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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.03.1927
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- 1927-03-03
- Erscheinungsdatum
- 03.03.1927
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x° 52, 3. März 1927. Redaktioneller Teil. Börsenblatts, d. Dtschn.Buchhandel. geordnete und nicht bloß ein paar Berufspolitiker zu bekommen. Diese hohe Zahl ermöglicht auch die Verjüngung, sie gibt den Beschlüssen größere Autorität, sie erleichtert, wie gesagt, die Ent scheidungen, und sie ist besonders aus dem Grund nötig, weil auch die kleineren Fachgruppen ihre Vertretung finden sollen. Denn die Wahl hätte nach allgemeinem, gleichem, geheimem Wahlrecht, nach den hauptsächlichen Fachvereinen (also ungeteilter Verleger- Verein, Gilde usf. subsidiär Kreis- und Ortsvereine) getrennt, derart zu erfolgen, daß jeweils auf eine gleiche Zahl von Mit gliederstimmen oder abgegebenen Stimmen (also durch Verhält niswahl) ein Abgeordneter und ein Stellvertreter desselben ent fällt. Der Abgeordnete hat nur eine Stimme; Stellvertretung im seitherigen Sinne, also Bollmachtserteilung, ist unzulässig. Es scheint mir durchaus richtig, daß so die Delegiertenversammlung eine erheblich größere Anzahl von Sortimentern als die 20 bis 30 Verleger ausweist und in verkleinertem Umfang die Zusam mensetzung der seitherigen Hauptversammlung beibehält, wobei die Frage, ob und von wem die Abgeordneten Diäten oder Reise- Vergütungen erhalten, einer besonderen Prüfung bedarf; die seit herigen Ausschüsse werden kaum weniger gekostet haben. Aber selbstverständlich — dagegen kann auf die ausführliche, oben ge gebene Begründung nichts eingeworsen werden — erfolgt die A b st i m m u n g n a ch dem K u r i a ls yste m. Konsequent wäre es auch, wenn der Vorstand kein Abstimmungsrecht besäße. Die Abgeordneten sind frei in ihrer Abstimmung, erhalten also kein imperatives Mandat; daß sie die gebotene Fühlung mit ihren Verbänden wahren, steht dem nicht entgegen und tritt von selbst ein. Dieses System wird nach den seitherigen Erfahrungen richtig funktionieren. Auf andere Einzelheiten heute einzugehen, würde zu weit führen. Zu guter Letzt muß ich mich entschieden gegen den Verdacht weh ren, daß ich mit meinen Ausführungen neue oder gar originelle Ge danken zur Diskussion stellen möchte; die Organisationsgcschichte des Deutschen Buchhandels ist recht zwangsläufig, aber sie führt schließlich doch zu folgerichtigen und klaren Verhältnissen, deren Heranrei-fen man bloß zu sehen braucht. Und so ist mir um das Endergebnis dieser noch langjährigen Bewegung nicht bange. Welchen Namen di« Paritätische Abstimmung einmal bekommt, das ist gleichgültig. Die Bibliothek des Völkerbundes in Genf. Zu den Einrichtungen, die sich der Völkerbund an seinem Sitz in Genf geschaffen hat, gehört natürlicherweise auch eine Bibliothek. Sie ist, ihrer Wichtigkeit entsprechend, im Gebäude des Völkerbundes selbst, dem früheren Hotel National am Quai Wilson — früher Quai du Mont Blanc — untergcbracht, freilich heute noch in einer durchaus unzulänglichen Weise. Hat doch das Gebäude selbst für die nächsten Zwecke und Aufgaben des Völkerbundes nicht genügend Räume, sodaß sich auch die Bibliothek demgemäß mit bescheidenen Räumen begnügen muß: doch soll darin demnächst durch einen Neubau Abhilfe geschaffen werden. Über die Geschichte und den gegenwärtigen Betrieb dieser Biblio thek hat soeben Bibliotheksrat Dr. Fritz Juntke im »Zentralblatt für Bibliothekswesen« einige nähere Angaben gemacht, aus denen wir im folgenden einen Auszug bringen möchten. Die Bibliothek des Völkerbundes zählt heute über 80 000 Bände. Die Verwaltung liegt völlig in weiblichen Händen. Als im Jahre 1919 der Plan erwogen wurde, für den damals noch in London an sässigen Völkerbund eine Bibliothek zu schaffen, wurde eine Ameri kanerin, Miß Florence Wilson, mit dieser Aufgabe betraut. Sie ließ alsbald dem Völkerbund einen Plan zugehen, in dem sie ihre Ansichten über den Zweck, die Anlage und den künftigen Betrieb der Bibliothek darlcgte, und dieser Plan wurde auch mit einzelnen Abweichungen vom Ausschuß des Völkerbundes gebilligt. Für die Systematisierung der Bücher gelangte das von dem Amerikaner Melvil Deivey erfundene »Dezimalsystem« in der Brüsseler Form zur Anwendung, das auch in verschiedenen europäischen Ländern Eingang gefunden hat. Der Leiterin steht ein Personal aus Bibliothekarinnen mit Hoch schulbildung zur Seite, das ganz international zusammengesetzt ist und daher einen Völkerbund im kleinen darstellt. Im Anfang war es nicht ganz leicht, eine genügende Anzahl entsprechend vorgebildeter Bibliothekarinnen zu finden, und auch die Verteilung auf die einzelnen Nationen machte manche Schwierigkeiten, die aber allmählich überwunden werden konnten. Heute sind als Bibliothekarinnen mit abgeschlossener Hochschulbildung unter der Leiterin noch eine Engländerin, eine Fran zösin, eine Kanadierin und eine Polin tätig; daneben ist eine Deutsche beschäftigt, die in Preußen die Prüfung für den mittleren Bibliotheks dienst abgelegt hat, ferner eine Russin, eine Schweizerin und andere weibliche Hilfskräfte. Im ganzen beträgt das Personal der Bibliothek etwa 20 Köpfe, unter denen ein einziger Bibliotheksgehilfe das männ liche Geschlecht vertritt. Wie man sieht, ist dieses Personal in Anbe tracht des heute noch bescheidenen Umfanges der Bibliothek nach europäischen Begriffen außerordentlich zahlreich, zumal da die Bibliothek nur »Präsenzbibliothek« ist und demgemäß keinen Leihverkehr nach auswärts hat. Bei der Errichtung der Bibliothek wurde aber der amerikanische Maßstab zugrunde gelegt, der gerade in finanziellen Dingen ein wesentlich größerer ist als der europäische. Dementspre chend ist auch das Budget der Bibliothek sehr hoch und beträgt gegen wärtig etwa 200 000 Schweizer Franken. Als die Bibliothek noch ihren Sitz in London hatte, bestand sie aus einigen tausend Bänden, die meistens Geschenke und demgemäß ältere Literatur waren; zur Vermehrung wurden der Leiterin von verschiedenen Seiten größere Bibliotheken zum Kauf angeboten, diese war indessen von vornherein entschlossen, aus der Bibliothek keine »Sammelbibliothök«, sondern eine »Auswahlbibliothek« zu machen, die das für den Völkerbund wichtige Material enthält, und dieser Leit gedanke ist denn auch der Anschaffung der Bücher für die Bibliothek zugrunde gelegt. Tie Leiterin verfolgt die für die Anschaffung in Betracht kommenden Neuerscheinungen aller Länder und läßt von ihnen Listen anfertigen; die Leiter der einzelnen Sektionen des Völker bundssekretariats streichen dann in diesen die Bücher an, deren An schaffung sie nach näherer Prüfung für wünschenswert halten, und diese Anschaffungslisten werden dann in vier weitere gleichartige Listen eingetragen, von denen zwei an die Finanzkommission des Völker bundes gehen. Sobald die Anschaffung genehmigt ist, geht die dritte Liste an den die Anschaffung besorgenden Buchhändler (aZent), die vierte an die Kongrehbibliothek in Washington zum Titeldruck. Die Bibliothek hat zu ihrer Nutzbarmachung mehrere Kataloge. Der Hauptkatalog ist der Dictionary LataloZuo, der in englischer Sprache geführt wird; er gibt in alphabetischer Ordnung Verfasser,. Stichwort und Titel an, stellt also gleichzeitig einen Autorenkatalog und einen nach Stichwörtern geordneten Sachkatalog dar. Außerdem ist ein besonderer Katalog für Zeitschriftenaufsätze angelegt, für den seit dem Jahre 1920 die in der Bibliothek vorhandenen Zeitungen und Zeitschriften planmäßig durchgesehen und die für die Arbeit des Völkerbundes in Betracht kommenden Aufsätze verzeichnet werden. Einen besonderen Wert besitzt die Bibliothek außerdem in ihrer großen Sammlung der Amtlichen Drucksachen aller Länder, die zum Völker bund gehören oder in Beziehung stehen. Diese Drucksachen werden der Bibliothek des Völkerbundes seit dem Jahre 1920 regelmäßig zuge sandt und sind in einem besonderen Raum untergebracht, wo eine besonders in statistischen Arbeiten erfahrene Norwegerin gegenwärtig damit beschäftigt ist, das gesamte Material für den Dictionary Oata- loZue zu verarbeiten; für diese Arbeit waren natürlich mehrere Hilfs kräfte und besondere Aufwendungen erforderlich, zu deren Deckung eine Amerikanerin 4000 Dollar zur Verfügung stellte. Die Benutzung der Bibliothek ist recht bedeutend; beispielsweise wurden im Jahre 1925: 10 230 Besucher gezählt, über 130 000 Bände im Lesesaal benutzt und 14 000 Bände zur Benutzung im Hause aus geliehen. Der weiteren Entwicklung der in so kurzer Zeit entstandenen Bibliothek steht zurzeit der Mangel an Raum hindernd entgegen; doch soll diesem in nächster Zeit durch den Bau eines geräumigen Völkcr- bundpalais abgeholfen werden, und es ist nicht ausgeschlossen, daß später ein eigenes Gebäude für die Bibliothek des Völkerbundes er richtet wird. Dr. X. 8. Buchhändler-Taschenbuch. 1927. Stuttgart: Emil Fink. 192 S. mit vielen Bildnissen und Abbildungen. Lwd. Mk. 1.20, Ldrbd. Mk. 3.—. Das erstmalig 1925 erschienene Taschenbuch liegt nun im 3. Jahr gang vor. Es hat sich in dieser Zeit bereits viele Freunde erworben und stellt in der Tat ein begrüßenswertes Handwerkszeug für den Buchhändler dar. Die Sonderbeiträge behandeln diesmal Fragen der Herstellungsarbeit des Verlags, der Organisation des Sortiments, des Rechts und der Wirtschaft, der Jungbuchhandelsbewegung und der Berufsbildung, der Beziehungen des Buchhandels zur Presse und endlich ein antiquarisches Thema (Frühdruck und deutsches Schrift-- tum). Wir machen dabei besonders auf den kurzen.Beitrag zur Ver lags kalkulation von Theodor Marcus aufmerksam, der wohl geeignet ist, in dieses schmierige, aber für alle so überaus wissenswerte Ge biet einzuführen. Der beste Beweis für die günstige Aufnahme, die das kleine Taschenbuch gesunden hat, ist damit gegeben, daß die Auf lage inzwischen erneuert werden mußte. gm. 247
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