das geltende Urheberrecht aufs äußerste zur Wehr setzen werden. In ähnlichen Gedankenkreisen bewegten sich die Ausführungen des bekannten Philosophen und Kulturforschers Grafen Hermann Keyserling in einem kürzlich erschienenen Feuilleton, betitelt: »Der P c te r s p f e uni g der Literatur«. Graf Keyserling geht ebenfalls von der Tatsache aus, daß ererbtes Eigentum liberal! als berechtigt gilt, und solange dies der Fall ist, stellt er die Forde rung auf, daß noch die Enkel der Schöpfer geistiger Werke deren Nutznießung haben. Fm Verlaufe feiner Ausführungen kommt er zu dem Verlangen: Geistiges Eigentum darf nie ganz frei werden, ein bestimmter Prozentsatz dessen, was es einbringt, muß der All gemeinheit nutzbar gemacht werden: und zivar soll der Gewinn einer neu zu schaffenden, eigenen, der Kirche analogen Institution, die nur dem Geistigen dient, anheimfallen. Daher der Titel des Aussatzes: Der Peterspfennig der Literatur. Diese zu schassende Institution müßte so organisiert werden, daß nur das Höchstwertige gefördert würde. Es gilt den Geist der Großen im ähnlichen Sinne zu perpe- tuieren, wie die Kirche den Geist Christi und der Heiligen perpe- tuiert. Er nennt, um ein Beispiel anzuführen, als solche »Heilige des Geistes« Nietzsche und Wagner. Sicherlich gehört also Keyserling zu den Anhängern der Verlängerung der Schutzfrist, und sein Wort fällt nicht gering in die Wagschale. Was aber seinen Vorschlag mit dem »Peterspfennig der Literatur« betrifft, so dürfte er wenig Aussicht haben, durchgeführt zu werden. Anläßlich -es 40. Jahrestags der Gründung des Wiener Volks- bildungsvereins fand kürzlich im Festsaal des Vereins in Anwesen heit des Bundespräsidenten, des Bürgermeisters der Stadt Wien und von Vertretern der Wissenschaft eine Feier statt, bei der auch der deutsche Gesandte Graf Lerchenfeld erschien. Unter den vielen Reden wurde die Ansprache des Vertreters der Gesellschaft zur Ver breitung von Volksbildung in Berlin, vr. Plattensteiner, mit dem herzlichsten Beifall ausgezeichnet. Wien. Friedrich Schiller. Schriftsteller und Verleger in Jugoslawien. Die unleug bare Krise im Absatz des serbokroatischen Buches ist zwar im wesent lichen nur eine Teilerscheinung der ziemlich schwierig gewordenen allgemeinen Wirtschaftslage Jugoslawiens, hat aber dessenungeachtet die beteiligten Kreise richtigerweise dazu geführt, in ihrem Wirkungs- krois für Abhilfe zu sorgen. Die Krise des Buches hat aber nicht etwa, wie man es hie und da in anderen Ländern beobachten kann, die Gegensätze zwischen den Schriftstellern und Verlegern verschärft, sondern hat zu besserem Verstehen und engerem Zusammenschluß der beiden Gruppen geführt. In gemeinsamer Beratung in Belgrad wurde beschlossen, dahin zu wirken, daß in dem der Negierung vor liegenden Entwurf des neuen Urheberrechts ihre Wünsche berücksichtigt werden. Auch haben die Schriftsteller und Verleger betreffs der Frage einer verbesserten Buchpropaganda in der Tagespresse gemein same Beschlüsse gefaßt, sowie wegen der Abhaltung eines Buch-Propa- gandatages. Unter den Wünschen der Verleger bezüglich der Hebung des inländischen Bücherkonsums steht heute die Frage des Postportos im Vordergrund. Vom Buchhändlerstandpunkt aus sind die Posttarifc in Jugoslawien zu hoch. Sie vermindern den Gewinn oder verteuern den Preis so erheblich, daß der Absatz verringert, ja teilweise über haupt unterbunden wird. Die geringe Kaufkraft des bücherlesendeu Publikums bringt es mit sich, daß kleine Preisunterschiede bereits 277
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder