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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.02.1927
- Strukturtyp
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- 1927-02-22
- Erscheinungsdatum
- 22.02.1927
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- Deutsch
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>>: 44,22. Februar 1927. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. leuchten, daß zu den schönsten und erstrebenswerten Dingen des Lebens ohne jeden Zweifel das inhaltlich und äußerlich schöne Buch gehört, und daß diese erschreckende Gleichgültigkeit der Men schen dem Buche gegenüber bei weiterer Dauer notgedrungen zu schwerer Schädigung unserer Kultur führen müßte. Diese Wahr heit mit aller Macht zu verbreiten, sie dem ganzen Volk zu ver künden, müßte Aufgabe des gesamten Buchgewerbes sein. Dafür reichen weder die Kräfte noch die Mittel einer von Künstlern ver anstalteten Ausstellung hin, sie kann hier nur anregen, aufrütteln, aber nicht vollenden. Dieser Aufmarsch von Schönheit, Qualität und künstlerischer Phantasie, der sich nur durch starken Willen, unerschütterlichen Glauben und rastlose Gestaltersreude ermög lichen läßt, wird, wenn er gelingt, das höchste Lob für die un ermüdliche Tätigkeit, die beste Auszeichnung für die hochgesteckten Ziele aller jener Künstler sein, die ihre Arbeit dem schönen Buche gewidmet haben. Und wenn die deutsche Buchkunst ehrenvoll neben der aus ländischen bestehen kann, wenn sie ihre Geltung neben den aus gewählten Werken der Künstler aus 20 Staaten behält, dann kann neben dieses Lob noch die Befriedigung über die am deutschen Buche und für das deutsche Volk geleistete Arbeit treten. Winterfreizeit auf der Kesselschloßbaude. Mit Besorgnis und ohne Erwartungen bin ich hingegangen. Wer so oft gesehen, wie in sozialen, konfessionellen, beruflichen Verbänden die Jüngeren sich gegen die im Gewohnten beharrlich gewordenen Älteren abschlossen, um nach Verkündung hoher Ziele und einigen Ansätzen zu Reformen es gehen zu lassen, wie es wolle, wer den leidenschaftlichen Höhenflug sreideutscher Jugend, der aus allen Schichten Bejahung und Förderung zuteil ward, sich verflackern sah in romantischer Landsknechterei und in intellek tuellen Debattierklubs, mußte meine Skepsis teilen. In manchem Briese, der aus dem Kreise der Rundbriefteilnehmer zufällig über meinen Tisch flatterte, fehlten die ermutigenden Anzeichen ziel- bewußter Klarheit. Was ich da las, zeugte von »Unordnung und frühem Leid- Erwachsener, von Mangel an kritischem Denken und keineswegs von berussständischer Neuarbeit. Wortführer sind eben niemals die stärksten Stützen und besten Vertreter einer Bewegung. Wir 23 kamen zusammen aus Mitteldeutschland, Schlesien, dem Baltikum, den böhmischen Grenzlanden, aus Österreich, ver schiedensten Temperaments von mannigfachen Ausgaben des Be rufs her. Als Gäste waren da Professor Menz, der Meister der kühlen Formel, Herr Ausner vom Schlesischen Provinzialverein, trotz Silberhaar jung, rüstig, fröhlich. Seine Begrüßung: »Ich habe meine Anschauung ändern müssen, ein Saulus zu Paulus löste Zuversicht und Schwung. Fräulein Wiedermann aus Löwen- bcrg, die unermüdliche vorbildliche Pionierin, von der mancher männliche Buchhändler vieles lernen kann, scheute nicht den be schwerlichen Aufstieg und reiste zwischen Kesselschloß und ihrem Arbeitsbereich hin und her. Wenn irgendwie die Freizeiten ihrem Wesen und Wert ent sprechend als notwendige höhere Fortbildung in einen festen, an erkannten Ausbildungsplan für buchhändlerischen Nachwuchs aus genommen werden sollten, so möge man dies stets berücksichtigen: Kleine Kreise, abseits des gewohnten Betriebes, ein festes Programm, aufgebaut auf wirtschaftlicher Einsicht und seelisch- geistiger Leitung durch zwei oder drei gemeinschaftbildende Führer. Dank der vorzüglichen, an den Realitäten der Wirt schaft und des Lebens geschulten Persönlichkeit Theodor Marcus' und der wärmestrahlenden Geistigkeit vr. Klatts gedieh die Tagung wie aus einem Guß. Wir haben täglich vormittags und nach mittags gearbeitet, in den Pausen die Lungen auf Ski, Rodel und Bob gelüftet und abends doch noch lange in Gruppen beisammen- gesessen, um voneinander zu lernen. Die Aufzählung dar