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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.12.1926
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1926-12-28
- Erscheinungsdatum
- 28.12.1926
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- Deutsch
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X- 301, 28. Dezember 1926. Redaktioneller Teil. Kommerzialrat Wilhelm Müller (Wien): Es wäre mir nicht eingefallen, nochmals über den österreichischen Buchhandel zu sprechen, aber ich bin hierzu genötigt, um gewissen Gerüchten, die in der letzten Zeit herumlaufen und hinter denen nichts steckt, entgegenzutreten. Daß ich im 78. Lebensjahre stehe, ist Neben sache, Hauptsache ist, daß ich 53 Jahre unaufhörlich für den öster reichischen Buchhandel gearbeitet habe. 4g Jahre lang war ich als Mitglied des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine tätig. 33 Jahre war ich Vorsitzender abwechselnd oder Stellvertreter, und ich glaube schon sagen zu können, daß ich ehrlich für den öster reichischen Buchhandel gearbeitet habe. Sehr bedauerlich ist, daß Sie nicht erfahren, was der österreichische Buchhandel alles ge macht hat. Ich war seinerzeit in dem Ausschüsse von 34 Mit gliedern, der die Satzungen des Börscnvcreins bearbeitet hat. Ich bin heute der einzige noch, der von diesen 34 Mitgliedern da ist. Wir haben erreicht, daß im Jahre 1887 in Frankfurt am Main diese Satzungen angenommen wurden. Und nun beginnen die Revolutionen. 1878 war der alte Ausschuß mit Rudolf Lechner, Wraumüller, Tempsky und Dominikus an der Arbeit, und ich machte immer in freundlicher Weise daraus aufmerksam, was für ein Un sinn es sei, 15 Prozent Rabatt zu geben. Im Jahre 1888 habe ich allein — es -ist leider niemand mehr da, der das bestätigen könnte — den damaligen Vorstand bestimmt, daß es anders werde, und so hat man mich in den Ehrcnvorstand wählen wollen. Ich sagte aber: lassen wir den alten Herrn Rudolf Lechner daran -arbeiten, ich werde als junger Mann neben ihm arbeiten. Und -so habe ich mit Lechner und Artaria zusammengearbeitet, und wir haben alles durchgesetzt. Ich habe durch diese neue Satzung erreicht, daß wir in die innigste Beziehung zum deutschen Buch handel getreten sind. Das sind Tatsachen, die festgelegt werden müssen, damit nicht falsche Mitteilungen in die Zeitungen gebracht werden. Das haben wir durchgcführt. Wir hatten die engsten Beziehungen zu dem deutschen Buchhandel, wir waren immer in Kontakt, ich war sechs Jahre Ausschußmitglied. Ich will es bei dieser Feststellung bewenden lassen, behalte mir aber vor, daß Sie Wahrheit einmal mitgeteilt werde, sei es im Börsenblatt oder sei es wo anders. Es ist der Mühe wert, daß man den öster reichischen Buchhandel genau kennt. Sie werden mir zugeben, es war eine gründliche Arbeit, die wir geleistet haben. Es ist der Mühe wert, daran zu denken, daß Männer, die durch 53 Jahre gearbeitet haben, eine gewisse Anerkennung finden. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender: Ich stelle an die Versammlung die Frage, ob noch jemand etwas Besonderes zu sagen hat. (Nach einer Pause:) Da dies nicht der Fall ist, erteile ich Herrn Danöhl zu einer geschäftlichen Mitteilung das Wort. Schatzmeister Danehl: Da morgen eine Sitzung des Ber- bandstages nicht mehr stattfindet, bitte ich die Herren Delegierten, zwischen 8 und 9 Uhr sich im Hotel Stadt Wien am Hauptplatz, Haupteingang im rechten Zimmer, einzufinden, dort werde ich anwesend sein und ihnen die Fahrtentschädigung auszahlen. Direktor Rudolf Bayer: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich glaube, die heutige außerordentliche Hauptversamm lung des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine im deutschen Buchhandel, die erste, die auf österreichischem Boden stattgefunden hat, kann nicht geschlossen werden, ohne daß ich im Namen der österreichischen Buch-, Kunst- und Musikalienhändler Ihnen noch einmal herzlich dafür danke, daß Sie unserer Einladung Folge geleistet haben und in so großer Zahl hierhergekommen sind. Die heutige Herbstversammlung hat eine Fülle von interessanten und beachtenswerten Anregungen und Referaten gebracht, und es freut mich doppelt, daß gerade hier auf österreichischem Boden die Hauptversammlung ein so hübsches Resultat gezeitigt hat. Ich danke Ihnen nochmals und rufe Ihnen zu: Auf Wiedersehen! ^Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Max Röder: Wir haben noch dem Vorstand des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine den Dank für die außerordentlich große Mühe auszusprechen, die er aufgewendet hat. Ich bitte Sie, diesen Dank mit mir dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß Sie in den Ruf einstimmen: Der Vorstand lebe hoch, — hoch, — hoch! <Die Versammlung bringt ein dreimaliges Hoch aus.) Vorsitzender: Wir sind nun am Schlüsse angelangt. Ich sage Ihnen nochmals herzlichen Dank, daß Sie unserer Ein ladung so zahlreich Folge geleistet und eine solche Ausdauer an den Tag gelegt haben. Ich schließe die Versammlung mit dem Wunsche: Auf Wiedersehen im nächsten Jahr! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) (Schluß der Versammlung: 8 Uhr abends.) Die deutschen Buchhändler in Budapest. Von H. Przyborowski (Fa. Krüger !L Co.) in Leipzig. Infolge mehrfacher Anregung aus Teilnehmerkreisen möchte ich einige Einzelheiten über den im Anschluß an die Wiener Herbst tagung erfolgten Ausflug von 56 Teilnehmern nach Budapest in nüchterner Darstellung geben, da Hayno Fockens glänzende Feder mir leider nicht zu Gebote steht und Focken selbst ja verhindert war, »die herzliche Gastfreundschaft der dortigen Kollegen zu ge nießen. Wer sie mitgemacht, singt und sagt noch davon«, und zwar mit Recht! Es war ein eigenes Gefühl von Weihestimmung, Erwartung und Befriedigung, als wir in das Vaterland der Lenau, Liszt, Petösi, Zriny und nicht zuletzt des von der Wiener Philharmonie uns bekannten Franz Schmidt (Poszüny) unseren Weg nahmen. »Ungarland, Du schönes Land, O, wie sehn ich mich nach Dir« klangen mir vergessene Verse aus der Schulzeit wieder in den schönen, sonnigen Tag, als der Zug uns durch die weiten segcnschweren Maisfelder führte und durch die weite Pußta, die im Sonnenglaste ruhig und träumend dalag. Zahlreiche Vieh herden, die typischen Czikos und die hohen Ziehbrunnen geben der Pußta ihr besonderes Gepräge. — Kurz vor der Einfahrt in Buda pest überreichte jedem von uns Herr Stadtrat vr. von Wildner cine zierliche Einladungskarte unserer Budapester Kollegen zum Abendessen im Palasthotel. In Budapest selbst begrüßte uns der Vorsitzende des Vereins mit einer kurzen, herzlichen Ansprache, und dann wurden wir vor dem Bahnhofsgebäude zum ersten Male photographiert, übrigens erfolgten derartige Aufnahmen noch etwa siebenmal, sodaß die wichtigsten Ereignisse schwarz auf weiß nach Hause getragen werden konnten. Im erstklassigen Astoriahotel im Zentrum der Stadt wurden wir ganz vorzüglich und recht preiswert untergebracht. So hatte ich z. B. große Zimmer mit Vorraum, Balkon nebst geräumigem Badezimmer und durfte für zwei Nächte und je drei Betten nur 36 Mark entrichten. Man hatte uns, da wir alle in demselben Hotel untergebracht waren, wohl Vorzugspreise eingeräumt, denn laut Zimmeranschlag kostete jedes Bett noch 120 000 Kronen, da Ungarn die neue Währung erst Neujahr zu erwarten hat. Es war vor dem Essen noch Zeit zu einem kurzen Bummel, und so wunderten wir über die längste der überaus zierlichen Hängebrücken, die aus der Ferne fast wie Filigranarbeiten an muten. Ja, es war ein äußerst eindrucksvolles Bild, — sin Er lebnis, der majestätische Donaustrom und seine Ufer, die im sinken den Abenddämmer ruhen und auf deren Abhängen erleuchtete Landhäuser sich zu einem friedvollen, bezaubernd schönen Gesamt bilde einen. Das alte Budapest! Sein Ursprung ist dunkel, und man nimmt an, daß es von den alten Römern als Kolonie Aquincum gegründet worden ist. Jedenfalls war es eine im 13. Jahr hundert fast ausschließlich von Deutschen bewohnte Stadt. Pest, am linken ebenen Ufer der Donau gelegen, wurde im 15. Jahr hundert durch Buda (Ofen) überflügelt, wo damals Matthias Cor- vinus seine Residenz hatte. Die fürchterliche Zeit der Türken herrschaft wandelte Ofenpest zu einem Schutthaufen. Aus den Trümmern begann langsam erst wieder Leben zu sprießen, als die Türken 1686 vertrieben waren. Nach Beendigung der Türken kriege entfaltete Pest sich wieder in bedeutendstem Ausmaße. Auch der Adel, der bislang in Wien gelebt hatte, zog nach Budapest, das bald der Mittelpunkt des politischen, geistigen und wirtschaft lichen Lebens der Nation wurde. ISSI
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