Themen lese man mit der Vorstellung der belebenden, erweiternden und erschöpfenden Wirkung von Rundgesprächen, und man wird er kennen, daß im Rahmen dieser Notiz über Ergebnisse nicht be richtet werden kann. Manches Wort, das mit heißem Herzen oder bescheidenem Zaudern in die Diskussion gestellt worden ist, würde seines Klanges und Zusammenhanges bar hier richtungslos und unverstanden bleiben. Verlaus der Freizeit. Die Einleitung gab Sonntag abend (30. Januar) Professor Menz. Aus seinen Thesen sei dieses wiedergegeben: Eine Klärung des Berussproblems ist nicht erreich bar von der Definition der letzten Begriffe her und durch Ver ständigung über ihren Sinn und Wert. . . . Anpassungsobjekt ist nicht die Literatur in irgendwelcher Auslese, sondern der Buchinteressent. Dienst am Buche ist an sich nichts, weil das Buch nur Mittel, nicht Selbstzweck ist. Der höhere Zweck ist Volksdienst. Der Mensch als Buchbcdarfsträger steht nicht isoliert, son dern in vielerlei Sozialverbänden. Aufgabe des Buchhandels im Sinne der von echtem Ethos getragenen Anpassung ist daher entweder Dienst am Zweck eines Sozialverbandes oder Organi sierung eines eigenen Sozialverbandes, der rein am Buch orien tiert wäre, gewissermaßen einer Buchgemeinde .... Montag (31. Januar) Arbeitsgemeinschaft Marcus: Über produktion und Produktionszwang durch rechtliche, geistige, wirt schaftliche und ethische Bindungen. — Klatt: Wesenselemente der Berufe (Phänomenologie). Dienstag (1. Februar): Marcus: Konjunktur. — Klatt: Kunden-Psychologie. Mittwoch (2. Februar): Der wirtschaftliche Vormittag brachte — gewissermaßen als Prüfungsaufgaben über die beiden ersten Tage — fünf Berichte: Welche Aufgaben und Erwägungen können sich für den Verleger und Buchhändler aus den Gedenktagen des Oktober 1927 ergeben? — Nachmittags: Neue Sachlichkeit in der Literatur (Gruppenarbeit). Donnerstag (3. Februar): Referate über Staat, Schule und Kirche als Faktoren der öffentlichen Meinung, Stellung des Buchhandels dazu. — Beim Nachmittagsthema über den neuen sprachlichen Ausdruck der Literatur wurde unter anderm besonders auf die Notwendigkeit gründlicher sprachbilden- der Erziehung des Nachwuchses, auf die Zusammenarbeit mit Ständen andern Sprachleibes hingewiesen. — Am Abend sprach Marcus über Verlagskalkulation. Freitag (4. Februar) brachte Berichte über Bedeutung von Rundfunk, Kino und Modeströmungen, über die Arbeiten und Aufgaben der Werbestelle. Sonnabend (5. Februar): Der sachliche Bericht über Werbung wird nach der geistigen Richtung (Klatt) und den volks wirtschaftlichen Bindungen erörtert. (Marcus: Haupterfordernis für geistiges Fortbestehen ist Suchen neuer wirtschaftlicher Grup pen innerhalb der Volkswirtschaft.) — Der Sonnabend-Nachmittag war Ausklang und Weihe. Klatt sprach über »Standesmäßige Aufgaben des Buchhandels-. (Erkenntnis der Polarität von Geist und Blut allein tut's nicht: Bemühung krönt das Werk.) Am Vormittag hatte Marcus seinem Wesen getreu mit Mirabeau ge schlossen. Jetzt tönten Goethes Urworte mit bezwingender sprach- lich-cigengesetzlicher Schönheit, wie nur Klatt sie erfühlen konnte, über die kleine Gemeinde. Ein Sinnen, ein Aufatmen und Gelöbnis zu Tat und Werk. W. M. S ch. Die Musikalien im deutschen Auhenhandel 1928. Von vr. Benno Schmidt. In, Anschluß an die Zusammenstellungen über die deutsche Must- kalien-Ein-- und -Ausfuhr in den ersten drei Vierteljahren von 1028 in Heft 46 des »Mufikalienhandel" vom 19. November 1926 war die Frage aufgeworfen worden, ob es sich bei der Ausfuhr nur um Mnsi- kalien deutscher Verleger handle, die im Ausland abgelebt wurden, oder ob in die Zahlen auch die Verlagswerke ausländischer Verleger eingeschloffen seien, die in Deutschland hergestellt und den Auftrag gebern ausgeliefert wurden. Diese Frage muß dahin beantwortet werben, daß die deutsche Reichsstatistik bei der Erfassung der Aus fuhr nicht unterscheidet zwischen den,, ivas deutsche Unternehmer ins Ausland schicken, und dem, was fremde Besteller in Deutsch land «»fertige» lassen und von dort beziehen. Kür dis Reichsstatistik ist, abgesehen von einigen Ausnahmen, die hier belanglos find und nicht anfgezählt zu werden brauchen, das Überschreiten der Reichs-
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